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Die Didaktik der nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napola)

Title: Die Didaktik der nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napola)

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kathrin Ziesemann (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Die ersten nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas, NPEA) wurden 1933 in Plön,
Köslin und Potsdam vom damaligen Reichserziehungsminister im Preußischen Kultusministerium,
Bernhard Rust, durch die Umwandlung ehemaliger preußischer Kadettenanstalten
ins Leben gerufen. Rust forderte am 20. 4. 33, Hitlers Geburtstag, dass
„(...) die drei ehemaligen Kadettenanstalten in Plön, Köslin und Potsdam gemäß ihrer
Tradition zu nationalpolitischen Erziehungsanstalten im Sinne der nationalen Revolution
umzubilden“ seien. „Die Lehrkörper sind dementsprechend neu zusammenzusetzen. Bei
Neuaufnahmen ist eine entsprechende Auslese zu treffen. Der Unterrichtsplan ist völlig neu
zu gestalten. Die Schülerkleidung ist die Hitleruniform.“ (Vgl. Scholtz 1973).
Die Lehrer und Erzieher der Napolas hatten neben fachlichen Kompetenzen Führerpersönlichkeit
zu besitzen. Zudem hatten sie als Reserveoffiziere ausgebildet zu sein bzw. dies
nachzuholen.
Die Schüler der Napolas stammten aus allen Schichten. Generelle Aufnahmekriterien waren
rassische, charakterliche, körperliche und geistige Eignung. Weiterhin hatten die Schüler
ein Ausleseverfahren zu absolvieren. Dieses bestand aus einer Vormusterung und einer
einwöchigen Aufnahmeprüfung in Form von Unterricht und Prüfungen in verschiedenen
Fächern. Besonderen Wert nahmen die Prüfungen der körperlichen Ertüchtigung und der
Mutproben ein. Etwa ein Drittel der Bewerber bestand dieses Ausleseverfahren und wurde
in eine Napola aufgenommen.
Die Ausbildung in den Napolas war vormilitärisch geprägt. Sie war gekennzeichnet durch
Zucht, Ordnung und Gehorsam. Der körperlichen Ertüchtigung wurde während der Ausbildung
in einer Napola große Bedeutung beigemessen. Besondere Sportarten wie Segeln,
Fechten, Segelfliegen und Reitsport sollten dazu beitragen, einen „weltfähigen“ Deutschen
mit einem „Herrenbewußtsein“ zu erziehen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die nationalpolitischen Erziehungsanstalten

2. Die Didaktik der Napolas

2.1 Die Begründung der Napolas

2.2 Die innere Struktur

2.3 Die Ziele

2.4 Lehrer und Erzieher

2.5 Die Auslese der Schüler

2.6 Der Schulalltag

2.7 Der Unterricht

2.8 Die deutsch-angelsächsischen Kontakte

3. Napolas für Mädchen

4. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Ausrichtung und den Alltag der nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas) während der Zeit des Nationalsozialismus, um deren Funktion als Instrument zur Formung eines neuen Führungskaders zu analysieren.

  • Historischer Ursprung und Gründung der Napolas durch den Reichserziehungsminister Bernhard Rust.
  • Struktur, Zielsetzung und pädagogische Konzeption der Eliteinternate.
  • Die Rolle der Lehrer, Erzieher und das spezifische Auswahlverfahren für Schüler.
  • Die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts mit Fokus auf vormilitärischer Ausbildung und nationalsozialistischer Indoktrination.
  • Sonderstellung und spezifische Ausrichtung der Napolas für Mädchen.

Auszug aus dem Buch

Die nationalpolitischen Erziehungsanstalten

Die ersten nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas, NPEA) wurden 1933 in Plön, Köslin und Potsdam vom damaligen Reichserziehungsminister im Preußischen Kultusministerium, Bernhard Rust, durch die Umwandlung ehemaliger preußischer Kadettenanstalten ins Leben gerufen. Rust forderte am 20. 4. 33, Hitlers Geburtstag, dass „(...) die drei ehemaligen Kadettenanstalten in Plön, Köslin und Potsdam gemäß ihrer Tradition zu nationalpolitischen Erziehungsanstalten im Sinne der nationalen Revolution umzubilden“ seien. „Die Lehrkörper sind dementsprechend neu zusammenzusetzen. Bei Neuaufnahmen ist eine entsprechende Auslese zu treffen. Der Unterrichtsplan ist völlig neu zu gestalten. Die Schülerkleidung ist die Hitleruniform.“ (Vgl. Scholtz 1973).

Die Lehrer und Erzieher der Napolas hatten neben fachlichen Kompetenzen Führerpersönlichkeit zu besitzen. Zudem hatten sie als Reserveoffiziere ausgebildet zu sein bzw. dies nachzuholen.

Die Schüler der Napolas stammten aus allen Schichten. Generelle Aufnahmekriterien waren rassische, charakterliche, körperliche und geistige Eignung. Weiterhin hatten die Schüler ein Ausleseverfahren zu absolvieren. Dieses bestand aus einer Vormusterung und einer einwöchigen Aufnahmeprüfung in Form von Unterricht und Prüfungen in verschiedenen Fächern. Besonderen Wert nahmen die Prüfungen der körperlichen Ertüchtigung und der Mutproben ein. Etwa ein Drittel der Bewerber bestand dieses Ausleseverfahren und wurde in eine Napola aufgenommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die nationalpolitischen Erziehungsanstalten: Dieses Kapitel erläutert die Gründung der Napolas durch Bernhard Rust im Jahr 1933 als Umwandlung ehemaliger preußischer Kadettenanstalten.

