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Die Sozialisationsinstanz Kindergarten unter näherer Betrachtung des interaktionistischen Ansatzes von Georg Herbert Mead

Title: Die Sozialisationsinstanz Kindergarten unter näherer Betrachtung des interaktionistischen Ansatzes von Georg Herbert Mead

Term Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Franziska Weigt (Author)

Sociology - Children and Youth
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Der Begriff Sozialisation manifestiert die Annahme, dass der Heranwachsende die Werte, Normen, Strukturen und andere gesellschaftliche Prozesse internalisiert. Aufgrund der Interaktion mit der spezifischen und materiellen Umwelt entwickelt das Individuum seine Persönlichkeit. Dennoch umfasst Sozialisierung einiges mehr. In der modernen Gesellschaft wird dieser Prozess durch verschieden Instanzen übernommen. Einerseits steht das Werden des Individuums zum gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt im Vordergrund, andererseits sind die gesellschaftlichen Prozesse, die auf die Entwicklung des Individuums einwirken, ebenso relevant.
Da die gesellschaftlichen Prozesse umfangreich sind und die Familie als alleinige Sozialisationsinstanz nicht genügt, werden Kindergarten, Vorschule und Schule als primäre Institutionen verstanden, die auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Jeden Einfluss nehmen.
Die soziale beziehungsweise objektive Welt setzt sich im Sozialisationsprozess aus der Familie, den peer-groups, den verschieden Institutionen, der Kultur und anderen Instanzen zusammen. Diese implizieren verschiedene Rollen und Positionen, sowie das Normen- und Wertesystem der Gesellschaft.
In dieser Arbeit soll die Sozialisationsinstanz Kindergraten näher betrachtet werden. Nach der Analyse von Organisationsstrukturen, Funktionen, Aufgaben und Bedingungen eines Kindergartens, werde ich mich hauptsächlichen dem Subjekt zuwenden. Wie entfaltet das Individuum, während des Sozialisierungsprozess, seine Persönlichkeit und wie wird es zum handlungsfähigen Subjekt in der Gesellschaft? Hierbei werde ich mich insbesondere auf den Soziologen Georg Herbert Mead konzentrieren. Dies involviert die Auseinandersetzung des interaktionischen Ansatzes, d.h. dem Rollenhandeln und der Persönlichkeitsentwicklung durch Interaktion und Kommunikation.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GEDANKEN ZUR SOZIALISIERUNG UND PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

3. DER STELLENWERT DES KINDERGARTENS ALS SOZIALISATIONSINSTANZ

3.1. GESELLSCHAFTLICHER AUFTRAG DES KINDERGARTENS

3.2. DER SITUATIONSANSATZ

4. DER KINDERGARTEN ALS LEBENS- UND ERFAHRUNGSRAUM

5. NEUSTRUKTURIERUNG DES KINDERGARTENLEBENS

6. SYMBOLISCHE INTERAKTION IN BEZUG ZUR SOZIALISATION IM KINDERGARTEN

6.1 GRUNDANNAHMEN DES SYMBOLISCHEN INTERAKTIONISMUS´ NACH G. H. MEAD

6.2. BEDINGUNGEN SOZIALEN LERNENS IM KINDERGARTEN

6.3. INTERAKTION UND ROLLE

6.3.1 Was wird unter Rollenhandeln verstanden?

6.4. INTERAKTION UND IDENTITÄT

6.5. INTERAKTIONISTISCHE STRUKTUREN DES KINDERGARTENALLTAGS

7. RELEVANZ DES KINDERGARTENS HINSICHTLICH DER SCHULISCHEN SOZIALISATION: EIN KLEINER AUSBLICK

8. ABSCHLUSS

9. LITERATURANGABE

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Kindergarten als zentrale Sozialisationsinstanz und analysiert, wie Kinder dort durch Interaktionsprozesse ihre Persönlichkeit entwickeln und zu handlungsfähigen Subjekten innerhalb der Gesellschaft werden, wobei ein besonderer Fokus auf dem interaktionistischen Ansatz von Georg Herbert Mead liegt.

  • Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung im Kindesalter
  • Die Funktion und der gesellschaftliche Auftrag des Kindergartens
  • Symbolischer Interaktionismus nach G. H. Mead
  • Bedeutung des kindlichen Spiels für die Identitätsbildung
  • Übergang von der vorschulischen zur schulischen Sozialisation

Auszug aus dem Buch

6.3.1 Was wird unter Rollenhandeln verstanden?

„Das eigene Verhalten ist an potentiellen Reaktionen von Partnern ausrichtbar geworden. Damit ist ein gezielte Verbindung von Handlungen möglich, [die sich an] Verhaltenserwartungen orientier[t]; da der Partner prinzipiell über dieselbe Fähigkeit verfügt, ist ein gemeinsam verbindliches Muster wechselseitiger Verhaltenserwartungen Vorraussetzung kollektiven Handelns. (…) Der Begriff der Rolle bezeichnet eben das Muster der Verhaltenserwartung; „taking the role of the other“ ist die Antizipation des Verhaltens des Anderen, nicht etwa die Einnahme seiner Stellung in einem organisierten sozialen Zusammenhang. (…) Der Einzelne macht dann sein eigenes Verhalten in ähnlicher Weise zum Objekt seiner Betrachtung wie das seiner Partner, er sieht sich selbst aus der Perspektive des Anderen.“ (Joas, 2003,176)

