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Zur geschichtsdidaktischen Relevanz von Sprache und Sprachsensibilität. Förderung narrativer Kompetenz im sprachsensiblen Geschichtsunterricht

Title: Zur geschichtsdidaktischen Relevanz von Sprache und  Sprachsensibilität. Förderung narrativer Kompetenz im sprachsensiblen Geschichtsunterricht

Term Paper , 2023 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sina Wilde (Author)

Didactics - History
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Sprachliche Handlungen – seien sie mündlich oder schriftlich – werden im schulischen Alltag von Schüler*innen immer wieder abverlangt und auch regelmäßig bewertet. Fachliches Lernen und Verstehen – ganz gleich in welchem Fach – ist an Sprache gebunden und zu einem enormen Teil von ihr abhängig. Unter Geschichtsdidaktikern besteht keinerlei Zweifel, dass insbesondere der Geschichtsunterricht von und durch Sprache konstituiert wird und die Vermittlung historischer Lerninhalte ohne das Medium Sprache in seinen unterschiedlichen Ausprägungen nicht möglich wäre. Der Geschichtsunterricht stellt daher – ebenso wie jeder andere Fachunterricht – spezifische sprachliche Anforderungen an die Schüler*innen.

Es stellt sich deshalb die Frage, inwieweit ein sprachbewusster und sprachsensibler Geschichtsunterricht möglicherweise zur Förderung historischer Lern- und Verstehensprozesse und somit ggf. auch zum Lernerfolg der Schüler*innen beitragen kann und welche Rolle dabei der narrativen Kompetenz im Geschichtsunterricht zukommt? Im ersten Teil der Arbeit wird versucht einen theoretischen Bezugsrahmen zur Relevanz von Sprache im schulischen Kontext herzustellen. Dafür werden zunächst die verschiedenen sprachlichen Register betrachtet, die uns im Bildungsbereich begegnen. Anschließend folgt ein Definitionsversuch der Begriffe Sprachbewusstsein und Sprachsensibilität. Daran anknüpfend wird der Zusammenhang zwischen sprachlichem und fachlichem Lernen näher beleuchtet. Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt die inhaltliche, didaktische und methodische Analyse der geplanten Lernumgebung zum Thema "Narrative Kompetenz im Geschichtsunterricht", die neben den Zielen und dem Aufbau der Lernumgebung auch Alternativen zur ursprünglichen Planung enthält.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Teil I: Zur Bedeutung von Sprache im (fach-)didaktischen Kontext – fachübergreifende Sprachförderung

2.1. Sprachliche Register im Bildungskontext – Schulsprache, Fachsprache, Bildungssprache

2.2. Sprachbewusstsein (language awareness) und Sprachsensibilität

2.3. „Sprache ist das Fundament historischen Denkens und Lernens.“ – Relevanz von Sprache im Geschichtsunterricht

2.4.Zusammenhang zwischen sprachlichem und fachlichem Lernen am Beispiel der narrativen Kompetenz

3. Teil II: Lernumgebung zur Förderung narrativer Kompetenz

3.1. Ziele der Lernumgebung

3.2. Inhalte der Lernumgebung

3.3. Didaktische Überlegungen zur Lernumgebung

3.4. Methodische Überlegungen zur Lernumgebung

3.5. Aufbau der Lernumgebung

3.6. Alternativen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die enge Verschränkung von fachlichem Lernen und sprachlichen Anforderungen im Geschichtsunterricht und erarbeitet eine digital umgesetzte Lernumgebung, die darauf abzielt, die narrative Kompetenz von Studierenden durch sprachsensible Methoden zu fördern.

  • Bedeutung sprachlicher Register im fachdidaktischen Kontext
  • Konzeptuelles Verständnis von Sprachbewusstsein und Sprachsensibilität
  • Narrative Kompetenz als Schnittstelle zwischen fachlichem und sprachlichem Lernen
  • Einsatz des Brettspiels "Textura" als modulares Instrument zur Sprachförderung
  • Kriterien für eine sprachsensible Konzeption von Geschichtsunterricht

Auszug aus dem Buch

Die narrative Form ist nach Jörn Rüsen „als ein wesentliches Charakteristikum von Geschichtskultur anzusehen“, weshalb die Entwicklung narrativer Kompetenz für ihn klar in den Aufgabenbereich des Geschichtsunterrichts fällt. Nach Bernhardt ist der Erwerb narrativer Kompetenz zudem zwingend an die Schreibkompetenz gekoppelt, d.h. narrative Kompetenz kann nur durch die sprachliche Handlung Schreiben tatsächlich ausgebildet werden.

Sprachbildung im Geschichtsunterricht verlangt […], die Vielfalt sprachlicher Realisierungsmöglichkeiten historischen Erzählens zu analysieren, zu vermitteln und reflektiert zu nutzen.

