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Verhaltensorientierung im Controlling

Título: Verhaltensorientierung im Controlling

Tesis , 2009 , 91 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Juliane Belz (Autor)

Economía de las empresas - Negocios - General
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Controller werden in der Mehrheit der Lehrbücher und Veröffentlichungen als Verkörperung von „rationaler Nüchternheit, Analytik und Zahlenfokussierung [dargestellt]. Für sie zählen Fakten, keine Emotionen oder Intuition.“ Weber, Schäffer und Hirsch sind jedoch der Meinung, dass dies nur einem Teil der Wahrheit entspricht.
Der Controller hat die Aufgabe dem Management zur Seite zu stehen. Er strebt eine Darlegung der Konsequenzen bestimmter Urteile und Verhaltensweisen ohne Verzerrungen an. Controller sollen dem Management nicht nur allgemein gültige Messinstrumente als Orientierungsgrundlage anbieten, sondern auch auf die jeweiligen Eigenschaften, Präferenzen und Zielvorstellungen der Manager eingehen können. Denn gerade bei Managern differieren diese oft, da sie individuelle Charaktereigenschaften besitzen und unterschiedlich geprägt sind. Controller müssen genau den Unterschied erkennen, ob es sich um die eigenen Ziele des Managers handelt oder um die des Unternehmens. Erst dann kann der Controller gezielt darauf eingehen. Sie müssen somit einschätzen können, wie sie konkrete Thematiken vortragen, mit welchem Informationsvolumen sie die Manager konfrontieren dürfen und wie viel Zeit sie für betriebswirtschaftliche Erklärungen aufwenden müssen. Schließlich müssen sie auch abwägen, wann ein Überangebot an Informationen, ein sog. Information Overload, vorliegt und der Manager mit den gelieferten Informationen überfordert sein wird. Weiterhin müssen Controller ein Gefühl dafür haben, inwieweit Manager in bestimmten Situationen falsch entscheiden bzw. ein Risiko dafür besteht. Fehlentscheidungen der Manager können zum einen aufgrund psychologischer Phänomene entstehen, zum anderen kann es sich dabei auch um eine bewusste Manipulation handeln.
Weber et al. sind der Meinung: „Alle Entscheidungen im Unternehmen werden von Menschen getroffen – der Mensch mit seinen beschränkten Fähigkeiten und seinen oft allzu menschlichen Eigenschaften trägt die Verantwortung für alle Vorgänge im Unternehmen.“ Es wird also die Notwendigkeit deutlich, dass sich Controller zunehmend mit verhaltensbezogenen Themen wie Konfliktlösungsfähigkeit, Standfestigkeit, Kommunikationsfähigkeit und ähnlichen Fähigkeiten beschäftigen müssen. Controlling muss als verhaltensrelevanter Prozess verstanden werden, „der Menschen und ihr Verhalten in den verschiedensten Aufgabenbereichen der Unternehmung unmittelbar beeinflusst.“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema

