1 Einleitung
Heutzutage wachsen die Kinder in einer Gesellschaft auf, in der sich Medien wahnsinnig schnell ausbreiten und weiterentwickeln. Der Alltag der Menschen wird von den zahlreichen Kommunikationsmedien bestimmt, und es ist nicht abzustreiten, dass das antiquierte Medium Buch in Konkurrenz zu den neuen, elektronischen Medien und dem wachsenden Angebot an anderen Freizeitaktivitäten steht. Die Lesekompetenz sollte allerdings nicht isoliert von der Medienkompetenz, sondern eher als ein Teil von ihr gesehen werden.
Das Lesen als Kulturtechnik eröffnet auch heute im Zeitalter von Fernsehen, DVD, Video und Internet den Zugang zur Welt. Gerade durch die Zunahme der audiovisuellen Medien wird die Leseförderung immer wichtiger.
Es kann gesagt werden, dass das Lesen die Bildungs- und Lebenschancen eines jeden Menschen bestimmt und somit die Förderung von Lesekompetenz einen großen Stellenwert haben sollte. Deswegen ist es sinnvoll, sich nicht nur auf Ziele und Aufgaben der Schule zu beschränken, sondern konkrete Handlungs- und Motivationsformen herauszufinden, die bei den Leseinteressen der Kinder und Jugendlichen ansetzen und das Lesen fördern können.
Zum Einstieg in das Thema der Leseförderung möchte ich in der vorliegenden Arbeit auf den Begriff des Lesens und seine Funktionen eingehen. Im Weiteren konzentriere ich mich auf die Definition der Leseförderung und zeige unter anderem die verschiedenen Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche für das Medium Buch und das Lesen zu begeistern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Vom Wert des Lesens
2.1 Bedeutung des Begriffs Lesen
2.2 Der kulturelle Wert des Lesens
2.3 Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation in der Mediengesellschaft
2.4 Das Konzept von „Lesekompetenz“ in der PISA – Studie
3. Leseförderung
3.1 Definition Leseförderung
4. Leseförderung der Kinder
4.1 Motivationsmöglichkeiten
5. Leseförderung der Jugendlichen
5.1 Typische Veränderungen im Leseverhalten der Jugendlichen
5.2 Erfolgsbedingungen der Leseförderung in der Mittelstufe
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Lesen und Leseförderung in einer zunehmend durch Medien geprägten Gesellschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Lesekompetenz als notwendige Kulturtechnik gestärkt und Kinder sowie Jugendliche nachhaltig für das Lesen begeistert werden können.
- Bedeutung und kultureller Wert des Lesens
- Konzept der Lesekompetenz im Kontext der PISA-Studie
- Methodische Ansätze der Leseförderung bei Kindern
- Herausforderungen und Strategien für die Leseförderung bei Jugendlichen
- Systematische Einbettung von Leseförderung in den Schulalltag
Auszug aus dem Buch
2. Vom Wert des Lesens
Unter dem Begriff Lesen versteht man explizit die komplexe Tätigkeit, schriftsprachliche Zeitfolgen auf graphemisch – phonologischer, syntaktischer, semantischer und pragmatischer Ebene zu deuten. Der Begriff impliziert eine Reihe von Teiltätigkeiten: die Identifikation des Gleichen gegenüber irrelevanten Unterschieden, die Wahrnehmung von Unterschieden gegenüber irrelevanten Ähnlichkeiten, die Selektion des Wichtigen aus der Menge des Redundanten, die Antizipation des Kommenden auf Grund syntaktisch-semantischer und enzyklopädisch-pragmatischer Regularitäten, die Analyse gestalthafter Ganzheiten in wieder verwendbare ,Elemente’ und die Synthese von ,individuellen Zeichen’ zu ,komplexen Ausdrücken’ (Aust, H., Reallexikon d. dt. Lit.wiss., Bd. 2, S. 406).
Lesen meint Handeln von Menschen, die in der kognitiven Dimension des Lesens aus einem Text Sinn bilden und in seinen sinnlichen und emotionalen Dimensionen sich durch ihr Tun ein Erleben selbst bereitet (Franzmann, B., Hasemann, K., Löffler, D. & Schön, E., 1999, S. 1).
Ursprünglich bedeutete lesen in den germanischen Sprachen „einzeln einsammeln“, „suchen“, auflesen“. Diese Grundbedeutung blieb im Deutschen bis heute lebendig und der Ursprung zahlreicher zusammengesetzter Wörter wie auflesen (vom Boden aufsammeln), Auslese (nach Qualitätsmerkmalen aussuchen), handverlesen (nach Einzelbetrachtung ausgesucht) und erlesen (qualitativ hochwertig) geht auf die germanische Urbedeutung zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung thematisiert den Stellenwert des Lesens im digitalen Medienzeitalter und definiert die Zielsetzung der Arbeit zur Förderung der Lesekompetenz.
2. Vom Wert des Lesens: Dieses Kapitel erläutert die komplexe Definition des Lesebegriffs, dessen kulturelle Bedeutung sowie die Einordnung von Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation in modernen Gesellschaften.
3. Leseförderung: Hier wird der Begriff der Leseförderung definiert und als systemische Aufgabe verstanden, die über den Deutschunterricht hinausgeht.
4. Leseförderung der Kinder: Das Kapitel fokussiert auf die Bedeutung der frühen Lesesozialisation und stellt konkrete Motivationsmöglichkeiten für Kinder vor.
5. Leseförderung der Jugendlichen: Es werden die spezifischen Herausforderungen im Lesealter der Pubertät sowie Bedingungen für einen erfolgreichen Leseförderungsunterricht in der Mittelstufe analysiert.
6. Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zur Notwendigkeit der systematischen Leseförderung durch alle beteiligten gesellschaftlichen Instanzen zusammen.
Schlüsselwörter
Lesen, Leseförderung, Lesekompetenz, Medienkompetenz, Lesemotivation, PISA-Studie, Lesesozialisation, Kinder- und Jugendliteratur, Sprachförderung, Schulisches Lernen, Bildungschancen, Leseverhalten, Mittelstufe, Lesestrategien, Lesefreude.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit setzt sich mit der Bedeutung des Lesens als essenzielle Kulturtechnik auseinander und beleuchtet Ansätze zur gezielten Leseförderung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wert des Lesens, die Definition von Lesekompetenz, die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie die Rolle von Bildungsinstitutionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Möglichkeiten und Strategien aufzuzeigen, wie Kinder und Jugendliche für Bücher und das Lesen begeistert werden können, um ihre Bildungs- und Lebenschancen zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Medien- und Leseforschung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Lesebegriffs und spezifische Förderansätze für die unterschiedlichen Altersstufen vom Kindes- bis zum Jugendalter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lesekompetenz, Lesemotivation, PISA-Studie, Lesesozialisation und Leseförderung.
Warum ist die Leseförderung in der Mittelstufe besonders anspruchsvoll?
In der Pubertät durchlaufen Jugendliche psychische Umbruchphasen, die häufig mit einem veränderten Leseinteresse oder vorübergehender Leseunlust einhergehen.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Leseförderung?
Die Familie gilt als wichtigste Instanz der Lesesozialisation; elterliches Vorlesen und ein bücherreiches Umfeld beeinflussen das Leseinteresse der Kinder maßgeblich.
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- Marina Lindekrin (Author), 2007, Lesen und Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136731