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Suchtprävention in der Schule

Título: Suchtprävention in der Schule

Tesis , 2000 , 105 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Walter Knopf (Autor)

Pedagogía - General
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0. Einleitung

Sucht ist ein weltweit verbreitetes Phänomen, das vor allem in den
Industriegesellschaften als Problem mit epidemischem Ausmaß
begriffen wird. Viele Institutionen in den modernen Gesellschaften
sind mit den Auswirkungen der Sucht beschäftigt: Gesundheitswesen,
kommunale Verwaltungen, Politik und Justiz. Ebenso werden viele
Maßnahmen ergriffen, die der Sucht Einhalt gebieten sollen. Da
Sucht eng an die Einnahme psychotroper Substanzen gebunden ist, ist
ihr Konsum gesetzlich geregelt, es wird in legale und illegale
Suchtstoffe unterschieden, die von Land zu Land unterschiedlich
definiert werden. In der Bundesrepublik gilt das
Betäubungsmittelgesetz (BtMG), das Besitz und Handel psychotroper
Substanzen strengen Richtlinien unterwirft.
Polizei und Justiz sind mit der Überwachung dieses Gesetzes
beauftragt, ein erheblicher Teil der Inhaftierten in Vollzugsanstalten rekrutiert sich aus Delikten gegen das BtMG; ein Drittel der Inhaftierten sind drogensüchtig, darunter überproportional viele Frauen und Kurzzeitinhaftierte ("Aktuelle Stunde" im WDR-Fernsehen vom 17.4.00). Darüberhinaus wird Sucht in unserer Gesellschaft vor allem in wirtschaftlichen Zahlen erfaßt, d.h. im Gesundheitswesen werden Therapieplätze und -kosten errechnet, die Wirtschaft stellt Statistiken zu Arbeitsausfällen und
Produktivitätseinbußen auf.
Das Thema Sucht erfährt aber auch in der Öffentlichkeit eine breite Aufmerksamkeit. Die Angst, mit Sucht konfrontiert zu werden, trifft
vor allem Eltern, die fürchten, daß ihre Kinder angesichts des großen
und leicht zugänglichen Angebots an Suchtstoffen süchtig werden.
Dies führt zu verschiedenartigsten Bemühungen, sich davor zu
schützen, z.B. versuchen Eltern, Einfluß auf das Schulgeschehen zu
nehmen, um dort den Drogenhandel zu unterbinden.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Sucht und Gesellschaft

1.1Drogen als Teil der Kultur

1.2 Geschichte der Sucht

1.3 Sucht in der Moderne

1.4 Die Suchtgesellschaft?

2. Definitionen der Sucht

2.1 Soziologische Definition der Sucht

2.2 Medizinische Definition der Sucht

2.3 Psychosoziale Definiton der Sucht

2.3.1 Zeitliche Dimension der Sucht

2.3.2 Sucht als entwicklungshemmender Faktor

2.3.3 Ökologische Perspektive der Sucht

3. Individuelle Pathologie der Sucht

4. Ätiologien der Sucht

4.1 Genetische Ursachen

4.2 Psychoanalytische Theorien

4.3 Lerntheorien

4.4 Sozialpsychologische Theorien

4.5 Biologisch-phylogenetische Theorien

4.6 Mythologisch-existentielle Theorien

5. Zusammenfassung des ersten Teils

6. Jugend und Drogen

6.1 Jugendkultur und Drogen

6.2 Epidemiologie des Drogenkonsums bei Kindern und Jugendlichen

6.3 Funktionalität verschiedener Drogen

6.4 Grundstörungen als Voraussetzung schulischer Suchtprävention

6.4.1 Problemstellung

6.4.2 Adoleszenz als Initialstadium

6.5 Suchtbegünstigende Faktoren in der Familie

6.5.1 Elterliches Modellverhalten?

6.5.2 Broken-home-Sitution?

6.5.3 Erziehungs- und Interaktionsstil

6.5.4 Erfahrungen aus der klinischen Suchttherapie

6.5.5 Resümee

6.6 Personale Auslösefaktoren des Konsums von Drogen

6.6.1 Persönlichkeitsmerkmale

6.6.2 Entwicklungsstörungen

6.7 Zusammenfassung des zweiten Teils

7. Suchtprävention

7.1 Allgemeines

7.2 Sexualerziehung

7.2.1 Begründung

7.2.2 Konsequenzen

7.3 Sensorische Erziehung, Körpererleben

7.4 Bildung

7.5 Elternarbeit

7.6 Kommunikation

8. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten der Suchtprävention im schulischen Kontext zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Schule als Institution präventiv wirken kann, indem sie nicht nur auf reinen Informationsunterricht setzt, sondern die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen der Schüler stärkt.

  • Kulturgeschichtliche und gesellschaftliche Einordnung des Suchtphänomens
  • Entwicklungspsychologische Aspekte der Sucht bei Kindern und Jugendlichen
  • Die Rolle familiärer Interaktionsmuster bei der Suchtentstehung
  • Schulische Präventionsansätze durch Sexualerziehung, Bildung und Kommunikation
  • Bedeutung der authentischen Lehrerrolle und Lehrerfortbildung

Auszug aus dem Buch

6.5.2 Broken-home-Situation?

Die solcherart im vorigen Kapitel gefundenen Zusammenhänge zwischen dem Drogenkonsum von Eltern und Kindern sind allerdings nicht zwingend auf das Modellernen zurückzuführen, weshalb sie mit Vorsicht zu betrachten sind (vgl. Waibel 1993). Vorstellbar ist auch, daß sich die intergenerative Weitergabe bestimmter Verhaltensmuster auf ganz anderen Wegen vermittelt als hier zunächst unterstellt.

