Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland verändert sich ständig. Immer mehr rückt aufgrund von Onlineshops wie Amazon das Thema der Lieferung immer weiter in den Vordergrund. Auch wenn die meisten Deutschen ihre Lebensmittel weiterhin am liebsten stationär kaufen, nehmen immer mehr Kunden die Möglichkeit der Lieferung wahr.
Dies geht aus den Zahlen zweier Statista-Studien zum Kaufverhalten von Lebensmitteln in Deutschland stationär und online hervor. Der Umsatz im LEH liegt online bei etwa 1,36 Mrd. € und damit bei 1,2 % vom stationären Handel. Tendenz steigend. Es gibt viele verschiedene Unternehmen auf dem deutschen Markt, die sich in einem solchen Onlinedienst versucht haben, einige davon sind gescheitert. Das Problem in dieser Branche ist, dass die Lebensmittel über ein geringes Haltbarkeitsdatum verfügen und viele der Kunden eine pünktliche Lieferung erwartet. Des Weiteren ist der Kunde aus dem stationären LEH ein breites und in Teilbereichen tiefes Sortiment gewöhnt, welches auch online greifbar sein soll. Die stationäre Konkurrenz ist groß, denn der nächste Supermarkt liegt überwiegend nur wenige 100 Meter weit weg und hat bis in die späten Abendstunden geöffnet.
Das hier betrachtete Unternehmen Picnic wurde im Jahre 2015 von vier Unternehmern Joris Beckers, Frederik Nieuwenhuys, Michiel Muller und Bas Verheijen in den Niederlanden gegründet. Im Jahre 2018 expandierte das junge Start-up nach Deutschland und gründete eine Niederlassung in Neuss in Nordrhein-Westfalen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aktuelle Literatur
2.1 Wettbewerb
2.2 Handel 4.0
3 Ist-Situation
3.1 Das Konzept
3.2 Das Liefergebiet in Deutschland
3.3 Zusatzinfos
3.4 Die Stadt
4 Benchmark
5 Die Befragung
5.1 Vorbereitung
5.2 Auswertung
6 Testkauf
7 Fazit
9 Anhang
9.1 Gesamtinterview (Fragen & Antworten)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit untersucht, wie der Lebensmittellieferdienst "Picnic" seit seiner Implementierung in Neuss das Konsumverhalten der Bewohner beeinflusst hat. Ziel ist es, durch eine Analyse des Konzepts, Wettbewerbsvergleiche sowie empirische Erhebungen (Befragungen und Testkäufe) zu ermitteln, welche Alleinstellungsmerkmale und Maßnahmen das Unternehmen von stationären Konkurrenten abheben.
- Analyse des "Handel 4.0" im Kontext von Online-Lebensmittel-Lieferdiensten.
- Untersuchung des Wettbewerbsvorteils durch App-basierte Kundenbindung und Logistik.
- Durchführung einer vergleichenden Benchmark-Analyse mit etablierten Anbietern wie REWE.
- Empirische Untersuchung des Kundenverhaltens durch qualitative und quantitative Befragungen.
- Praktische Erprobung des Angebots durch einen Testkauf in Neuss.
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Konzept
Wenn man die Picnic-App öffnet oder die Website aufruft, dann wird der Vorgang in drei Schritten kurz erklärt, wie der Kunde Ware bestellen kann. Eine Bestellung ist lediglich über die App möglich. Der Browser enthält keine Bestellfunktion.
Der erste Schritt ist das Herunterladen der App, danach erfolgt die Anmeldung. Neben dem Namen und der Adresse werden auch Informationen zum Haushalt, in dem der Kunde lebt, erfragt.
Der Kunde wird dann auf eine Warteliste gesetzt, sofern die Auslastung des aktuellen Bestellaufkommens zu hoch ist. Zum einen versucht Picnic dafür zu sorgen, dass der Kunde stets zufrieden ist, was aus dem vorherigen Verlauf der Ausarbeitung hervorgeht und zum anderen möchte das schnell wachsende Start-Up möglichst schnell expandieren, was dazu führt, dass die Kapazitäten dauerhaft ausgelastet sind. Zur Sicherstellung die guten Services wird der Kunde daher erst mal auf die Warteliste gesetzt. Der Kunde kann nun die verschiedenen Artikel ansehen und ab einem Bestellwert von 35 € die Bestellung aufgeben. Lieferkosten entstehen keine und wenn die Bestellung bis 22:00 Uhr eingeht, dann kann sie auch im Laufe des nächsten Tages geliefert werden.
