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Zu dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Die Macht dreht wie ein Rad

Titre: Zu dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Die Macht dreht wie ein Rad

Dossier / Travail , 2022 , 22 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Rui Gao (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Es wird erörtert, dass es bei dem Zeichen tatsächlich nicht um sexuelle Begierde, sondern um Macht geht. Diese These verdankt sich Foucaults Einsichten in die Problematik mit Macht und Sexualität, die zunächst kurz dargestellt werden sollen. Darauf folgt eine Analyse des Textes innerhalb des Erkenntnishorizonts von Foucault, um zu zeigen, wie Macht in der Erzählung konkret funktioniert.

Ein Mädchen weigert sich, auf die Bitte eines Mannes um ihre Liebe einzugehen. Dann malt der Mann auf ihrem Bauch ein Rädlein, als diese schläft. Später sagt er zu ihr, dass er mit ihr geschlafen habe, und das Rädlein sei der Beweis dafür. Das Mädchen glaubt ihm nicht nur, sondern möchte auch mit ihm mehr Sex haben. Schließlich gibt's ein happy ending für die beiden.

Die Moral der Geschichte heißt: Männer, lernt von diesem klugen Mann, wenn ihr eure sexuelle Lust stillen möchtet! Das alles klingt zu wunderbar, als dass man das glauben könnte: Wie kann ein kleines Zeichen eine so große Wirkung haben? Wie kann es aus einem asexuellen Mädel eine lustvolle Frau machen? Das mittelalterliche Märe "Das Rädlein" stellt uns genau diese spannende Frage, die zu untersuchen es sich lohnt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsüberblick

3. Foucaults Ansätze zu Macht und Sexualität

3.1 Macht: Gegen die Repressionshypothese

3.2 Confessio Sexualis

3.3 Die Subjektivierung der Menschen

4. Das redel als Zeichen der Macht

4.1 iuwer rede ist mir unmær

4.2 målet er ir ein redel

4.3 du maht mir bezeigen

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das mittelalterliche Märe "Das Rädlein" unter Anwendung der Macht- und Sexualitätstheorien von Michel Foucault, um aufzuzeigen, dass das titelgebende Zeichen nicht als bloßes Symbol, sondern als funktionales Machtinstrument fungiert, das die Dynamik zwischen den Protagonisten maßgeblich beeinflusst.

  • Anwendung der Foucaultschen Diskurstheorie auf mittelalterliche Literatur
  • Analyse der Zeichenhaftigkeit und Machtdynamik im "Rädlein"
  • Untersuchung der Konstruktion von Sexualität als Subjektivierungsprozess
  • Dekonstruktion des "Rädlein"-Motivs als Mittel zur Verführung und Kontrolle
  • Interaktion zwischen geschriebenem Wort, Körperzeichen und Machtverhältnissen

Auszug aus dem Buch

Die Macht dreht wie ein Rad

Schreiber malt auf der Körperpartie des Mädchens, die sich in unmittelbarer Nähe zu ihrem Genitale befindet, mit seinem rußigen Finger, der männliche Glied sinnbildlich repräsentiert, ein Rädlein, „als ein kleinez medel/lise dar gekrochen wäre.“ (140f.), wobei das Würmchen auf den Penis hinweisen sollte.

Im Vergleich dazu merkt Coxon an, dass das Rädlein einen Kommunikationskanal eröffnet, der „the girl and anyone else who is uneducated and (visually) illiterate“ ausschließt und „between the poet and the initiated among the audience via the scribal protagonist“ operiert. Diese Aussage setzt voraus, dass dem Zeichen eine Semantik innewohnt, die auslegungsbedürftig ist und nur von den Schriftkundigen aufgefasst werden kann. Eine ähnliche Interpretation liefert Schnyder, indem er das Rädlein anhand Merkmale wie Materialität, Lautlosigkeit, etc. mit Schriftzeichen identifiziert. Aber, so die Kritik von Heiland, das Rädlein ist eben keine Schrift; selbst wenn es diese wäre, würde es geringere Wirkkraft haben als ein Zeichen, das „einer anderen, archaischeren Kulturebene“ angehört. Das Problem mit dieser Kritik ist, dass sie denselben Fehler macht, den sie Schnyder vorwirft. In Heilands Deutung wird unter dem Rädlein ein Zeichen verstanden, das für etwas steht, wie z.B. den Geschlechtsverkehr oder das Glücksrad. Steht die Schrift nach Schnyder nicht auch für etwas, was auszulegen ist? Sowohl das Zeichen als auch die Schrift haben in beiden Interpretationen eine Semantik: Das Zeichen ist in dieser Hinsicht eine Art Schrift. Die Suche nach der Bedeutung des „redel“ ist für das Märe irrelevant, denn das Zeichen besitzt in der diegetischen Welt überhaupt keine Semantik. Das einzige, aber allein schon ausreichende Argument dafür stellt die Tatsache dar, dass die liste des Schreibers erfolgt, obwohl sich das Mädchen nie auf die Bedeutung des Rädleins auf ihrem Bauch besinnt. Das Zeichen ist deswegen rein funktionaler Natur und lässt sich durch irgendein anderes ersetzen, ohne dass sich das Ergebnis ändern würde. „... she never once considers what it might actually signify. Instead she concentrates solely on the technical question of how the symbol got there, and falls straight into the clerk’s trap ...“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Märe "Das Rädlein" und die Fragestellung nach der Machtfunktion des Zeichens.

2. Forschungsüberblick: Zusammenfassung bestehender literaturwissenschaftlicher Ansätze zur Deutung des Rädlein-Motivs als Keuschheitssymbol oder Glückszeichen.

3. Foucaults Ansätze zu Macht und Sexualität: Erläuterung der Foucaultschen Begriffe "Dispositiv", "Wissen/Macht" und "Subjektivierung" als theoretisches Fundament.

3.1 Macht: Gegen die Repressionshypothese: Darstellung der produktiven statt repressiven Machtauffassung nach Foucault.

3.2 Confessio Sexualis: Analyse, wie Sexualität als diskursives Produkt durch Machtverhältnisse angeregt und konstruiert wird.

3.3 Die Subjektivierung der Menschen: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen wissenschaftlichem Diskurs, Selbstwissen und der Konstitution des Subjekts.

4. Das redel als Zeichen der Macht: Anwendung der zuvor erarbeiteten Theorie auf das Märe mit Fokus auf die Machtfunktion des Rädleins.

4.1 iuwer rede ist mir unmær: Analyse der Ausgangssituation, in der das Mädchen dem Schreiber noch widersteht.

4.2 målet er ir ein redel: Untersuchung des zentralen Wendepunkts, an dem der Schreiber das Rädlein als verführungstaktisches Instrument auf den Körper malt.

4.3 du maht mir bezeigen: Betrachtung der veränderten Dynamik nach der Tat und der Konstruktion des Mädchens als nun Sexualität reflektierendes Subjekt.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Anregung für weiterführende Analysen in Bezug auf räumliche Diskurse.

Schlüsselwörter

Das Rädlein, Michel Foucault, Macht und Sexualität, Märe, Johann von Freiberg, Diskurstheorie, Subjektivierung, Körperzeichen, Verführung, Machtrelation, mittelalterliche Literatur, Genderperspektive, Wissen, Kommunikation, Repression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Märe "Das Rädlein" von Johann von Freiberg und analysiert es mithilfe der machtphilosophischen Ansätze von Michel Foucault.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Konstruktion von Machtverhältnissen, das Wissen über Sexualität im Mittelalter sowie die Frage, wie ein funktionales Zeichen (das Rädlein) als Machtinstrument genutzt wird.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Macht in der Erzählung "Das Rädlein" konkret funktioniert und inwieweit das Zeichen auf dem Körper des Mädchens als Instrument zur Verführung und Überwindung ihres Widerstands dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse methodisch mit diskursanalytischen und geschichtstheoretischen Konzepten nach Michel Foucault verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einer theoretischen Fundierung der Machtbegriffe und einer anschließenden detaillierten Textanalyse, die den Prozess von der ersten Verweigerung des Mädchens bis hin zu ihrer Wandlung durch das "Rädlein"-Zeichen nachzeichnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Machtrelationen, diskursive Konstruktion von Sexualität, Subjektivierung sowie das funktionale Zeichen im Kontext mittelalterlicher Mären.

Wie unterscheidet sich die im Text beschriebene Macht von einer rein repressiven Auffassung?

Die Arbeit betont, dass Macht im Sinne Foucaults produktiv wirkt – sie unterdrückt nicht nur, sondern "produziert" Wissen, Diskurse und Subjekte, wie es etwa durch die Transformation des Mädchens im Verlauf der Erzählung verdeutlicht wird.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Zeichens "Rädlein"?

Das Rädlein selbst besitzt keine feste, inhärente Bedeutung; es ist ein funktionales, semantisch leeres Zeichen, das vom Schreiber eingesetzt wird, um durch die Manipulation des Wissens und der Wahrnehmung eine vorteilhafte Machtposition gegenüber dem Mädchen zu etablieren.

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Résumé des informations

Titre
Zu dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Die Macht dreht wie ein Rad
Université
University of Göttingen  (Seminar für deutsche Philologie)
Cours
Märendichtung: Gendertheoretische Perspektive
Note
1,0
Auteur
Rui Gao (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
22
N° de catalogue
V1364578
ISBN (PDF)
9783346890313
ISBN (Livre)
9783346890320
Langue
allemand
mots-clé
märe rädlein macht
Sécurité des produits
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Citation du texte
Rui Gao (Auteur), 2022, Zu dem redel-Zeichen im mittelalterlichen Märe "Das Rädlein". Die Macht dreht wie ein Rad, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1364578
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Extrait de  22  pages
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