In dieser Arbeit wird die #metoo-Bewegung beschrieben und analysiert. Dazu wird die Kampagne nach einem von der Autorin erarbeiteten Bewertungssystem beurteilt, welches auf den Levels and Steps for Evaluating Public Relations Programs nach Cutlip, Center and Broom (1994) basiert. Dieses Schema bewertet diverse Teilaspekte der Kampagne wie z. B. die Reichweite, Relevanz, Kanäle sowie Konsequenzen und Kritiken. Die Gesichtspunkte werden analysiert und nach Schulnotensystem bewertet. Zu erwähnen ist, dass die Kriterien sind jedoch nicht immer vollständig voneinander abzugrenzen, inhaltliche Überschneidungen werden nicht ausgeschlossen. Die Auswirkungen der Bewegung in Deutschland werden zusätzlich separat dargestellt. Als Grundlage wird der politische und gesellschaftliche Hintergrund der Bewegung dargestellt. In Kapitel 3 werden die Ergebnisse der Analyse schließlich zusammengefasst und ein kritisches Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Entstehung des Hashtags #metoo
1.3 Definition Kampagne
1.4 Auswahl der Bewertungskriterien
2 Kampagnenanalyse
2.1 Preparation
2.1.1 Hintergrund & Verlauf
2.1.2 Relevanz
2.1.3 Qualität & Präsentation
2.2 Implementation
2.2.1 Ziel & Zielgruppen
2.2.2 Kanäle & Reichweite
2.2.3 Demonstrationen & Aktivismus
2.3 Impact
2.3.1 Kritik
2.3.2 Konsequenzen
2.3.3 #metoo in Deutschland heute
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Analyse der #metoo-Bewegung als Kommunikationskampagne unter Anwendung eines modifizierten Modells zur PR-Evaluation. Das primäre Ziel besteht darin, die Effektivität und den gesellschaftlichen Einfluss der Kampagne anhand qualitativer Kriterien wie Relevanz, Reichweite, mediale Präsenz sowie politischer und juristischer Konsequenzen zu bewerten, wobei ein besonderer Fokus auf der unterschiedlichen Rezeption und Wirkung in Deutschland im Vergleich zur USA liegt.
- Analyse der Entstehungsgeschichte und Dynamik der #metoo-Bewegung
- Anwendung des Pyramidenmodells zur PR-Evaluation (Cutlip et al.)
- Untersuchung der medialen Qualität und Reichweite der Kampagne
- kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und juristischen Folgen
- Vergleichende Betrachtung der Auswirkungen in den USA und Deutschland
Auszug aus dem Buch
1.2 Entstehung des Hashtags #metoo
2006 rief die Aktivistin Tarana Burke auf der Plattform myspace den Begriff „MeToo“ ins Leben. Burke, hauptberufliche Bürger- und Menschenrechtlerin, wollte damit schwarze Frauen und Mädchen ermutigen, ihr Schweigen über sexualisierte Gewalt zu brechen. Ursprünglich richtete sich die Idee also an eine Gruppe (größtenteils) armer und rassistisch diskriminierter Frauen. Erst über zehn Jahre später entwickelte sich die kleine Kampagne zu einer weltumspannenden Bewegung. Animiert durch die Enthüllungen des Weinstein-Skandals twitterte die Schauspielerin Alyssa Milano am 15. Oktober 2017: „If you’ve been sexually harassed or assaulted write ‚me too‘ as a reply to this tweet“. Über Nacht generierte der Post mehr als zwölf Millionen Reaktionen und sorgte so für einen globalen Aufschrei. Mit der Etablierung von #metoo bekamen Betroffene durch dessen Nutzung die Möglichkeit, auf ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse aufmerksam zu machen. Daraus entstand eine weltweite Debatte über sexualisierte Gewalt, die in verschiedenen Ländern aufgegriffen wurde. Auch wenn der Begriff schon 2006 geprägt wurde, wird in dieser Arbeit das Jahr 2017 als Beginn der Bewegung verstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Gegenstand der Arbeit, erläutert die methodische Grundlage basierend auf den „Levels and Steps for Evaluating Public Relations Programs“ von Cutlip, Center and Broom und beschreibt die Entstehung der #metoo-Bewegung.
2 Kampagnenanalyse: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und gliedert sich in die Phasen Preparation, Implementation und Impact, wobei Erfolge, Reichweite, gesellschaftliche Resonanz sowie kritische Stimmen und Konsequenzen detailliert evaluiert werden.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen, bewertet die Kampagne als erfolgreich und diskutiert die unterschiedliche Wahrnehmung und Wirkung der Bewegung im deutschen im Vergleich zum internationalen Kontext.
Schlüsselwörter
#metoo, Kampagnenanalyse, PR-Evaluation, sexualisierte Gewalt, soziale Bewegung, Unternehmenskommunikation, Krisenkommunikation, Hashtag-Aktivismus, Frauenbewegung, Gesellschaftlicher Wandel, Medienresonanz, Reichweite, Empowerment, Feminismus, Sexualstrafrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die internationale #metoo-Bewegung unter den Gesichtspunkten der PR-Evaluation, um deren Erfolg und gesellschaftliche Tragweite als Kommunikationskampagne messbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Entstehung der Bewegung, die mediale Verbreitung, die gesellschaftliche Mobilisierung, Kritikpunkte an der Kampagne sowie deren juristische und politische Auswirkungen weltweit und in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die #metoo-Bewegung mithilfe eines angepassten wissenschaftlichen Modells zu bewerten, um herauszufinden, wie erfolgreich die Kampagne in Bezug auf Awareness und Verhaltensänderung war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das „Pyramidenmodell zur PR-Evaluation“ nach Cutlip, Center and Broom, um die Kampagne in den drei Stufen Preparation, Implementation und Impact anhand qualitativer Kriterien und Expertenberichten zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert schrittweise die Entstehung und Qualität des ersten Aufrufs von Alyssa Milano, die Reichweite über soziale Netzwerke sowie die nachfolgenden Demonstrationen und die tatsächlichen juristischen Konsequenzen global und spezifisch in Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff #metoo sind soziale Bewegung, Public Relations, Empowerment, sexualisierte Gewalt und gesellschaftlicher Wandel maßgebliche Schlagworte.
Warum wird #metoo in dieser Arbeit als Kommunikationskampagne behandelt?
Obwohl es sich ursprünglich um eine soziale Bewegung ohne institutionelle Steuerung handelt, wird sie aufgrund der strategischen Ähnlichkeiten in der Verbreitung und Wirkung analog zu einer modernen Werbe- oder Imagekampagne bewertet.
Welche Rolle spielt Deutschland in der Analyse?
Deutschland dient als Vergleichsebene, wobei die Arbeit aufzeigt, dass die Bewegung hierzulande eine geringere allgemeine Wirkung erzielte als in den USA, obwohl sie dennoch zur Sensibilisierung und zu Anpassungen im Sexualstrafrecht beigetragen hat.
- Citation du texte
- A. Ohlms (Auteur), 2022, #metoo. Eine Analyse der feministischen Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367580