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Die Formen des Sprecherwechsels. Eine qualitative Untersuchung des "turn-taking" anhand diverser Gesprächsausschnitte aus Fernseh-Talkshows

Title: Die Formen des Sprecherwechsels. Eine qualitative Untersuchung des "turn-taking" anhand diverser Gesprächsausschnitte aus Fernseh-Talkshows

Term Paper , 2020 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lara Saalmann (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Zuallererst wird der Sprecherwechsel genauer beleuchtet: Er wird definiert und anschließend in den Kontext der (ethnomethodologischen) Konversationsanalyse gesetzt. Ferner beschäftigt sich die Arbeit mit den kooperativen Prozessen beim Sprecherwechsel sowie mit den turn-taking-Regeln. Danach werden die verschiedenen Typen des Sprecherwechsels erläutert: Dieser kann grob in Fremd- und Selbstwahl unterteilt werden, wobei es jeweils noch unterschiedliche Unterarten gibt. Bei der Fremdwahl unterscheidet man zwischen dem expliziten (namentliche Anrede) und impliziten (nonverbale Übergabe) turn-taking sowie dem Wechsel durch Paarsequenzen. Die Selbstwahl lässt sich in die glatten Sprecherwechsel ohne oder mit Überlappung und die Unterbrechungen ohne oder mit Überlappung gliedern. Außerdem werden zum Ende der Hausarbeit zwei erfolglose Unterbrechungsversuche untersucht.

Wenn man „kostbare[s] Gut“ (Schmitt 2005) liest, denken viele wahrscheinlich zuerst an Geld, teuren Schmuck, wertvolle Autos oder ähnliches. Aber niemand wird vermutlich an das denken, was Reinhold Schmitt als „kostbare[s] Gut“ (ebd.) bezeichnet: Das Rederecht. Denn nur wer das Rederecht hat, kann seine Gedanken, seine Meinung, sein Anliegen etc. aussprechen und anderen mitteilen. Entweder erhält man es in Kooperation oder in Konkurrenz mit den anderen Gesprächsteilnehmern. Wenn erst Sprecher A, dann aber Sprecher B das Rederecht hat, ist ein Sprecherwechsel (engl.: turn-taking) erfolgt. Auf welche unterschiedliche Art und Weise dieser vollzogen werden kann, wird in der vorliegenden Arbeit behandelt.

Jede Form des Sprecherwechsels wird jeweils in eigenen Kapiteln anhand von Beispielen in Form von Transkriptionen diverser Gesprächsausschnitte aus drei verschiedenen Talkshows analysiert. Die Transkriptionen wurden selbst nach GAT 2 erstellt. Dabei werden nicht nur verbale, sondern auch para- und non-verbale Methoden und Verhaltensweisen der Gesprächsteilnehmer untersucht. Diese sollen Aufschluss darüber geben, auf welche Art und Weise die Beteiligten den Sprecherwechsel initiieren, das Rederecht an sich binden oder einem anderen das Rederecht übergeben.

Excerpt


1. Einleitung

2. Der Sprecherwechsel

2.1. Fremdwahl

2.1.1. Übergabe durch namentliche Anrede (explizit)

2.1.2. Nonverbale Übergabe (implizit)

2.1.3. Paarsequenz

2.2. Selbstwahl

2.2.1. Glatter Wechsel ohne Überlappung

2.2.2. Glatter Wechsel mit Überlappung

2.2.3. Unterbrechung ohne Überlappung

2.2.4. Unterbrechung mit Überlappung

2.3. Erfolglose Unterbrechungsversuche

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Formen und Mechanismen des Sprecherwechsels (Turn-Taking) in institutionellen face-to-face Mehrparteien-Konversationen, konkret anhand von Transkriptionsanalysen aus aktuellen Fernseh-Talkshows. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gesprächsteilnehmer verbal, paraverbal und nonverbal das Rederecht initiieren, sichern oder an andere übergeben.

  • Grundlagen der (ethnomethodologischen) Konversationsanalyse
  • Mechanismen des Fremdwahl- und Selbstwahl-Systems
  • Multimodale Analyse von Sprecherwechseln (Mimik, Gestik, Stimmführung)
  • Unterscheidung zwischen kooperativen und konkurrierenden Gesprächsverläufen
  • Analyse von Unterbrechungsversuchen und Interventionsstrategien

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Übergabe durch namentliche Anrede (explizit)

Die namentliche Adressierung einer Person ist die expliziteste Art der Fremdwahl. Diese kann sowohl durch eine/n Moderator/in als auch durch Diskussionsteilnehmer/innen in einer Talkshow erfolgen (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 2004, S. 301). Im Folgenden Ausschnitt der Talkshow „Anne Will“ vom 12.11.2017 im Ersten mit dem Thema „Die Sexismus-Debatte“ wird ein Sprecherwechsel durch explizite namentliche Anrede deutlich:

Beispiel 1: Anne Will vom 12.11.2017 – Die Sexismus-Debatte ((19:56:47-20:14:90))

01 GB: aber es ↑`GIBT eine GRO:ße ZAhl von (.) MENschen die be-trOffen sind durch alltAgssexismus;=

02 =und das müssen wir ein[fach (.) zur KENtniss nehm, ]

03 VP: [aber is dAs nicht auch eine,]

04 GB: und ich WUNdere mich, (.)

05 dass die dis[kussion immer so AUF](.)bricht-

06 [((jeman räuspert sich))]

07 GB: und dann wieder [AB]ebbt.

08 [hm]

09 AW: hm_[hm ]

10 GB: [die] muss KONtinuierlich geführt wer[den.]

11 US: [ja ]

→ 12 AW: frAU pooth.

