Innerhalb dieser Arbeit möchte ich versuchen die jiddischen Wörter der Hottenbacher Mundart innerhalb verschiedener Generationen zu betrachten. Dabei stelle ich mir vor allem die Frage, ob sie durch den Generationswechsel verschwinden oder ob sie einen Bedeutungswandel erfahren, beziehungsweise negativ konnotiert werden. Auch möchte ich mögliche Gründe für diesen Bedeutungswandel aufzeigen. Die These, die ich dabei verfolge ist die, dass sich die Bedeutungsveränderungen bereits in der Generation des zweiten Weltkriegs finden lassen, in welcher alles Jüdische als schlecht angesehen wurde und auch viele Gebäude in Hottenbach dementsprechend zerstört wurden. Die negative Konnotation jiddischer Begriffe lässt sich meiner These nach also auf das nationalsozialistische Regime zurückführen. Der Schwund der jiddischen Wörter hingegen auf das Verschwinden der jüdischen Gemeinde und ihrer Sprache.
Bei der Hottenbacher Mundart handelt es sich um einen Dialekt, der in einem bestimmten Ort im Hunsrück gesprochen und mündlich tradiert wird. Lange Zeit gab es in diesem Ort eine jüdische Gemeinde, die untereinander jiddisch zu sprechen pflegte. Viele Worte aus dem Jiddischen haben sich mit dem Dialekt des Ortes – der Hottenbacher Mundart – vermischt. Dabei kam es unter anderem auch zu Bedeutungsveränderungen oder Umkehrungen der Bedeutung. Auch findet man innerhalb der Generationen einen Schwund dieser jiddischen Wörter vor. Dr. Armin Peter Faust sagt außerdem, dass der jiddische Wortbestand in der Hottenbacher Mundart eine ergiebigere Quelle sei, als die noch erhaltenen jüdischen Vorrichtungen, wie zum Beispiel der Judenfriedhof im Osten des Dorfes oder die Judenschule, die sich nahe des Dorfzentrums befindet.
Bei der Hottenbacher Mundart handelt es sich um einen Dialekt, der in einem bestimmten Ort im Hunsrück gesprochen und mündlich tradiert wird. Lange Zeit gab es in diesem Ort eine jüdische Gemeinde, die untereinander jiddisch zu sprechen pflegte. Viele Worte aus dem Jiddischen haben sich mit dem Dialekt des Ortes – der Hottenbacher Mundart – vermischt. Dabei kam es unter anderem auch zu Bedeutungsveränderungen oder Umkehrungen der Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jiddische Wörter in der Hottenbacher Mundart
2.1. Ausgangssituation: Generation vor dem Zweiten Weltkrieg
2.2. Mundart der Generation der 1940er Jahre
2.3. Mundart der Generation der 1970er Jahre
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Jiddischen auf die Hottenbacher Mundart und analysiert, wie sich jiddische Lehnwörter über verschiedene Generationen hinweg verändert haben, insbesondere unter dem Einfluss des Nationalsozialismus und des gesellschaftlichen Wandels.
- Historischer Hintergrund der jüdischen Gemeinde in Hottenbach
- Analyse der Übernahme jiddischer Wörter in den Dialekt
- Untersuchung von Bedeutungswandel und negativer Konnotation
- Auswirkung des Generationswechsels auf den Wortschatz
- Die Rolle der Zeit des Nationalsozialismus für die Sprachänderung
Auszug aus dem Buch
2.1. Ausgangssituation: Generation vor dem Zweiten Weltkrieg
Nach Dr. Armin Peter Faust muss es im „Zusammenleben der Hottenbacher mit ihren jüdischen Mitbürgern einmal so etwas wie Brüderlichkeit gegeben haben.“6 Diese Aussage macht er daran fest, dass eine Vielzahl jiddischer Wörter in die Mundart der Dorfbewohner übernommen wurde. Er geht davon aus, dass sich die Hottenbacher einige Wörter aus dem Jiddischen aneigneten, um den Umgang und die Verständigung mit den Juden innerhalb des Dorfes zu erleichtern. Dabei sind irgendwann die Worte in den Dialekt übernommen worden, wenn auch mit veränderter Bedeutung.7
Einen solchen Bedeutungswandel findet man beispielsweisen bei dem Wort „Schickse“. Innerhalb des jiddischen erfährt dieses Wort mit der Bedeutung eines jungen Mädchens, keinerlei negative Konnotation, während es in der Hottenbacher Mundart ein Mädchen mit schlechtem Lebenswandel bezeichnet.8
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Herkunft des Jiddischen ein und erläutert die historische Ansiedlung jüdischer Familien in Hottenbach, um die sprachlichen Kontaktsituationen zu skizzieren.
2. Jiddische Wörter in der Hottenbacher Mundart: Dieser Hauptteil analysiert detailliert, wie sich jiddische Begriffe über drei verschiedene Generationen hinweg durch Bedeutungswandel, negative Konnotationen oder vollständiges Verschwinden aus dem Sprachgebrauch verändert haben.
3. Schlussbetrachtung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse und zieht das Fazit, dass die negativen semantischen Veränderungen stark mit der nationalsozialistischen Zeit und der Vertreibung der jüdischen Gemeinde korrelieren.
Schlüsselwörter
Jiddisch, Hottenbacher Mundart, Dialekt, Bedeutungswandel, Sprachgeschichte, Nationalsozialismus, Generationsunterschiede, Lehnwörter, Jüdische Gemeinde, Semantik, Sprachschwund, jüdische Kultur, Hunsrück, Sprachkontakt, Konnotation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Spracheinflussnahme des Jiddischen auf den lokalen Dialekt der Gemeinde Hottenbach im Hunsrück.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Sprachverflechtung und der diachronen Veränderung jiddischer Lehnwörter in Abhängigkeit von Zeitgeist und Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Bedeutungswandel und den Schwund jiddischer Wörter durch den Generationswechsel zu belegen und die Ursachen hierfür aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse und dem Abgleich von Belegen aus der Sekundärliteratur zur Lokalsprache und jüdischen Geschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Es werden drei Generationen (Zeit vor dem WK II, 1940er Jahre, 1970er Jahre) verglichen, um die Entwicklung der jiddischen Begriffe systematisch darzustellen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachwandel, negative Konnotation, Hottenbacher Mundart, Jiddische Einflüsse und historischer gesellschaftlicher Wandel.
Welche Rolle spielt die Zeit des Nationalsozialismus für die Ergebnisse?
Die Autorin stellt fest, dass die negative Konnotation vieler jiddischer Begriffe im örtlichen Dialekt direkt mit dem Einfluss des nationalsozialistischen Regimes korrespondiert.
Wie hat sich die Bedeutung von "Schickse" verändert?
Während der Begriff im Jiddischen neutral ein junges Mädchen bezeichnete, wandelte sich die Bedeutung im Hottenbacher Dialekt zu einer Abwertung als Mädchen mit schlechtem Lebenswandel.
- Arbeit zitieren
- Nina-Sophie Bank (Autor:in), 2018, Einflüsse des Jiddischen auf die Hottenbacher Mundart. Schwund jiddischer Wörter durch Generationswechsel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1368181