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Kennzahlen und Erfolgsfaktoren bei der Bewertung von Fördermittelanträgen von Kleinst- und Kleinunternehmen durch die kommunale Wirtschaftsförderung

Anhand der KU-Beihilferichtlinie der Stadt Leipzig "Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2014 - 2020"

Título: Kennzahlen und Erfolgsfaktoren bei der Bewertung von Fördermittelanträgen von Kleinst- und Kleinunternehmen durch die kommunale Wirtschaftsförderung

Tesis (Bachelor) , 2023 , 64 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Nina Riwl (Autor)

Economía de las empresas - Otros
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Was sind die wesentlichen formellen und inhaltlichen Voraussetzungen, die ein KU erfüllen muss, um erfolgreich einen Fördermittelantrag aus einem Europäischen Regionalbeihilfe-Programm bei einer kommunalen Wirtschaftsförderung zu stellen?
Sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Erfolgsfaktoren für eine Bewilligungsbehörde geeignet, um eine nachvollziehbare Bewertung der Förderwürdigkeit eines KU-Vorhabens, welches Erweiterungsinvestitionen im Bestand plant, durchführen zu können?

Viele der Mitarbeitenden der kommunalen Wirtschaftsförderungseinrichtungen haben mit den Themen Unternehmensfinanzierung und Unternehmensförderung zu tun. Ob es sich dabei um das Auffinden von Fördermitteln oder das Erstellen eines Businessplans für einen Existenzgründer handelt usw., die Kenntnis der damit verbundenen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten von Unternehmen stellt eines ihrer wesentlichen Aufgaben dar.

Wenn ein Unternehmen Fördermittel bei einer Behörde beantragen möchte, muss es entsprechende aussagefähige Unterlagen zum Vorhaben und zu dessen Finanzierung vorlegen. Die einzureichenden Unterlagen werden in der Regel durch die zugrundeliegende Förderrichtlinie vorgegeben. Maßgeblich zur Beurteilung der Förderfähigkeit eines Vorhabens ist die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Antragsbewilligung. Infolgedessen sieht sich die Prüfbehörde in der Situation, innerhalb einer für sie zumeist beschränkten Zeitspanne und anhand der ihnen vorliegenden Unterlagen die Erfolgsaussichten des geplanten Vorhabens richtig einzuschätzen.

Die Relevanz des Themas ergibt sich aus den Konsequenzen für ein Unternehmen, wenn nach Durchführung des bewilligten Fördervorhabens der Förderzweck nicht bzw. nicht vollständig erreicht wird. Dieser Fall läge zum Beispiel vor, wenn anteilig mitgeförderte Arbeitsplätze nach Auszahlung von Fördermitteln weggefallen sind. Das kann bei dem geförderten Unternehmen zu erheblichen finanziellen Problemen führen: Es steht ihm ein zumeist aufwendiger behördlicher Verfahrensprozess bevor und ggf. wird eine teilweise oder sogar vollständige Rückzahlung der bereits ausgezahlten Zuschüsse gemäß §§ 48 oder 49 VwVfG angeordnet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problembeschreibung und Motivation