13 US: ge[nau.]

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Rederecht als bedeutsames Gut und beschreibt die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise anhand von Talkshow-Transkriptionen nach GAT 2.

2. Der Sprecherwechsel: Dieses Kapitel definiert das Turn-Taking vor dem Hintergrund der Konversationsanalyse und erläutert essentielle Konzepte wie übergangsrelevante Stellen (TRP) und Turnkonstruktionseinheiten (TCU).

2.1. Fremdwahl: Hier werden Verfahrensweisen behandelt, bei denen der aktuelle Sprecher den nächsten bestimmt, unterteilt in explizite namentliche Anrede, nonverbale Signale und Paarsequenzen.

2.2. Selbstwahl: Das Kapitel befasst sich mit der aktiven Eigenwahl des nächsten Redezugs durch die Teilnehmer, wobei glatte Wechsel, Wechsel mit Überlappung und diverse Unterbrechungsformen analysiert werden.

2.3. Erfolglose Unterbrechungsversuche: Dieses Kapitel untersucht Situationen, in denen Interventionsversuche scheitern, weil sich der aktuell Sprechende nicht unterbrechen lässt.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von multimodalen Kommunikationsmitteln sowie des Rederechts als umkämpftes Gut in hitzigen Diskussionen.

Schlüsselwörter

Sprecherwechsel, Turn-Taking, Konversationsanalyse, Talkshow, Rederecht, Fremdwahl, Selbstwahl, Unterbrechung, Überlappung, GAT 2, Paarsequenz, Multimodalität, verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie in Fernseh-Talkshows das Rederecht zwischen den Gesprächsteilnehmern verteilt und koordiniert wird.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder liegen in der Konversationsanalyse, speziell den Techniken und Strategien des Sprecherwechsels sowie dem Einfluss von verbaler, paraverbaler und nonverbaler Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die systematische Kategorisierung und Analyse verschiedener Sprecherwechsel-Typen anhand konkreter Gesprächsausschnitte aus verschiedenen Talkshow-Formaten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin stützt sich auf die (ethnomethodologische) Konversationsanalyse und verwendet Transkriptionen nach GAT 2 zur multimedialen Untersuchung von Ton- und Bildaufnahmen.

Was genau behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in Fremdwahl-Strategien, Selbstwahl-Modelle, Unterbrechungstechniken und die Analyse von gescheiterten Interventionsversuchen in hitzigen Debatten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die wichtigsten Aspekte sind hierbei Sprecherwechsel, Turn-Taking, Fremdwahl, Selbstwahl, Paarsequenzen sowie die multimodale Analyse mittels Mimik und Gestik.

Wie unterscheiden sich Fremdwahl und Selbstwahl in einer Talkshow?

Bei der Fremdwahl bestimmt der aktuelle Sprecher (z. B. der Moderator) den nächsten Diskutanten explizit oder implizit, während sich der Teilnehmer bei der Selbstwahl selbst aktiv das Rederecht nimmt.

Welche Rolle spielt die Mimik und Gestik beim Sprecherwechsel?

Nicht-verbale Signale wie Zeigegesten, Blickkontakt oder der Augenaufschlag dienen oft als ergänzende oder primäre Indikatoren für übergangsrelevante Stellen, an denen ein Wechsel stattfinden kann.

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Details

Title
Die Formen des Sprecherwechsels. Eine qualitative Untersuchung des "turn-taking" anhand diverser Gesprächsausschnitte aus Fernseh-Talkshows
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Course
Sprachvariation
Grade
1,0
Author
Lara Saalmann (Author)
Publication Year
2020
Pages
31
Catalog Number
V1365994
ISBN (PDF)
9783346893277
ISBN (Book)
9783346893284
Language
German
Tags
Sprecherwechsel turn-taking turn taking qualitativ qualitative Untersuchung Analyse qualitative Analyse Talkshow Talkshows Fernsehen TV Fernseh-Tankshows Markus Lanz Anne Will Transkription Transkripte Gesprächsforschung Gesprächsanalyse Sprachwissenschaft Germanistik Deutsch Linguistik Sprachvariation Körpersprache Interaktion Sprachliche Interaktion Fremdwahl Selbstwahl Paarsequenz Nonverbal Verbal Überlappung Unterbrechung Wechsel Rederecht Reden Sprechen Konversation Konversationsanalyse Harney Sacks Emanuel Schegloff Gail Jefferson GAT 2 paraverbal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lara Saalmann (Author), 2020, Die Formen des Sprecherwechsels. Eine qualitative Untersuchung des "turn-taking" anhand diverser Gesprächsausschnitte aus Fernseh-Talkshows, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1365994
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