1.1 Problemrelevanz

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling

2.1 Entwicklungsgeschichte

2.2 Begriffsdefinitionen

2.2.1 Verhaltenswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre

2.2.2 Controllingbegriff und Controllingverständnis in der Literatur

2.2.3 Verhalten

2.2.3.1 Verhaltenstheorie

2.2.3.2 Handlungstheorie

2.2.4 Zugrunde liegendes Verhaltensverständnis

2.3 Psychologie und Controlling

2.3.1 Grundlagen

2.3.2 Psychologische Phänomene und deren Auswirkung auf Controlling

2.3.2.1 Informationsverarbeitung im Affekt

2.3.2.2 Soziale Einflüsse

2.3.2.3 Urteilsverzerrungen

3. Grundkonzeptionen der Verhaltensorientierung und ihre Relevanz für das Controlling

3.1 Ökonomischer Ansatz und Bezug zum homo oeconomicus

3.1.1 Grundlagen des ökonomischen Ansatzes

3.1.2 Annahmen des ökonomischen Verhaltensmodells

3.1.3 Relevanz für das Controlling

3.2 Prinzipal-Agenten-Theorie

3.2.1 Grundlagen

3.2.2 Relevanz für das Controlling

3.3 Konzept des internen Modells

3.3.1 Grundlagen

3.3.2 Relevanz für das Controlling

4. Verhaltensorientiertes Controlling in der heutigen Praxis

4.1 Eigenschaften und Fähigkeitsprofil von Controllern

4.1.1 Grundlagen

4.1.2 ICV Studie

4.1.3 DAX 30 Studie

4.1.3.1 Fachliche Fähigkeiten

4.1.3.2 Geschäftskenntnisse

4.1.3.3 Managementfähigkeiten

4.1.4 Beurteilung der Ergebnisse beider Studien

4.2 Information Overload

4.2.1 Problemstellung

4.2.2 Wesen, Modelle und Ursachen

4.2.3 Konsequenzen des Information Overload für Manager als Entscheidungsträger

4.2.4 Konsequenzen des Information Overload für das Controlling

4.2.4.1 Controllingrelevanz des Information Overload

4.2.4.2 Handlungsempfehlungen für das Controlling

4.3 Verhaltensrelevante Wirkungen ausgewählter Controlling Instrumente

4.3.1 Budgetierung

4.3.1.1 Definition

4.3.1.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für Controller

4.3.1.3 Praktische Erfahrungen ausgewählter Beispiele aus der Budgetierungspraxis

4.3.2 Investitionsentscheidungen

4.3.2.1 Definition

4.3.2.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für Controller

4.3.3 Kennzahlen

4.3.3.1 Definition

4.3.3.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für Controller

4.3.4 Target Costing als Beispiel für neuere Instrumente

4.3.4.1 Definition

4.3.4.2 Verhaltensorientierte Effekte und Konsequenzen für Controller

5. Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung der Verhaltensorientierung im Controlling vor einem theoretischen und praktischen Hintergrund. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Gründen, warum verhaltensorientierte Aspekte im Controlling zunehmend an Bedeutung gewinnen und wie Controller diese in ihrer täglichen Praxis zur Rationalitätssicherung einsetzen können, um Fehlentscheidungen durch kognitive oder motivationale Verzerrungen zu minimieren.

  • Theoretische Fundierung des Behavioral Accounting und verhaltenswissenschaftliche Grundlagen des Controllings.
  • Analyse der Rolle des Controllers als Counterpart des Managements zur Rationalitätssicherung.
  • Untersuchung des Fähigkeits- und Eigenschaftsprofils von Controllern in der modernen Praxis.
  • Behandlung des Phänomens "Information Overload" und dessen Konsequenzen für Entscheidungsträger und Controlling.
  • Reflektion der verhaltensrelevanten Wirkungen ausgewählter Instrumente wie Budgetierung, Investitionsrechnung und Target Costing.

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Konsequenzen des Information Overload für das Controlling

In der bereits im vorhergehenden Kapitel erwähnten Studie konnte Waddington auch Beziehungen zum Controlling herstellen. So nahmen etwa 43% der befragten Manager wahr, dass ein Zuviel an Informationen ihre Entscheidungsfähigkeit erschwert und auch hinauszögert.

Mit steigender Anzahl an Informationen wird es immer schwieriger nur diejenigen Informationen herauszuziehen, die relevant sind. Somit wächst die Komplexität eines Entscheidungsproblems und es treten teils gravierende zeitliche Verzögerungen auf, bis eine Entscheidung tatsächlich getroffen werden kann.

Das Risiko eines Information Overloads spielt im Rahmen von Investitionsentscheidungen eine bedeutende Rolle, wenn man die Erkenntnisse von Waddington auf das tägliche Geschäft von Managern und Controllern bezieht. Damit ein Unternehmen erfolgreich sein kann, sind Investitionen sehr wichtig, die häufig einen hohen finanziellen Aufwand erfordern und deshalb zukünftig eine Belastung für das jeweilige Unternehmen bedeuten können. Der Alltag belastet jedoch den jeweiligen Manager bei seinen Entscheidungen zusätzlich mit einer großen Anzahl von Informationen, die relativ kurzfristig zu verarbeiten sind. So ist zum Beispiel die Gefahr eines Information Overload bei informationsgeladenen Präsentationen und Berichten sehr groß. Beide wirken auf den Entscheidungsverantwortlichen ein und bilden die Grundlage für Investitionsentscheidungen. Demnach versuchen sie das entsprechende Informationsvolumen möglichst komprimiert darzustellen.

