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Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker

Titre: Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker

Dossier / Travail , 2008 , 14 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Matthias Hünert (Auteur)

Théologie - Théologie historique, Histoire ecclésiastique
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[...] Durch die Ereignisse in der Türkei in den Jahren 1895/96 änderte sich aber das Ziel der Mission und richtete sich nun zunächst auf das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich. Seiner Bitte, aufgrund des enormen Arbeitsaufwands, den ein solches Missionswerk verlangt, die Aufgaben in der Pfarrstelle ruhen zu lassen, wurde von der Kirchenleitung in Magdeburg nach Rückfrage in Berlin nicht stattgegeben. Trotz dieser Hindernisse reiste Lepsius im Mai 1896 als Teppichfabrikant getarnt von Friesdorf in das Osmanische Reich, um sich selbst ein Bild von der Lage der Armenier zu machen. Schon während seiner Reise bemerkte Lepsius, dass die Öffentlichkeit in Deutschland trotz einiger Veröffentlichungen in Frankreich und England in den Jahren 1895/96 noch immer kaum Notiz von dem Massenraubmord nahm der sich dort abspielte. Ergebnis dieser Reise war das Buch „Armenien und Europa - Eine Anklageschrift wieder die christlichen Großmächte und ein Aufruf an das christliche Deutschland “, das im August 1896 veröffentlicht wurde und der vorliegenden Arbeit als Quelle für den Umgang mit Christen im Osmanischen Reich diente. Neben seinen eigenen Beobachtungen und Gesprächen nahm Lepsius in das Buch auch Auszüge aus den Botschafterberichten der Engländer und Franzosen, sowie Berichte verschiedener deutscher Institutionen mit auf. Das Buch wurde bereits kurz nach seiner Veröffentlichung ins französische und englische übersetzt. Diese Arbeit soll den Islam als Religion in keiner Weise diskreditieren, sondern untersuchen, ob die islamische Religion in ihren Voraussetzungen und Glaubensinhalten für das Handeln der Muslime während der Massaker instrumentalisiert worden ist. Dies soll durch einen Vergleich der Zeugenaussagen und Berichte aus den Darstellungen Lepsius’ mit den zu dieser Zeit und heute gültigen Religionsgesetzen (Schar’ia) erreicht werden. Die in dieser Hausarbeit vorgebrachten Beispiele können keine allgemeine Darstellung des Islam als Religion sein, sondern sollen nur einen Teilbereich dieser beleuchten.
Gerade die aktuellen Ereignisse des islamischen Terrorismus erfordern eine Untersuchung der Gefahren, die von Menschen ausgehen, die andere durch ihre Religion manipulieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG:

2 DIE HAMITISCHEN MASSAKER

3 BEISPIELE FÜR DAS HANDELN VON MUSLIMISCHEN TÜRKEN WÄHREND DER MASSAKER

4 ANWENDUNG DER SCHARIA

5 ZUSAMMENFASSUNG:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit die Religion des Islam während der hamidischen Massaker instrumentalisiert wurde, um gewaltsame Handlungen gegen die armenische Minderheit im Osmanischen Reich zu legitimieren und zu rechtfertigen.

  • Historische Einordnung der hamidischen Massaker (1895/96)
  • Analyse der Rolle geistlicher Akteure und islamischer Strukturen
  • Vergleich von Zeugenaussagen mit Auslegungen der Scharia
  • Rolle religiöser Propaganda bei der Mobilisierung der Bevölkerung
  • Untersuchung von Zwangskonvertierungen als Mittel der Unterdrückung

Auszug aus dem Buch

3 Beispiele für das Handeln von muslimischen Türken während der Massaker

„Soll uns etwa wegen des politischen Ursprungs dieser Religionsverfolgung verboten sein, „von den um ihres Christenglaubens willen verfolgten Armeniern zu reden?“ Dann hat es nie in der Welt Religionsverfolgungen gegeben, denn alle ohne Ausnahme standen mit politischen Bewegungen in Wechselwirkung, und selbst der Tod Christi wäre nichts als ein politisches Ereignis, weil politische Motive bei seiner Verurteilung den Ausschlag gaben.“

Obwohl die Intention für die Massaker politisch war, wurden zu deren Begründung der Islam und die geistigen Führer der Muslime vielfältig zitiert. Die Landbevölkerung sprach offen aus: „Die Mollahs hätten in den Moscheen gesagt, dass der Scheich ül Islam, das geistliche Oberhaupt der Muhamedanischen Welt, die Ausrottung der Armenier befohle habe“. Während der Massaker gab es eine Reihe von Bestätigungen für solche Aussagen:

„Am Abend nach dem Blutbad von Sivas riefen die Muezzins von den Minaretts den Segen Allahs auf die Metzelei herab.“ Oft waren es auch die Minarette von denen grüne Fahnen als Zeichen des Angriffs geschwenkt wurden und zwar meist nach dem Freitags- oder Mittagsgebet. In Briefen, die verlesen wurden, stand, man solle sich bereithalten und bei den Massakern seine Pflicht als Moslem tun.

