„In einer klugen und weitsichtigen Personalpolitik sah ich die den Schlüssel zum Erfolg meiner Partei.“
Diesen Satz schrieb Helmut Kohl in seinen Erinnerung und machte damit deutlich, dass Personalpolitik unter seiner Regie nicht nur ein notwendiger Bestandteil der Politik war, sondern eine wichtige, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle spielte: „Besonders strategischen Fragen und Personalentscheidungen habe ich von Anfang an die gebührende Bedeutung beigemessen. .. Schließlich wird Politik von Menschen gemacht, und es kommt wesentlich auf die Persönlichkeit des einzelnen an, ob eine politische Position glaubwürdig und überzeugend vermittelt werden kann“ schrieb Kohl weiter.
Personalpolitik war für Helmut Kohl also mehr als „sein liebstes Hobby“ , wie Stefan Kornelius, Ressortleiter „Ausland“ der Süddeutschen Zeitung beobachtete. Schon zum Beginn seiner politischen Karriere hatte er sich in der Jungen Union (JU) ein Netzwerk gesichert und versucht, mit der JU-Gefolgschaft im Rücken, voranzukommen. Dieser personenbezogene Politikstil zog sich durch seine ganze Karriere.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und die Leitlinien der Kohl’schen Personalpolitik herauszuarbeiten und diese anhand der Zusammensetzung seines ersten Kabinetts zu überprüfen. Als Kohl sein erstes Kabinett nominierte, kannte er seine zukünftigen Minister schon lange. Über Jahre hatte er die Personalpolitik innerhalb der Jungen Union, der CDU, der CDU-Fraktion und auch in CDU-nahen Institutionen wie beispielsweise der Konrad-Adenauer-Stiftung beeinflusst, um für den Fall der Regierungsübernahme gerüstet zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eingrenzung des Begriffs Personalpolitik
3. Allgemeine Leitlinien der Kohl’schen Personalpolitik
Gründe, Instrumente und Ziele der Kohl’schen Personalpolitik
Allgemeine Kriterien der Personalpolitik
4. Überprüfung der personalpolitischen Kriterien anhand des ersten Kabinett Kohls
Das Kabinett und seine Zusammensetzung
Besetzung der Ministerposten mit CDU-Mitgliedern
Sonderfall: Koalitionspartner
Koalitionspartner FDP
Koalitionspartner CSU
5. Abschließende Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und die spezifischen Leitlinien der Personalpolitik von Helmut Kohl. Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie diese Personalpolitik maßgeblich zum Machtgewinn und -erhalt des Bundeskanzlers beitrug, indem sie anhand der Zusammensetzung seines ersten Kabinetts aus dem Jahr 1982 überprüft wird.
- Analyse des "System Kohl" und dessen personalpolitische Implikationen.
- Definition und politikwissenschaftliche Eingrenzung von Personalpolitik im Kontext von Machtstrukturen.
- Identifikation zentraler Auswahlkriterien wie Loyalität, Parteizugehörigkeit und Machtkalkül.
- Überprüfung der Regierungsbildung 1982 und der Rolle der Koalitionspartner FDP und CSU.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„In einer klugen und weitsichtigen Personalpolitik sah ich die den Schlüssel zum Erfolg meiner Partei.“
Diesen Satz schrieb Helmut Kohl in seinen Erinnerungen und machte damit deutlich, dass Personalpolitik unter seiner Regie nicht nur ein notwendiger Bestandteil der Politik war, sondern eine wichtige, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle spielte: „Besonders strategischen Fragen und Personalentscheidungen habe ich von Anfang an die gebührende Bedeutung beigemessen. .. Schließlich wird Politik von Menschen gemacht, und es kommt wesentlich auf die Persönlichkeit des einzelnen an, ob eine politische Position glaubwürdig und überzeugend vermittelt werden kann“ schrieb Kohl weiter.
Personalpolitik war für Helmut Kohl also mehr als „sein liebstes Hobby“, wie Stefan Kornelius, Ressortleiter „Ausland“ der Süddeutschen Zeitung beobachtete. Schon zum Beginn seiner politischen Karriere hatte er sich in der Jungen Union (JU) ein Netzwerk gesichert und versucht, mit der JU-Gefolgschaft im Rücken, voranzukommen. Dieser personenbezogene Politikstil zog sich durch seine ganze Karriere.
Dabei benutzte er immer seine Position, um Leute um sich zu scharen und Macht und Posten zu vergeben. Dass dieses Schema eine Leitlinie seiner Politik war, zeigt sich daran, dass er seine Möglichkeiten auch später in der Regierung nutzte, um der Opposition sein Entgegenkommen zu zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung der Personalpolitik für Helmut Kohl und definiert das Ziel der Arbeit, diese anhand des ersten Kabinetts von 1982 zu analysieren.
2. Eingrenzung des Begriffs Personalpolitik: Dieses Kapitel erörtert die politikwissenschaftliche Definition von Personalpolitik und erweitert diese um die wesentliche Komponente der Machtausübung.
3. Allgemeine Leitlinien der Kohl’schen Personalpolitik: Hier werden die Instrumente, Gründe und Kriterien von Kohls Personalpolitik wie Loyalität und parteiinterne Vernetzung detailliert herausgearbeitet.
4. Überprüfung der personalpolitischen Kriterien anhand des ersten Kabinett Kohls: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Kriterien mit der konkreten Besetzung des ersten Kabinetts 1982 und untersucht dabei die Rolle von CDU, FDP und CSU.
5. Abschließende Bewertung: Die Arbeit resümiert, dass Kohls Personalpolitik ein erfolgreiches Instrument zur Machtsicherung war, wobei Loyalität und Machtkonstellationen das Handeln des Kanzlers dominierten.
Schlüsselwörter
Helmut Kohl, Personalpolitik, Machtgewinn, Machtstrukturen, Erstes Kabinett, System Kohl, Koalitionsregierung, CDU, Loyalität, Parteipolitik, Regierungsstil, Ministerposten, Machtkalkül, FDP, CSU
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Personalpolitik von Helmut Kohl und zeigt auf, wie diese zur Machtsicherung des Kanzlers beigetragen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Machtmechanismen innerhalb der CDU, der Einfluss von Loyalität auf politische Karrieren und die strategische Kabinettsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die persönlichen Kriterien Kohls bei der Auswahl von Personal anhand seines ersten Kabinetts von 1982 zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen mit der empirischen Überprüfung der Kabinettszusammensetzung von 1982 verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Es werden die allgemeinen Leitlinien der Kohl'schen Personalpolitik definiert und anschließend auf das erste Kabinett sowie die Koalitionspartner angewendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Personalpolitik, System Kohl, Machtausbau, Loyalität und Koalitionsmanagement.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der FDP im Kabinett Kohl?
Der FDP wurden bei der Besetzung der ihr zugesprochenen Ressorts weitgehende Freiheiten gelassen, was zur Stabilität der Koalition beitrug.
Welchen Stellenwert hatte das Kriterium der Loyalität?
Loyalität war für Kohl die Grundvoraussetzung für Karrieren; abweichendes Verhalten führte zum Ausschluss oder zur persönlichen Distanzierung.
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- Moritz Küpper (Author), 2005, Leitlinien der Personalpolitik des Bundeskanzlers Helmut Kohl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136857