Mit dem zweiten Schritt hat der Kunde nichts zu tun. Dieser behandelt den Weg von Lieferanten, Hersteller, Bauer, Bäcker usw., über das Distributionslager hin zum Kunden.
Der dritte Schritt beschreibt die Lieferung. Picnic gibt an, dass die Lieferstrecken effizient geplant werden und der Kunden die Ware im angegebenen Zeitfenster von 20 Minuten erhält. Das 20 Minuten-Fenster wird, sobald sich der Fahrer nähert, durch eine Benachrichtigung auf den genauen Zeitpunkt verkleinert, sodass der Kunde genau weiß, wann der Fahrer anwesend ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert den Wandel des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland und stellt das Unternehmen Picnic als innovativen Vertreter des Online-Shoppings vor.
2 Aktuelle Literatur: Hier werden theoretische Grundlagen zu Wettbewerbsvorteilen im Handel und das Konzept "Handel 4.0" inklusive CRM-Ansätzen diskutiert.
3 Ist-Situation: Dieses Kapitel beschreibt das Geschäftsmodell von Picnic, die logistische Abwicklung ihrer Lieferungen und strukturelle Informationen über den Standort Neuss.
4 Benchmark: Ein Vergleich der Eckdaten von Picnic und dem REWE-Lieferdienst dient als Vorbereitung für die nachfolgende Testbestellung.
5 Die Befragung: Dieses Kapitel dokumentiert die Methodik der empirischen Datenerhebung und wertet die Ergebnisse einer Umfrage unter Bekannten zu deren Nutzungsverhalten bei Picnic aus.
6 Testkauf: Die konkrete Durchführung einer Bestellung samt Analyse des Lieferablaufs und der Produktqualität wird hier detailliert dokumentiert.
7 Fazit: Die Forschungsfrage wird reflektiert und die wesentlichen Erfolgsfaktoren von Picnic als Zusammenfassendes Resümee dargelegt.
9 Anhang: Dieser Abschnitt enthält das geführte Experteninterview sowie detaillierte Antworten aus der Befragung.
Schlüsselwörter
Picnic, Lebensmittellieferdienst, Handel 4.0, Online-Lebensmittelhandel, Konsumverhalten, Neuss, Wettbewerbsvorteil, Kundenbindung, Logistik, App-basierter Handel, E-Commerce, Benchmark, Kundenzufriedenheit, empirische Forschung, Datenbank-Marketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Erfolg und die Einflüsse des Online-Lebensmittellieferdienstes "Picnic" auf das Konsumverhalten in der Stadt Neuss.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von "Handel 4.0", Wettbewerbsanalysen gegenüber dem klassischen Einzelhandel sowie die Wirksamkeit digitaler Geschäftsmodelle im Bereich Lebensmittel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, herauszufinden, wie Picnic durch sein Konzept das Konsumverhalten verändert und welche spezifischen Maßnahmen das Unternehmen erfolgreich von der Konkurrenz abheben.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet einen Mix aus Literaturrecherche (Benchmark), einer quantitativen Umfrage unter Bekannten und einer qualitativen Erhebung in Form eines Experteninterviews sowie einen praktischen Testkauf.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung des Wettbewerbs, die Vorstellung des Unternehmens Picnic, den direkten Benchmark-Vergleich mit REWE und die detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung lässt sich am besten durch Begriffe wie Picnic, Handel 4.0, Konsumverhalten, Online-Lebensmittelhandel und Wettbewerbsvorteil beschreiben.
Welche Rolle spielt die Kooperation mit lokalen Bäckern für Kunden?
Die Kooperation ermöglicht Picnic die Auslieferung frischer lokaler Waren, was laut der Befragung und dem Interview bei Kunden als ein wichtiges Differenzierungsmerkmal und Qualitätsvorteil wahrgenommen wird.
Warum ist Neuss als Testgebiet für diese Untersuchung relevant?
Neuss ist der Standort der ersten deutschen Niederlassung von Picnic; daher ist die dortige Entwicklung des Unternehmens besonders aussagekräftig für die Untersuchung der Akzeptanz eines solchen Modells.
- Citation du texte
- Benjamin Grebing (Auteur), 2021, Veränderung des Kundenverhaltens durch die Implementierung des Lebensmittellieferdienstes Picnic, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361545