Im Rahmen dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich der Einsatz des illustrierten Kinder- und Jugendbuchs „Der Katze ist es ganz egal“ (2020) von Franz Orghandl für den Einsatz im diversitätsorientierten Literaturunterricht eignet. Hierbei wird die These aufgestellt, dass sich das Buch aufgrund der diversen Figuren und der entdramatisierenden Darstellung des Themas Transsexualität dazu eignet, im diversitätsorientierten Literaturunterricht eingesetzt zu werden.
Im nachfolgenden Teil der Arbeit werde ich einen Einblick in die Richtlinien der Sexualerziehung des Landes Nordrhein-Westfahlen und den damit verbundenen Erziehungsauftrag der Schulen geben. Das dritte Kapitel bezieht sich auf das Thema Genderkompetenz und die damit verbundenen Terminologien aus der Genderforschung, die für das Verständnis des Themas relevant sind. Anschließend wird die Relevanz des Themas sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Hinblick auf die Entwicklung der (Geschlechts-)Identität untersucht. Im letzten Teil folgt eine Analyse des Buchs „Der Katze ist es ganz egal“ (2020) im Hinblick auf den Einsatz im diversitätsorientierten Literaturunterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt als Aufgabe von Schule und Unterricht ‒ Ein Einblick in den Erziehungsauftrag der Schulen in NRW
3. Die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt im Literaturunterricht als Mittel zur Genderkompetenzförderung
4. Die Behandlung des Themas sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Literaturunterricht als Chance zur Auseinandersetzung mit der eigenen (Geschlechts-) Identität
5. Das illustrierten Kinder- und Jugendbuch „Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl im diversitätssensiblen Literaturunterricht ‒ Transsexualität als Themenschwerpunkt des Buchs
5.1. Die Eignung des illustrierten Kinder- und Jugendbuchs „Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl für den Einsatz im diversitätsorientierten Literaturunterricht
5.2. Die Rekonstruktion und Dekonstruktion von Geschlechterstereotype als Mittel zur Darstellung von Weiblichkeit und Diversität
5.3. Der Umgang der Familienmitglieder mit der Transidentität der Protagonistin
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des illustrierten Kinder- und Jugendbuchs „Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl für den Einsatz im diversitätsorientierten Literaturunterricht. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern die Darstellung der trans Protagonistin und die Behandlung von Transidentität als positiv wahrgenommen werden können und somit zur Förderung der Genderkompetenz sowie als Identifikationsangebote für Schülerinnen und Schüler dienen können.
- Erziehungsauftrag der Schulen im Kontext sexueller und geschlechtlicher Vielfalt
- Förderung von Genderkompetenz im Literaturunterricht
- Bedeutung von Kinder- und Jugendliteratur für die Identitätsentwicklung
- Analyse von Geschlechterstereotypen und deren Dekonstruktion
- Transidentität in illustrierten Kinderbüchern als unterrichtliches Themenfeld
Auszug aus dem Buch
5.1. Die Eignung des illustrierten Kinder- und Jugendbuchs „Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl für den Einsatz im diversitätsorientierten Literaturunterricht
Das illustrierte Kinder- und Jugendbuch „Der Katze ist es ganz egal“ eignet sich in vielerlei Hinsicht für den Einsatz im diversitätsorientierten Literaturunterricht. Betrachtet man die Darstellungsweise der Hauptfigur, so fällt auf, dass es sich hierbei um eine kindlich dargestellte trans Figur handelt, die sich nicht mit ihrem Geburtsnamen Leo, sondern mit dem Namen Jennifer, identifiziert. Auf dem Bucheinband ist die Hauptfigur, Jennifer, ihr bester Freund, der dicke Gabriel, und Jennifers Katze zu sehen. Sie gehen durch Wien und hinter ihnen befindet sich eine Litfaßsäule, auf der unterschiedliche Plakate kleben, die darauf hindeuten, dass sich hierbei um eine Erzählung handelt, die sich mit der Transthematik befasst. Allerdings wird dies auf eine kindergerechte und lustige Art umgesetzt, sodass junge LeserInnen die Thematik des Buchs nicht auf dem ersten Blick erkennen. Der unscheinbare Titel wird in der Erzählung nochmal aufgegriffen, wo es heißt, dass die Katze Katze weder froh noch traurig über den neuen Namen sei. „Er ist ihr ganz egal“ (Orghandl 2020, S. 18). Diese Textstelle verdeutlicht, dass die Hauptfigur sich wünscht, dass sie trotz des neuen bzw. für sie richtigen Namens gleichbleibend behandelt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Schulunterricht und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Eignung des Buchs „Der Katze ist es ganz egal“ vor.
