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Soziale Arbeit im Handlungsfeld der Bewährungshilfe für Erwachsene in Deutschland

Título: Soziale Arbeit im Handlungsfeld der Bewährungshilfe für Erwachsene in Deutschland

Tesis (Bachelor) , 2023 , 59 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Julian Licher (Autor)

Trabajo social
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Ziel dieser Arbeit ist es, methodische Ansätze für den Bereich des Zwangskontextes näher zu beleuchten und somit für die Sozialarbeiter:innen in der Praxis Ansatzpunkte für eine gelingende Beziehung sowie Beratung im Zwangskontext zugeben.

Hilfe erfolgt im Rahmen der Bewährungshilfe und dem damit einhergehenden Zwangskontext primär über die Beratung und der damit verbundenen Beziehung zu dem/der Klient:in. Dabei schwebt die von dem/der Bewährungshelfer:in ausgeübte Kontrolle wie ein Damoklesschwert über der Beziehung des/der Klient:in und dem/der Bewährungshelfer:in. Dazu kommt, dass sich die Sozialarbeiter:innen im Zwangskontext noch immer in einer methodischen Grauzone mit sehr wenig Unterstützung in Form theoretischer Fundierung und wissenschaftlicher Absicherung bewegen.

Der dargestellte Forschungsstand und die darin erkennbaren Problematiken führen somit zu der Forschungsfrage: Wie kann Beratung sowie Beziehung im Rahmen des Zwangskontextes Bewährungshilfe zwischen Sozialarbeiter:innen und Klient:innen gelingen? Daraus abgeleitet ergeben sich die Unterfragen: Wie sollen Sozialarbeiter:innen mit den Aspekten Kontrolle und Zwang umgehen und inwieweit ist die Motivation der Klient:innen im Kontext der Bewährungshilfe eine Kernaufgabe?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Explikationen der Begriffe Bewährungshilfe, Beratung, Beziehung

2.1 Rechtliche Rahmung und Aufgaben der Bewährungshilfe in Deutschland

2.2 Wie lässt sich Beratung in der Sozialen Arbeit definieren?

2.2.1 Allgemeine Definition von „Beratung“

2.2.2 Beratung in der Disziplin Soziale Arbeit als spezifische Form des pädagogischen Handelns

2.3 Anforderungen und Grundlagen der professionellen Beziehung in der Sozialen Arbeit

2.3.1 Darlegung der Bezugstheorien zur professionellen Beziehung in der Sozialen Arbeit

2.3.2 Die professionelle Arbeitsbeziehung in der Sozialen Arbeit und das darin verwobene Arbeitsbündnis

3 Zwang – ein immerwährender Stachel der Sozialen Arbeit

3.1 Distinktion von Zwang und Zwangskontext

3.2 Ursprung und Form von Abwehrverhalten der Klient:innen

3.3 Motivationsförderung als Kernaufgaben im Zwangskontext

3.3.1 Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci und Ryan

3.3.2 Soziale Arbeit und die Motivation von Zwangsklient:innen

3.4 Die janusköpfige Sozialarbeit in Zwangskontexten – zwischen Hilfe und Kontrolle

4 Methodisches ABC in Zwangskontexten

4.1 Auftrags- und Rollenklärung (A)

4.2 Motivation (B)

4.3 Beziehungsgestaltung in Zwangskontexten (C)

5 Fazit und kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen professioneller Beratung in Zwangskontexten der Bewährungshilfe und der daraus resultierenden Spannung zwischen Hilfe und Kontrolle, um methodische Ansatzpunkte für eine gelingende Arbeitsbeziehung und Beratung zu identifizieren.

  • Rechtliche Grundlagen und Aufgabenfelder der Bewährungshilfe in Deutschland.
  • Theoretische Fundierung professioneller Beratung und Beziehungsgestaltung in der Sozialen Arbeit.
  • Analyse von Zwangskontexten, Abwehrverhalten und Motivationsphänomenen bei Klient:innen.
  • Untersuchung des "methodischen ABC in Zwangskontexten" von Zobrist und Kähler als Orientierungshilfe.
  • Kritische Reflexion des Spannungsfeldes von Hilfe und Kontrolle im sozialarbeiterischen Handeln.

Auszug aus dem Buch

3.2 Ursprung und Form von Abwehrverhalten der Klient:innen

Nach Conen lassen sich bei jenen Klient:innen, die sich gegen Hilfeangebote von außen wehren, auffällig häufig eine hoffnungslose, pessimistische Sichtweise auf die Zukunft feststellen (vgl. Conen 1999, 288). Sie schildert, dass die aufgezwungenen Hilfen bei den Klient:innen verschiede Strategien der Kompensierung hervorbringen (vgl. ebd.). Als Beispiel benennt Conen

• „das geduldige Zuhören der Klienten bei Ratschlägen und Tipps durch professionelle Helfer, bei gleichzeitigem Beibehalten der bisherigen Lösungsstrategien,

• das Nicht-Öffnen von Türen oder Briefumschlägen

• die Nichtannahme von Telefonaten,

• das Nicht-Lesen von schriftlichen Mitteilungen,

• das Vergessen von Terminen,

• das Mißverstehen von getroffenen Vereinbarungen,

• das Eskalieren von Problemen in anderen Bereichen,

• das Einbeziehen anderer, neuer Beteiligter“ (Conen 1999, 288).

Auch Gehrmann und Müller haben sich mit unfreiwilligen Klient:innen auseinandergesetzt und benennen folgende Verhaltensweisen:

• „Klienten stimmen dem Sozialarbeiter nicht zu.

• Sie akzeptieren nicht die fachliche Einschätzung der Situation.

• Sie lehnen Hilfe ab.

• Sie empfinden ihre derzeitige Situation [...] nicht als eine, die es zu verändern gilt.

