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Bürgerlichkeit und psychische Störungen

Die Konstituierung von Psychosen und Neurosen anhand des Verhältnisses von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit in Alfred Döblins "Die Ermordung einer Butterblume"

Título: Bürgerlichkeit und psychische Störungen

Trabajo Escrito , 2007 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Alkimos Sartoros (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Faktisch präziser psychatrischer Zwangsneurosen-Fallbericht, Spießbürgersatire, sprachlich vermittelte Psychose, Parabel über den Kampf des Einzelnen gegen die Natur. Alfred Döblins Novelle „Die Ermordung einer Butterblume“ vereint zahlreiche Wesenszüge in sich.
Die hier vorliegende Arbeit zielt drauf ab, die Generierung und das Fortschreiten des Wahnsinns der Hauptfigur, Michael Fischer, anhand des Verhältnisses von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit zu untersuchen. Wie gelingt es Alfred Döblin durch seinen Erzählduktus die Grenzen zwischen Subjektivität und Objektivität aufzulösen, und welche Auswirkungen hat dies sowohl auf den Fortgang der Erzählung als auch auf den Leser? Dies sind die zentralen Fragen, denen hier nachgegangen werden soll. Die Kategorien des Erzählens werden dabei auf der Grundlage des gleichnamigen Aufsatzes von Jürgen H. Petersen analysiert. Petersen unterteilt die Erzählform grundsätzlich in „Ich“ (als Person) und „Er“ (als Medium). Zur näheren Bestimmung des Erzählens benutzt er die Begriffe „Blickpunkt“, „Erzählverhalten“, „Erzählperspektive“ sowie „Erzählhaltung“ , die im Verlaufe dieser Arbeit noch genauer definiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER TITEL

3. DIE EINFÜHRUNG DES PROTAGONISTEN: „EIN SCHWARZGEKLEIDETER HERR“

3.2 DIE SPALTUNG DER FIGUR DES MICHAEL FISCHER UND DIE KONSTITUIERUNG DES BUTTERBLUMENMORDES ALS FIXATIONSPUNKT

3.3 VON DER AKUTEN PSYCHOSE ZUM NEUROTISCHEN BUßDIENST

3.4 DIE ZEMENTIERUNG DER ZWANGSNEUROSE UND DER ABSCHLIEßENDE ICH-ZERFALL

4. CONCLUSIO

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und den Verlauf des Wahnsinns der Hauptfigur Michael Fischer in Alfred Döblins Novelle „Die Ermordung einer Butterblume“. Dabei wird analysiert, wie das komplexe Wechselspiel zwischen Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit die Grenzen zwischen Subjektivität und Objektivität auflöst und als Kritik an einer lebensfeindlichen, bürgerlichen Gesellschaft fungiert.

  • Analyse von Erzählformen und Kategorien des Erzählens nach Jürgen H. Petersen
  • Untersuchung der psychischen Entwicklung vom bürgerlichen Habitus zur Psychose und Zwangsneurose
  • Deutung der Natur als Antagonist in der zivilisierten Welt
  • Die Funktion des Titels als strukturelle Verdichtung der Erzählung
  • Die Rolle von Fixationspunkten wie dem Butterblumenmord für den Ich-Zerfall des Protagonisten

Auszug aus dem Buch

3. Die Einführung des Protagonisten: „Ein schwarzgekleideter Herr“

Wie bereits angedeutet, soll der Fortgang meiner Arbeit sich an der linearen Entwicklung der Erzählung orientieren. Ich halte dies deshalb für sinnvoll, da sich auf diese Art und Weise der rote Faden der Analyse, die Konstituierung des Wahnsinns des Herrn Fischer anhand der Erzählinstanz und der erzählten Wirklichkeit, die sich ebenfalls linear, schrittweise und zunehmend beschleunigt entwickelt, am besten verfolgen lässt.

Wie beginnt die Novelle also, nachdem der Titel den Leser etwas ratlos und erwartungsvoll zurückgelassen hat, und wie wird der Protagonist eingeführt, dessen Namen erst später erwähnt wird?

„Der schwarzgekleidete Herr hatte erst seine Schritte gezählt, eins, zwei, drei, bis hundert und rückwärts, als er den breiten Fichtenweg nach St. Ottilien hinananstieg, und sich bei jeder Bewegung mit den Hüften stark nach rechts und links gewiegt, so daß er manchmal taumelte; dann vergaß er es.“

Wenn der Titel eine Verdichtung der Erzählung und vor allem ihrer Struktur ist, ein Surrogat in komprimierter Form, dann zeigt dieser Satz in komprimierter Form die inhaltlichen Facetten und Hauptstränge der folgenden Erzählung auf. Die Hauptfigur ist also ein „schwarzgekleideter Herr“. Das Substantiv „Herr“, vor allem im Kontext des Entstehungsjahres der Novelle (1910) betrachtet, konstituiert die fragliche Gestalt als Mitglied einer gutsituierten bürgerlich-industriellen Gesellschaftsschicht, während das Attribut „schwarzgekleidet“ die Würde der Erscheinung noch unterstreicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, den Wahnsinn der Hauptfigur anhand erzähltheoretischer Kategorien zu untersuchen und in den Kontext bürgerlicher Gesellschaftsnormen zu stellen.

