Durch zunehmende Globalisierung und stetigen weltwirtschaftlichen Wandel werden hinsichtlich des Bedürfnisses nach internationaler Vergleichbarkeit der Bilanzen neue Anforderungen an inländische und ausländische Unternehmen gestellt.
Konzernabschlüsse können bzw. müssen mittlerweile anstatt nach nationalen auch nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften verfasst werden. Mittelfristig werden diese Standards wohl auch die nach deutschem Handelrecht erstellten Einzelabschlüsse ersetzen.1
Seit dem 01.01.2005 sind europäische kapitalmarktorientierte Unternehmen dazu verpflichtet, erstmalig einheitliche Rechnungslegungsstandards in Form der International Financial Reporting Standards (IFRS) anzuwenden. Für nicht börsennotierte Unternehmen können die jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten nach Verordnung 16062 erlauben, den Jahresabschluss entweder nach nationalen oder inter-nationalen Standards aufzustellen.3
Unternehmen, die auch auf dem amerikanischen Markt agieren, sind zum Teil dazu verpflichtet, ihren Abschluss nach den United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) zu erstellen. Diese sind den IFRS von Aufbau und Struktur her sehr ähnlich. Langfristig kann davon ausgegangen werden, dass diese beiden Formen der Rechnungslegung mehr und mehr verschmelzen und sich daraus einheitliche Standards der Konzernrechnungslegung ergeben.4
Im Rahmen dieser Entwicklung löst sich Deutschland zunehmend von den bisher im Handelsgesetzbuch (HGB) festgelegten Rechnungslegungsgrundsätzen und wendet sich handelsrechtlich immer stärker internationalen Bilanzierungsregeln zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Grundsätze und Begriffsabgrenzung
2.1 Grundlagen der Rechnungslegung und deren wichtigste Ausprägungen
2.1.1 Sinn und Zweck der Rechnungslegung
2.1.2 Ausprägungsformen
2.1.2.1 Handelsgesetzbuch (HGB)
2.1.2.2 International Financial Reporting Standards (IFRS)
2.1.2.3 United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP)
2.1.2.4 Grundlegende Unterschiede von HGB, IFRS und US-GAAP
2.2 Funktion und Untergliederung des Anlagevermögens
2.2.1 nach HGB
2.2.2 nach IFRS
2.2.3 nach US-GAAP
3. Bilanzierung des immateriellen Anlagevermögens
3.1 Definition immaterieller Vermögenswerte
3.1.1 nach HGB
3.1.2 nach IFRS
3.1.3 nach US-GAAP
3.2 Bilanzierung selbst erstellter bzw. erworbener immaterieller Vermögenswerte
3.2.1 nach HGB
3.2.2 nach IFRS
3.2.3 nach US-GAAP
3.3 Der originäre bzw. derivative Geschäftswert
3.3.1 Definition des Geschäftswertes
3.3.2 Bilanzierung des Geschäftswertes
3.3.2.1 nach HGB
3.3.2.2 nach IFRS
3.3.2.3 nach US-GAAP
4. Synoptische Darstellung der Bilanzierung des immateriellen Anlagevermögens
4.1 Vergleich der Unterschiede zwischen HGB, IFRS und US-GAAP
4.2 Vor- bzw. Nachteile der Bilanzierung nach HGB im Überblick
4.3 Vor- bzw. Nachteile der Bilanzierung nach IFRS im Überblick
4.4 Vor- bzw. Nachteile der Bilanzierung nach US-GAAP im Überblick
5. Schlussbemerkung und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Bilanzierungsmethoden immaterieller Vermögenswerte nach nationalen (HGB) und internationalen (IFRS, US-GAAP) Standards zu geben. Dabei werden die gravierenden Unterschiede analysiert, kritisch gegenübergestellt und deren Auswirkungen auf die internationale Rechnungslegung bewertet.
- Vergleichende Analyse der Bilanzierungsvorschriften (HGB, IFRS, US-GAAP)
- Definition und Abgrenzung von immateriellen Vermögenswerten
- Bilanzielle Behandlung von selbst erstellten vs. erworbenen Werten
- Spezifische Problematik des Firmen- bzw. Geschäftswerts
- Bewertung von Vor- und Nachteilen der verschiedenen Rechnungslegungsansätze
Auszug aus dem Buch
3.1.2 nach IFRS
Ein Intangible Asset ist nach IFRS ein identifizierbarer und nicht monetärer Vermögenswert ohne physische Substanz, der sowohl erworben, als auch selbst erstellt sein kann. Identifizierbar bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der immaterielle Wert vom Unternehmen losgelöst oder übertragen werden kann, durch zum Beispiel Veräußerung, Lizenzierung oder Vermietung.