2. Die Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt als Aufgabe von Schule und Unterricht ‒ Ein Einblick in den Erziehungsauftrag der Schulen in NRW: Das Kapitel erläutert den gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag zur Sexualerziehung in NRW und betont die Notwendigkeit der Förderung von Akzeptanz und Diversität.
3. Die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt im Literaturunterricht als Mittel zur Genderkompetenzförderung: Hier wird dargelegt, wie diversitätssensible Literatur zur Dekonstruktion von Geschlechterrollen beitragen und somit die Genderkompetenz von Schülerinnen und Schülern fördern kann.
4. Die Behandlung des Themas sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Literaturunterricht als Chance zur Auseinandersetzung mit der eigenen (Geschlechts-) Identität: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle des Deutschunterrichts bei der Identitätsbildung und wie die literarische Auseinandersetzung dabei unterstützen kann.
5. Das illustrierten Kinder- und Jugendbuch „Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl im diversitätssensiblen Literaturunterricht ‒ Transsexualität als Themenschwerpunkt des Buchs: Dieses Hauptkapitel analysiert das Buch im Hinblick auf seine Eignung, inklusive Didaktik und die Darstellung von Transidentität.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bekräftigt die Eignung des Buchs für den Literaturunterricht, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit einer fachlichen Vorbereitung.
Schlüsselwörter
Literaturunterricht, Diversität, Transidentität, Genderkompetenz, Inklusion, Geschlechterstereotype, Identitätsentwicklung, Sexualerziehung, Dekonstruktion, Kinder- und Jugendliteratur, diversitätssensible Didaktik, Empowerment, Doing Gender, Queer Studies, Schulkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung des Kinder- und Jugendbuchs „Der Katze ist es ganz egal“ als Medium für einen diversitätsorientierten Literaturunterricht, um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt pädagogisch zu thematisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen den staatlichen Erziehungsauftrag zur Sexualerziehung, die Förderung von Genderkompetenz sowie die Identitätskonstruktion von Kindern und Jugendlichen durch literarische Texte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich das illustrierte Kinder- und Jugendbuch von Franz Orghandl für den Einsatz in einem diversitätsorientierten Literaturunterricht eignet, um Identitätsfindung und Akzeptanz zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es wird eine literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Analyse durchgeführt, die Konzepte der Gender Studies, der Queer Studies sowie Fachdidaktiken zur inklusiven Leseförderung einbezieht.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Genderkompetenz und Identitätsförderung sowie eine detaillierte textimmanente Analyse und Bildebenen-Analyse des Kinderbuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Diversität, Transidentität, Genderkompetenz, inklusive Literaturdidaktik, Identitätsentwicklung und Geschlechterdekonstruktion geprägt.
Wie geht die Autorin mit dem Aspekt der „Dramatisierung“ im Zusammenhang mit Transidentität um?
Die Arbeit analysiert, dass das Buch durch eine entdramatisierte Darstellung der Protagonistin und deren positive Annahme im sozialen Umfeld einen Beitrag dazu leistet, Transidentität als Normalität und nicht als Problemfall zu begreifen.
Welchen Stellenwert nimmt die Bildebene des Buches in der Untersuchung ein?
Die Bildebene wird als gleichwertig zum Text betrachtet; sie visualisiert Emotionen, verdeutlicht die Geschlechtsidentität mittels visueller Zuschreibungen und fungiert somit als unterstützendes Instrument zur Dekonstruktion von Geschlechterklischees.
- Citation du texte
- Yeganeh Khodaparast (Auteur), 2023, Einsatz und Relevanz von "Der Katze ist es ganz egal" von Franz Orghandl in der diversitätsorientierten Literaturdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361697