In dieser Arbeit wird die Serie "Rendez-vous en terre inconnue" im Hinblick auf das Eigene und das Fremde analysiert. Insbesondere wird auf die Idealisierung der Realität eingegangen.
Kein anderes Genre splittet die Gesellschaft so stark wie die téléréalité, die seit 1980, zunächst nur in den USA, später dann auch in Europa auf den Bildschirmen vieler Haushalte zu sehen ist. Die Besonderheiten dieses Genre liegen auf der Hand, da es sich um das Prinzip voir et être vu dreht. Razac stellt in seinem Werk "L’écran et le Zoo" durch die ähnlichen Strukturen der téléréalité und den Zoo humain, zugänglich für die breite Masse ab dem 19. Jahrhundert, fest, dass "le concept de téléréalité ressemble au concept des zoos humains".
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Das Fremde und Eigene – Eine Sache des point de vue
- 3 Le goût de l'exotisme
- 4 Die téléréalité – Eine Grenzüberschreitung zwischen Realität und Fiktion
- 5 Die mise en scène de l'altérité
- 5.1 Sprachliche Aspekte
- 5.2 Lebensumstände
- 6 Idealisierte Realität: Reduktion der Andersartigkeit
- 6.1 Nähe-Distanz Verhältnis
- 6.2 Eine Reise ohne Hindernisse: Fiktion des spontanen Kontaktes
- 7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die französische Sendung "Rendez-vous en terre inconnue", eine Art der téléréalité, und untersucht die Darstellung des Exotischen und seiner Bewohner*innen. Die Analyse konzentriert sich auf die Frage, inwiefern die Inszenierung der Sendung die Realität verzerrt und den Erwartungen der Zuschauer*innen entspricht.
- Die Konstruktion des Fremden und Eigenen als Beziehungsverhältnis
- Die Inszenierung der Andersartigkeit in der Sendung "Rendez-vous en terre inconnue"
- Die Rolle des Exotismus und die Idealisierung der fremden Kultur
- Die Reduktion der Andersartigkeit durch die Nähe-Distanz Beziehung zwischen den Gastgeber*innen und den Besucher*innen
- Die Rahmenbedingungen der Sendung und ihre Auswirkungen auf die Darstellung der Realität
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung Die Einleitung führt in das Thema der téléréalité ein und stellt die Sendung "Rendez-vous en terre inconnue" vor. Es wird die Frage aufgeworfen, inwiefern die Darstellung des Exotischen und seiner Bewohner*innen in der Sendung realistisch ist.
Kapitel 2: Das Fremde und das Eigene - Eine Sache des point de vue Dieses Kapitel beleuchtet die Problematik des Fremden und erklärt, wie die Wahrnehmung und soziale Konstruktionen das Verständnis von Fremdheit beeinflussen. Es werden verschiedene Oppositionen wie „Innen“ und „Außen“ sowie „Du“ und „Ich“ erörtert.
Kapitel 3: Le goût de l'exotisme In diesem Kapitel wird der Begriff des Exotismus im Zusammenhang mit der Abgrenzung des Eigenen und des Fremden erläutert. Es werden die Fragen aufgeworfen, was ein Land als exotisch definiert und wie die Zuschreibung als solches erfolgt.
Kapitel 4: Die téléréalité – Eine Grenzüberschreitung zwischen Realität und Fiktion Dieses Kapitel befasst sich mit der Besonderheit des Genres der téléréalité und stellt die Frage nach der Grenze zwischen Realität und Fiktion.
Kapitel 5: Die mise en scène de l'altérité Dieser Abschnitt analysiert die Inszenierung der Andersartigkeit in der Sendung "Rendez-vous en terre inconnue" und fokussiert sich auf die sprachlichen und kulturellen Aspekte.
Kapitel 6: Idealisierte Realität: Reduktion der Andersartigkeit Hier wird die idealisierte Welt der Sendung untersucht und die damit verbundene Reduktion der Andersartigkeit analysiert. Insbesondere wird die Nähe-Distanz Beziehung zwischen den Gastgeber*innen und den Besucher*innen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schlüsselwörter téléréalité, Exotismus, Altérité, Inszenierung und Realität. Sie beleuchtet die Darstellung des Fremden in der Sendung "Rendez-vous en terre inconnue" und untersucht die Konstruktion von Stereotypen und die Reduktion der Andersartigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Serie „Rendez-vous en terre inconnue“?
Die Sendung begleitet Prominente zu entlegenen Völkern, um deren Lebensweise kennenzulernen, wobei die Begegnung zwischen dem „Eigenen“ und dem „Fremden“ im Mittelpunkt steht.
Wie wird das „Fremde“ in der Sendung inszeniert?
Die Sendung nutzt eine „mise en scène de l'altérité“, die durch sprachliche Barrieren und die Darstellung einfacher Lebensumstände das Exotische besonders hervorhebt.
Was wird an der Realitätsdarstellung der Serie kritisiert?
Die Arbeit kritisiert eine „idealisierte Realität“. Die Andersartigkeit wird oft reduziert und Kontakte wirken spontan, obwohl sie durch ein großes Kamerateam und Vorbereitungen gerahmt sind.
Was ist der „Zoo humain“-Vergleich von Razac?
Razac vergleicht moderne Téléréalité-Formate mit den Völkerschauen des 19. Jahrhunderts, in denen Menschen zur Schau gestellt wurden, was die ethische Komponente des Zuschauens hinterfragt.
Welche Rolle spielt der Exotismus für die Zuschauer?
Der Exotismus bedient die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen und Unverfälschten, was oft zu einer romantisierten und verzerrten Wahrnehmung fremder Kulturen führt.
- Arbeit zitieren
- Jacqueline Janßen (Autor:in), 2021, Generierung und Idealisierung der Realität in Film und Fernsehen. Am Beispiel der Serie "Rendez-vous en terre inconnue", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370868