Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Es wird erörtert, dass es bei dem Zeichen tatsächlich nicht um sexuelle Begierde, sondern um Macht geht. Diese These verdankt sich Foucaults Einsichten in die Problematik mit Macht und Sexualität, die zunächst kurz dargestellt werden sollen. Darauf folgt eine Analyse des Textes innerhalb des Erkenntnishorizonts von Foucault, um zu zeigen, wie Macht in der Erzählung konkret funktioniert.
Ein Mädchen weigert sich, auf die Bitte eines Mannes um ihre Liebe einzugehen. Dann malt der Mann auf ihrem Bauch ein Rädlein, als diese schläft. Später sagt er zu ihr, dass er mit ihr geschlafen habe, und das Rädlein sei der Beweis dafür. Das Mädchen glaubt ihm nicht nur, sondern möchte auch mit ihm mehr Sex haben. Schließlich gibt's ein happy ending für die beiden.
Die Moral der Geschichte heißt: Männer, lernt von diesem klugen Mann, wenn ihr eure sexuelle Lust stillen möchtet! Das alles klingt zu wunderbar, als dass man das glauben könnte: Wie kann ein kleines Zeichen eine so große Wirkung haben? Wie kann es aus einem asexuellen Mädel eine lustvolle Frau machen? Das mittelalterliche Märe "Das Rädlein" stellt uns genau diese spannende Frage, die zu untersuchen es sich lohnt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsüberblick
3. Foucaults Ansätze zu Macht und Sexualität
3.1 Macht: Gegen die Repressionshypothese
3.2 ConfessioSexualis
3.3 Die Subjektivierung der Menschen
4. Das redel als Zeichen der Macht
4.1 iuwer rede ist mir unmwr
4.2 mâlet er ir ein redel
4.3 du mäht mir bezeigen
5. Fazitund Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es im mittelalterlichen Märe „Das Rädlein“?
Ein Mann malt einem schlafenden Mädchen ein Rad auf den Bauch und behauptet später, dies sei der Beweis für vollzogenen Geschlechtsverkehr, woraufhin sie sich ihm hingibt.
Warum wird Foucaults Machttheorie in der Analyse genutzt?
Foucault zeigt, dass Sexualität und Macht eng verknüpft sind und dass Macht nicht nur unterdrückt, sondern Realitäten und Subjekte produziert.
Was symbolisiert das „redel“ (Rädlein)?
Es wird argumentiert, dass das Zeichen weniger für sexuelle Lust, sondern für die Ausübung von Macht und die Manipulation der Wahrheit steht.
Was ist die „Repressionshypothese“ nach Foucault?
Die Annahme, dass Macht Sexualität nur unterdrückt; Foucault widerspricht dem und betont die produktive Rolle der Macht im Diskurs über Sex.
Wie funktioniert die Subjektivierung in der Geschichte?
Das Mädchen akzeptiert die vom Mann geschaffene Erzählung und verändert dadurch ihr eigenes Selbstbild hin zu einer sexuell begehrenden Person.
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- Rui Gao (Author), 2022, Zu dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Die Macht dreht wie ein Rad, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1364578