2. Die Didaktik der Napolas: Dieser Abschnitt analysiert das Fehlen eines formalen pädagogischen Konzepts zugunsten militärischer Vorbilder und totalitärer Indoktrination.

2.1 Die Begründung der Napolas: Die Gründung basierte auf dem Wunsch, Schüler durch ganztägige Überwachung in Eliteinternaten effektiv im Sinne der NS-Ideologie zu formen.

2.2 Die innere Struktur: Die Organisation folgte dem „Führerprinzip“ und militärischen Schemata wie „Zügen“ und „Hundertschaften“, geleitet von meist pädagogisch unerfahrenen Anstaltsleitern.

2.3 Die Ziele: Die Napolas sollten einen linientreuen Führungs- und Offiziersnachwuchs für die SA, SS und deren Gliederungen hervorbringen.

2.4 Lehrer und Erzieher: Der Lehrkörper bestand aus überzeugten Nationalsozialisten, die neben fachlicher Eignung vor allem eine soldatische Haltung vermitteln sollten.

2.5 Die Auslese der Schüler: Die Aufnahme war an strenge Bedingungen wie arische Abstammung, sportliche Leistungsfähigkeit und ein politisches Gutachten gebunden.

2.6 Der Schulalltag: Der Tagesablauf wurde durch den Wechsel von fachlichem Unterricht am Vormittag und vormilitärischem Dienst am Nachmittag bestimmt.

2.7 Der Unterricht: Der Fokus lag auf Wehrsport und körperlicher Ertüchtigung; ideologische Fächer wie Deutsch, Biologie und Geschichte dienten der Indoktrination.

2.8 Die deutsch-angelsächsischen Kontakte: Trotz der ideologischen Distanz pflegten die Napolas Austauschprogramme mit englischen Schulen, wobei der Sport als Mittel des Charaktertrainings im Vordergrund stand.

3. Napolas für Mädchen: Die Ausbildung in den wenigen Napolas für Mädchen orientierte sich an den Jungenanstalten, betonte jedoch zusätzlich musische Erziehung und hauswirtschaftliche Tätigkeiten.

4. Literatur: Eine Zusammenstellung der wissenschaftlichen Quellen und weiterführender Literatur zum Thema.

Schlüsselwörter

Napola, NPEA, Nationalsozialismus, Eliteinternate, Erziehung, Indoktrination, Wehrsport, Führernachwuchs, Bernhard Rust, HJ, SS, Schulalltag, Charaktertraining, Didaktik, NS-Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur, der pädagogischen Ausrichtung und der ideologischen Zielsetzung der nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas) während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Gründung der Anstalten, der Alltag der Schüler, das spezifische Auswahlverfahren, die Ausbildung der Lehrer und die Vermittlung einer nationalsozialistischen Haltung durch den Unterricht.

Welches primäre Ziel verfolgten die Napolas?

Das primäre Ziel war die Ausbildung eines politisch loyalen Führungsnachwuchses für die SA, SS und andere Gliederungen des NS-Staates durch eine vormilitärische und ideologisch geprägte Erziehung.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, basierend auf der Auswertung historischer Dokumente, zeitgenössischer Erklärungen der Napolas und wissenschaftlicher Sekundärliteratur zu den Erziehungsinstitutionen im Dritten Reich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der inneren Struktur, die Zielsetzung, die Auswahlkriterien für Schüler, den Aufbau des Schulalltags sowie die detaillierte inhaltliche Gestaltung der verschiedenen Unterrichtsfächer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Napola, NPEA, Eliteinternate, NS-Ideologie, Indoktrination, Wehrsport und Führernachwuchs.

Wie unterschieden sich die Napolas für Mädchen von denen der Jungen?

Obwohl die körperliche Ausbildung und die ideologische Ausrichtung vergleichbar waren, legten die Napolas für Mädchen einen stärkeren Fokus auf musische Erziehung und hauswirtschaftliche Kompetenzen sowie Bereiche wie Säuglingspflege.

Welche Bedeutung hatte der Sportunterricht in den Napolas?

Der Sportunterricht, insbesondere der Wehrsport und der Geländesport, nahm die höchste Stundenzahl ein. Er galt als grundlegend für die Formung charakterlicher Eigenschaften wie Mut, Härte und Gehorsam sowie als Vorbereitung auf den Dienst in der Wehrmacht.

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Details

Title
Die Didaktik der nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napola)
College
University of Cologne  (Seminar für Geschichte und Philosophie)
Course
Kindheit und Jugend in Deutschland 1933-1945. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Fragestellungen
Grade
1,7
Author
Kathrin Ziesemann (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V13742
ISBN (eBook)
9783638193108
Language
German
Tags
Didaktik Erziehungsanstalten Kindheit Jugend Deutschland Fachwissenschaftliche Fragestellungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Ziesemann (Author), 2001, Die Didaktik der nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napola), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13742
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