1.2 Die Forschungsfragen

1.3 Methodisches Vorgehen

2 Die kommunale Wirtschaftsförderung als fördermittelgebende Behörde

2.1 Begriff und Funktion der kommunalen Wirtschaftsförderung

2.2 Die kommunale Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig

3 Das Förderprogramm EFRE – Nachhaltige Stadtentwicklung 2014 – 2020 des Freistaates Sachsen

3.1 Die Europäische Union und der Strukturfonds EFRE

3.2 Das Förderprogramm „EFRE – Nachhaltige Stadtentwicklung 2014 – 2020“ für den Leipziger Westen und Osten

3.3 Die KMU-Definition nach Empfehlungen der Europäischen Kommission

3.3.1 eigenständiges Unternehmen

3.3.2 Partnerunternehmen

3.3.3 Verbundene Unternehmen

3.4 Die Beihilfen im Sinne des Artikel 107 AEUV

3.5 Besonderheiten in Struktur und Typik von KU´s

4 Die EFRE-Förderrichtlinie der Stadt Leipzig

4.1 Zuwendungsempfänger

4.2 Zuwendungszweck

4.3 Art, Umfang und Höhe der Förderung

5 Das Bewilligungsverfahren für EFRE-KU-Beihilfe im Leipziger Westen und Leipziger Osten

5.1 Die Würdigung der asymmetrischen Informationen im Antragsverfahren

5.1.1 Der neoklassische Ansatz

5.1.2 Die Theorie der Neuen Institutionenökonomik und ihre Lösungsansätze

5.2 Informationsasymmetrie in der Antragsphase

5.3 Informationsasymmetrie nach dem Erstellen des Bewilligungsbescheides

5.4. Lösungsmöglichkeiten mit der Agent-Prinzipal-Theorie

5.4.1 Agent-Prinzipal-Lösungen in der Antragsphase

5.4.2 Agent-Prinzipal-Lösungen nach Erteilung des Bewilligungsbescheides

6 Kennzahlen und Erfolgsfaktoren für die Bewertung von Fördermittelanträgen

6.1 Die Notwendigkeit der Ermittlung von Kennzahlen und Erfolgsfaktoren bei Fördermittelanträgen

6.2 Grundlagen – Finanzierung

6.3 Gesamtkapitalrentabilität

6.4 Liquidität 2. Grades

6.5 Interner und externer Gebrauch von Kennzahlen

6.6 Zusammenfassung Gesamtrentabilität und Liquidität

6.7 Sicherheit

6.8 Unabhängigkeit

7 Erfolgsfaktoren

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Bachelor-Thesis ist es, die formellen und inhaltlichen Kriterien für die Bewertung von Fördermittelanträgen für Kleinst- und Kleinunternehmen (KU) im Rahmen des EFRE-Förderprogramms der Stadt Leipzig zu analysieren und zu bewerten, inwiefern betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Erfolgsfaktoren als Entscheidungsgrundlage für eine Bewilligungsbehörde dienen können.

  • Analyse der Vergabepraxis von Fördermitteln für Kleinst- und Kleinunternehmen.
  • Untersuchung von Informationsasymmetrien zwischen Antragsteller und Behörde mittels Agent-Prinzipal-Theorie.
  • Evaluierung von Kennzahlen wie Gesamtkapitalrentabilität und Liquidität 2. Grades zur Risikominimierung.
  • Identifikation relevanter Erfolgsfaktoren für die Beurteilung der Förderwürdigkeit.

Auszug aus dem Buch

Die Würdigung der asymmetrischen Informationen im Antragsverfahren

Nach Einreichung der Antragsunterlagen für eine Unternehmensförderung sehen sich die prüfenden Behörden in einer Situation, in der sie möglichst effizient und effektiv die Anträge zu bearbeiten und rechtssichere Förderentscheidungen zu treffen haben.

Hinzu kommt, dass die Antrag stellenden KU´s grundsätzlich besser über die tatsächlichen Umstände, also über ihre eigene wirtschaftliche Situation und über die angestrebte Verwendung der Finanzmittel, informiert sind als die fördermittelgebende Behörde und dies strategisch zum eigenen Vorteil nutzen können (Spremann, 1990, S. 562 sowie Richter & Wiegard, 1993, S. 182). Das wird als asymmetrische Information bezeichnet.

Bekannt und anerkannt sind u. a. Informationsasymmetrien zwischen Kreditgebern und -nehmern oder Private Equity-Gebern und potenziellen Investitionsunternehmen (vgl. u. a.: Metzger et al., 2010, S. 43-44 und 52). Bei der Einwerbung von Fördermitteln geht es gleichermaßen um das Einwerben von finanziellen Mitteln für das jeweilige Unternehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass KMU bei der Beantragung von Fördermitteln Informationsvorteile gegenüber Behörden haben, was eine adäquate Risikoeinschätzung der Behörden erschwert.

2 Die kommunale Wirtschaftsförderung als fördermittelgebende Behörde: Hier werden die Rolle und Funktion kommunaler Wirtschaftsförderung sowie ihre Transformation von klassischen Standortfaktoren hin zum Servicegedanken beleuchtet.

3 Das Förderprogramm EFRE – Nachhaltige Stadtentwicklung 2014 – 2020 des Freistaates Sachsen: Das Kapitel erläutert die Einbettung des EFRE-Programms in die EU-Regionalpolitik und die spezifischen Ziele für Stadtgebiete.

4 Die EFRE-Förderrichtlinie der Stadt Leipzig: Detaillierte Darstellung der administrativen Rahmenbedingungen, Ziele und Zielgruppen dieser spezifischen Förderrichtlinie.

5 Das Bewilligungsverfahren für EFRE-KU-Beihilfe im Leipziger Westen und Leipziger Osten: Analyse der Antragsphase und der anschließenden Bewilligung unter theoretischer Betrachtung der Prinzipal-Agent-Problematik.