Ähnliches gilt für die ebenfalls immer wieder zur Begründung des Drogenkonsums von Kindern und Jugendlichen vorgebrachte "broken-home"-Theorie. Damit ist gesagt, daß Kinder und Jugendliche aus unvollständigen Familien, also vor allem solche mit einem alleinerziehenden Elternteil, häufiger Drogen konsumierten als andere Kinder.

Sieber (1993) bestätigt diese Theorie aufgrund seiner Metaanalyse ausschließlich für den Alkoholkonsum. Hornung et al. (1983) finden Zusammenhänge zwischen broken-home-Situation und dem Konsum illegaler Drogen, weisen aber darauf hin, daß es besonders auf das Alter der Kinder ankomme, in dem die broken-home-Situation eintritt. In ihrer Studie stieg der Konsum illegaler Drogen gegenüber Kindern aus kompletten Familien, wenn diese zum Zeitpunkt des Auseinanderbrechens der Familie zwischen sieben und vierzehn Jahre alt waren, und war dort am stärksten, wo die Kinder älter als vierzehn Jahre waren. Sie vermuten, daß Kinder in diesem Alter die Familie bereits als Ganzes wahrnehmen und von daher ein Auseinanderbrechen eher als Verlust an Orientierung und emotionaler Sicherheit empfinden als jüngere Kinder, die noch stärker auf die Mutter fixiert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sucht als gesellschaftliches Phänomen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

1. Sucht und Gesellschaft: Analyse der kulturgeschichtlichen Einbettung von Drogen und der Entwicklung des Suchtbegriffs in der Moderne.

2. Definitionen der Sucht: Gegenüberstellung soziologischer, medizinischer und psychosozialer Ansätze zur Definition von Sucht.

3. Individuelle Pathologie der Sucht: Betrachtung der Sucht als pathologische Beziehungsform zwischen Individuum und Umwelt.

4. Ätiologien der Sucht: Überblick über genetische, psychoanalytische, lerntheoretische und sozialpsychologische Erklärungsmodelle.

5. Zusammenfassung des ersten Teils: Rekapitulation der theoretischen Grundlagen und Überleitung zur kind- und jugendspezifischen Problematik.

6. Jugend und Drogen: Untersuchung der Faktoren für Drogenkonsum bei Jugendlichen, inklusive Familienumfeld und persönlicher Merkmale.

7. Suchtprävention: Darstellung konkreter pädagogischer Ansätze für die Schule, wie Sexualerziehung und sensorische Förderung.

8. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen: Fazit zur Relevanz der schulischen Suchtprävention und Bedeutung der Persönlichkeitsförderung.

Schlüsselwörter

Suchtprävention, Drogenkonsum, Jugendkultur, Schule, Elternhaus, Sozialisation, Psychosoziale Entwicklung, Sexualerziehung, Körperschema, Sucht, Adoleszenz, Familiäre Interaktion, Persönlichkeitsmerkmale, Suchtprophylaxe, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Sucht und Drogenkonsum im Kindes- und Jugendalter, insbesondere unter dem Aspekt, wie Schule präventive Unterstützung leisten kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die gesellschaftliche Einordnung der Sucht, entwicklungspsychologische Faktoren, familiäre Einflüsse sowie konkrete schulische Ansätze zur Suchtvorbeugung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Suchtprävention im schulischen Kontext effektiver ist, wenn sie als integrierte Persönlichkeitsbildung verstanden wird, anstatt nur durch isolierte Unterrichtseinheiten zu erfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse und die Integration systemtheoretischer sowie entwicklungspsychologischer Erkenntnisse zur Suchtforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen von Sucht, wie z.B. das familiäre Klima, die Rolle der Adoleszenz und persönliche Bewältigungsstrategien von Jugendlichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Suchtprävention, Adoleszenz, Familiäre Interaktion, Körperschema und pädagogische Suchtprophylaxe.

Warum spielt die Sexualerziehung eine Rolle bei der Suchtprävention?

Weil Sexualität eng mit Identitätsfindung und Beziehungsfähigkeit verknüpft ist; eine positive Entwicklung in diesem Bereich stärkt die Widerstandsfähigkeit des Individuums gegenüber Drogen.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Drogengefährdung?

Die Familie fungiert als primäre Sozialisationsinstanz. Insbesondere durch "Glaubenssysteme", rigide Rollenzuweisungen oder mangelnde emotionale Offenheit können familiäre Strukturen den Drogenkonsum als Kompensationsversuch begünstigen.

Final del extracto de 105 páginas  - subir

Detalles

Título
Suchtprävention in der Schule
Universidad
University of Cologne  (Seminar für Erziehungsschwierigenpädagogik)
Calificación
2,0
Autor
Walter Knopf (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
105
No. de catálogo
V136
ISBN (Ebook)
9783638100953
Idioma
Alemán
Etiqueta
Prävention Sucht Schule Sexualerziehung Bildung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Walter Knopf (Autor), 2000, Suchtprävention in der Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136
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