Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Die Freiherren von Reischach

Title: Die Freiherren von Reischach

Essay , 2009 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Runkel (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Freiherren von Reischach waren zunächst Ministerialen des Grafen von Pfullendorf. Im weiteren Verlauf ihrer Geschichte tauchen sie zudem als Dienstmannen der Staufer auf. Ihren namengebenden Stammsitz hatten sie nahe der der Reichsstadt Pfullendorf. Mit ihrer Stammburg Burrach beim Walder Ortsteil Reischach sind sie erstmals 1191 bezeugt, ihr ältestes Mitglied, Diebold von Reischach, hingegen schon 1019. Sie sind ein typisches kleinadeliges Geschlecht, das es nie zu herausragender Berühmtheit an sich oder an einzelnen Mitgliedern brachte, deren Vertreter aber in der südwestdeutschen Geschichte, vor allem im Umfeld des Hauses Württemberg, bis in die Neuzeit immer wieder in Erscheinung traten.
Ihre zahlreichen Linien, in welche sich die Familie schon relativ früh spaltete, griffen insbesondere im 14. Jahrhundert weit über den engeren Umkreis des Stammsitzes hinaus, beispielsweise in den benachbarten Hegau, wo eine Linie 1374 die Burg Neuhewen über Engen erwarb und sich um die Burg herum eine umfangreiche Herrschaft aufbaute. 1506 brachte sie dann die Hälfte der Herrschaft Immendingen an der Donau mit der unteren Burg an sich und erwarb schließlich im Jahr 1758 die Herrschaft Hohenkrähen zwischen Engen und Singen mit dem Schloss zu Schlatt unter Krähen, das seit 1834, dem Jahr des Verkaufs der Herrschaft Immendingen, zum alleinigen Sitz dieser noch heute blühenden Linie werden sollte
Andere Linien, deren Zusammenhänge untereinander und mit der auf Neuhewen sitzenden Linie teilweise ungeklärt sind, saßen auf der Burg Vorderstoffeln (von 1403 bis 1623), in Steißlingen (im 15. und 16. Jahrhundert.), auf dem Mägdeberg (von 1528 bis 1620) und zu Aach (im 15. und 16. Jahrhundert). Archivalien, vor allem Urkunden aus dem Besitz beinahe all dieser im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Linien sind heute Bestandteile des Archivs der allein im Hegau gegenwärtig noch lebenden Linie Neuhewen-Immendingen-Schlatt. Nur vereinzelt finden sich im Schlatter Archiv Urkunden der außerhalb des Hegaus, im heutigen Landesteil Württemberg, ansässigen Linien Dietfurt, Reichenstein und Nußdorf.
Dieser Aufsatz stellt eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse und Personen des Geschlechts bis zu den Anfänger der Neuzeit dar. Dabei soll auf die wichtigsten Linien im Einzelnen eingegangen werden. Hauptquelle der Informationen ist das Oberbadische Geschlechterbuch, weshalb dieses nicht jedes Mal zitiert werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Linie zu Neuhewen

2. Die Linie zu Dietfurt

3. Linie zu Reichenstein

4. Linie zu Hohenstoffeln

5. Die Linie zu Mägdeberg

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die Geschichte und Entwicklung des Adelsgeschlechts der Freiherren von Reischach, wobei der Fokus auf der Darstellung der bedeutendsten Familienlinien sowie deren politischem und militärischem Wirken im südwestdeutschen Raum liegt.

  • Genealogische Übersicht der verschiedenen Familienlinien von den Anfängen bis zur Neuzeit.
  • Analyse der herrschaftlichen Besitzungen und strategischen Erwerbungen in Regionen wie Hegau und Württemberg.
  • Darstellung der Rolle des Geschlechts in kaiserlichen Diensten und deren militärischer Laufbahnen.
  • Untersuchung der engen Verflechtungen mit regionalen Klöstern und benachbarten Adelsfamilien.
  • Dokumentation der Verwaltungstätigkeiten und rechtlichen Privilegien der Familienmitglieder.

Auszug aus dem Buch

Die Linie zu Mägdeberg

Am 14. Januar 1528 verlieh König Ferdinand die Herrschaft über das Laubenberg’sche Erbe als erbliches Lehen dem Ritter Eiteleck von Reischach. Es war dies das erste Mal in der Geschichte der Burg auf dem Mägdeberg, dass sie als Erblehen vergeben wurde. Die Verleihung war, wie der Lehensbrief ausspricht, als besondere Anerkennung für Eiteleck gedacht, der sich als einer der hervorragendsten Führer der kaiserlichen Landsknechte vor allem in der Schlacht von Pavia 1525 und im Ungarnfeldzug des Jahres 1527 einen berühmten Namen geschaffen hatte. Trotzdem musste es die Regierung aus Geldmangel zunächst dem neuen Lehensträger selbst überlassen, sich mit den Laubenberg’schen Erben auseinanderzusetzen und ihnen die von Österreich geschuldete Verpfändungssumme zurückzuzahlen. Diese Einigung zwischen Eiteleck und der Witwe sowie den beiden Söhnen Laubenbergs glückte erst nach längeren Verhandlungen im Oktober 1528. Die Ablösungssumme, die Reischach dabei vorstreckte, wurde ihm von Österreich einige Jahre später ersetzt.