6 Kennzahlen und Erfolgsfaktoren für die Bewertung von Fördermittelanträgen: Untersuchung der Eignung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen (Rentabilität, Liquidität) als Steuerungs- und Kontrollinstrumente.

7 Erfolgsfaktoren: Diskussion der nicht-finanziellen Bewertungskriterien und ihrer Bedeutung für die Erreichung der Förderziele.

8 Fazit: Das Resümee fasst zusammen, dass Kennzahlen eine wertvolle Unterstützung darstellen, jedoch aufgrund der Heterogenität der Kleinstunternehmen keine universal anwendbare Lösung bieten.

Schlüsselwörter

EFRE, Wirtschaftsförderung, Kleinstunternehmen, KMU, Informationsasymmetrie, Agent-Prinzipal-Theorie, Fördermittelbewertung, Unternehmensfinanzierung, Gesamtkapitalrentabilität, Liquidität 2. Grades, Stadtentwicklung, Förderrichtlinie, Investitionsbeihilfe, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Förderbehörden die Förderwürdigkeit von Kleinst- und Kleinunternehmen im Kontext von EFRE-Mitteln bewerten können, ohne dabei einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko ausgesetzt zu sein.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die kommunale Wirtschaftsförderung, das EFRE-Förderprogramm, die KMU-Definition, die ökonomische Theorie der Informationsasymmetrien sowie betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, Kriterien herauszuarbeiten, die einer Bewilligungsbehörde helfen, die Förderwürdigkeit von Investitionsvorhaben besser einzuschätzen und das Risiko der Zweckentfremdung zu minimieren.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Prinzipal-Agent-Theorie sowie auf einer praxisnahen Analyse der Förderrichtlinie der Stadt Leipzig zur Vergabe von Investitionsbeihilfen.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil analysiert das Antrags- und Bewilligungsverfahren, diskutiert Probleme durch Informationsasymmetrien (Hidden Characteristics, Hidden Action) und bewertet Kennzahlen wie Liquidität und Rentabilität auf ihre Eignung in der Praxis.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Schlüsselwörter sind u.a. EFRE, Informationsasymmetrie, KMU-Definition, Investitionsbeihilfe und finanzwirtschaftliche Kennzahlen.

Warum ist die Prinzipal-Agent-Theorie für die Beihilfevergabe relevant?

Sie erklärt, warum ein Informationsgefälle zwischen der Behörde (Prinzipal) und dem Unternehmen (Agent) besteht und wie der Agent durch Insiderwissen oder opportunistisches Handeln finanzielle Mittel gefährden kann.

Was sind die größten Herausforderungen für Behörden bei der Kennzahlenanalyse von Kleinstunternehmen?

Die größte Hürde liegt in der Heterogenität der Daten, da viele Kleinstunternehmen nicht bilanzierungspflichtig sind, was eine standardisierte und vergleichbare Analyse der wirtschaftlichen Lage erheblich erschwert.

Ist eine Kennzahlenanalyse bei Kleinstunternehmen immer zielführend?

Nein, aufgrund der hohen bürokratischen Belastung und teils fehlender oder ungeeigneter Datenbasis (wie bei Einnahmen-Ausgaben-Übersichten) ist sie nicht für jedes Kleinstunternehmen in gleicher Weise anwendbar.

Final del extracto de 64 páginas  - subir

Detalles

Título
Kennzahlen und Erfolgsfaktoren bei der Bewertung von Fördermittelanträgen von Kleinst- und Kleinunternehmen durch die kommunale Wirtschaftsförderung
Subtítulo
Anhand der KU-Beihilferichtlinie der Stadt Leipzig "Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2014 - 2020"
Universidad
University of Technology, Business and Design Wismar  (Wirtschaftswissenschaften)
Calificación
2,0
Autor
Nina Riwl (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
64
No. de catálogo
V1366030
ISBN (PDF)
9783346893116
ISBN (Libro)
9783346893123
Idioma
Alemán
Etiqueta
Fördermittel Kleinst- und Kleinunternehmen kommunale Wirtschaftsförderung KU-Beihilferichtlinie Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2014 - 2020 Informationsasymmetrie Kennzahlen Erfolgsfaktoren
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nina Riwl (Autor), 2023, Kennzahlen und Erfolgsfaktoren bei der Bewertung von Fördermittelanträgen von Kleinst- und Kleinunternehmen durch die kommunale Wirtschaftsförderung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1366030
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