Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Geschichte der Pädagogik

Die Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind bei Janusz Korczak

Titel: Die Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind bei Janusz Korczak

Seminararbeit , 2003 , 20 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Lavinia Korte (Autor:in)

Pädagogik - Geschichte der Pädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Das Ziel dieser Arbeit soll nun sein, die Aktualität der Gedanken und Beobachtungen
Korczaks herauszuarbeiten. Was können Erwachsene, d.h. Eltern, Erzieher und Pädagogen
heute von Korczak lernen? Nachdem wir soviel über das Kind, seine psychische und
körperliche Entwicklung in den frühen Lebensmonaten und –jahren erfahren haben, nachdem
das Kind von der Wissenschaft der Psychologie und Pädagogik bis aufs letzte erforscht und
analysiert wurde, kann man sich vielleicht gerade jetzt auf Korczak zurückberufen. Man kann
seine Überlegungen noch einmal hinzuziehen, um das Kind wieder in einem anderen Licht zu
betrachten. Diese Arbeit macht sich nicht zum Ziel das Kind zu durchleuchten, um danach ein
fertiges Rezept für die pädagogische Begegnung mit Kindern zu erstellen, sondern sie will
eine Wahrheit, eine Grundthese, die in allen pädagogischen Theorien verlorengegangen ist,
festhalten und aktualisieren.
Hier soll noch einmal mit Korczak gefragt werden : Was beieinflußt unser Handeln, was
beieinflußt uns als Erwachsene im Umgang mit dem Kind?
In der heutigen Zeit würde wohl niemand mit so wenig pädagogischen Theorien in Bezug auf
das Kind auskommen wie Korczak es tat. Gerade deshalb ist es an der Zeit sich auf Korczak
zurückzubesinnen, der eben nicht alle Behauptungen, die er aufstellt stimmig begründet,
sondern Überlegungen anstellt, sie wieder verwirft, aber dabei nah beim Kind bleibt und es
interessiert und begeistert beobachtet, nicht unbedingt nach Lösungen strebt und dennoch
Lösungen findet, von denen man heute wieder lernen kann.
Zunächst soll es also um das Kind gehen, um seine Situation, seine Ausgangslage. Es soll
erneut versucht werden, zu verstehen, sich einzufühlen in die Lage eines Wesens, des
Säuglings, der neu in diese Welt kommt, die Welt der Erwachsenen und was diese Situation
ausmacht. Ebenso soll die Situation des Heranwachsenden verstanden werden, was geschieht
nämlich, wenn das Kind erwachsen wird?
Der bedeutendste Teil dieser Arbeit widmet sich der Begegnung von Kind und Erwachsenem,
dem, was diese besondere Beziehung ausmacht und vor allem welche Gefühle, Erwartungen
und Wünsche der Eltern an das Kind damit verknüpft sind, sowohl schon während der
Schwangerschaft, des Kleinkind- und Kindesalters, als auch im Jugendalter. Korczak bietet in
seinem Buch zahlreiche Beispiele typischer Verhaltensweisen von Eltern und Erziehern in
ihren Begegnungen mit dem Kind. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Kind/ der Jugendliche

1.1 Situation des Kindes in der Erwachsenenwelt: Was bedeutet Kind sein?

1.2. Situation des Heranwachsenden

1.3. Das Kind und der Erwachsene: Gefühle, Erwartungen, Wünsche

2. Korczaks Überlegungen und Lösungsversuche

2.1 Plädoyer für eine neue Sicht des Kindes

2.2. Forderungen an den Erwachsenen

2.3. Besonderheiten der Darstellungen Korczaks

3. Endteil: Reflexion eigener Praxiserfahrung im Umgang mit Kindern und Lösungsversuch

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern im Werk von Janusz Korczak, insbesondere in seinem Buch „Wie man ein Kind lieben soll“, auseinander. Ziel ist es, die Aktualität seiner pädagogischen Gedanken herauszuarbeiten und zu hinterfragen, inwiefern heutige Erwachsene von Korczaks Haltung – die das Kind als gleichwertiges Individuum betrachtet und theoretische Starrheit ablehnt – profitieren können.

  • Analyse der kindlichen Entwicklung und der kindlichen Lebenswelt.
  • Untersuchung der Gefühle, Erwartungen und Wünsche in der Interaktion zwischen Erwachsenen und Kindern.
  • Kritische Reflexion der Rolle des Erwachsenen und bestehender pädagogischer Machtstrukturen.
  • Reflexion eigener Praxiserfahrungen in der heilpädagogischen Arbeit unter Rückgriff auf Korczaks Thesen.

Auszug aus dem Buch

2.3. Besonderheiten der Darstellungen Korczaks

Wer sich mit Janusz Korczaks Buch „Wie man ein Kind lieben soll“ beschäftigt, wird schnell einige grundlegende Unterschiede zu anderen pädagogischen Theoretikern feststellen.

Es wäre falsch, Korczaks pädagogische Überlegungen als Theorien zu bezeichnen, denn dann hat man den Sinn seiner Ausführungen verfehlt. Korczak selbst schreibt am Ende des Abschnitts „Das Kind in der Familie“, dass er vieles, was er in seinem Buch aufgeschrieben hat, bereits kurze Zeit später wieder verworfen hat. Wer sein Buch als „lebensfähiges Geschöpf“ (Korczak, J., 1998, S.149) bezeichnet, kann wohl kaum gewollt haben, dass man daraus trockene Theorien ableitet, an denen nicht zu rütteln ist.

