Die vorliegende Arbeit gehört zum Bereich der Übersetzungswissenschaft. Ihr Gegenstand ist die Übersetzungsmethodik der Kulturspezifik in einem literarischen Text. Sie konzentriert sich auf Übersetzung der kulturspezifischen Elemente, Realia, aus der jüdischen Kultur. Als Materialgrundlage der vorliegenden Arbeit diente Kniga Žizni des russischen Autors Simon Dubnow und die Übersetzung seines Werks, Buch des Lebens. Die Wahl des Materials ist vor allem dem persönlichen Interesse der Autorin geschuldet. Weitere Gründe dafür werden in Kapitel 5 dieser Arbeit erklärt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GESCHICHTLICHER HINTERGRUND
2.1 JUDEN IN DEUTSCHLAND
2.2 SPRACHEN IN DEN DEUTSCHEN GEBIETEN
2.3 JUDEN IN RUSSLAND
2.4 SPRACHEN IN DEN RUSSISCHEN GEBIETEN
2.5 SIMON DUBNOW: SEIN LEBEN UND WIRKEN
3 INFORMATIONEN ZU DEN EDITIONEN
3.1 SIMON DUBNOWS „KNIGA ŽIZNI“: ERST- UND NEUAUSGABE
3.2 DIE ÜBERSETZUNG DER NEUAUSGABE INS DEUTSCHE
4 FORSCHUNGSSITUATION
4.1 DIE VORHANDENEN FORSCHUNGSARBEITEN IN DEN VERWANDTEN BEREICHEN
5 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND
5.1 TEXTSORTE
5.2 ADRESSAT
6 LINGUISTISCHES MATERIAL
6.1 DEFINITIONEN
6.2 ANALYSE UND KATEGORISIERUNG DER BEGRIFFE
6.3 THEORIE ZU DEN ÜBERSETZUNGSLÖSUNGEN
6.4 ANALYSE DER ÜBERSETZUNG
7 „VERFREMDENDE ÜBERSETZUNG“
8 DIE ROLLE DES ÜBERSETZERS
9 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übersetzungsmethodik kulturspezifischer Elemente (Realia) aus der jüdischen Kultur, wobei Simon Dubnows Werk "Kniga Žizni" und dessen deutsche Übersetzung "Buch des Lebens" als primäre Materialgrundlage dienen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die spezifische russisch-jüdische kulturelle Prägung im Zieltext unter Berücksichtigung von Äquivalenz und Lesbarkeit erhalten bleibt.
- Analyse jüdischer Realia im Sprachenpaar Russisch/Deutsch
- Untersuchung von Übersetzungsmethoden für kulturspezifische Begriffe
- Die Rolle der Textsorte (Autobiographie vs. Kommentar) bei der Übersetzung
- Betrachtung der "verfremdenden Übersetzung" und der Rolle des Übersetzers
Auszug aus dem Buch
6.4 Analyse der Übersetzung
Nach der detaillierten Betrachtung wurden alle ausgewählten Begriffe, bzw. ihre Übersetzungen, nach Art der Übersetzungsmethode nach Reiß in mehrere Kategorien eingeteilt. Es ergaben sich dadurch keine direkten Entlehnungen.
Die größte und hiermit die erste behandelte Gruppe der Übersetzungsfälle beträgt 28 Annotierungen. Somit wurde zirka ein Drittel der ausgewählten Begriffe direkt aus dem russischen Originaltext übertragen, wobei alle Realia ihre ursprüngliche Form behielten, und bedurften keiner Erklärung im Text. Das heißt, alle Hebraismen, Jiddischismen und andere Fremd- und Lehnwörter wurden auch ins Deutsche übernommen und wurden im Text nicht hervorgehoben. Zu 99 % gab es zu jedem Begriff eine erklärende Definition in den Anmerkungen und/oder im Glossar am Ende des Bandes.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Übersetzungswissenschaft, insbesondere die methodische Behandlung von Realia in Simon Dubnows Werk.
2 GESCHICHTLICHER HINTERGRUND: Überblick über das jüdische Leben sowie die sprachliche Situation in Deutschland und Russland als Kontext für das Werk.
3 INFORMATIONEN ZU DEN EDITIONEN: Beschreibung der Entstehung von "Kniga Žizni" und der Zielsetzung der deutschen Neuausgabe.
4 FORSCHUNGSSITUATION: Darstellung des wissenschaftlichen Forschungsstandes bezüglich jüdischer Realia im Kontext der Übersetzungswissenschaft.
5 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND: Erörterung der Materialauswahl, der Textsorten-Merkmale und des Zielpublikums.
6 LINGUISTISCHES MATERIAL: Definition relevanter Begriffe sowie Kategorisierung und detaillierte Analyse der ausgewählten 75 Realia.
7 „VERFREMDENDE ÜBERSETZUNG“: Einführung eines eigenen Begriffs zur Beschreibung der Übersetzung von Realia außerhalb der klassischen Reiß-Methodik.
8 DIE ROLLE DES ÜBERSETZERS: Analyse der übersetzerischen Leistung im Hinblick auf die Schaffung einer "doppelten Identität" des Textes.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließende Betrachtung der Vergleichbarkeit der Repräsentation jüdischer Kultur im Sprachenpaar Russisch/Deutsch.
Schlüsselwörter
Übersetzungswissenschaft, Realia, Jüdische Kultur, Simon Dubnow, Kniga Žizni, Kulturspezifik, Fremdwort, Lehnwort, Annotierung, Transferierende Übersetzung, Verfremdende Übersetzung, Jiddischismen, Hebraismen, Äquivalenz, Kulturtransfer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Übersetzungsmethodik von kulturspezifischen Elementen, sogenannten Realia, in einem literarischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Geschichte der Juden in Deutschland und Russland, sprachliche Kontaktphänomene (Jiddisch, Hebräisch, Russisch, Deutsch) und die Übersetzungstheorie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, wie die spezifische russisch-jüdische kulturelle Prägung von Simon Dubnows Werk bei der Übersetzung ins Deutsche bewahrt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse und Kategorisierung der Realia durchgeführt, basierend auf Übersetzungstheorien, insbesondere nach Katharina Reiß.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den geschichtlichen Hintergrund, die Analyse der Übersetzungsmethoden anhand von Fallbeispielen sowie die Reflexion der Übersetzerrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Realia, Kulturspezifik, Übersetzungswissenschaft, Simon Dubnow, Jüdische Kultur, Äquivalenz und Transfer.
Warum wurde das Werk "Kniga Žizni" für diese Analyse ausgewählt?
Aufgrund seiner hohen Dichte an jüdischen Realia und seiner dualen Funktion als Autobiographie und Kommentar eignet es sich ideal für eine übersetzungswissenschaftliche Untersuchung.
Was versteht die Autorin unter einer "verfremdenden Übersetzung"?
Dies ist ein eigens eingeführter Begriff für Fälle, in denen Begriffe im Original in einem neutralen Kontext stehen, in der Übersetzung jedoch als spezifisch jüdische Realia markiert werden.
- Quote paper
- Kateryna Mysak (Author), 2009, Besonderheiten der Übersetzung jüdischer Realia am Beispiel Simon Dubnows "Kniga Žizni", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137076