1896 fanden erstmalig die sogenannten neuen Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Hintergrundgedanke war hier vom Initiator Pierre de Coubertin, mit der sportlichen Betätigung das demokratische Verhalten zu schulen. Es galt im Miteinander sowie im Gegeneinander Stärke zu zeigen und im fairen Wettkampf sich seiner selbst zu beweisen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ebenso von Pierre de Coubertin hierfür die „Olympische Idee“ formuliert, welche das Bildungsideal des Sportes widerspiegelt.
Höher, schneller, weiter – das ist nun die Devise und das Ideal vom gesunden, verantwortungsbewussten Athleten vergessen. Um hier weiterhin mithalten zu können, muss man tatsächlich der sportlichen Elite angehören. So kam es zur Entwicklung, dass immer mehr Sportler und auch Trainer Dopingmittel als optimales Mittel sahen, mehr Stellungssicherheit zu schaffen und dem Leistungsdruck gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Doping im Sport
1.1. Sportidiologie (Die Olympische Idee)
1.2. Problematik: Doping
2. Lösungsansätze gegen Doping im Sport
3. Lösungsansatz: Das Anti-Doping-Gesetz
4. Fazit
5. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des Dopings im modernen Sport und evaluiert die Eignung eines staatlichen Anti-Doping-Gesetzes als Lösungsansatz im Vergleich zu rein verbandlichen Steuerungsmaßnahmen.
- Die Entwicklung des Dopings vor dem Hintergrund der ursprünglichen Olympischen Idee
- Die Transformation des Sports zu einer kommerzialisierten Massenbewegung und die damit verbundenen Leistungsanreize
- Kritische Analyse der bisherigen Maßnahmen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
- Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen einer strafrechtlichen Verfolgung von Doping
- Die juristische Einordnung von Doping als Betrugsversuch analog zum § 263 StGB
Auszug aus dem Buch
1.2. Problematik: Doping
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der nun globalisierte Sport zu einer Massenbewegung. Doch wuchs hierbei nicht nur die Anzahl der Sportler, sondern auch demzufolge der Konkurrenz.
Der Wettkampfgedanke und das Streben nach mehr Leistung bekam und bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Durch dieses enorme gesellschaftliche Interesse und dem somit steigenden finanziell lohnendem Aspekt des Sportes, traten die Gedanken von Teamgeist, Fairplay und Verantwortung in den Hintergrund. Dieser Trend entwickelt sich bis heute fort und die damaligen Werte verschwimmen. Die Olympische Idee scheint schrittweise zu verblassen und der Sport entwickelte sich primär zum Wirtschaftsfaktor.
Höher, schneller, weiter – das ist nun die Devise und das Ideal vom gesunden, verantwortungsbewussten Athleten vergessen. Um hier weiterhin mithalten zu können, muss man tatsächlich der sportlichen Elite angehören. So kam es zur Entwicklung, dass immer mehr Sportler und auch Trainer Dopingmittel als optimales Mittel sahen, mehr Stellungssicherheit zu schaffen und dem Leistungsdruck gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Doping im Sport: Dieses Kapitel erörtert die historische Vision des Sports durch die Olympische Idee und kontrastiert diese mit der heutigen Problematik des Dopings, welches aus einem wachsenden wirtschaftlichen Druck resultiert.
2. Lösungsansätze gegen Doping im Sport: Es folgt eine Darstellung der bisherigen Maßnahmen des DOSB, insbesondere anhand des „Anti-Doping-Aktionsplans“, welcher primär auf sportgerichtliche Sanktionen setzt.
3. Lösungsansatz: Das Anti-Doping-Gesetz: Dieses Kapitel prüft die Notwendigkeit und die rechtlichen Herausforderungen bei der Einführung eines staatlichen Strafgesetzes, das Doping als Betrugsdelikt einstuft.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass eine strafrechtliche Verankerung als Betrugsversuch zwar einschneidende strukturelle Veränderungen erfordert, jedoch die effektivste Methode darstellen könnte, um den Druck auf dopende Sportler nachhaltig zu erhöhen.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text herangezogene und referenzierte Quellen, Gesetze und weiterführende Literaturen aufgeführt.
Schlüsselwörter
Doping, Anti-Doping-Gesetz, Sportautonomie, Olympische Idee, Leistungsdruck, Wettkampfsport, Strafrecht, § 263 StGB, Betrugsdelikt, staatliche Intervention, NADA, DOSB, Sportethik, Sanktionierung, Breitensport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie im Hochleistungssport gegen Doping vorgegangen werden kann und ob ein spezielles staatliches Strafgesetz eine notwendige Ergänzung zu den bisherigen sportverbandsinternen Regelungen darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der sportlichen Werte, dem wachsenden Leistungs- und Wirtschaftsdruck im Sport sowie der juristischen Herausforderung, Dopingstraftaten wirksam zu verfolgen.
Welches übergeordnete Ziel verfolgt der Autor?
Das primäre Ziel ist es, die Effektivität eines Anti-Doping-Gesetzes zu analysieren und zu hinterfragen, ob die Einstufung von Doping als Betrugsdelikt den fairen Wettbewerb besser schützen kann.
Welche methodische Vorgehensweise liegt dem Text zugrunde?
Der Autor führt eine theoretische Auseinandersetzung mit der Sportethik und eine Analyse geltender sowie diskutierter rechtlicher Rahmenbedingungen durch, ergänzt um die Auswertung von verbandsseitigen Maßnahmenkatalogen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft betrachtet?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Olympischen Idee, die Analyse des DOSB-Maßnahmenkatalogs sowie die komplexe Diskussion über die Vereinbarkeit von staatlichem Strafrecht und Sportautonomie.
Welche Begriffe sind für die Arbeit besonders prägend?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Sportautonomie, Betrugsversuch (§ 263 StGB), der "Anti-Doping-Aktionsplan" und die ethische Komponente der sportlichen Chancengleichheit.
Wird im Dokument auf eine mögliche "Besitzstrafbarkeit" eingegangen?
Ja, der Autor thematisiert, dass sportinterne Sanktionen bisher bewusst auf eine "Besitzstrafbarkeit" verzichten, um die spezifische "Strict liability"-Logik der Sportgerichtsbarkeit zu wahren, während eine staatliche Gesetzgebung diese Aspekte neu bewerten müsste.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die strafrechtliche Verfolgung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein strafrechtlicher Eingriff zwar das Risiko eines tiefen gesellschaftlichen und sportlichen Umbruchs birgt, jedoch die einzige realistische Chance bietet, den Verfolgungsdruck so weit zu erhöhen, dass der Anreiz zum Dopen entfällt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Gesetzesinitiative des Bundes „Anti-Doping-Gesetz“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1366982