Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Einsätzen der japanischen Selbstverteidungsstreitkräfte von einen Two-Level Game beeinflusst werden.
Das Two-Level nach Putman geht davon aus, das außenpolitische Absprachen auf zwei Ebenen satt finden. Die erste Ebene sind die Verhandlungen zwischen Staaten. Die zweite Ebene sind die inneren Einflüsse, die sich auf die Außenpoltik eines Landes einwirken.
Diese Hausarbeit geht von folgenden Hypothesen aus:
1.Es bestehen in Japan starke antimilitärische Tendenzen in der Bevölkerung, die so stark sind, dass sie die Politik berücksichtigen muss.
2.Von Seiten des Bündnispartners USA und von Seiten der UNO wird auf Japan starker Druck ausgeübt, so dass Japan sich zu einer Militarisierung und zu dem Einsatz des Militärs außerhalb der Grenzen Japans genötigt fühlt.
3.Die Nachbarn in der Region fühlen sich durch die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte bedroht, wo durch sich Japan wiederum gezwungen sieht, sich militärisch zurück zu halten.
4.Bei der Betrachtung von 1. - 3. fällt auf, das mein Entwurf einen Two-Level-Game ähnelt. Die Theorie des Two-Level-Game soll auch deshalb in dieser Seminararbeit benutzt werden. Dabei wird die liberalistische Theorie von Moravcsik mit einbezogen, da diese auf den Einfluss der öffentlichen Meinung, der Medien und der Interessengruppen eingeht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Arbeitsweise:
1.2 Literatur:
2 Geschichte der Selbstverteidigungsstreitkräfte
2.1 1999 – 2004:
3 Die Wissenschaftliche Debatte um die Selbstverteidigungsstreitkräfte
3.1 Neorealismus und ähnliche Theorien:
3.2 Konstruktivistische Erklärungen:
3.3 Liberalistische Zugänge:
3.3.1 Die Theorie von Japan als reaktiven Staat:
3.3.2 Two-Level Game:
3.3.3 Liberalismus nach Moravcsik:
3.4 Mein eigener Ansatz:
4 Werden die Selbstverteidigungsstreitkräfte durch ein Two-Level Game gesteuert?
4.1 Die Position der Japanischen Bevölkerung:
4.2 Positionen der UNO und der USA:
4.2.1 USA:
4.2.2 UNO:
4.3 Position in Ostasien:
4.4 Das Two-Level Game:
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse:
5.2 Kritik und offene Fragen:
6 Quellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Einsätze der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) vor dem Hintergrund der Theorie des "Two-Level Game", um zu verstehen, wie innenpolitischer Druck und externe sicherheitspolitische Anforderungen das militärische Handeln Japans bestimmen.
- Analyse der historischen Entwicklung der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen japanischer Innenpolitik und internationalen Erwartungen.
- Anwendung des Two-Level-Game-Ansatzes zur Erklärung der japanischen Sicherheitspolitik.
- Evaluierung der Rolle von Akteuren wie den USA, der UNO und regionalen Nachbarn.
- Diskussion über den Wandel Japans zu einer Interventionsmacht bei gleichzeitiger militärischer Zurückhaltung.
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Two-Level Game:
Da die Two-Level-Game Analyse nach Putnam angewandt werden soll, wenn sich die Hypothesen von 1 bis 3 bestätigen, wird diese Theorie jetzt kurz vorgestellt. Putman geht davon aus, dass Innenpolitik und Internationale Beziehungen mit einander verschränkt sind: „Domestic Politics and international relations are often somewhat entangled.“ (S. 269) Die Theorie sieht, dass die Abstimmung der Außenpolitik eines Landes auf zwei Ebenen statt findet, auf der Ebene der Verhandlung zwischen internationalen Akteuren einerseits und auf der Ebene der Abstimmung der nationalen Interessen mit den endogenen Akteuren anderseits.