Narrativieren verleiht historischen Darstellungen Sinnhaftigkeit, weshalb Narrativität eine besonders wichtige Rolle im Geschichtsunterricht einnimmt. Narrationen können sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form auftreten, wobei in dieser Arbeit der Fokus auf schriftlichen Narrationen liegt, da die Schriftsprache höhere Ansprüche an Schüler*innen bzgl. begrifflicher, logischer und syntaktischer Konsistenz sowie Textkohärenz und -kohäsion stellt. Zudem hat das Schreiben im Geschichtsunterricht eine doppelte Funktion: Darstellung und Vergegenwärtigung. Nach Hartung schafft „Schreiben […] eine Duplizität der (historischen) Ereignisse, eine Wiederholung, die ein Vergessen verhindern kann.“

Es zeigt sich allerdings, dass Schüler und Schülerinnen im Bereich des historischen Erzählens erhebliche Defizite aufweisen. Das Herstellen kausaler oder finaler Handlungszusammenhänge historischer Fakten sowie Ursachenzusammenhänge und Multikausalität bereiten den Schüler*innen erhebliche Schwierigkeiten. Hier zeigt sich erneut die massive Dissonanz zwischen den schulsprachlichen und fachlichen Anforderungen an die Schüler*innen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz von Sprachbildung im Geschichtsunterricht, da fachliches Lernen untrennbar mit sprachlicher Kompetenz verbunden ist und somit eine zentrale Voraussetzung für Bildungserfolg darstellt.

2. Teil I: Zur Bedeutung von Sprache im (fach-)didaktischen Kontext – fachübergreifende Sprachförderung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen sprachlichen Register wie Fach- und Bildungssprache und beleuchtet deren Rolle für den Wissenserwerb im Geschichtsunterricht.

3. Teil II: Lernumgebung zur Förderung narrativer Kompetenz: Hier wird das Konzept einer digitalen Lernumgebung vorgestellt, die durch kooperative Schreibaufgaben und das modifizierte Brettspiel "Textura" narrative Kompetenzen fördert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Verzahnung von sprachlichem und fachlichem Lernen eine bewusste sprachsensible Lehrplanung erfordert, um Schülern den Zugang zu historischem Wissen zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, Sprachbildung, narrative Kompetenz, Sprachsensibler Unterricht, Fachsprache, Bildungssprache, Schreiben, Textura, Historisches Denken, Scaffolding, Schriftsprache, Geschichtsbewusstsein, Sprachregister, Sprachförderung, Narrativieren

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit von Sprachbildung im Geschichtsunterricht und entwickelt eine Lernumgebung, um narrative Kompetenzen von Lernenden durch gezielte sprachsensible Unterstützung zu stärken.

Welche sprachlichen Register stehen dabei im Fokus?

Besonders die konzeptionelle Schriftlichkeit sowie die Differenzierung zwischen Schulsprache, Fachsprache und Bildungssprache stehen im Zentrum der theoretischen Betrachtung.

Was ist das primäre Ziel der entwickelten Lernumgebung?

Ziel ist es, den Studierenden durch die De-Konstruktion von historischen Narrativen und die eigene Re-Konstruktion von Geschichte(n) ein Verständnis für den Konstruktcharakter historischen Wissens zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin stützt sich auf didaktische Modelle wie das FUER-Modell und Hans-Jürgen Pandels Ausführungen zum historischen Erzählen, ergänzt durch Ansätze des sprachsensiblen Fachunterrichts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konzeption, Durchführung und Reflexion einer digitalen Lernumgebung, in der Studierende kooperative Schreibaufgaben zum Thema „Christoph Kolumbus“ bearbeiten.

Welche Schlüsselkonzepte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von fachgeschichtlichen Basisoperationen (De- und Re-Konstruktion) mit sprachdidaktischen Ansätzen (Scaffolding, Textrouten, kooperatives Schreiben) aus.

Was unterscheidet die digitale Variante des Spiels "Textura" vom Original-Brettspiel?

Die digitale Version nutzt eine Learningapp, um die Brettspielstruktur zu übertragen, und bietet Studierenden eine Rückmeldung zur inhaltlichen Korrektheit ihrer Verknüpfungen, während sie gleichzeitig die Verschriftlichung der Narrationen unterstützt.

Warum spielt die Perspektivnahme bei den Schreibaufgaben eine Rolle?

Indem Lernende aus der Perspektive historischer Akteure schreiben, werden Multiperspektivität geübt und der kognitive Prozess des historischen Erklärens durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Blickwinkeln angeregt.

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Details

Title
Zur geschichtsdidaktischen Relevanz von Sprache und Sprachsensibilität. Förderung narrativer Kompetenz im sprachsensiblen Geschichtsunterricht
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Sprachsensibler Geschichtsunterricht
Grade
1,3
Author
Sina Wilde (Author)
Publication Year
2023
Pages
32
Catalog Number
V1371016
ISBN (PDF)
9783346929648
ISBN (Book)
9783346929655
Language
German
Tags
Geschichte Didaktik Geschichtsdidaktik Sprachsensibilität Narrativität Narration Geschichtsunterricht Schule Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Wilde (Author), 2023, Zur geschichtsdidaktischen Relevanz von Sprache und Sprachsensibilität. Förderung narrativer Kompetenz im sprachsensiblen Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1371016
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