Ein „lebensfähiges Geschöpf“ ist lebendig, immer in Bewegung, etwas was sich immer verändert.

Zu Beginn des Buches stehen Fragen, die offen sind, die es zu lösen gilt oder nicht zu lösen gilt. Korczak antwortet: „Ich weiß nicht“ (Korczak, J., 1998, S.1). Ein Pädagoge, der zugibt, dass er nicht immer eine Antwort auf alle Fragen hat, das hat man selten erlebt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Arbeit dar, Korczaks Pädagogik jenseits rein biographischer Betrachtungen zu untersuchen und deren Aktualität für den heutigen Umgang mit Kindern aufzuzeigen.

1. Das Kind/ der Jugendliche: Dieses Kapitel beleuchtet die kindliche Wahrnehmung der Welt und die Herausforderungen des Übergangs vom Kindes- in das Jugendalter.

1.1 Situation des Kindes in der Erwachsenenwelt: Was bedeutet Kind sein?: Hier wird die Orientierungssuche des Säuglings und Kleinkindes sowie die Bedeutung der elterlichen Interaktion für das Selbstverständnis des Kindes analysiert.

1.2. Situation des Heranwachsenden: Der Fokus liegt auf der psychischen und körperlichen Entwicklung des Jugendlichen, der zunehmenden Abgrenzung vom Elternhaus und der Suche nach Identität.

1.3. Das Kind und der Erwachsene: Gefühle, Erwartungen, Wünsche: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik der Eltern-Kind-Beziehung, geprägt von Hoffnungen, Sorgen und dem Konflikt zwischen elterlicher Fürsorge und dem Freiheitsdrang des Kindes.

2. Korczaks Überlegungen und Lösungsversuche: Eine systematische Darstellung von Korczaks Forderung nach einer empathischen und gleichwertigen Begegnung mit dem Kind.

2.1 Plädoyer für eine neue Sicht des Kindes: Korczak kritisiert das Bild des „werdenden“ Kindes und plädiert stattdessen dafür, das Kind als gegenwärtigen, vollwertigen Menschen zu achten.

2.2. Forderungen an den Erwachsenen: Der Autor fordert Erwachsene auf, ihre Machtposition zu hinterfragen, Vorbildfunktionen zu reflektieren und sich authentisch auf das Kind einzulassen.

2.3. Besonderheiten der Darstellungen Korczaks: Hier wird verdeutlicht, dass Korczaks Texte keine starren Theorien sind, sondern dynamische „lebensfähige Geschöpfe“, die zum eigenen Denken anregen.

3. Endteil: Reflexion eigener Praxiserfahrung im Umgang mit Kindern und Lösungsversuch: Die Autorin spiegelt theoretische Erkenntnisse Korczaks an eigenen Erlebnissen aus einem heilpädagogischen Praktikum und zieht Schlüsse für die eigene pädagogische Haltung.

Schlüsselwörter

Janusz Korczak, Pädagogik, Kindheit, Erziehung, Eltern-Kind-Beziehung, Jugendliche, bedingungslose Liebe, Achtung, Kindesrechte, Entwicklungspsychologie, Praxisreflexion, Selbständigkeit, Autonomie, Anthropologie, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern im Werk Janusz Korczaks, mit Fokus auf seinem Buch „Wie man ein Kind lieben soll“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die kindliche Entwicklung, die Dynamik der Eltern-Kind-Beziehung sowie die kritische Reflexion des pädagogischen Erwachsenenverhaltens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Aktualität von Korczaks pädagogischem Ansatz zu prüfen und aufzuzeigen, wie heutige Pädagogen und Eltern von seiner Sichtweise profitieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse ausgewählter Werke Korczaks, ergänzt durch eine Reflexion eigener praktischer Erfahrungen aus einem heilpädagogischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Situation von Kindern und Jugendlichen, Korczaks Plädoyer für eine neue Sicht des Kindes, seine Forderungen an Erwachsene und die methodischen Besonderheiten seiner Schriften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Janusz Korczak, Kindheit, Erziehung, Kindesrechte, Authentizität und Praxisreflexion.

Wie bewertet Korczak das „Werden“ des Kindes im Vergleich zum Erwachsenen?

Korczak kritisiert die Ansicht, das Kind sei nur ein „werdendes“ Etwas mit geringerem Wert; er fordert, das Kind als vollwertigen und gegenwärtigen Menschen anzuerkennen.

Welche persönliche Schlussfolgerung zieht die Autorin aus ihrem Praktikum?

Die Autorin erkennt, dass theoretische Konzepte die pädagogische Wirklichkeit verstellen können und plädiert für Authentizität, Offenheit und die Fähigkeit, als Erwachsener auch einmal „nicht zu wissen“.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind bei Janusz Korczak
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Proseminar: Das Jahrhundert des Kindes-Rückblick und Ausblick
Note
sehr gut
Autor
Lavinia Korte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V13720
ISBN (eBook)
9783638192927
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beziehung Erwachsenem Kind Janusz Korczak Proseminar Jahrhundert Kindes-Rückblick Ausblick
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lavinia Korte (Autor:in), 2003, Die Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind bei Janusz Korczak, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13720
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum