Welche sozialen Komponenten und Spielregeln entstehen, wenn Zuschauer*innen bei einer Theateraufführung mitmachen sollen?
Jeder Mensch spielt Spiele. Ob es nun ein Brettspiel ist oder das soziale Zusammentreffen im alltäglichen Leben. Bestimmte Spielregeln und Verhaltensweisen gehören immer dazu. Wer sich an die Richtlinien hält, darf im (sozialen) Spiel weiter aktiv mitmachen. Das Phänomen „Spiel im Theater“ konnte ich bei der Aufführung „Please, Don´t Touch The Art Piece“ von Roy Assaf in Mainz miterleben. Performer*innen und Zuschauer*innen schlossen sich zusammen und konstruierten eine einzigartige, schwerkalkulierbare Theatersituation.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- BEGRIFFSERKLÄRUNG DES SPIELS
- AUFFÜHRUNG “PLEASE, DON'T TOUCH THE ART PIECE”
- ANSPANNUNG UND ERWARTUNGEN WÄHREND DER AUFFÜHRUNG
- DAS MITSPIELEN DER ZUSCHAUER*INNEN
- ILLUSION UND WIRKLICHKEIT
- FAZIT - SOZIALE ANREGUNGEN
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Forschungsarbeit analysiert die sozialen Komponenten und Spielregeln, die bei der Theateraufführung „Please, Don't Touch The Art Piece“ entstehen, wenn Zuschauer*innen aufgefordert werden, aktiv mitzumachen. Die Arbeit untersucht die Entstehung der Theatersituation und die Erwartungen des Publikums, analysiert das soziale Miteinander und die neu entstehenden Spielregeln sowie den Aufbau von Illusion und Wirklichkeit während der Aufführung.
- Das Konzept des Spiels im Theater
- Soziale Interaktion zwischen Performer*innen und Zuschauer*innen
- Die Rolle von Erwartungen und Anspannung in der Theatersituation
- Die Entstehung von Spielregeln und sozialem Miteinander im Kontext des Mitmachens
- Die Konstruktion von Illusion und Wirklichkeit im Theater
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor und erläutert die Forschungsfrage, die sich mit den sozialen Komponenten und Spielregeln des Mitmachens im Theater befasst. Kapitel 2 bietet eine Begriffserklärung des Spiels und greift dabei auf die Theorien von Johan Huizinga und Roger Caillois zurück. Die Arbeit beleuchtet die unterschiedlichen Facetten des Spiels und zeigt auf, wie es zum Sinn des Lebens und zur Kulturfunktion beiträgt.
Kapitel 3 analysiert die Aufführungssituation von „Please, Don't Touch The Art Piece“ von Roy Assaf. Es werden die Erwartungen und die Anspannung des Publikums während der Aufführung untersucht und das soziale Miteinander zwischen Performer*innen und Zuschauer*innen im Kontext des Mitmachens betrachtet.
Schlüsselwörter
Theater, Spiel, soziale Interaktion, Mitmachen, „Please, Don't Touch The Art Piece“, Roy Assaf, Johan Huizinga, Roger Caillois, Stefanie Husel, Gregory Bateson, Illusion, Wirklichkeit, Erwartung, Anspannung, Theateraufführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Roy Assafs Stück „Please, Don’t Touch The Art Piece“?
Das Stück ist eine Performance, die die Grenze zwischen Bühne und Publikum auflöst. Zuschauer werden aktiv in das Geschehen einbezogen, wodurch eine einzigartige, soziale Theatersituation entsteht.
Welche Spielregeln entstehen beim Mitmachtheater?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Normen und neue, situative Regeln ausgehandelt werden. Wer mitmacht, muss sich auf die Dynamik der Performer einlassen, was oft zu einer Mischung aus Anspannung und Neugier führt.
Welche Theorien zum Spiel werden herangezogen?
Die Analyse stützt sich auf Klassiker der Spieltheorie wie Johan Huizinga und Roger Caillois, die das Spiel als grundlegendes Element von Kultur und sozialem Miteinander definieren.
Wie wirkt sich die Interaktion auf die Illusion aus?
Durch das Mitspielen der Zuschauer vermischen sich fiktive Theaterwelt und reale soziale Wirklichkeit. Die klassische „vierte Wand“ wird durchbrochen, was die Wahrnehmung der Performance intensiviert.
Welche Rolle spielen Erwartungen des Publikums?
Zuschauer kommen oft mit der Erwartung einer passiven Rolle ins Theater. Die Aufforderung zum Mitmachen erzeugt eine produktive Irritation, die das soziale Verhalten im Raum neu ordnet.
- Citation du texte
- Angelina Marx (Auteur), 2023, Ein Spiel auf Zeit. Beobachtungen zum sozialen Mitmachen in Roy Assafs "Please, Don´t Touch The Art Piece", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363784