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Der Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität

Eine Analyse von 21 OECD Ländern

Titre: Der Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität

Thèse de Bachelor , 2009 , 64 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Marcel Ruge (Auteur)

Politique - Systèmes politiques en général et en comparaison
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob das Wahlsystem eines Landes Auswirkungen auf die Regierungsstabilität hat. Die Hypothese, dass kein signifikanter Einfluss besteht, konnte bestätigt werden.
Die Ergebnisse basieren auf der Auswertung der Regierungsdauern in 21 OECD Ländern innerhalb des Zeitraums von 1960 bis 2000.
Die Überprüfung des Zusammenhangs erfolgt mithilfe von Kontingenztabellen.
Im Anschluss an diese Auswertung beschäftigt sich der zweite Teil dieser Arbeit mit dem Sinn von Wahlsystemänderungen. Dafür wird anhand der Fallbeispiele Italien, Japan und Neuseeland hinterfragt, ob durch Wahlrechtsreformen die gewünschten Ergebnisse erzielt werden können.
Ergebnis dieser Betrachtung ist, dass die alleinige Wahlrechtsreform ein eher ungeeignetes Instrument zur Bekämpfung politischer Fehlentwicklungen ist. Die Output-Qualität einer Reform ist abhängig von der Art und Weise der Änderung als auch von der Art der angestrebten Ergebnisse. Sind die Veränderungen eher gering, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die gesetzten Ziele nicht erreicht werden können. Besteht zwischen dem Wahlsystem und dem angestrebten Ziel eine eher indirekte Verbindung (distal effects) sind die Erfolgsaussichten ebenfalls gering.
Die Zusammenführung dieser beiden Erkenntnisse, Wahlsysteme haben keinen direkten Einfluss auf die Regierungsstabilität eines Landes und die Wirkweise von Wahlsystemänderungen ist schwer zu prognostizieren, führt zu folgenden Schlüssen:
Die Änderung eines Wahlsystems zur Stabilisierung der Regierung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen. Zwischen Wahlsystem und Regierungsstabilität scheint kein direkter Zusammenhang zu bestehen. Länder mit dem vermeintlich stabilitätsfördernden Mehrheitswahlrecht verfügen nicht über stabilere Regierungen als solche mit Verhältniswahlrecht.
Das Wahlsystem selbst sollte, trotz seiner prägnanten Stellung innerhalb des politischen Systems, nicht als Erklärungsgrundlage überstrapaziert werden. Es ist, wie die Analyse zeigt, nur einer von vielen Faktoren. Zwar sind Änderungen an dieser Stellschraube technisch gesehen sehr leicht möglich. Diese Einfachheit sollte jedoch nicht über die komplizierten Verflechtungen hinwegtäuschen, in die das Wahlsystem eingebettet ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Das Wahlsystem

2.1.1 Technische Unterscheidungsmerkmale von Wahlsystemen

2.1.2 Grundtypen von Wahlsystemen und ihre theoretischen Auswirkungen

2.1.3 Probleme bei der Typologisierung der Wahlsysteme

2.2 Messung von Regierungsstabilität

2.3 Kausale Beziehung zwischen Wahlsystem und Regierungsstabilität

3 Analyse

3.1 Kriterien für die Auswahl der Länder

3.2 Begründung für die Festlegung des Beobachtungszeitraumes

3.3 Begründung für die Operationalisierung der Variablen

3.3.1 Wahlsystem

3.3.2 Regierungsstabilität

3.4 Beschreibung der Datensammlung

3.5 Deskriptive Statistiken

3.6 Bivariate Statistiken

4 Zwischenfazit

5 Weiterführende Überlegungen: Zum Sinn von Wahlsystemänderungen

5.1 Fallbeispiele

5.1.1 Italien

5.1.2 Japan

5.1.3 Neuseeland

5.2 Gründe für den unterschiedlichen Erfolg der Reformen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Wahlsystemen und der Stabilität von Regierungen. Ziel ist es, die populäre These zu überprüfen, dass insbesondere Mehrheitswahlsysteme durch die Reduktion der Parteienzahl im Parlament stabilere Regierungen produzieren. Anhand einer empirischen Analyse von 21 OECD-Ländern im Zeitraum von 1960 bis 2000 wird hinterfragt, ob tatsächlich ein signifikanter Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität existiert.

  • Analyse der kausalen Kette: Wahlsystem → Parteienzahl → Regierungstyp → Regierungsstabilität.
  • Methodische Operationalisierung von Wahlsystemtypen nach der IDEA-Typologie.
  • Empirische Überprüfung mittels Kontingenztabellen und deskriptiver Statistik.
  • Kritische Diskussion der Erfolgsaussichten von Wahlsystemreformen anhand von Fallbeispielen (Italien, Japan, Neuseeland).

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Technische Unterscheidungsmerkmale von Wahlsystemen

Trotz der häufig hitzig geführten Debatten um Wahlsysteme und ihre Vor- und Nachteile (siehe Einleitung) sind es vorrangig kühle, technische Faktoren, anhand derer sich die Systeme unterscheiden.

