Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Relationships and Family

Prekarität als Chance und Barriere der Weiblichkeit (Interviewanalyse)

Lebensführung und Geschlechterarrangements im Wandel

Title: Prekarität als Chance und Barriere der Weiblichkeit (Interviewanalyse)

Term Paper , 2008 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Weigt (Author)

Sociology - Relationships and Family
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Arbeitsmarkt ist unsicher geworden. Von den einen als These häufig formuliert, ist sie für Andere Realität. Frauen sind stärker von der Prekarität betroffen, als es bei den Männern der Fall ist. Die Frauen sind in der Schule erfolgreicher, aber in der Berufswelt gegenüber der männlichen Bevölkerung benachteiligt, somit laufen nach Rainer Geißler die guten Bildungschancen nicht analog mit den Berufschancen einer Frau. „In der Arbeitswelt- dem Kernbereich der geschlechtstypischen Ungleichheiten- sind die Männerprivilegien erheblich resistenter als im Bildungssystem.“ (Geißler, 2006, 306)
Die nachstehenden Interviewanalysen, welche nur einen mikrosoziologischen Ausschnitt zu diesem Thema gewährleisten, sollen die Fragen geklärt werden, ob Prekarität für die Frauen als Chance oder als Barriere verstanden wird, hierbei schließt sich die zweite Frage ein, ob eben diese Prekarität in der beruflichen Dimension Einfluss auf das weibliche Rollenverständnis nimmt.
Das methodische Vorgehen gestaltet sich folgendermaßen: Die qualitative Forschung versucht herauszufinden, wie Menschen einen Sachverhalt sehen, welche individuelle Bedeutung er für sie hat und welche Handlungsmotive in diesem Zusammenhang auftreten. (siehe www.pze.at) Aus diesen Gründen setze ich mich in dieser Arbeit mit der Thematik der Geschlechterarrangements in prekärer Lebenssituation durch zwei Interviewanalysen auseinander. Die Arbeitsschritte und methodischen Vorgänge, angelehnt an die Grounded Theory nach Anselm L. Strauss und an die Habitus- Hermeneutik, werden sich folgendermaßen gliedern: nach der Vorstellung des Interviews (3.) durch eine Kurzbiografie (3.1.) und der Kategorienbildung anhand des offene Kodierens (3.2.), wird das Interview anhand verschiedener Arbeitsschritte analysiert und interpretiert (4.). Hierbei werden Arbeits(hypo)thesen aufgestellt (4.1.) und anschließend das axiale Kodieren durchgeführt, wobei die Schlüsselkategorien näher betrachtet werden und das Entwickeln von Habitusmustern im Vordergrund stehen soll (4.2.) Im Kapitel 5 ist der Fallvergleich mit dem zweiten Interview zentral. Der Fall wird ebenfalls kurz dargestellt (5.1.) und nach Strauss das „Theoretical Sampling“ durchgeführt (5.2.), d.h. die beiden Interviews werden in Bezug zu den aufgestellten Arbeitshypothesen gesetzt. Hier werden dann Differenzen und Parallelitäten herausgearbeitet. Im Schlussteil dieser Arbeit werden dann zusammenfassende Ergebnisse präsentiert (6.).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodisches Vorgehen

3. Vorstellen des Interviews

3.1. Kurzbiografie

3.2. Kategorienbildung: offenes Kodieren

4. Interviewanalyse

4.1. Arbeitshypothesen und Arbeitsthesen

4.2. Axiales Kodieren: die Schlüsselkategorien näher Betrachten und

das Entwickeln von Habitusmustern

5. Fallvergleich

5.1. Fallbeschreibung des zweiten Interviews

5.2. „Theoretical Sampling“: Parallelitäten und Differenzen vom

ersten Interview mit dem Zweiten

6. Fazit

7. Anhang

7.1. Kurzbiografie

7.2. Kodierschema

7.3. Zusammenfassung Kodes- Kategorien-Schlüsselkategorien

8. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss prekärer beruflicher Situationen auf das geschlechtsspezifische Rollenverständnis von Frauen. Ziel ist es, mittels qualitativer Interviewanalysen zu klären, ob eine prekäre Lebenssituation als Chance oder Barriere für die weibliche Identitätsentwicklung und Alltagsgestaltung verstanden werden kann.

  • Analyse von Lebensführung und Geschlechterarrangements im Wandel.
  • Untersuchung von Aneignungspraktiken gesellschaftlicher Umbrüche bei Beschäftigten im ostdeutschen Einzelhandel.
  • Vergleich von individuellen Bewältigungsstrategien gegenüber Arbeitsmarktunsicherheiten.
  • Verknüpfung von beruflicher Identität und privater Rollenverteilung in der Partnerschaft.

Auszug aus dem Buch

3.2. Kategorienbildung: offenes Kodieren

Zunächst einmal wird das offene Kodieren praktiziert, da es der erste Schritt ist, sich dem Interview zu nähern. Dabei wird das Interview auf zentrale Kodes hin ergründet, um aus diesen Kodes Kategorien zu bilden, welche ein Netzwerk bilden und mit denen Schlüsselkategorien erschlossen werden können, die dann wiederum in Beziehung zueinander gesetzt und in andere Zusammenhänge integriert und analysiert werden können.