Informationsüberlastung kann also zu Fehlentscheidungen führen. Diese haben auf den Erfolg oder darüber hinaus auf die Beständigkeit eines Unternehmens große Auswirkungen. Zu bezweifeln bleibt jedoch, ob die Entscheidungsverantwortlichen ausreichend Bewusstsein über diese Erscheinung besitzen, denn nur selten werden Konsequenzen gezogen. Dies resultiert daraus, dass sich entscheidungsverantwortliche Manager mit einer größeren Anzahl an Informationen sicherer und zufriedener fühlen als mit einem geringeren Informationsangebot. Für das Controlling bedeutet dies, dass das Phänomen Information Overload sensibel behandelt werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Thema: Dieses Kapitel motiviert die Themenstellung und erläutert die zunehmende Bedeutung der Verhaltensorientierung für das Controlling-Berufsbild.

2. Theoretische Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling: Hier werden die verhaltenswissenschaftlichen Hintergründe, die Entwicklungsgeschichte sowie psychologische Phänomene und deren Auswirkungen auf das Controlling theoretisch fundiert.

3. Grundkonzeptionen der Verhaltensorientierung und ihre Relevanz für das Controlling: Dieses Kapitel betrachtet den ökonomischen Ansatz, die Prinzipal-Agenten-Theorie sowie das Konzept des internen Modells als theoretische Basis für verhaltensorientiertes Controlling.

4. Verhaltensorientiertes Controlling in der heutigen Praxis: Es erfolgt eine Analyse des Anforderungsprofils an Controller anhand aktueller Studien sowie die Betrachtung verhaltensrelevanter Wirkungen moderner Controlling-Instrumente inklusive der Herausforderungen durch "Information Overload".

5. Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert den zukünftigen Bedarf an verhaltensbezogenen Kompetenzen in der Controlling-Ausbildung.

Schlüsselwörter

Verhaltensorientierung, Controlling, Behavioral Accounting, Information Overload, Rationalitätssicherung, Prinzipal-Agenten-Theorie, homo oeconomicus, Budgetierung, Investitionsentscheidung, Controller-Fähigkeiten, Management-Psychologie, Entscheidungsqualität, Zielkostenmanagement, Target Costing, Verhaltensbarrieren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Verhaltensorientierung im Controlling, um zu verstehen, wie menschliche Faktoren und psychologische Phänomene das Entscheidungsverhalten im Unternehmen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Fundierung des Behavioral Accounting, das Fähigkeitsprofil moderner Controller, der Umgang mit Information Overload und die psychologischen Effekte bei klassischen Controlling-Instrumenten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die Verhaltensorientierung im Controlling immer wichtiger wird und wie Controller als "Counterpart" des Managements zur Rationalitätssicherung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender verhaltenswissenschaftlicher Theorien sowie der Auswertung empirischer Studien (ICV-Studie und DAX 30-Studie) zum Controller-Anforderungsprofil.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte wie den homo oeconomicus und die Prinzipal-Agenten-Theorie sowie die praktische Umsetzung verhaltensorientierter Ansätze in Bereichen wie Budgetierung und Investitionsrechnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Verhaltensorientierung, Behavioral Accounting, Information Overload, Rationalitätssicherung und das Eigenschaftsprofil von Controllern.

Warum spielt der "Information Overload" eine so zentrale Rolle?

Das Phänomen beschreibt die informatorische Überlastung von Managern, die zu Fehlentscheidungen führt; das Controlling hat hier die Aufgabe, Informationen zielgerichtet aufzubereiten und zu begrenzen.

Welche neuen Anforderungen ergeben sich für Controller in Bezug auf ihre Managementfähigkeiten?

Neben fachlichem Know-how gewinnen soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, kritisches Hinterfragen und Standfestigkeit massiv an Bedeutung, um als strategischer Partner des Managements zu agieren.

Final del extracto de 91 páginas  - subir

Detalles

Título
Verhaltensorientierung im Controlling
Universidad
Munich University of Applied Sciences
Calificación
1,3
Autor
Juliane Belz (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
91
No. de catálogo
V136213
ISBN (Ebook)
9783640434527
ISBN (Libro)
9783640434602
Idioma
Alemán
Etiqueta
Verhaltensorientierung Controlling Behavioral Accounting
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Juliane Belz (Autor), 2009, Verhaltensorientierung im Controlling, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136213
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