Die mit Abstand wichtigste Determinante eines Wahlsystems ist der Wahlkreis (Lijphart 1999: 150). In jedem Wahlkreis, der ein vorher festgelegtes Territorium umfasst, wird eine bestimmte Zahl von Mandaten für das Parlament vergeben. Die Zahl der zu vergebenden Mandate ist entscheidend für die Größe des Wahlkreises, nicht seine territoriale Ausdehnung (Nohlen 2000: 82). Können beispielsweise in einem Wahlkreis zehn Kandidaten einen Sitz im Parlament erhalten, spricht man von einem großen Mehrpersonenwahlkreis, gibt es nur zwei Mandate zu vergeben, handelt es sich um einen kleinen Mehrpersonenwahlkreis (Nohlen 2000: 83). Folglich wird in so genannten Einerwahlkreisen nur ein Mandat vergeben.

Die unterschiedlichen Größen haben eine logische Konsequenz für die Abbildung der Wählerstimmen. Kann, wie es in Einerwahlkreisen der Fall ist, am Ende nur ein Kandidat ins Parlament einziehen, haben alle übrigen Stimmen, die nicht auf den siegreichen Kandidaten entfallen sind, keine Bedeutung mehr. In größeren Wahlkreisen hingegen zählen auch die anderen Stimmen noch. Der Proporzeffekt steigt also mit zunehmender Größe des Wahlkreises.

Diesen Zusammenhang verdeutlicht auch die nachfolgende Grafik. Sie zeigt den Anteil der Stimmen, die eine Partei erfahrungsgemäß benötigt, um ein Mandat im Parlament zu erhalten, in Abhängigkeit zur Wahlkreisgröße. Die untere beziehungsweise obere Linie des schwarzen Bereichs stellt das Ergebnis unterschiedlicher Berechnungsmethoden dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die veränderte Parteienlandschaft in Deutschland vor und diskutiert die Debatte über Wahlrechtsreformen zur Steigerung der Regierungsstabilität.

2 Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Variablen Wahlsystem und Regierungsstabilität und erläutert die theoretische Kausalkette zwischen diesen.

3 Analyse: Hier erfolgt die empirische Untersuchung anhand von 21 OECD-Ländern, wobei Kriterien der Fallauswahl und der Operationalisierung der Variablen dargelegt werden.

4 Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst die Ergebnisse der Kontingenzanalysen zusammen und konkretisiert die Kausalkette auf Basis der empirischen Befunde.

5 Weiterführende Überlegungen: Zum Sinn von Wahlsystemänderungen: Dieses Kapitel analysiert anhand der Fallbeispiele Italien, Japan und Neuseeland, ob Wahlsystemreformen tatsächlich politische Probleme lösen können.

6 Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass kein signifikanter direkter Zusammenhang zwischen dem Wahlsystem und der Regierungsstabilität besteht.

Schlüsselwörter

Wahlsystem, Regierungsstabilität, Verhältniswahlrecht, Mehrheitswahlrecht, OECD-Länder, Parteienzahl, Wahlrechtsreform, Regierungsdauer, Politische Stabilität, Proximal effects, Distal effects, Wahlsystemänderung, Demokratie, Wahlanalyse, Parteienfragmentierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob das Wahlsystem eines Landes einen messbaren Einfluss auf die Stabilität seiner Regierung hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Typologisierung von Wahlsystemen, die Messung von Regierungsstabilität und die empirische Überprüfung der Kausalkette, die von der Art des Wahlsystems über die Parteienzahl bis hin zur Stabilität der Regierungsbildung reicht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob das Wahlsystem die Regierungsstabilität determiniert, oder ob es sich bei dieser Annahme lediglich um eine populäre, aber empirisch nicht haltbare These handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt einen komparativen Ansatz mit deskriptiven Statistiken und Kontingenztabellen, basierend auf Datensätzen von 21 OECD-Ländern im Zeitraum von 1960 bis 2000.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Vorüberlegungen, eine umfassende empirische Analyse der Variablenzusammenhänge sowie eine vergleichende Betrachtung von Fallbeispielen in Italien, Japan und Neuseeland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahlsystem, Regierungsstabilität, Verhältniswahl, Mehrheitswahl, Parteienzahl und Regierungsreform geprägt.

Warum fällt das Beispiel Neuseeland in der Analyse besonders auf?

Neuseeland zeigt, dass dort, wo tiefgreifende Veränderungen im Wahlsystem vorgenommen wurden (Wechsel von First-Past-the-Post zu einem Verhältniswahlsystem), auch tatsächliche Verschiebungen in der Parteienstruktur und dem Regierungstyp messbar sind.

Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Regierungsstabilität?

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass kein signifikanter Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität nachgewiesen werden kann; andere Einflussfaktoren im politischen Setting sind von weitaus größerer Bedeutung.

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Résumé des informations

Titre
Der Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität
Sous-titre
Eine Analyse von 21 OECD Ländern
Université
University of Hamburg  (Eine Analyse von 21 OECD Ländern)
Note
1,3
Auteur
Marcel Ruge (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
64
N° de catalogue
V137530
ISBN (ebook)
9783640467075
ISBN (Livre)
9783640466931
Langue
allemand
mots-clé
Wahlsystem Regierungsstabilität Ländervergleich Italien Neu Seeland Japan Regierung Dauer Messung Analyse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcel Ruge (Auteur), 2009, Der Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137530
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Extrait de  64  pages
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