Neben den Morden und Plünderungen war ein Weg zur Ausrottung der Armenier die Zwangskonvertierung und die Umwandlung von Kirchen in Moscheen. Beispielhaft sei hier nur genannt: Urfa 500 Konvertiten, Sivas 655 Konvertiten, Aleppo 5900 Konvertiten, Angora 559 Dörfer konvertiert, 328 umgewandelte Kirchen. Insgesamt 100.000 Konvertiten neben den insgesamt über 200.000 Toten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die historische Problematik der hamidischen Massaker ein und erläutert die Relevanz der Quelle von Johannes Lepsius für die Untersuchung der religiösen Instrumentalisierung.

2 DIE HAMITISCHEN MASSAKER: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung der Ereignisse von 1895/96 und betrachtet die strategischen sowie politisch-ökonomischen Hintergründe der Gewalt gegen die armenische Bevölkerung unter Sultan Abdülhamid II.

3 BEISPIELE FÜR DAS HANDELN VON MUSLIMISCHEN TÜRKEN WÄHREND DER MASSAKER: Hier werden konkrete Praktiken wie Zwangskonvertierungen, die Nutzung religiöser Aufrufe zur Gewalt und die propagandistische Instrumentalisierung islamischer Riten und Strukturen analysiert.

4 ANWENDUNG DER SCHARIA: Dieses Kapitel untersucht das Verhältnis von Recht und Praxis, indem es darlegt, wie einseitige Auslegungen der Scharia genutzt wurden, um den Status der Armenier als Schutzbefohlene aufzuheben und Angriffe religiös zu legitimieren.

5 ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit resümiert, dass die Instrumentalisierung des Islam eine essenzielle Rolle bei der Mobilisierung der breiten Bevölkerung zur Durchführung der Massaker spielte und unterstreicht die Notwendigkeit einer historischen Aufarbeitung.

Schlüsselwörter

Hamidische Massaker, Osmanisches Reich, Islam, Johannes Lepsius, Armenier, Scharia, Religionsverfolgung, Zwangskonvertierung, Instrumentalisierung, Sultan Abdülhamid II, Minderheitenrechte, religiöse Legitimation, Völkermord, Geschichte, Mission.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die Religion des Islam während der hamidischen Massaker (1895/96) im Osmanischen Reich instrumentalisiert wurde, um Gewalt gegen armenische Christen zu rechtfertigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Massaker, die Rolle der geistlichen Führung, die Manipulation religiöser Gesetze (Scharia) und der Einsatz von Propaganda zur Mobilisierung der muslimischen Bevölkerung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, ob und wie religiöse Grundlagen zweckentfremdet wurden, um politische Minderheiten unter dem Deckmantel der Religion zu verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Quellenanalyse, insbesondere das Werk von Johannes Lepsius, sowie einen Vergleich historischer Zeugenaussagen mit islamischen Rechtsvorschriften.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den konkreten Vorfällen während der Massaker, der Rolle der Moscheen bei der Aufhetzung und der praktischen Anwendung von Zwangskonvertierungen als Instrument der Unterdrückung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die zentralen Schlagworte umfassen neben den hamidischen Massakern vor allem die Instrumentalisierung des Islam, das Wirken von Johannes Lepsius sowie die rechtliche Stellung christlicher Minderheiten.

Welche Bedeutung kommt der Rolle des Scheich ül Islam im Kontext der Massaker zu?

Laut den Quellen wurde das geistliche Oberhaupt zitiert, um die Ausrottung der Armenier religiös zu legitimieren und das Handeln der Muslime als Pflicht darzustellen.

Inwiefern spielten Zwangskonvertierungen eine Rolle für die Täter?

Konvertierungen dienten sowohl der Auslöschung armenischer Identität als auch der Sicherung materieller Vorteile und der Kontrolle durch islamische Riten wie die verpflichtende Beschneidung.

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Résumé des informations

Titre
Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker
Université
Martin Luther University  (Theologie)
Cours
Armenien – Eine gefährdete Kultur auf der Schnittstelle von Mächten und Religionen
Note
2,0
Auteur
Matthias Hünert (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
14
N° de catalogue
V137098
ISBN (ebook)
9783640474240
ISBN (Livre)
9783640474356
Langue
allemand
mots-clé
Instrumentalisierung Islam Massaker
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matthias Hünert (Auteur), 2008, Die Instrumentalisierung des Islam während der hamidischen Massaker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137098
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Extrait de  14  pages
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