Zum Beginn des Interviews, d.h. in der Eingangssequenz, wird die Interviewte hinsichtlich ihres Betriebes befragt, d.h. mit welchen Gütern und Waren der Betrieb handelt und warum ihr die Arbeit gefällt. Sie ist in einem Großhandel für Textilstoffe tätig. Sie gibt einerseits Angaben zu ihren Arbeitszeiten und auf der anderen Seite über ihren Aufgabenfeldern. Eine Beschreibung des Arbeitsumfeldes, sprich wer in diesem Betrieb tätig ist, und Aussagen über Zufriedenheit mit dieser Arbeit, schließt sich an. Die zusammengetragenen Kodes aus dem Interview lassen sich demgemäß als Kategorie zusammenfassen: „Beschreibung der gegenwärtigen beruflichen Situation“.

Weiter offenbart die Interviewte ihre geringe Lernbereitschaft, in dem sie zwar Fehler einsieht und sich auch entschuldigt, diese aber auf ihr Alter zurückführt. Sie meint aber auch: „Peanuts! Sag ick mir. Jibt schlimmere Sachen, finde ick jedenfalls, So se ick dit, und ick bin so'n Leck-misch-am- Arsch, so (Fauchen), so...(Lachen). Naja, wat soll ick denn dazu sagen? Wenn ick'n Fehler mache, mehr als entschuldigen kann man sich nicht.“ (14/458-461) Daraus entsteht ein Gerechtigkeitsprinzip, welches auf individuelle Erfahrungen und Lebenssituation der interviewten Person zurück zu schließen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Untersuchung in den soziologischen Kontext des Wandels der Lebensführungen und Geschlechterarrangements im ostdeutschen Einzelhandel ein.

2. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die Anwendung der Grounded Theory nach Anselm L. Strauss und der Habitus-Hermeneutik als methodische Grundlage der qualitativen Analyse.

3. Vorstellen des Interviews: Hier erfolgt die Kurzbiografie der Interviewperson sowie die initiale Kategorienbildung durch offenes Kodieren der Daten.

4. Interviewanalyse: Dieses Kapitel führt die Arbeitshypothesen ein und verdichtet die Kodes durch axiales Kodieren zu zentralen Schlüsselkategorien.

5. Fallvergleich: Hier werden die Ergebnisse des ersten Interviews mittels eines zweiten Vergleichsfalls kontrastiert, um Parallelitäten und Differenzen im „Theoretical Sampling“ herauszuarbeiten.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Hypothese, inwieweit Prekarität als Chance oder Barriere für das weibliche Rollenverständnis fungiert.

7. Anhang: Der Anhang bietet detaillierte Kurzbiografien, das verwendete Kodierschema sowie eine tabellarische Zusammenfassung der Kodes und Kategorien.

8. Literaturangaben: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Prekarität, Geschlechterarrangements, Lebensführung, Habitus, Einzelhandel, Ostdeutschland, Identität, Rollenverständnis, Arbeitsthesen, Grounded Theory, Identitätsentwicklung, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen, qualitative Sozialforschung, Fallanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Einfluss von beruflichen Prekaritätsbedingungen auf das geschlechtsspezifische Rollenverständnis von Frauen am Beispiel von Beschäftigten im ostdeutschen Einzelhandel.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen der Wandel von Geschlechterarrangements, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die subjektive Bewältigung von Arbeitsmarktunsicherheiten durch die befragten Frauen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob eine prekäre Arbeitssituation für die betroffenen Frauen eher eine Chance zur individuellen Lebensgestaltung oder eine Barriere für ihre berufliche und persönliche Identität darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung, insbesondere die Grounded Theory nach Anselm L. Strauss sowie die Habitus-Hermeneutik.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Interviewanalyse, die Entwicklung von Arbeitshypothesen, die Identifikation von Schlüsselkategorien durch axiales Kodieren sowie einen vergleichenden Fallvergleich.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Schlüsselbegriffen zählen Prekarität, Geschlechterarrangements, Lebensführung, Habitus sowie die Transformation der Erwerbsbiografie im Kontext des ostdeutschen Arbeitsmarktes.

Welche Rolle spielt die ostdeutsche Biografie für die Interviewten?

Die ostdeutsche Biografie prägt das Rollenverständnis maßgeblich, da die Frauen eine Sozialisation erfahren haben, in der Erwerbstätigkeit als gesellschaftliche Norm und Voraussetzung für Gleichberechtigung tief verankert ist.

Wie unterscheidet sich der Fallvergleich vom ersten Interview?

Der Fallvergleich kontrastiert die individuellen Bewältigungsstrategien der beiden Interviewten, wobei Unterschiede in der Alterskohorte, der familiären Bindung und der Einstellung zum Beruf als diskursive Faktoren herausgearbeitet werden.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Prekarität als Chance und Barriere der Weiblichkeit (Interviewanalyse)
Subtitle
Lebensführung und Geschlechterarrangements im Wandel
College
University of Potsdam
Grade
2,0
Author
Franziska Weigt (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V137070
ISBN (eBook)
9783640632985
ISBN (Book)
9783640633272
Language
German
Tags
Prekarität Chance Barriere Weiblichkeit Lebensführung Geschlechterarrangements Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Weigt (Author), 2008, Prekarität als Chance und Barriere der Weiblichkeit (Interviewanalyse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137070
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint