Herausforderungen und Problemlagen sowie Chancen und Handlungsperspektiven die mit Social Media einhergehen, werden in der nachfolgenden Arbeit thematisiert. Hierbei sollen Perspektiven sowie Umgangsformen aus der Position von Adressat*innen, Professionellen und (sozialpädagogischen) Organisationen betrachtet werden.
Die Digitalisierung greift mit all ihren Effekten und Erscheinungen in nahezu jeden Alltag der Menschen ein. Die rasante Entwicklung verschiedener technischer Geräte und die Verlagerung zur digitalen Verwendung, lässt sich ohne weiteres an mehrfachen Stellen erkennen: Computer statt Schreibmaschine, Audiodatei statt CD, E-Book statt Lektüre oder Social Media anstelle von "4-Augen-Gespräch". Selbst der Kauf von Hundefutter oder Snacks erfordert keineswegs mehr den Weg zum Supermarkt.
Besonders stark geprägt sind die digitalisierten Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Für die häufig plakativ bezeichneten "millenials" oder "digital natives" gehört der Umgang mit digitalen Geräten und den damit verbunden Anwendungen zum gewohnten Alltag.
Diese jungen Menschen – spätestens um die Jahrtausendwende geboren – machen einen erheblichen Teil aller Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe aus. Das Feld Sozialer Arbeit ist daher gefordert, die subjektiven Erfahrungen und Lebenswelten ihrer AdressatInnen ernst zu nehmen und den Auswirkungen von Digitalisierung begegnen. Ein herausragendes Phänomen, das nahezu alle Kinder und Jugendlichen beschäftigt ist Social Media. Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe müssen folglich den Anwendungen und Effekten von WhatsApp, Instagram oder Facebook eine zentrale Bedeutung beimessen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Neue Medien: Begriff und Entstehung
1.1 Die Erfolgsgeschichte neuer Medien
1.2 Social Media
2. Neue Medien in jugendlichen Lebenswelten
2.1 Medienausstattung von Jugendlichen
2.2 Medienbeschäftigung
2.2.1 WhatsApp
2.2.2 Instagram
3. Neue Medien und Social Media im Feld der Kinder- und Jugendhilfe
3.1 Medienpädagogik
3.2 Medienkompetenz
3.3 Sozialpädagogischer Umgang mit neuen Medien
3.3.1 Organisationale Ebene
3.3.2 Professionelle Ebene
4. Medienprojekte
4.1 Praxisbeispiel I: Projekt- und Angebotsgestaltung in der Erziehungshilfe
4.2 Praxisbeispiel II: Die Perspektive der Jugendlichen
4.3 Praxisbeispiel III: Soziale Netzwerke gegen Rechtsextremismus
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den zunehmenden Einfluss sozialer Medien im Feld der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei wird analysiert, wie organisationale Strukturen und professionelle Fachkräfte auf diesen digitalen Wandel reagieren und welche Herausforderungen sowie Chancen sich daraus für die pädagogische Arbeit ergeben.
- Bedeutung digitaler Medien in jugendlichen Lebenswelten
- Sozialpädagogische Handlungsweisen auf organisationaler und professioneller Ebene
- Medienprojekte als Antwort auf aktuelle Anforderungen
- Kritische Einordnung von Plattformen wie WhatsApp und Instagram
- Medienkompetenz als zentrales Bildungsziel
Auszug aus dem Buch
2.2.1 WhatsApp
Im Ranking der weltweit größten sozialen Netzwerke belegt Facebook mit etwas weniger als drei Milliarden Nutzern den ersten Platz. Mit etwas mehr als zweieinhalb Milliarden Nutzern folgt zu Google gehörende Videoportal YouTube. Den letzten Podestplatz belegt der Messaging-Dienst WhatsApp (vgl. Statista 2022).
