Um die Forschungsfrage "Wie populistisch sind die Wähler der 'Front National' im Vergleich zu denen der 'Alternative für Deutschland?'" zu beantworten, wird zuerst das Phänomen Populismus definiert, um darauf aufbauend, angelehnt an bereits bestehenden Forschungsdesigns, die populistischen Einstellungen der Wähler zu operationalisieren und anschließend zu messen. Zum Schluss sollen in der Diskussion einige Empfehlungen für zukünftige Forschungen gegeben und die Ergebnisse in einen Kontext gesetzt werden.
In den vergangenen Jahren haben die hohen Ergebnisse (rechts-)populistischer Parteien bei regionalen, nationalen und europäischen Wahlen große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten und viele Diskussionen ausgelöst. Die hohen Wahlergebnisse, die als Teil eines Trends interpretiert werden, der bereits in den 1980er begann und immer wieder schwankte, sorgten jedoch nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Wissenschaft für Aufsehen. Während der Schwerpunkt der Erforschung von Populismus in den vergangenen Jahren vor allem auf lateinamerikanischen Ländern lag, wird das Phänomen mittlerweile auf der ganzen Welt untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Populismus
3. Methode
3.1. Daten und Verfahren
3.2. Messung
4. Ergebnisse
5. Diskussion
5.1. Limitationen und zukünftige Forschung
5.2. Kontextualisierung des Populismus
6. Anhang
6.1. Anhang 1: Übersicht der Variablen
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Ausmaß populistischer Einstellungen bei Wählern der französischen Front National sowie der deutschen Alternative für Deutschland (AfD) auf der Massenebene und prüft, inwiefern sich diese Parteien hinsichtlich populistischer, elitistischer und pluralistischer Dimensionen unterscheiden.
- Vergleichende Analyse rechtspopulistischer Wählerschaft in Frankreich und Deutschland
- Operationalisierung von Populismus als ideelles Konstrukt
- Messung und statistische Auswertung populistischer Einstellungen mittels ESS-Daten
- Überprüfung der Zusammenhänge zwischen Parteiwahl und populistischer Einstellung
- Evaluation der Auswirkungen auf die Stabilität demokratischer Regierungssysteme
Auszug aus dem Buch
Die ideelle Definition des Populismus
Es ist allgemein bekannt, dass Populismus in der Wissenschaft ein umstrittenes Konzept ist. Obwohl es unterschiedlichste Auffassungen und Definition von Populismus gibt, berufen sich sowohl die meisten Wissenschaftler als auch die vorliegende Arbeit auf die ideelle Definition des Extremismus- und Populismusforscher Cas Mudde. Mudde bezeichnet Populismus als “a `thin-centered ideology` that considers society to be ultimately separated in two homogenous and antagonistic groups, “the pure people” versus the “corrupte elite”, and which argues that politics should be an expression of the volonte generale (general will) of the people.” (Mudde and Kaltwasser, 2017, S.6)
Diese offene und breit gefasste Formulierung ermöglicht es, die vielen heterogenen Ausprägungen des Phänomens zu erfassen und mit anderen Ideologien zu kombinieren. Denn Populismus existiert selten in reiner Form, sondern kann auch mit anderen „dick- und dünnzentrierten“ Ideologien wie dem Faschismus, dem Liberalismus oder dem Sozialismus auftreten (Mudde and Kaltwasser, 2017). So beobachten Mudde und Cristobla Rovira Kaltwasser, dass Linkspopulismus, der vor allem in Lateinamerika vorkommt, inklusiv ist und mit Formen des Sozialismus auftritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Populismus in der modernen Politik und stellt die Forschungsfrage zur vergleichenden Analyse der Wählertypen von Front National und AfD vor.
2. Definition Populismus: Hier wird Populismus anhand des ideellen Ansatzes von Cas Mudde definiert, wobei die Abgrenzung zu Elitismus und Pluralismus zentral ist.
3. Methode: Das Kapitel beschreibt die Datengrundlage des European Social Survey (ESS) und die Operationalisierung der drei zu untersuchenden Dimensionen.
4. Ergebnisse: Die statistische Auswertung via t-Tests gibt Aufschluss darüber, wie stark die populistischen Ausprägungen bei den analisierten Wählergruppen tatsächlich sind.
5. Diskussion: Abschließend werden die Studienergebnisse eingeordnet, methodische Grenzen reflektiert und zukünftige Forschungsansätze aufgezeigt.
6. Anhang: Dieser Teil enthält eine detaillierte Übersicht der für die Messung verwendeten Variablen.
7. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text zitierten wissenschaftlichen Quellen aufgeführt.
Schlüsselwörter
Populismus, Front National, AfD, European Social Survey, Elitismus, Pluralismus, politische Dimensionen, Wählerverhalten, Rechtspopulismus, Demokratie, empirische Forschung, statistische Signifikanz, politische Einstellung, Ideologie, politische Repräsentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht quantitativ das Ausmaß populistischer Einstellungen bei Wählern rechtspopulistischer Parteien in Frankreich und Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Populismus als ideelle Ideologie, die methodische Messung politischer Einstellungen sowie den Vergleich der Wählerschaft von Front National und AfD.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie populistisch die Wähler der FN im Vergleich zu jenen der AfD sind, und dabei eventuelle Unterschiede aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitative Analysebasis, indem sie Daten des European Social Survey (ESS) heranzieht und diese durch statistische Verfahren wie t-Tests auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Operationalisierung der drei Dimensionen (populistisch, elitistisch, pluralistisch) sowie der Präsentation und Interpretation der erzielten Ergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Populismus, rechtspopulistische Parteien, Wählerverhalten, empirische Einstellungsforschung und demokratische Regierungssysteme.
Warum wurden gerade Frankreich und Deutschland verglichen?
Da beide Länder in den letzten Jahren einen Anstieg bei rechtspopulistischen Parteien verzeichneten, eignen sie sich – trotz unterschiedlicher Regierungssysteme – hervorragend für einen vergleichenden Kontext.
Was ergab der empirische Vergleich mit der Gesamtwählerschaft?
Der Vergleich zeigte, dass die Mittelwerte der Parteianhänger denen der Gesamtwähler ähneln, woraus geschlossen werden kann, dass populistische Einstellungen nicht der alleinige Treiber der Wahlentscheidung sind.
Inwiefern beeinflusst das Regierungssystem die Gefahr durch Populismus?
Die Autorin argumentiert, dass ein semipräsidiales System, wie in Frankreich, durch institutionelle Gewaltentrennung Machtmissbrauch theoretisch besser eindämmen könnte als andere Strukturen.
Welche Limitationen werden für die Forschung genannt?
Es wird kritisiert, dass aufgrund mangelnder Items im ESS einige Dimensionen (insbesondere die pluralistische und elitistische) nur durch einzelne Variablen repräsentiert werden konnten.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Wie populistisch sind die Wähler der "Front National" im Vergleich zu denen der AfD? Der Anstieg des Populismus in Frankreich und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1362675