Die vorliegende Arbeit stellt sich die Frage, welche Kompetenzen Schüler:innen vermittelt werden müssen, sodass sie den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung unter Berücksichtigung des Aspekts der Nachhaltigkeit in ihrem Alltag verantwortungsbewusst begegnen können. Dafür ist von großer Bedeutung, dass sowohl die positiven, als auch die negativen Seiten der Digitalisierung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit beleuchtet werden, damit Schüler:innen anhand von individuellen Abwägungen handlungsorientierte Kompetenzen erlangen, die sie befähigen, ihren Alltag verantwortungsvoll zu gestalten.
Zu Beginn der Arbeit wird zunächst theoretisch auf Digitalisierung sowie auf Nachhaltigkeit eingegangen. Im Anschluss folgt eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der beiden Bereiche zueinander, indem zunächst die Seiten eines kooperativen Verhältnisses und anschließend die eines konkurrierenden Verhältnisses beleuchtet werden. Daran anschließend folgt eine abwägende Entscheidung in Bezug auf die Fragestellung, welche Kompetenzen im Geografieunterricht vermittelt werden müssen, damit Schüler:innen die Chancen sowie Herausforderungen der Digitalisierung unter Berücksichtigung des Aspekts der Nachhaltigkeit in ihrem Alltag verantwortungsbewusst begegnen können. Die Arbeit schließt mit einem Fazit ab, welches die gelieferten Erkenntnisse zusammenfasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitalisierung
3. Nachhaltigkeit
4. Verhältnis der beiden Prinzipien
4.1 Verortung im Kernlehrplan
4.2 kooperatives Verhältnis
4.3 konkurrierendes Verhältnis
4.4 abwägende Entscheidung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche spezifischen Kompetenzen Schülerinnen und Schüler im Geographieunterricht erwerben müssen, um den Chancen und Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung unter Berücksichtigung nachhaltiger Entwicklung verantwortungsbewusst zu begegnen.
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen digitalem Fortschritt und ökologischer Nachhaltigkeit
- Untersuchung der Verankerung beider Themenbereiche in den geltenden Lehrplänen für das Fach Geographie
- Evaluation von kooperativen Aspekten wie Synergieeffekten digitaler Bildung für nachhaltige Ziele
- Kritische Betrachtung konkurrierender Faktoren wie Ressourcenverbrauch oder Rebound-Effekte durch digitale Technologien
- Ableitung pädagogischer Implikationen für eine handlungsorientierte Kompetenzvermittlung in der Schule
Auszug aus dem Buch
4.2 kooperatives Verhältnis
Die beiden Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit können im Bildungsbereich miteinander kombiniert werden, sodass Kompetenzen in beiden Bereichen erweitert werden können, die zukünftig immer wichtiger sein werden. Es handelt sich in beiden Fällen nicht um autonome Unterrichtsfächer, sondern um vielschichtige Konstrukte, die auch in „fächerübergreifenden Projekten und außerunterrichtlichen Aktivitäten“ (Engagement Global, 2018, S. 5) den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden müssen. Die Schnittstelle beider Themenbereiche ist die Konfrontation mit „aktuelle[n] und zukünftige[n] globale[n] Herausforderungen“ (Engagement Global, 2018, S. 5).
Die Voraussetzung für effektives Lernen im Bereich des Digitalen ist die Bereitstellung von digitalen Endgeräten seitens der Schule für alle Schülerinnen und Schüler sowie ein kompetenter Umgang der Schülerinnen und Schüler mit den Geräten beispielsweise hinsichtlich des Datenschutzes und der adäquaten Recherche. Digitale Medien bieten unter anderem die Möglichkeit, Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Bereichen erfahrbar zu machen. Die Teilnahme an digitalen Konferenzen, die zum Thema Nachhaltigkeit auf lokaler oder globaler Ebene gehalten werden, bietet zum einen eine Erweiterung der Sachkompetenz in diesem Bereich, da die Vorträge in den meisten Fällen von Expertinnen und Experten gehalten werden. Zum anderen wird Schülerinnen und Schülern in einer anschließenden Diskussion die Möglichkeit geboten, selbst Stellung zum Thema zu beziehen und die Beiträge der anderen kritisch zu bewerten. Durch die regelmäßige Teilnahme an Onlinekonferenzen kann darüber hinaus die Urteilskompetenz verbessert werden, da Schülerinnen und Schüler teilweise mit Meinungen konfrontiert werden, die nicht ihrem eigenen Standpunkt entsprechen, weshalb sie lernen, ihre eigene Position fundiert und überzeugend zu vertreten (vgl. Kühnert, 2020, o.S.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Spannungsverhältnis zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit dar und leitet die Forschungsfrage nach den notwendigen Kompetenzen für Schülerinnen und Schüler ab.
