Eine Lernaufgabe kann gleichzeitig auch eine Leistungsaufgabe darstellen, insbesondere in schulischen oder akademischen Kontexten, mit zeitlichen Vorgaben und spezifischen Zielen. In solchen Fällen ist es wichtig, dass Lehrkräfte die Lern- und Leistungsmotivation aufrechterhalten, vor allem wenn Lernende Schwierigkeiten haben.
Diese Arbeit untersucht, wie Lernende in ihrer Lernleistung unterstützt werden können und welche Maßnahmen wirksam sind. Zunächst werden die Begriffe Motiv und Motivation näher erläutert, sowie die Lern- und Leistungsmotivation in Lernkontexten betrachtet, einschließlich einer Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Anschließend werden verschiedene Theorien zur Leistungsmotivation vorgestellt, wie das Atkinsons Risiko-Wahl-Modell, die Attributionale Theorie nach Weiner, und Heckhausens Selbstbewertungsmodell. Im nächsten Kapitel werden verschiedene Förderansätze beschrieben, die sowohl auf die kognitive Ebene der Lernenden abzielen (z.B. Interesse wecken), als auch auf Lenkungs- und Steuerungsmethoden (z.B. Feedback oder Zielsetzung).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1. Motive und Motivation
2.1.1. Motive
2.1.2. Motivation
2.2. Leistungs- und Lernmotivation
2.3. Extrinsische und intrinsische Motivation
2.4. Theorien der Leistungsmotivation
2.4.1. Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson
2.4.2. Attributionale Theorie nach Weiner
2.4.3. Selbstbewertungsmodell nach Heckhausen
3. Ansätze für Fördermaßnahmen
3.1. Interesse wecken
3.2. Feedback
3.3. Unterstützung bei der Zielsetzung
4. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, theoretische Ansätze und praktische Strategien zur Förderung der Lern- und Leistungsmotivation im schulischen und akademischen Kontext zu identifizieren und zu erörtern.
- Grundlagen von Motiv und Motivation sowie deren Differenzierung.
- Darstellung zentraler Theorien der Leistungsmotivation (Atkinson, Weiner, Heckhausen).
- Die Bedeutung von Interesse für den Lernprozess und dessen Förderung.
- Einsatzmöglichkeiten von Feedback-Stilen zur Steigerung der Selbstwirksamkeit.
- Bedeutung zielorientierter Lernprozesse und deren metakognitive Unterstützung.
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Motive
Unter einem Motiv wird die latente Bereitschaft verstanden, auf (An)Reize zu reagieren, die der Annäherung an ein bestimmtes Ziel oder einen gewünschten Zustand dient. Die Antizipation dieses Zielzustandes initiiert ein auf dieses Ziel gerichtetes Verhalten. Anreize sind also jene antizipierten Affekte, die sich im Anschluss der Situation als einstellen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird subjektiv bewertet, bspw. anhand von Erfahrungen aus früheren, ähnlichen Situationen (Becker-Carus & Wendt, 2017, S. 523; Brandstätter, Schüler, Puca & Lozo, 2018, S. 84).
Motive stellen Bewertungsdispositionen dar, die die Stärke bestimmen, mit der auf einen Reiz reagiert oder diesem Reiz Aufmerksamkeit geschenkt wird. „Disposition“ impliziert dabei eine gewisse zeitliche Stabilität im Sinne einer Persönlichkeitseigenschaft (Puca & Schüler, 2017, S. 224.). In ihrem reaktiven, situationsabhängigen Charakter unterscheiden sich Motive von akuten Bedürfnis- oder Triebzuständen. Diese entstehen durch körperliche Defizite und benötigen keinen äußeren Anreiz, um verhaltenswirksam zu werden (Rothermund & Eder, 2011, 91).
Murray (1938, S. 144.) versuchte Motive in Klassen einzuteilen. Später wurde diese Motivliste in drei Gruppen klassiert, dem Macht-, dem Bindungs- und dem Leistungsmotiv. Alle Motive finden sich zu unterschiedlichen Anteilen in einer Person, einzelne Motive können das Verhalten jedoch dominieren. Für die nachfolgenden Betrachtungen ist insbesondere das Leistungsmotiv relevant. Dieses wird im Abschnitt 2.2 noch näher vorgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Lern- und Leistungsmotivation in schulischen Umfeldern dar und umreißt den inhaltlichen Aufbau der Arbeit.
2. Begriffserklärungen: Definition und Abgrenzung grundlegender Begriffe wie Motiv, Motivation und der verschiedenen theoretischen Modelle zur Leistungsmotivation.
3. Ansätze für Fördermaßnahmen: Vorstellung praktischer Instrumente und Methoden wie Interesse wecken, Feedback und Zielsetzung zur gezielten Motivationsförderung.
4. Diskussion: Kritische Reflexion der theoretischen Befunde und Bewertung der Praxistauglichkeit der untersuchten Förderansätze.
Schlüsselwörter
Leistungsmotivation, Lernmotivation, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Motivationsförderung, Gamification, Feedback, Zielsetzung, Selbstwirksamkeit, Attributionstheorie, Risiko-Wahl-Modell, Selbstbewertungsmodell, Interesse, kognitive Prozesse, Pädagogische Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Lernende in schulischen und akademischen Kontexten durch verschiedene methodische Ansätze in ihrer Lern- und Leistungsmotivation unterstützt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die psychologischen Grundlagen von Motiven, die Differenzierung von Motivationsarten sowie erprobte Förderansätze wie gezieltes Feedback und Zielsetzungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, fundierte Strategien zur Steigerung der Lernmotivation auf Basis aktueller psychologischer Theorien herauszuarbeiten und deren Wirksamkeit zu beleuchten.
Welche wissenschaftlichen Theorien bilden das Fundament?
Zu den zentralen Modellen zählen das Risiko-Wahl-Modell von Atkinson, die attributionale Theorie von Weiner sowie das Selbstbewertungsmodell von Heckhausen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der konkreten praktischen Anwendung: Wie lassen sich durch das Wecken von Interesse, Feedback-Rückmeldungen und klare Zielformulierungen Lernprozesse effizienter steuern?
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Leistungsmotivation, Selbstwirksamkeit, Attribution, Feedback und Gamification charakterisieren.
Wie spielt Gamification eine Rolle bei der Motivationsförderung?
Gamification wird als Möglichkeit beschrieben, durch Spielelemente und Quest-ähnliche Aufgaben das situative Inteerese der Lernenden zu steigern und unmittelbares Feedback zum Fortschritt zu geben.
Warum ist das Feedback für Leistungsmotivierte besonders wichtig?
Leistungsmotivierte Individuen benötigen regelmäßiges Feedback, um ihr Handeln an Qualitätsstandards auszurichten und ihr Gefühl der eigenen Wirksamkeit im Lernprozess zu festigen.
- Arbeit zitieren
- Eibe Christian Behrens (Autor:in), 2022, Förderung des Leistungsmotivs in Lernsituationen. Wie können Lehrkräfte die Lernmotivation und Leistungsmotivation aufrechterhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1371663