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Popliterarische Schreibweisen im Werk Jörg Fausers

Kritik am traditionalistischen Literaturverständnis

Title: Popliterarische Schreibweisen im Werk Jörg Fausers

Thesis (M.A.) , 2007 , 158 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Andreas Bock (Author)

Literature - General
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Es heißt: Pop ist wandelbar, vielschichtig, strategisch. Oftmals ist Pop nur eine Haltung, dann wieder ein Prinzip, ein Konzept, mitunter gar der vollständige Umbau der Welt. Zum Scheitern ist eine Begriffsklärung bestimmt, wenn sie Pop oder Popliteratur als einheitlichen Stil und als klar umrissene Gattung zu verstehen versucht. So liefert bis dato keine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Pop eine verbindliche Definition. Und auch diese Arbeit wird das Popknäuel nicht entwirren, keine Ordnung in die Unordnung bringen. Sie wird das Palindrom nicht auf eine Bedeutung fixieren. Dennoch fragt sie im Hinblick auf die Untersuchung von Jörg Fausers früher Prosa, seiner Lyrik und seinem Roman Rohstoff zunächst: Wann ist Literatur überhaupt Pop? Dabei wird der Umgang mit Pop ausgehend von den pessimistischen Sichtweisen der kritischen Theorie über die hoffnungsfrohen Essays von Susan Sontag und die Literaturdebatte in der Wochenzeitung »Christ und Welt« bis zu Rolf Dieter Brinkmanns Lyrik und Jörg Fausers Hinwendung zum Kriminalroman nachgezeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 EINFÜHRUNG: POP UND LITERATUR

