„Die meisten Implementationsmodelle setzen auf den
Kreislauf von Forschung, Leitlinienentwicklung, kontinuierlicher Weiterbildung des Personals und Qualitätsaudits. … Ansatz nicht verwunderlich … seit Jahrhunderten genutzt … wirft doch Gefahr auf … die Evidence-based Nursing gerade reduzieren will.“
Die Gefahr liegt nämlich darin, dass sich das Pflegepersonal, in dem Glauben das Einhalten von Standards und Leitlinien sei haftungsentlastend, nicht mehr auf die Bedürfnisse und Ressourcen eines Pflegebedürftigen einlässt.
Für ein gutes Gelingen ist es aber Notwendig, dass ein jeder
Einzelne seinen Beitrag leistet. Damit ist nicht gemeint, dass jeder Einzelne die sechs Schritte der EBN Methode, stellvertretend für seine Kollegen durchführt. Nein, die Methode
der EBN lebt davon, dass die Schritte eins – Aufgabenklärung und zwei – Fragestellung von allen die pflegerische Entscheidungen treffen durchgeführt werden. Und diese Entscheidungen können nur mit einem Pflegebedürftigen gemeinsam getroffen werden
(Schritte vier bis sechs).
Um mit den Worten von Langer und Pflanzer zu schließen, es
„hat sich gezeigt, dass die EBN Methode prinzipiell direkt von Pflegenden angewendet werden kann, sofern ausreichend personelle, strukturelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt
werden.“
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 EBN am Univ. Klinikum Graz
3.1 Eckdaten des Projektes
3.2 Homepage EBN
3.3 Projektverlauf
3.3.1 Grundzüge EBN
3.3.2 Projektphase I
3.3.3 Beschreibung der Ist-Situation LKH Univ. Klinikum Graz / KAGES
3.4 Angebot an die Pflegenden in der Praxis
3.4.1 Beispiel Chlorhexidin
3.5 Auswirkungen für die Pflege
4 EBN am Inselspital Bern
4.1 Eckdaten des Projektes (Ausgangslage)
4.2 Projektverlauf – Stand der Strategieumsetzung August 2006
4.2.1 Die Strategie
4.2.2 Umsetzung der Strategie
4.2.3 Projektziele und die Zielerreichung (Zum Teilprojekt 1)
4.2.4 Projektziele und die Zielerreichung (Zum Teilprojekt 2)
4.2.5 Projektziele und die Zielerreichung (Zum Teilprojekt 3)
4.2.6 Projektziele und die Zielerreichung (Zum Teilprojekt 4)
4.2.7 Projektziele und die Zielerreichung (Zum Teilprojekt 5)
4.2.8 Projektziele und die Zielerreichung (Zum Teilprojekt 6)
4.3 Ist – Situation des Inselspitals Bern
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die erfolgreiche Implementierung von Evidence-based Nursing (EBN) in der klinischen Praxis. Anhand zweier konkreter Fallbeispiele, dem LKH Univ. Klinikum Graz sowie dem Inselspital Bern, wird analysiert, wie evidenzbasierte Methoden nachhaltig in den Pflegealltag integriert werden können, welche strukturellen Voraussetzungen dafür notwendig sind und welche positiven Auswirkungen sich daraus für die Pflegequalität und die Pflegeentwicklung ergeben.
- Grundlagen und Definitionen von Evidence-based Nursing (EBN).
- Methoden und Herausforderungen der Implementierung von Forschungsergebnissen in die Pflegepraxis.
- Fallstudie 1: Projekt "EVIDENCE BASED NURSING" am LKH Univ. Klinikum Graz.
- Fallstudie 2: Strategie zur Umsetzung von Evidence-based Practice am Inselspital Bern.
- Analyse der Auswirkungen von EBN auf den Pflegealltag und die professionelle Pflegeentscheidung.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Grundzüge EBN
Es werden folglich Grundzüge des EBN erklärt, die die Ausgangsbasis für das Vorgehen im Rahmen des Projektes bildeten.
„Evidence-based Nursing ist die Nutzung der derzeit besten wissenschaftlich belegten Erfahrung Dritter im Arbeitsbündnis zwischen einzigartigen Pflegebedürftigen und professionell Pflegenden“ Diese Definition zeigt, dass neben der wissenschaftlich belegten Erfahrung auch das Arbeitsbündnis und die Einzigartigkeit der Pflegebedürftigen nicht ausgeklammert werden dürfen.
Eine internationale Organisation für Evidence-Based Practice definiert EBN als „an intergration of the best available, nursing expertice, and the values and preference of the individuals, families, and communities who are served.“ Auch aus dieser Definition geht hervor, dass bei EBN das beste verfügbare Pflegewissen mit der Individualität der Betreuungssituation verknüpft werden muss.
In diesem Zusammenhang wird der Begriffe Evidence in eine „externe Evidence“ und eine „interne Evidence“ geteilt. Behrens und Langer raten in diesem Zusammenhang sechs Schritte von der internen zur externen Evidence und zurück. „Nach der Klärung der Aufgabenstellung oder genauer des Auftrags folgt die Formulierung einer beantwortbaren Fragestellung, die die Grundlage bildet für die Literaturrecherche, deren Ergebnisse kritisch beurteilt und anschließend in die Praxis implementiert werden, wobei eine abschließende Evaluation erfolgt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Evidence-based Nursing (EBN) als Reaktion auf steigende Anforderungen, Kosten-Nutzen-Druck und den Wunsch nach Patientensicherheit in der modernen Pflegelandschaft.
2 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt die Auswahl der zwei untersuchten Implementierungsprojekte am LKH Univ. Klinikum Graz sowie am Inselspital Bern und erläutert die Datengrundlage dieser Untersuchung.
3 EBN am Univ. Klinikum Graz: Das Kapitel detailliert die Ziele, die Kooperationen sowie den Projektverlauf der Einführung von EBN am Grazer Universitätsklinikum, einschließlich des Aufbaus einer Fach-Homepage und der Durchführung von Pilotprojekten.
4 EBN am Inselspital Bern: Hier wird die strategische Umsetzung von Evidence-based Practice im Inselspital Bern für den Zeitraum 2005-2009 beschrieben, inklusive der Projektorganisation, der Teilprojekte und einer Einschätzung der Ist-Situation durch Experten.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der beiden Fallbeispiele zusammen und diskutiert kritisch die Chancen und Herausforderungen bei der Anwendung von EBN-Methoden in der direkten Pflegepraxis.
Schlüsselwörter
Evidence-based Nursing, EBN, Pflegeforschung, Implementierung, Pflegepraxis, Pflegequalität, Gesundheitswesen, Strategieentwicklung, Pflegestandards, klinische Entscheidung, Inselspital Bern, LKH Univ. Klinikum Graz, Wissensmanagement, Pflegeinterventionen, Patientenbetreuung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die erfolgreiche Implementierung von Evidence-based Nursing (EBN) in die klinische Praxis und untersucht die Auswirkungen dieses Ansatzes auf die Pflege.
Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen von EBN, die praktische Umsetzung in Gesundheitseinrichtungen, die Bedeutung von Wissensmanagement sowie die Etablierung evidenzbasierter Standards zur Verbesserung der Pflegequalität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, anhand von zwei konkreten Beispielen (LKH Univ. Klinikum Graz und Inselspital Bern) aufzuzeigen, wie EBN erfolgreich implementiert werden kann und welche Faktoren für die Praxis relevant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse zweier Implementierungsprojekte, gestützt auf Fachliteratur, interne Strategiepapiere der Kliniken sowie Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke: Die Darstellung und Analyse der Implementierung am LKH Univ. Klinikum Graz sowie die detaillierte Beschreibung der Strategieumsetzung am Inselspital Bern.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Evidence-based Nursing, Implementierung, Pflegequalität, Strategieentwicklung und klinische Praxis.
Wie unterscheiden sich "interne" und "externe" Evidence laut den Autoren?
Externe Evidence bezieht sich auf wissenschaftlich belegte Wirksamkeit von Interventionen bei Populationen, während interne Evidence die individuellen Erfahrungen und Überzeugungen der Beteiligten und den spezifischen Patientenkontext umfasst.
Welche Rolle spielen die Pflegepersonen bei der Implementierung von EBN?
Pflegepersonen sind essenziell, da sie die individuelle pflegerische Entscheidung treffen; sie benötigen jedoch Unterstützung und entsprechende Rahmenbedingungen durch die Institution, um EBN-Methoden effektiv in den Alltag zu integrieren.
- Quote paper
- MSc Helmut Wallner (Author), Peter Roschitz (Author), Ulrike Erlach-Rechberger (Author), 2007, Die erfolgreiche Implementierung von Evidence-based Nursing (EBN) in die Praxis und die Erläuterung dessen Auswirkung auf die Pflege, anhand von zwei Beispielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137415