• Sie zeigen Widerstandsverhalten gegenüber den Unterstützungsangeboten.“ (Gehrmann/Müller 2002, 16)

Betrachtet man die von Conen und Gehrmann Müller beschriebenen Verhaltensweisen, stellt sich die Frage, was sind die Auslöser und Hintergründe für diese ablehnenden Verhaltensweisen. Nach Conen ist die fehlende Hoffnung die größte Triebkraft für die mangelnde Bereitschaft zur Mitarbeit von Klient:innen im Zwangskontext (vgl. Conen 2022, 64ff.). Sie macht deutlich, dass hinsichtlich der Hoffnung eine Diskrepanz zwischen professionellen Helfer:innen und den von ihnen betreuten Klient:innen besteht (vgl. Conen 2022, 66). Aus ihrer Sicht handeln professionelle Helfer:innen überwiegend unter den Grundannahmen, dass Menschen sich immer ändern können und dass Veränderung im Leben der Klient:innen positive Auswirkungen auf deren Leben und Lebensverhältnisse haben (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen in der Arbeit mit unfreiwilligen Klient:innen im Bereich der Bewährungshilfe und definiert die Forschungsfrage bezüglich gelingender Beratung und Beziehungsgestaltung unter Zwang.

2 Grundlegende Explikationen der Begriffe Bewährungshilfe, Beratung, Beziehung: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Bewährungshilfe sowie theoretische Definitionsansätze für Beratung und die Bedeutung der professionellen Beziehungsgestaltung in der Sozialen Arbeit.

3 Zwang – ein immerwährender Stachel der Sozialen Arbeit: Hier wird der Zwangsbegriff theoretisch differenziert, das Abwehrverhalten von Klient:innen analysiert und der Diskurs über das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle kritisch reflektiert.

4 Methodisches ABC in Zwangskontexten: Das Kapitel untersucht das von Zobrist und Kähler entwickelte Modell, welches Auftrags-/Rollenklärung, Motivation und Beziehungsgestaltung als zentrale Eckpfeiler für die Arbeit unter Zwang vorschlägt.

5 Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass für eine gelingende Praxis ein fundiertes Wissen über die Grundlagen der Beratung sowie eine bewusste Haltung der Sozialarbeiter:innen erforderlich sind.

Schlüsselwörter

Bewährungshilfe, Soziale Arbeit, Zwangskontext, Beratung, Arbeitsbeziehung, Klient:innen, Motivation, Hilfe und Kontrolle, Abwehrverhalten, psychologische Reaktanz, Auftrags- und Rollenklärung, Resozialisierung, professionelle Haltung, Selbstbestimmungstheorie, Zwang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Beratung und professionellen Beziehungsgestaltung von Sozialarbeiter:innen im spezifischen Kontext der Bewährungshilfe, in dem Klient:innen zur Zusammenarbeit verpflichtet sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen und theoretischen Einordnung der Bewährungshilfe, der Differenzierung von Zwangskontexten sowie der Analyse methodischer Ansätze zur Motivationsförderung und Beziehungsgestaltung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie Sozialarbeiter:innen Beratung und eine gelingende Beziehung zu Klient:innen in einem Zwangskontext erfolgreich gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturarbeit, die existierende Fachdiskurse, Theorien und methodische Modelle der Sozialen Arbeit im Zwangskontext zusammenführt und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe von Beratung und Beziehung, expliziert Zwangskontexte und das damit einhergehende Abwehrverhalten der Klient:innen und untersucht das „methodische ABC“ von Zobrist und Kähler als Unterstützung für die praktische Arbeit.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Arbeit in Zwangskontexten, professionelle Arbeitsbeziehung, Motivationsförderung unter Zwang sowie das Spannungsfeld zwischen helfender Unterstützung und institutioneller Kontrolle.

Welche Bedeutung kommt der Theorie der psychologischen Reaktanz in dieser Arbeit zu?

Die Reaktanztheorie wird genutzt, um das abwehrende Verhalten von Klient:innen in Zwangskontexten zu erklären und aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter:innen durch ihr Handeln Reaktanz vermeiden oder mindern können.

Wie bewertet der Autor das „methodische ABC in Zwangskontexten“ von Zobrist und Kähler?

Der Autor schätzt das Modell als hilfreiche Orientierungshilfe zur Strukturierung von Arbeitsabläufen ein, kritisiert jedoch, dass es als allgemeingültiger Standard nicht ausreicht und die Komplexität der Praxis sowie zeitliche Rahmenbedingungen oft unterbelichtet bleiben.

Final del extracto de 59 páginas  - subir

Detalles

Título
Soziale Arbeit im Handlungsfeld der Bewährungshilfe für Erwachsene in Deutschland
Universidad
Hamburg University of Applied Sciences
Calificación
1,3
Autor
Julian Licher (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
59
No. de catálogo
V1368804
ISBN (PDF)
9783346902252
ISBN (Libro)
9783346902269
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hilfe und Kontrolle Soziale Arbeit Sozialpädagogik Zwang Zwangskontexte Beziehung Bewährungshilfe Motivation Motivationsförderung Methodisches ABC ABC Arbeitsbeziehung Arbeitsbündnis professsionelle Arbeitsbeziehung Lutz Zobrist Kähler Lindenberg Selbstbestimmungstheorie Reaktanz Deci Ryan Klient:innen in der Sozialen Arbeit Beziehung im Zwangskontext Macht Soziale Arbeit und Macht Einzelfallhilfe Methoden der Sozailen Arbeit Methoden Strafen Justiz Abwehrverhalten Erwachsene
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julian Licher (Autor), 2023, Soziale Arbeit im Handlungsfeld der Bewährungshilfe für Erwachsene in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1368804
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