Der Standard IAS 38 regelt den Bilanzierungsansatz der immateriellen Vermögenswerte, die nicht vom Unternehmen zum Verkauf im gewöhnlichen Geschäftsverlauf gehalten werden. Der Standard wurde bereits 1998 geschaffen, woraus ersichtlich wird, dass der IASB frühzeitig eine wachsende Bedeutung der immateriellen Wirtschaftsgüter erkannt hat.
Um als immaterielles Wirtschaftsgut bilanziert werden zu können, müssen bestimmte Anforderungskriterien erfüllt sein. So liegt zum Beispiel nur dann ein solcher Wert vor, wenn
• das Unternehmen die Verfügungsmacht über diesen besitzt,
• der Vermögensgegenstand eindeutig identifizierbar ist,
• die Kosten verlässlich ermittelt werden können,
• zukünftig ein wirtschaftlicher Nutzen aus diesem gezogen werden kann.
Unterscheidend zur Begriffsdefinition des HGB sind dem immateriellen Anlagevermögen nach IFRS zusätzlich noch Gründungs-, Forschungs- und Entwicklungskosten untergeordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Notwendigkeit internationaler Vergleichbarkeit von Bilanzen durch Globalisierung und den Trend von nationalen zu internationalen Rechnungslegungsstandards.
2. Allgemeine Grundsätze und Begriffsabgrenzung: Definiert die Rahmenbedingungen der Rechnungslegung nach HGB, IFRS und US-GAAP sowie deren grundlegende Ziele wie Gläubigerschutz oder Informationsfunktion.
3. Bilanzierung des immateriellen Anlagevermögens: Analysiert detailliert die Definitionen, Aktivierungsvoraussetzungen und Abschreibungsmethoden für immaterielle Wirtschaftsgüter und den Geschäftswert unter den verschiedenen Standards.
4. Synoptische Darstellung der Bilanzierung des immateriellen Anlagevermögens: Bietet einen tabellarischen Vergleich der Regelungen sowie eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Bilanzierung nach HGB, IFRS und US-GAAP.
5. Schlussbemerkung und Ausblick in die Zukunft: Fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine globale Standardisierung, um die Transparenz und Vergleichbarkeit von Bilanzen in der Zukunft zu erhöhen.
Schlüsselwörter
Immaterielles Anlagevermögen, HGB, IFRS, US-GAAP, Bilanzierung, Geschäftswert, Firmenwert, Goodwill, Impairment Test, Aktivierung, Forschungskosten, Entwicklungskosten, Rechnungslegung, Vorsichtsprinzip, Informationsfunktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der bilanziellen Bewertung von immateriellen Anlagevermögen nach nationalen (HGB) und internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS und US-GAAP).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Definitionen immaterieller Werte, die Aktivierungskriterien für selbst erstellte und erworbene Wirtschaftsgüter sowie die spezielle Behandlung von derivativen Geschäftswerten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Bilanzierungsmethoden zu geben, die Unterschiede aufzuzeigen und deren Auswirkungen auf die internationale Vergleichbarkeit der Bilanzen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich der verschiedenen Regelwerke, ergänzt durch beispielhafte Berechnungen, um die theoretischen Unterschiede praktisch zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von immateriellen Vermögenswerten, die Bilanzierung selbst erstellter und erworbener Werte sowie die detaillierte Betrachtung der Bilanzierung von originären und derivativen Geschäftswerten nach HGB, IFRS und US-GAAP.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie immaterielles Anlagevermögen, HGB, IFRS, US-GAAP, Geschäftswert, Impairment Test und Informationsfunktion charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Behandlung von Forschungskosten im HGB gegenüber IFRS?
Nach HGB gilt ein striktes Aktivierungsverbot für Forschungskosten aufgrund des Vorsichtsprinzips, während nach IFRS Forschungskosten ebenfalls nicht aktiviert werden dürfen, jedoch eine differenzierte Betrachtung von Entwicklungskosten erfolgt.
Warum spielt der Impairment Test eine so wichtige Rolle bei IFRS und US-GAAP?
Da nach IFRS und US-GAAP eine planmäßige Abschreibung von Geschäftswerten untersagt ist, dient der jährliche Impairment Test zur Überprüfung der Werthaltigkeit, um bei Wertminderungen eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen und so eine realitätsgetreue Darstellung zu gewährleisten.
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- Tobias Schönaich (Author), 2009, Immaterielles Anlagevermögen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137252