Die von Jan Koum und Brian Acton entwickelte Softwareanwendung (vgl. Arens 2014, S. 81) nimmt mittlerweile einen enormen Stellenwert im Leben junger Menschen ein: „92 Prozent der Jugendlichen nutzen WhatsApp mindestens mehrmals pro Woche, 85 Prozent täglich“ (JIM 2021, S. 37). Das eigentliche Novum liegt dabei insbesondere in der Kombination von Kommunikations- und Mitteilungsmöglichkeiten. Dies geschieht durch „SMS-Verkehr“ in Echtzeit in Form von Einzel- und Gruppenunterhaltungen sowie den Versand von Fotos, Videos und Audiodateien (vgl. Arens 2014, S.82). Pappert bezeichnet WhatsApp als „eine Form mobiler computervermittelter Kommunikation“ (Pappert 2017, S. 176). Mit der Einordnung von WhatsApp in Bezug auf die Marktkonkurrenz kommt dem Messenger-Dienst ein Alleinstellungsmerkmal zu:
Im Gegensatz zur internetbasierten Kommunikation in Foren, Blogs, Twitter, Facebook oder Instagram stellt WhatsApp „eine private, nicht-öffentliche Kommunikationsform“ […] dar, die medial bedingte Besonderheiten aufweist, die wiederum einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Interaktionsverhalten der Beteiligten haben (Pappert 2017, S. 176)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der Digitalisierung und den Bedeutungszuwachs sozialer Medien in der Kinder- und Jugendhilfe, wobei die Forschungsfrage nach den Reaktionen auf fachlicher und organisationaler Ebene gestellt wird.
1. Neue Medien: Begriff und Entstehung: Dieses Kapitel erläutert begriffliche Grundlagen neuer Medien und analysiert deren historische Entwicklung, insbesondere den Einfluss technischer Innovationen auf die heutige Mediennutzung.
2. Neue Medien in jugendlichen Lebenswelten: Hier wird die Medienausstattung und das Nutzungsverhalten Jugendlicher beleuchtet, mit einem Fokus auf Plattformen wie WhatsApp und Instagram und den damit verbundenen Motiven.
3. Neue Medien und Social Media im Feld der Kinder- und Jugendhilfe: Es werden medienpädagogische Konzepte und der sozialpädagogische Umgang auf organisationaler sowie professioneller Ebene im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert.
4. Medienprojekte: Anhand von drei Praxisbeispielen, unter anderem zur Angebotsgestaltung und zur Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus, werden konkrete medienpädagogische Ansätze und Projekterfahrungen aufgezeigt.
Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass soziale Medien ein integraler Bestandteil der Lebenswelt sind und eine Soziale Arbeit erfordern, die in der Lage ist, mediale Prozesse reflexiv zu begleiten und zu bearbeiten.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Social Media, Medienpädagogik, Medienkompetenz, Digitalisierung, Jugendmedienwelten, WhatsApp, Instagram, Nutzerverhalten, digitaler Wandel, mediatisierte Lebenswelten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung sozialer Medien im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe sowie den damit verbundenen Veränderungsprozessen in der Sozialen Arbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die mediatisierten Lebenswelten Jugendlicher, die medienpädagogischen Konzepte, die organisationale und professionelle Ebene der sozialen Arbeit sowie praktische Medienprojekte.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie die Soziale Arbeit im Feld der Kinder- und Jugendhilfe auf den zunehmenden Bedeutungszuwachs sozialer Medien auf fachlicher und organisationaler Ebene reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Diskurs aufarbeitet, vorhandene Studien wie die JIM-Studie einbezieht und durch Best-Practice-Beispiele projektförmiger Medienarbeit illustriert.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in die medientheoretische Einordnung, die Analyse jugendlicher Mediennutzung, die Darstellung medienpädagogischer Anforderungen in Institutionen und die Vorstellung konkreter Praxisbeispiele.
Wodurch lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Sie zeichnet sich durch einen interdisziplinären Blick aus, der medienwissenschaftliche Erkenntnisse mit sozialpädagogischen Handlungsfeldern und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Datenschutz und Präventionsarbeit verknüpft.
Warum spielt die Bestätigungssuche auf Instagram eine so zentrale Rolle?
Die Analyse zeigt, dass der Erhalt von Likes und positiver Resonanz für Jugendliche als zentraler Antrieb für ihr Online-Verhalten fungiert und eng mit Aspekten des Selbstwertgefühls verbunden ist.
Welche Herausforderungen ergeben sich für Fachkräfte im Kontakt mit den Jugendlichen?
Fachkräfte stehen vor der Aufgabe, eine Haltung zu entwickeln, die weder reglementiert noch fremdbestimmt ist, sondern die Jugendlichen als Experten ihrer eigenen Medienwelt ernst nimmt und einen kompetenten Austausch über Risiken und Chancen ermöglicht.
- Citar trabajo
- Jannik Weber (Autor), 2022, Social Media im Feld der Kinder- und Jugendhilfe. Umgangsmöglichkeiten im Wechselverhältnis von Organisation, Profession und Adressaten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363532