1.2 VORGEHENSWEISE UND FRAGESTELLUNG

1.3 FORSCHUNGSSTAND

2. LESARTEN DES POPULÄREN VOR 1968

2.1 KRITISCHE THEORIE: DER TOD DER KUNST

2.1.1 Die Neuberwertung der Kunst

2.1.2 Die manipulierende Kunst

2.2 ANTIKUNST: DIE WIEDERGEBURT DER KUNST

2.2.1 Die künstliche Kunst

2.2.2 Die filmische Kunst

2.3 EXKURS: ZUM UMGANG MIT POP IN DEN CULTURAL STUDIES

3. GRENZVERSCHIEBUNGEN

3.1 POSTMODERNE LITERATUR

3.1.1 Pluralität und Oberfläche

3.1.2 Der Tod des Autors

3.1.3 Postmoderne, Popliteratur und 1968

3.2 LITERATURDEBATTEN

3.2.1 Wozu Dichter?

3.2.2 Die Demokratisierungsthese

3.2.3 Die Faschismusthese

3.2.4 Angriff aufs Monopol

3.3 PRODUKTIVE REZEPTION BEI ROLF DIETER BRINKMANN

3.3.1 Der Film in Worten

3.3.2 Materialaufnahme

3.3.3 Janusköpfigkeit des Pop

3.4 BESTANDSAUFNAHME

4. VERORTUNG

4.1 ATYPISCHER SCHRIFTSTELLER

4.2 LITERATUR VON UNTEN

4.3 NEUE LITERATUR

4.3.1 Alltag, Populärkultur und Enthierarchisierung

4.3.2 Essays und Kolumnen I: „New Criticism“

4.3.3 Essays und Kolumnen II: Neue Vorbilder

5. TECHNIK DES WIDERSTANDS: CUT-UP-PROSA

5.1 ATYPISCHE PROSA

5.2 DISKUSSION: DIE METALITERARISCHE EBENE

5.2.1 Der vorkonditionierte Rezipient

5.2.2 Räume, Diskurse, Auswege

5.3 UMSETZUNG: DIE CUT-UP-EBENE

5.3.1 Dekonditionierung durch „snapshots“

5.3.2 Dekonditionierung durch Integration des Zufalls

6. SCHEINAFFIRMATION: LYRIK

6.1 ATYPISCHE LYRIK

6.2 STILLSTAND UND RESIGNATION

6.3 DESTRUKTION DES POP

6.3.1 Die große Hoffnung im Populären

6.3.2 Die falschen Versprechungen der Popkultur

6.3.3 Vergleich der Lyrik Brinkmanns und Fausers

7. POP AUF DER DARSTELLUNGSEBENE: ROHSTOFF

7.1 REZEPTION

7.2 TYPISCHE PROSA

7.2.1 Topos und Zeit

7.2.2 Allgemeinverbindlichkeit

7.2.3 Alltagssprache

7.3 MEDIENREFLEXION

7.3.1 Musik

7.3.2 Werbung/Marken

7.4 UNTERWEGSSEIN

7.4.1 Die Stadt als Mittelpunkt des Unterwegs

7.4.2 Gegensatzpaar Stadt/Land

7.4.3 Unter dem Pflaster - der Strand

7.5 INDIVIDUALITÄT UND AUßENSEITERDASEIN

7.5.1 Ich-Zentrierung

7.5.2 Entfremdung

7.6 KULTURKRITIK

7.6.1 Politische Revolution

7.6.2 Revolution im Kleinen

7.6.3 Gegen- und Gegengegenkultur

8. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, das literarische Werk von Jörg Fauser im Kontext der Popliteratur zu verorten und zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Fauser die theoretischen Überlegungen von Akteuren wie Susan Sontag, Leslie A. Fiedler und Rolf Dieter Brinkmann zu Pop, Literatur und Postmoderne aufgreift und wie sich sein Verständnis einer „neuen Literatur“ in Abgrenzung zu tradierten Literaturvorstellungen und einer konservativen Kulturkritik manifestiert.

  • Analyse des Begriffs der Popliteratur und der Abgrenzung zur Postmoderne.
  • Untersuchung der Literaturdebatten der 1960er Jahre und deren Bedeutung für das Verständnis populärer Kultur.
  • Evaluation von Fausers Beitrag zur Cut-Up-Prosa und zur Lyrik als Mittel der kulturellen Subversion.
  • Kritische Würdigung von Fausers Roman Rohstoff als popliterarisches Schlüsselwerk und dessen Stellung zur "neuen Literatur".
  • Gegenüberstellung von Fausers Werk mit der zeitgenössischen Popliteratur und deren Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Der Tod des Autors

Diese Doppelkodierung ist zugleich als Chance für den Leser zu verstehen, der im Zuge dessen zum „Co-Autor“ wird. Der Text bietet dem Rezipienten verschiedene Lesarten an, er macht Angebote an den Leser, der sich als Kenner an der gesamten Bandbreite der popkulturellen Referenzen erfreuen kann, sie mit eigenen Erfahrungen abgleicht, gedanklich weiter schreibt, Genreüberschneidungen wahrnimmt und dadurch seine Kompetenz als Leser ausgeschöpft sieht.

„Der postmoderne Text, verbal oder nicht, lädt ein zur Performanz: er will geschrieben, verändert, beantwortet, ausgelebt werden, und ein großer Teil postmoderner Kunst bezeichnet sich ausdrücklich als Performanz und überschreitet damit die Genre-Abgrenzungen.“

Die Suche nach dem einen wahren Sinn, die einstige Aufgabe der Literaturwissenschaft einen Text „auszulegen“ und durch detaillierte Analyse seinen Sinn sichtbar zu machen, ist in der Postmoderne, wie es Sontag prophezeite, obsolet geworden. Der Rezipient flieht endgültig vor der Interpretation und bearbeitet einen Text nicht mehr nach literaturwissenschaftlichen Analysemethoden, sondern versucht nunmehr seine Multiplizität herauszuarbeiten – er erfährt einen Text.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Komplexität des Begriffs Popliteratur und stellt die Forschungsfragen sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit dar.

2. LESARTEN DES POPULÄREN VOR 1968: Dieses Kapitel analysiert die kulturtheoretischen Grundlagen der Popkultur vor den Umbrüchen der späten 1960er Jahre, insbesondere durch die Kritische Theorie und erste Ansätze der Cultural Studies.

3. GRENZVERSCHIEBUNGEN: Hier wird der Begriff der postmodernen Literatur im Kontext der Literaturdebatten von 1968 und der produktiven Rezeption von Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann theoretisch fundiert.