Des Weiteren unterscheidet Herbert Mead das „role- making“ und das „role- taking“ (siehe Tillmann, 2006, 139). Das „role- making“ bedeutet, dass sich Subjekt (Ego) in die Rolle des Kommunikationspartners (Alter) versetzen kann. Er kann die geführte Kommunikation aus der Perspektive seines Partners vernehmen, dies nennt Mead „Perspektivübernahme“ (ebenda). Die Perspektive des Kommunikationspartners zu übernehmen hat zum Vorteil, dass Ego erkennt, welche Erwartungshaltung ihm gegenüber besteht. Ego übernimmt eine Rolle, bei der er denkt, dass dieses Verhalten von ihm erwartet wird. Das „role- taking“ hingegen setzt voraus, dass das handelnde Ego im Kommunikationsprozess seinen Identitätsentwurf einbringt, der konträr zu der von Alter angenommen Rolle sein wird. Demnach muss sich Alter auf das „role- making“ von Ego einstellen (ebenda). Rollen werden bei Mead nicht als äußerlich festgelegte Verhaltensanforderungen verstanden, sondern sie werden im Kommunikationsprozess zwischen den Subjekten ausgehandelt und individuell gebildet (ebenda).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert den Begriff Sozialisation und führt in die Fragestellung ein, wie Kinder durch Interaktion zu handlungsfähigen Subjekten werden.

2. GEDANKEN ZUR SOZIALISIERUNG UND PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG: Dieses Kapitel erörtert die Persönlichkeitsentwicklung als aktiven Austauschprozess zwischen dem Individuum und seiner sozialen Umwelt.

3. DER STELLENWERT DES KINDERGARTENS ALS SOZIALISATIONSINSTANZ: Es wird die Rolle des Kindergartens als Erfahrungsraum und Unterstützer der Familie bei der Vorbereitung auf die Schule analysiert.

4. DER KINDERGARTEN ALS LEBENS- UND ERFAHRUNGSRAUM: Hierbei werden der gesellschaftliche Wandel und die damit verbundene Notwendigkeit, den Kindergarten als Lebensort für Kinder zu gestalten, thematisiert.

5. NEUSTRUKTURIERUNG DES KINDERGARTENLEBENS: Das Kapitel befasst sich mit der Notwendigkeit einer institutionellen Betreuung aufgrund veränderter Familienstrukturen und Erwerbsmodelle.

6. SYMBOLISCHE INTERAKTION IN BEZUG ZUR SOZIALISATION IM KINDERGARTEN: Der Hauptteil erläutert die Theorie von G. H. Mead und deren Anwendung auf Rollenhandeln, Identitätsbildung und soziales Lernen im Kindergarten.

7. RELEVANZ DES KINDERGARTENS HINSICHTLICH DER SCHULISCHEN SOZIALISATION: EIN KLEINER AUSBLICK: Das Kapitel vergleicht den Kindergarten mit der Schule und untersucht das Spannungsverhältnis zwischen beiden Institutionen.

8. ABSCHLUSS: Die Arbeit resümiert die Bedeutung des Kindergartens für die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen von Rollenhandeln.

9. LITERATURANGABE: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Kindergarten, Georg Herbert Mead, Persönlichkeitsentwicklung, Symbolischer Interaktionismus, Rollenhandeln, Identität, Interaktion, Soziales Lernen, Kleinkindpädagogik, Subjektwerdung, Spiel, Kommunikation, Schulfähigkeit, Bildungsinstanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Kindergartens als Sozialisationsinstanz und analysiert, wie Kinder dort durch Interaktionsprozesse ihre Persönlichkeit entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören der gesellschaftliche Auftrag des Kindergartens, die Theorie des symbolischen Interaktionismus sowie die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, wie das Individuum während des Sozialisationsprozesses im Kindergarten seine Persönlichkeit entfaltet und zum handlungsfähigen Subjekt in der Gesellschaft wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse soziologischer und pädagogischer Ansätze, insbesondere die Interaktionstheorie nach Georg Herbert Mead.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv den Grundannahmen des symbolischen Interaktionismus, Bedingungen sozialen Lernens und der Rolle von Kommunikation bei der Identitätsbildung von Kindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sozialisation, Kindergarten, Rollenhandeln, symbolischer Interaktionismus, Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen "role-making" und "role-taking"?

Das "role-making" beschreibt die Perspektivübernahme des Kommunikationspartners, während das "role-taking" voraussetzt, dass das Ego seinen eigenen Identitätsentwurf in die Kommunikation einbringt.

Welchen Stellenwert nimmt das Spiel im Kindergartenkonzept ein?

Das Spiel gilt als zentrales Medium der kindlichen Entwicklung, durch welches soziale Normen erlernt, Motorik geschult und die psychische Stabilität gefördert werden.

Wie wird das Spannungsverhältnis zwischen Kindergarten und Schule beschrieben?

Der Kindergarten bietet Freiräume für kindliche Entwicklung, während die Schule durch Lehrpläne und Leistungsdruck stärker auf Konformität und Selektion ausgerichtet ist.

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Details

Title
Die Sozialisationsinstanz Kindergarten unter näherer Betrachtung des interaktionistischen Ansatzes von Georg Herbert Mead
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Franziska Weigt (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V137073
ISBN (eBook)
9783640451296
ISBN (Book)
9783640451494
Language
German
Tags
Sozialisationsinstanz Kindergarten Betrachtung Ansatzes Georg Herbert Mead
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Weigt (Author), 2007, Die Sozialisationsinstanz Kindergarten unter näherer Betrachtung des interaktionistischen Ansatzes von Georg Herbert Mead, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137073
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