Für die Änderung der nationalen Interessen stimmen sich nach Putnam Beispielsweise folgende Akteure ab: Poltische Koalitionen, die für die Findung einer Mehrheit für die Änderung der Politik notwendig sind. Die genaue Zusammensetzung der bestimmenden endogenen Akteure hängt von jeweiligen politischen System ab. Die Änderung der Außenpolitik kann dann erfolgen, wenn zwischen den exogenen Akteuren und innenpolitischen Akteuren gemeinsame Interessen bestehen. Diese gemeinsamen Interessen nennt Putnam Winset.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der SDF-Entwicklung und Formulierung der leitenden Hypothesen sowie der methodischen Vorgehensweise.
2 Geschichte der Selbstverteidigungsstreitkräfte: Historischer Überblick über die Entwicklung der SDF von 1945 bis 2004, unterteilt in verschiedene politische Phasen.
3 Die Wissenschaftliche Debatte um die Selbstverteidigungsstreitkräfte: Darstellung theoretischer Ansätze (Realismus, Konstruktivismus, Liberalismus) und theoretische Positionierung des Autors.
4 Werden die Selbstverteidigungsstreitkräfte durch ein Two-Level Game gesteuert?: Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand der Akteurskonstellationen und Anwendung des Two-Level-Game-Modells.
5 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Reflexion der theoretischen Erklärungsfähigkeit sowie Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
6 Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen für die Seminararbeit.
Schlüsselwörter
Japan, Selbstverteidigungsstreitkräfte, SDF, Two-Level Game, Außenpolitik, Innenpolitik, Sicherheitspolitik, Artikel IX, USA, UNO, Interventionsmacht, Antimilitarismus, Liberalismus, Internationale Beziehungen, Rüstungspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Einsätze der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und deren zunehmende Aktivität im Ausland unter Berücksichtigung theoretischer Modelle der internationalen Beziehungen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die japanische Sicherheitspolitik, der Einfluss innenpolitischer Akteure und das Spannungsfeld zwischen militärischer Zurückhaltung und externem Erwartungsdruck.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, das Handeln der japanischen Regierung im Bereich der Streitkräfte mit dem "Two-Level Game"-Ansatz nach Putnam zu erklären und zu prüfen, ob dies das Verhalten Japans hinreichend begründet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine hypothesengeleitete Untersuchung durchgeführt, die verschiedene politikwissenschaftliche Theorien (Realismus, Konstruktivismus, Liberalismus) prüft und das Two-Level-Game-Modell als Analyseinstrument anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Grundlagen, die theoretische Debatte, die Positionen verschiedener Akteure (Bevölkerung, USA, UNO, Nachbarstaaten) und die konkrete Anwendung des Two-Level-Game-Modells diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Japan, SDF, Two-Level Game, Sicherheitspolitik, Außenpolitik und internationale Interdependenz geprägt.
Wie unterscheidet sich die Theorie nach Moravcsik vom Two-Level Game nach Putnam?
Während Putnam sich auf die Verschränkung von Innen- und Außenpolitik durch "Winsets" konzentriert, betont Moravcsik den liberalen Ansatz, dass Außenpolitik primär ein Reflex der Interessen von sozialen Akteuren wie Medien und Interessengruppen ist.
Warum hält Japan an einer militärischen Zurückhaltung fest?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sowohl der starke antimilitärische Konsens in der eigenen Bevölkerung als auch die diplomatische Rücksichtnahme auf die historische Skepsis der ostasiatischen Nachbarn zu einer fortdauernden Zurückhaltung führen.
Welche Rolle spielen die USA in Japans Sicherheitspolitik laut dem Autor?
Die USA fungieren als externer Akteur, der Japan einerseits zu mehr militärischer Lastenteilung drängt, andererseits aber eine eigenständige japanische "Revision" zur militärischen Großmacht durch feste Bündnisstrukturen kontrollieren will.
- Quote paper
- Kay Milbert (Author), 2008, Werden die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte durch ein Two-Level Game gesteuert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136504