2. DER TITEL: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung des Titels als objektive Vorgabe, die den Leser zur kritischen Auseinandersetzung mit der impliziten Subjektivität der Erzählung zwingt.

3. DIE EINFÜHRUNG DES PROTAGONISTEN: „EIN SCHWARZGEKLEIDETER HERR“: Hier wird Michael Fischer als Typus des bürgerlichen Herrn eingeführt, dessen mechanisches Verhalten erste Anzeichen einer psychischen Instabilität und Entfremdung aufzeigt.

3.2 DIE SPALTUNG DER FIGUR DES MICHAEL FISCHER UND DIE KONSTITUIERUNG DES BUTTERBLUMENMORDES ALS FIXATIONSPUNKT: Das Kapitel befasst sich mit dem psychotischen Bruch, der die Butterblume zum zentralen Wahnobjekt und Fixationspunkt für den Protagonisten macht.

3.3 VON DER AKUTEN PSYCHOSE ZUM NEUROTISCHEN BUßDIENST: Es wird der Übergang von der Psychose zur fixierten Zwangsneurose beschrieben, in der Fischer versucht, seine Tat durch einen Bußdienst zu kompensieren.

3.4 DIE ZEMENTIERUNG DER ZWANGSNEUROSE UND DER ABSCHLIEßENDE ICH-ZERFALL: Dieses Kapitel thematisiert die Beschleunigung der Erzählung und das endgültige Scheitern Fischers an der Natur, was in seinen geistigen Zusammenbruch mündet.

4. CONCLUSIO: Die Conclusio fasst zusammen, wie Döblin durch die erzähltechnische Entgrenzung die Unausweichlichkeit des Scheiterns des Einzelnen an einer unterdrückerischen Gesellschaft aufzeigt.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Die Ermordung einer Butterblume, Michael Fischer, Zwangsneurose, Psychose, Ich-Zerfall, Erzähltheorie, Subjektivität, Objektivität, bürgerliche Gesellschaft, Natur, Wahnsinn, Erzählhaltung, Literaturanalyse, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Alfred Döblins Novelle „Die Ermordung einer Butterblume“ mit Fokus auf die psychische Dekonstruktion der Hauptfigur Michael Fischer im Spiegel erzähltheoretischer Kategorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den Kampf des Individuums gegen die Natur, den Einfluss gesellschaftlicher Unterdrückung auf die Psyche und die Auflösung der Grenzen zwischen Realität und Wahn.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Döblin durch den Erzählduktus den Wahnsinn der Hauptfigur für den Leser nachvollziehbar macht und diesen als symptomatisch für die bürgerliche Gesellschaft darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf einer Literaturanalyse unter Anwendung der Erzählkategorien von Jürgen H. Petersen, ergänzt durch psychoanalytische und gesellschaftskritische Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil folgt der linearen Entwicklung der Novelle: von der Einführung des Protagonisten über den Mord an der Blume als psychotischen Ausbruch bis hin zur Zementierung der Zwangsneurose und dem endgültigen Ich-Zerfall.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Zwangsneurose, Psychose, Entfremdung, bürgerliche Normen, Erzählinstanz, Subjektivität und Natur als lebensfeindliche Kraft.

Warum spielt das Zählen der Schritte eine solch zentrale Rolle für den Protagonisten?

Das Zählen fungiert als ein zwanghafter Rückbezug zur bürgerlichen Realität und als hilfloser Versuch, die eigene Triebnatur durch Ordnung und Kontrolle zu unterdrücken.

Inwiefern kann das Verschwinden im Bergwald allegorisch gedeutet werden?

Es symbolisiert das endgültige Scheitern des bürgerlichen Individuums, das an seinem eigenen Anspruch auf Beherrschung der Natur zugrunde geht und in der von ihm unterdrückten Welt untergeht.

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Detalles

Título
Bürgerlichkeit und psychische Störungen
Subtítulo
Die Konstituierung von Psychosen und Neurosen anhand des Verhältnisses von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit in Alfred Döblins "Die Ermordung einer Butterblume"
Universidad
University of Tubingen  (Neuphilologische Fakultät - Deutsches Seminar)
Curso
Expressionismus (Hauptseminar)
Calificación
1,3
Autor
Alkimos Sartoros (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
20
No. de catálogo
V136841
ISBN (Ebook)
9783640449729
ISBN (Libro)
9783640449958
Idioma
Alemán
Etiqueta
Alfred Döblin Ermordung einer Butterblume Erzählung Petersen Kategorien des Erzählens Erzählinstanz Expressionismus Bürgerlichkeit psychische Störungen erzählte Wirklichkeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alkimos Sartoros (Autor), 2007, Bürgerlichkeit und psychische Störungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136841
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