Ungeachtet seiner Verwaltungsämter als Vogt zu Laufenberg, seit 1533 als Vogt zu Bregenz, fehlte der neue Herr auf dem Mägdeberg auch in der Folge bei kaum einem der Kriegszüge Kaiser Karls V. Ihm war es 1529 in entscheidendem Maße mit zu verdanken, dass das von den Türken belagerte Wien gerettet werden konnte. Er wurde hierauf erneut vielfach geehrt. So wurde er nicht nur zum kaiserlichen rat ernannt, sondern er erhielt auch von König Ferdinand die Zusage, dass seiner Linie beim etwaigen Aussterben des Mannesstammes und der Rückgabe des Mägdeberges ein Geschenk von 4000 Gulden ausbezahlt werden sollte. Eiteleck erhielt 1529 hinsichtlich der rechtlichen Stellung der Herrschaft Mägdeberg das erbliche Privileg zur Ausübung der Hochgerichtsbarkeit auf seinen Besitzungen und er war damit auch zur Verhängung und Vollstreckung der Todesstrafe befugt. Dieses Privileg wurde durch eine zusätzliche Vergünstigung erweitert, die Eiteleck als Auszeichnung für seine Verdienste bei der Verteidigung Wiens am 3. Juli 1530 für sich und seine männlichen Nachkommen von Karl V. erlangte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Linie zu Neuhewen: Dieses Kapitel beschreibt den Erwerb der Burg Neuhewen durch Hans von Reischach im 14. Jahrhundert und verfolgt die Entwicklung dieser Linie über mehrere Generationen hinweg.

2. Die Linie zu Dietfurt: Hier wird der Ursprung der Linie bei Eck von Reischach erläutert sowie die sukzessive Erweiterung und spätere Veräußerung der Familiengüter durch dessen Nachkommen dargestellt.

3. Linie zu Reichenstein: Der Fokus liegt auf den frühen Vertretern dieser Linie, ihrem Dienst für das Haus Württemberg und der historischen Bedeutung von Hans zum Reichenstein.

4. Linie zu Hohenstoffeln: Das Kapitel behandelt die Ämter der Familie als Vögte und kaiserliche Edelknaben sowie die Konsolidierung des Familienbesitzes durch geschickte Heirats- und Kaufpolitik.

5. Die Linie zu Mägdeberg: Es wird die Verleihung der Herrschaft Mägdeberg an Eiteleck von Reischach als Anerkennung für dessen kaiserliche Militärdienste und die daraus resultierende Erhöhung des familiären Status analysiert.

Schlüsselwörter

Freiherren von Reischach, Adelsgeschichte, Südwestdeutschland, Hegau, Rittertum, Lehenswesen, Stammburg, Neuhewen, Mägdeberg, Adelsfamilie, Ministerialen, Reichsgeschichte, kaiserliche Dienste, Burgbesitz, Genealogie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser historischen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte des kleinadeligen Geschlechts der Freiherren von Reischach und dokumentiert deren Aufstieg sowie die vielfältigen Aktivitäten ihrer verschiedenen Linien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die genealogische Struktur der Familie, die Verwaltung ihrer Ländereien, ihre militärische Präsenz in kaiserlichen Diensten und ihre Bedeutung in der südwestdeutschen Territorialgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine zusammenfassende Übersicht über die wichtigsten Ereignisse und Akteure des Geschlechts derer von Reischach von den mittelalterlichen Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit zu erstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, wobei primär das "Oberbadische Geschlechterbuch" als Hauptquelle genutzt wird, ergänzt durch regionales Archivmaterial.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung einzelner Familienzweige, insbesondere der Linien Neuhewen, Dietfurt, Reichenstein, Hohenstoffeln und Mägdeberg, sowie deren politische und rechtliche Entwicklung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Adelshistorie, Ministerialadel, Lehenspolitik, militärische Führungsrollen und die regionale Integration in den Hegau und Württemberg.

Welche Rolle spielte Eiteleck von Reischach für die Linie Mägdeberg?

Eiteleck von Reischach war der erste, der den Mägdeberg als erbliches Lehen erhielt, was als besondere Anerkennung für seine herausragenden Leistungen als Landsknechtsführer und bei der Verteidigung Wiens gewürdigt wurde.

Warum war die Verwaltung der Herrschaften oft schwierig?

Die Arbeit weist auf wiederkehrende wirtschaftliche Herausforderungen hin, wie etwa Schuldenlasten durch Kriegswirren, Bauernunruhen und die Notwendigkeit der Zersplitterung des Familienbesitzes durch Erbteilungen entgegenzuwirken.

Excerpt out of 11 pages  - scroll top

Details

Title
Die Freiherren von Reischach
College
University of Constance
Grade
2,0
Author
Sebastian Runkel (Author)
Publication Year
2009
Pages
11
Catalog Number
V136160
ISBN (eBook)
9783640440559
ISBN (Book)
9783640440757
Language
German
Tags
freiherren Reischach Adel Geschlecht Württemberg Baden Mittelalter Vorderstoffeln Mägdeberg Neuhewen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Runkel (Author), 2009, Die Freiherren von Reischach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136160
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  11  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint