Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Travail Social

Bildung in der Freizeit?

Standortbestimmung der Bildungsarbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen

Titre: Bildung in der Freizeit?

Mémoire (de fin d'études) , 2007 , 94 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Thomas Gottschlich (Auteur)

Travail Social
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Wie kein anderes ideelles Gut wirkt Bildung als Motor der subjektiven wie gesellschaftlichen Entwicklung. Der Grad der Bildung bestimmt die Art und den Umfang der Welt, die wir uns erschließen, in der wir uns verorten, an der wir teilhaben. Für das Subjekt resultiert der Lebenswert einer Gesellschaft aus dem ihm ermöglichten individuellen Teilhabeniveau. Gerecht wird eine Gesellschaft nicht dadurch, dass sie einzelne Teile bevorzugt, sondern dass sie ein möglichst hohes Teilhabeniveau für alle Mitglieder erreicht. Bildungschancen und damit die Teilhabechancen sind in Deutschland ungleich verteilt. Die daraus resultierende und sich manifestierende Spaltung der Gesellschaft ist ein elementares Hindernis auf dem Weg zu sozialer Gerechtigkeit.
Soziale Gerechtigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Dem Bildungssystem kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Hauptaufgabe des Bildungssystems ist es, den Einzelnen auf die Anforderungen des Lebens in bestmöglicher Weise vorzubereiten und ihn dabei in seiner freien Entfaltung zu unterstützen. Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen lassen die traditionellen Methoden und Strategien unseres Bildungssystems hinsichtlich ihrer Tauglichkeit zur Erfüllung dieser Aufgabe mehr und mehr fragwürdig erscheinen. Geht es doch um nichts Geringeres als darum, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Auf der Suche nach geeigneten Konzepten, die aktuellen Herausforderungen des deutschen Bildungssystems zu meistern, rücken neben den traditionellen Bildungsorten nun zunehmend auch bisher unbeachtete Lernwelten in das Zentrum des Interesses. Was für traditionelle Bildungsinstitutionen Neuland bedeutet, ist für die Jugendarbeit schon seit langem ein pädagogisches Handlungsfeld. Dieses Handlungsfeld der Jugendarbeit unter dem Blickwinkel eines modernen Bildungsverständnisses darzustellen, ist das Hauptziel dieser Diplomarbeit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Teil A

1. Bildung

1.1. Einleitende Begriffsbestimmung von Bildung

1.1.1. Wortstamm und Historie

1.1.2. Bildung - begriffliche Abgrenzungen

1.2. Der Zusammenhang von Bildung und Menschenbild

1.3. Bildung im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung

1.3.1. Das Bildungssystem

1.3.2. Die Wissensgesellschaft

1.3.3. Globalisierung und die Internationalisierung

1.3.4. Demographische Veränderungen

1.3.5. Pluralisierung und Individualisierung

1.4. Bildung im entwicklungspsychologischen Kontext

1.4.1. Die psychosoziale Entwicklungstheorie von Erik H. Erikson

1.4.2. Das Konzept der Entwicklungsaufgaben von Robert J. Havighurst

1.5. Die verschiedenen Dimensionen von Bildung

1.5.1. Die formelle Bildung

1.5.2. Die non-formelle Bildung

1.5.3. Die informelle Bildung

2. Freizeit

2.1. Das Konzept der Lebenszeit nach Horst Opaschowski

2.2. Freizeit im Jugendalter

2.3. Freizeit im Kontext aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse

3. Zusammenfassung Teil A

Teil B

4. Bildung in der offenen Jugendarbeit

4.1. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Bildungsauftrag

4.2. Strukturelle und konzeptionelle Rahmenbedingungen der offenen Jugendarbeit

4.3. Offene Jugendarbeit als Bildungsarbeit

4.3.1. Non-formelle Bildungsmöglichkeiten in der offenen Jugendarbeit

4.3.2. Informelle Bildungsmöglichkeiten in der offenen Jugendarbeit

4.4. Die Positionierung der offenen Jugendarbeit innerhalb des deutschen Bildungssystems

5. Die Mitarbeiterbefragung als Methode zur Standortbestimmung der Bildungsarbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen

5.1. Der Fragebogen als empirisches Forschungsinstrument

5.1.1. Die empirische Sozialforschung

5.1.2. Die Forschungsmethode der schriftlichen Befragung mit dem qualitativen Forschungsinstrument Fragebogen

5.2. Die Fragebogenuntersuchung

5.2.1. Einführung und Zielstellung

5.2.2. Die Zielgruppe

5.2.3. Die Methodenauswahl

5.2.4. Der Fragebogen

5.2.5. Die Befragung

5.2.6. Die Evaluation der Fragebögen

5.2.7. Zusammenfassung der Fragebogenuntersuchung

5.3. Reflexion der Mitarbeiterbefragung

6. Die Jugendfreizeiteinrichtung „Das Horn“ - ein sozialpädagogisches Praxisbeispiel

6.1. Das konzeptionelle Leitbild der Einrichtung

6.2. Die Bildungsarbeit der Einrichtung

6.2.1. Das Strukturmodell zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen

6.2.2. Die Angebotsstruktur der Einrichtung

6.2.2.1. Offener Bereich

6.2.2.2. Proberaum und Tonstudio für junge Musiker

6.2.2.3. Medienwerkstatt

6.2.2.4. Keramikwerkstatt

6.2.2.5. Workshops

6.2.2.6. Jugendgruppenfahrten

6.2.3. Die Veranstaltungen

6.3. Sozialraumorientierung

6.4. Zusammenfassung des sozialpädagogischen Praxisbeispiels

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das inhärente Bildungspotenzial der Jugendarbeit vor dem Hintergrund eines modernen Bildungsverständnisses darzustellen und die Mitarbeiter in Jugendfreizeiteinrichtungen zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit ihrem Bildungsauftrag zu motivieren.

  • Verständnis von Bildung als lebenslanger, offener Prozess im Kontext der Jugendarbeit.
  • Analyse der Rolle der Freizeit als Lernwelt und ihrer Bedeutung für Jugendliche.
  • Untersuchung der strukturellen und konzeptionellen Rahmenbedingungen offener Jugendarbeit.
  • Empirische Standortbestimmung durch eine Mitarbeiterbefragung im Bezirk Treptow-Köpenick.
  • Praxisbeispiel einer Jugendfreizeiteinrichtung zur Veranschaulichung von Bildungsmöglichkeiten.

Auszug aus dem Buch

1.1.1. Wortstamm und Historie

Im Duden Band 7 steht: „Bildung (mhd. bildunge, ahd. bildunga „Schöpfung, Verfertigung“ auch „Bildnis, Gestalt“; im 18. Jh. folgt das Wort der Entwicklung von „bilden“ zum pädagogischen Begriff, verflacht aber vielfach zur Bezeichnung bloßen Formalwissens)“ (DUDEN, BAND 7, 1997, S. 82). Die Brockhaus- Enzyklopädie weist Bildung als „Grundbegriff der deutschsprachigen Pädagogik seit Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts“ (BROCKHAUS, Band 3, 1996, S. 330) aus. Bildung, griech. Paideia, steht in der griechischen Antike für „die Hin- oder Umwendung des Menschen zum Denken des Maßgeblichen“ (ebd.).

Im antiken Griechenland war Bildung im Grunde ausschließlich ein Privileg der Herrschenden. Lediglich der Herrschende muss gebildet sein, um weise und gerecht regieren zu können (vgl. DÖRPINGHAUS u.a., 2006, S. 51). Dennoch war hier die Intention des Begriffes so universal, dass sich alle folgenden Epochen der abendländischen Kulturentwicklung bis in die Neuzeit mehr oder weniger stark darauf berufen. Der Philosoph Platon (427 - 347 v. Chr.), Schüler von Sokrates, gilt als Begründer der abendländischen Bildungstradition. Er versteht Bildung als den „Aufstieg zum Wissen und zur Einsicht in die Wahrheit“ (DÖRPINGHAUS u.a., 2006, S. 49). Mit dem weiteren Verlauf der kulturellen Entwicklung tritt das Christentum gesellschaftsprägend in den Vordergrund. Die Scholastik, „die auf die antike Philosophie gestützte, christliche Dogmen verarbeitende Philosophie und Theologie des Mittelalters“ (DUDEN Band 5, 2005, S. 939), entwickelt sich zur beherrschenden Lehrform. Die antike Hinwendung zum Höheren wird in der christlichen Tradition des Mittelalters als die Orientierung an und Hinwendung zu Gott verwendet. Die christlichen Mystiker wie z.B. Meister Eckhart (1260 – 1328) beschreiben die Wiedergeburt des Menschen als Ein-Bildung in das Bild Christi. Der Mensch wird Mensch durch die Einswerdung mit Gott. Durch die weite Verbreitung mystischer Literatur hat dieses Verständnis besonders im deutschen Sprachbereich damals alle anderen Auffassungen von der Menschwerdung des Menschen verdrängt (vgl. MEYERS ENZYKLOPÄDISCHES LEXIKON, Band 4, 1972, S. 195). Seit der Erfindung des Buchdrucks wird Wissen zunehmend einem breiteren Personenkreis zugänglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bildung: Dieses Kapitel definiert Bildung als komplexen, kulturell determinierten Begriff und beleuchtet dessen historische Entwicklung sowie die Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie Erziehung und Ausbildung.

2. Freizeit: Hier wird der positive Freizeitbegriff nach Horst Opaschowski erläutert und die Bedeutung der Freizeit für Jugendliche als Lern- und Lebenswelt thematisiert.

3. Zusammenfassung Teil A: Dieser Abschnitt fasst die theoretischen Perspektiven auf Bildung zusammen und betont den Bedarf an einer umfassenden, nicht verengten Sichtweise auf Bildungsprozesse.

4. Bildung in der offenen Jugendarbeit: Das Kapitel verortet die offene Jugendarbeit im deutschen Bildungssystem, definiert deren gesetzlichen Auftrag und erläutert non-formelle sowie informelle Bildungsmöglichkeiten.

5. Die Mitarbeiterbefragung als Methode zur Standortbestimmung der Bildungsarbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen: Es wird die methodische Herangehensweise der empirischen Mitarbeiterbefragung im Bezirk Treptow-Köpenick dargestellt sowie die Ergebnisse der Erhebung analysiert.

6. Die Jugendfreizeiteinrichtung „Das Horn“ - ein sozialpädagogisches Praxisbeispiel: Anhand dieser Einrichtung werden das Leitbild, das Partizipationsmodell und die konkrete Angebotsstruktur als praktische Umsetzung von Bildungsarbeit in der Jugendarbeit verdeutlicht.

7. Schlusswort: Das Kapitel resümiert die Notwendigkeit einer Profilschärfung der offenen Jugendarbeit und fordert eine bessere Vernetzung sowie Anerkennung als eigenständige Bildungsinstitution.

Schlüsselwörter

Bildung, Jugendarbeit, Freizeit, Bildungsauftrag, offene Jugendarbeit, non-formelle Bildung, informelle Bildung, Standortbestimmung, Partizipation, Sozialpädagogik, Empirische Sozialforschung, Bildungsverständnis, Lebensweltorientierung, Jugendfreizeiteinrichtung, Kompetenzentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich der Standortbestimmung der Bildungsarbeit innerhalb von Jugendfreizeiteinrichtungen und untersucht, wie offene Jugendarbeit zum Bildungsprozess beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das theoretische Verständnis von Bildung und Freizeit, die Rolle der offenen Jugendarbeit im deutschen Bildungssystem sowie die empirische Untersuchung der Perspektiven pädagogischer Mitarbeiter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, das inhärente Bildungspotenzial der Jugendarbeit aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Mitarbeiter in Einrichtungen ihr eigenes Bildungsverständnis und den Bildungsauftrag wahrnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der theorieorientierte Teil wird durch eine empirische Mitarbeiterbefragung (schriftlicher Fragebogen) ergänzt, deren Ergebnisse quantitativ ausgewertet werden, um Tendenzen in den Einstellungen der Fachkräfte zu ermitteln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das theoretische Fundament von Bildung und Freizeit, erläutert die gesetzlichen und konzeptionellen Rahmenbedingungen der Jugendarbeit und stellt eine Mitarbeiterbefragung sowie ein Praxisbeispiel vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildung, offene Jugendarbeit, Bildungsauftrag, Partizipation, informelle Bildung und Standortbestimmung.

Welche Rolle spielt die Einrichtung „Das Horn“ in der Arbeit?

„Das Horn“ dient als sozialpädagogisches Praxisbeispiel, um die theoretischen Konzepte von Bildung und Partizipation konkret in der täglichen Arbeit einer Einrichtung zu veranschaulichen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Kooperation zwischen Schule und Jugendarbeit?

Der Autor konstatiert, dass eine partnerschaftliche Kooperation sinnvoll wäre, jedoch oft durch Forschungsdefizite, mangelnde Kommunikation und einseitige Erwartungshaltungen auf Seiten der Schulen gehemmt wird.

Welches Problem identifiziert der Autor bei der Selbstwahrnehmung der Mitarbeiter?

Die Befragung deutet darauf hin, dass die Bildungsarbeit im Jugendfreizeitbereich oft mit einem geringen Selbstwertgefühl oder einem schwachen Selbstbild verbunden ist, da sie sich gegenüber formalen Bildungsinstitutionen als "Stiefkind" empfindet.

Fin de l'extrait de 94 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Bildung in der Freizeit?
Sous-titre
Standortbestimmung der Bildungsarbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen
Université
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Note
1,0
Auteur
Thomas Gottschlich (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
94
N° de catalogue
V137408
ISBN (ebook)
9783640448913
ISBN (Livre)
9783640448883
Langue
allemand
mots-clé
Bildung Freizeit Standortbestimmung Bildungsarbeit Jugendfreizeiteinrichtungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Thomas Gottschlich (Auteur), 2007, Bildung in der Freizeit? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137408
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  94  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint