Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker


Hausarbeit, 2008

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung:

2 Die Hamitischen Massaker

3 Beispiele für das Handeln von muslimischen Türken während der Massaker

4 Anwendung der Scharia

5 Zusammenfassung:

6 Quellen- und Literaturverzeichnis:
6.1 Quellen:
6.2 Literatur:
6.3 Internetquellen:

1 Einleitung:

Während der Sommerschule in Armenien wurde uns insbesondere bei dem Besuch des Genozid-Memorialkompexes Zizernakaberd das Ausmaß der Verfolgung der armenischen Minderheit in der Türkei bewusst. Aber bereits vor der großen Verfolgung im Jahr 1915 gab es Verfolgungen von islamischen Türken und Kurden, unter denen viele Armenier litten.

Diese Hausarbeit setzt sich daher mit der Frage auseinander, wie und mit welchem Ziel die Religion des Islam für die Hamidischen Massaker instrumentalisiert wurde. Auf der Grundlage des Buches von Johannes Lepsius „Armenien und Europa. Eine Anklageschrift wieder die christlichen Großmächte und ein Aufruf an das christli­che Deutschland“, Berlin 1897 und weiterführender Literatur zu diesem Thema sollen dabei die Massaker an den Armeniern in den Jahren 1895/96 untersucht werden.

Johannes Lepsius, Sohn des Begründers der Ägyptologie, Carl Richard Lepsius, und Ehemann von Margarethe Zeller, die aus einer international bekannten württembergischen Missionarsfamilie stammte, lebte nach seinem Studium der Theologie und vielen Auslandsaufenthalten von 1887 bis 1896 in Friesdorf in der Nähe von Wippra in der Preußischen Provinz Sachsen. Dort hatte er in dieser Zeit eine Pfarrstelle inne.

Durch seine Erfahrungen aus der Jugendzeit und während des Studiums hatte er bereits weit reichende Kenntnisse der osmanischen Kultur gesammelt und grün­dete 1888 eine Teppichmanufaktur in Friesdorf. Er nutzte die Gewinne der Manufaktur zunächst für die arbeitslosen Friesdorfer, später für seine von Friesdorf aus organisierte Missionsarbeit im Orient. Geplant hatte er seine 1896 gegründete Deutsche Orient-Mission als Missionswerk für Muslime. Durch die Ereignisse in der Türkei in den Jahren 1895/96 änderte sich aber das Ziel der Mission und richtete sich nun zunächst auf das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich. Seiner Bitte, aufgrund des enormen Arbeitsaufwands, den ein solches Missionswerk verlangt, die Aufgaben in der Pfarrstelle ruhen zu lassen, wurde von der Kirchenleitung in Magdeburg nach Rückfrage in Berlin nicht stattgegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.falk.de

Trotz dieser Hindernisse reiste Lepsius im Mai 1896 als Teppichfabrikant getarnt von Friesdorf in das Osmanische Reich, um sich selbst ein Bild von der Lage der Armenier zu machen. Schon während seiner Reise bemerkte Lepsius, dass die Öffentlichkeit in Deutschland trotz einiger Veröffentlichungen in Frankreich und England in den Jahren 1895/96 noch immer kaum Notiz von dem Massenraub­mord[1] nahm der sich dort abspielte. Ergebnis dieser Reise war das Buch „Armenien und Europa - Eine Anklageschrift wieder die christlichen Großmächte und ein Aufruf an das christliche Deutschland “[2], das im August 1896 veröffentlicht wurde und der vorliegenden Arbeit als Quelle für den Umgang mit Christen im Osmanischen Reich diente. Neben seinen eigenen Beobachtungen und Gesprächen nahm Lepsius in das Buch auch Auszüge aus den Botschafterberichten der Engländer und Franzosen, sowie Berichte verschiedener deutscher Institutionen mit auf. Das Buch wurde bereits kurz nach seiner Veröffentlichung ins französische und englische übersetzt.

Diese Arbeit soll den Islam als Religion in keiner Weise diskreditieren, sondern untersuchen, ob die islamische Religion in ihren Voraussetzungen und Glaubens­inhalten für das Handeln der Muslime während der Massaker instrumentalisiert worden ist. Dies soll durch einen Vergleich der Zeugenaussagen und Berichte aus den Darstellungen Lepsius’ mit den zu dieser Zeit und heute gültigen Religionsgesetzen (Schar’ia) erreicht werden. Die in dieser Hausarbeit vorgebrachten Beispiele können keine allgemeine Darstellung des Islam als Religion sein, sondern sollen nur einen Teilbereich dieser beleuchten.

Gerade die aktuellen Ereignisse des islamischen Terrorismus erfordern eine Untersuchung der Gefahren, die von Menschen ausgehen, die andere durch ihre Religion manipulieren.

[...]


[1] Vgl. Lepsius, J., Armenien und Europa. Eine Anklageschrift wieder die christlichen Großmächte und ein Aufruf an das christliche Deutschland, Berlin 1897, S 41

[2] Lepsius, J., Berlin 1897

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Theologie)
Veranstaltung
Armenien – Eine gefährdete Kultur auf der Schnittstelle von Mächten und Religionen
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V137098
ISBN (eBook)
9783640474240
ISBN (Buch)
9783640474356
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Instrumentalisierung, Islam, Massaker
Arbeit zitieren
Matthias Hünert (Autor:in), 2008, Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137098

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