4. VERORTUNG: Dieses Kapitel betrachtet Jörg Fauser als "atypischen Schriftsteller", der sich durch die heterogene Nutzung verschiedener Medien und Genres einer klassischen Kategorisierung entzieht.

5. TECHNIK DES WIDERSTANDS: CUT-UP-PROSA: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifische Schreibtechnik der Cut-Up-Prosa bei Fauser als Methode zur Dekonditionierung und metaliterarischen Kritik.

6. SCHEINAFFIRMATION: LYRIK: Das Kapitel untersucht Fausers Lyrik, die sich kritisch mit der Warenförmigkeit der Popkultur auseinandersetzt und deren Janusköpfigkeit offenlegt.

7. POP AUF DER DARSTELLUNGSEBENE: ROHSTOFF: Diese detaillierte Analyse widmet sich dem Roman Rohstoff als Schlüsselwerk, das verschiedene popliterarische Themenkomplexe wie Alltag, Unterwegssein und Kulturkritik vereint.

8. FAZIT: Das Fazit resümiert die Entwicklung von Fausers Werk im Vergleich zur heutigen Popliteratur und bewertet dessen subversiven Charakter.

Schlüsselwörter

Jörg Fauser, Popliteratur, Postmoderne, Cut-Up, Literaturtheorie, Rolf Dieter Brinkmann, Subversion, Literaturdebatten 1968, Kritische Theorie, Kulturindustrie, Rohstoff, Schreibtechnik, Gegenkultur, Medienreflexion, Autorenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Werk von Jörg Fauser im Licht der Popliteratur und analysiert, wie Fauser durch eigene Schreibweisen und Medientechniken eine kritische Distanz zur tradierten Hochkultur und zur zeitgenössischen Populärkultur aufbaut.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Pop und Literatur, die Auswirkungen der Postmoderne auf das Schreiben, die Funktion von Literatur in der Gesellschaft sowie die Analyse spezifischer literarischer Techniken wie dem Cut-Up.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jörg Fauser durch eine spezifische "neue Literatur" gesellschaftliche Machtapparate und deren Diktat in der Sprache subversiv unterwandert und dabei eigene, authentische Lesarten jenseits der Hochkultur anbietet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt kulturwissenschaftliche Ansätze, Literaturdebatten der 1960er Jahre sowie eine textnahe Analyse von Fausers Frühwerk, Lyrik und seinem Roman Rohstoff vor dem Hintergrund einschlägiger Literaturtheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Pop, Postmoderne, Literaturdebatten) und die praktische Analyse von Fausers Werken, von der frühen experimentellen Cut-Up-Prosa über die Lyrik bis hin zur linearen Prosa in Rohstoff.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jörg Fauser, Popliteratur, Subversion, Cut-Up, Literaturkritik und Postmoderne charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Fausers Ansatz von dem anderer zeitgenössischer Autoren?

Im Gegensatz zu vielen heutigen Pop-Autoren, die oft bei einer rein nostalgischen oder affirmativen Darstellung stehen bleiben, nutzt Fauser popkulturelle Elemente stets als Ausgangspunkt für eine scharfe Kritik und als Möglichkeit, herrschende Strukturen und Ideologien durch eine radikale, experimentelle Schreibweise zu dekonstruieren.

Welche Bedeutung kommt dem Roman "Rohstoff" in der Arbeit zu?

Rohstoff dient als Schlüsseltext, in dem Fauser seine Erfahrungen als Schriftsteller, seine Kritik an der 68er-Bewegung und seine Auseinandersetzung mit der Literaturwelt autobiographisch reflektiert und damit ein Manifest einer neuen Literaturgarde schafft.

Excerpt out of 158 pages  - scroll top

Details

Title
Popliterarische Schreibweisen im Werk Jörg Fausers
Subtitle
Kritik am traditionalistischen Literaturverständnis
College
University of Lüneburg
Grade
1,5
Author
Andreas Bock (Author)
Publication Year
2007
Pages
158
Catalog Number
V136459
ISBN (eBook)
9783640438280
ISBN (Book)
9783640438501
Language
German
Tags
Popliterarische Schreibweisen Werk Jörg Fausers Kritik Literaturverständnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Bock (Author), 2007, Popliterarische Schreibweisen im Werk Jörg Fausers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136459
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