2. Digitalisierung: Es werden die Anforderungen an digitale Bildung sowie die Notwendigkeit kritischer Medienkompetenz und deren Umsetzung im schulischen Kontext beleuchtet.
3. Nachhaltigkeit: Das Kapitel definiert Nachhaltigkeit auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene und erläutert die Bedeutung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
4. Verhältnis der beiden Prinzipien: Dieser Abschnitt analysiert das Zusammenspiel der Themen, unterteilt in lehrplanmäßige Verortung, Synergien und Konfliktfelder.
4.1 Verortung im Kernlehrplan: Hier wird untersucht, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit in den entsprechenden Inhaltsfeldern des Geographie-Lehrplans für die Sekundarstufe I verankert sind.
4.2 kooperatives Verhältnis: Das Kapitel widmet sich den konstruktiven Schnittstellen, wie digitale Werkzeuge für nachhaltiges Handeln und Kompetenzgewinn genutzt werden können.
4.3 konkurrierendes Verhältnis: Es werden kritische Aspekte wie Ressourcenverbrauch durch Hardware oder der Rebound-Effekt sowie soziale Ungerechtigkeiten beim Zugang zu digitaler Bildung diskutiert.
4.4 abwägende Entscheidung: Abschließend wird eine Synthese der Ergebnisse gezogen, welche die Rolle der Lehrkräfte als Change Agents hervorhebt und notwendige Voraussetzungen für eine gelungene Verknüpfung beider Bereiche aufzeigt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Urteils- und Handlungskompetenz zusammen und betont, dass die digitale Transformation nachhaltig gestaltet werden muss.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Geographieunterricht, Kompetenzvermittlung, Urteilskompetenz, Digitale Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Agenda 2030, Medienkompetenz, Rebound-Effekt, Nachhaltiges Wachstum, Handlungskompetenz, Schulische Bildung, Gesellschaftliche Werte, Zukunftsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Digitalisierung und der Notwendigkeit nachhaltiger Lebensweisen im Kontext der schulischen Geographiebildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Pfeiler sind die digitale Bildung, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung (BNE), die Analyse lehrplanrelevanter Kompetenzanforderungen sowie die Bewertung technischer Fortschritte in Bezug auf ihre ökologischen Auswirkungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, welche spezifischen Kompetenzen Schülerinnen und Schüler benötigen, um den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Alltag verantwortungsbewusst und unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur und einer curricularen Analyse der Kernlehrpläne für das Fach Geographie in Nordrhein-Westfalen.
Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie in eine detaillierte Diskussion über das kooperative (synergetische) und konkurrierende (kritische) Verhältnis beider Prinzipien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitale Transformation, Handlungs- und Urteilskompetenz, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Ressourcenmanagement und der Rolle von Lehrkräften als Change Agents charakterisiert.
Wie bewertet die Arbeit den Einsatz digitaler Medien in Schulen?
Digitale Medien werden als Werkzeuge betrachtet, die bei methodisch reflektiertem Einsatz die Kompetenzbildung fördern können, wobei der Fokus nicht auf der Technik an sich, sondern auf ihrem nachhaltigen Mehrwert liegt.
Welche Bedeutung kommt dem sogenannten Rebound-Effekt zu?
Der Rebound-Effekt fungiert in der Arbeit als kritisches Argument: Er verdeutlicht, dass durch digitale Effizienzsteigerungen eingesparte Ressourcen oft durch einen massiv steigenden Konsum direkt wieder aufgezehrt werden.
- Citar trabajo
- Lena Santos (Autor), 2023, Kompetenzvermittlung im Geografieunterricht in Bezug auf die Themenbereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367755