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Postkoloniale Debatten und das antisemitische politische Erbe Wiens. Der Fall Karl Lueger und die Rolle der LICRA

Titel: Postkoloniale Debatten und das antisemitische politische Erbe Wiens. Der Fall Karl Lueger und die Rolle der LICRA

Essay , 2023 , 12 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Martin Pinda (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Text untersucht die postkolonialen Debatten und die kritische Auseinandersetzung mit historischen Denkmälern und benannten Orten in Wien, mit besonderem Fokus auf dem Denkmal und benannten Orten des umstrittenen Bürgermeisters Karl Lueger. Es wird analysiert, wie die Stadt Wien ihr antisemitisches, politisches Erbe adressiert und wie verschiedene Interessengruppen, insbesondere die NGO LICRA, auf diese Herausforderungen reagieren.

In dieser Analyse werden die durch Bürger*Innenbewegungen um den zweiten Dekadenwechsel des 21. Jahrhunderts ausgelösten postkolonialen Debatten und ihre Auswirkungen auf historische Denkmäler und nach diesen benannte Orte in Wien beleuchtet. Im Zentrum steht dabei das umstrittene Denkmal für den Bürgermeister Karl Lueger, eine Schlüsselfigur der Wiener Geschichte, die sowohl für ihren Beitrag zur Modernisierung der Stadt als auch für ihren verbalen Antisemitismus bekannt ist. Der Umgang der Stadt Wien mit ihrem antisemitischen, politischen Erbe wird kritisch betrachtet, und die Rolle von NGOs wie der LICRA in der aktuellen Diskussion wird hervorgehoben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Aufbau

Zielsetzung/Fragestellung

Methode

Motivation/Kontext

Die Person Karl Lueger

Das Denkmal am Stubenring

Der Diskurs

Benjamin Kaufmanns Polemik

Caroline Hungerländer: Lueger-Denkmal vs. Antisemitische Buchläden

Karl Fluch & Gerald John: Pro & Kontra des Abrisses des Lueger-Denkmals

Cathrin Kahlweit: Revolution in Zeitlupe

Alexandra Föderl-Schmid: Beschämende Untätigkeit

Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der politisch-gesellschaftlichen Diskurs- und Argumentationsstränge rund um das kontrovers diskutierte Dr.-Karl-Lueger-Denkmal in Wien, wobei insbesondere die Positionen zur Umgestaltung oder Entfernung des Denkmals im Lichte der postkolonialen Debatte und der Auseinandersetzung mit historischem Antisemitismus beleuchtet werden.

  • Methodische Aufarbeitung von Diskurssträngen anhand von Presseartikeln und Online-Quellen.
  • Untersuchung der rhetorischen Strategien und Argumentationsmuster von Befürwortern und Gegnern des Denkmals.
  • Kontextualisierung der Person Karl Lueger und seiner Rolle im Antisemitismus des 20. Jahrhunderts.
  • Analyse des öffentlichen Umgangs mit Denkmälern historisch umstrittener Persönlichkeiten in Wien.
  • Reflexion über die Verantwortung der Stadtpolitik und mediale Rezeption der Debatte.

Auszug aus dem Buch

Das Denkmal am Stubenring

Bereits kurz nach Luegers Tod 1910 wurde ein Antrag auf Errichtung eines Denkmals als Monument und dauerhaftes Zeichen für seine erfolgreiche Kommunalpolitik im Gemeinderat eingebracht und 1914 beschlossen. Als Sieger der Ausschreibung ging Josef Müllner mit seinem Entwurf ‚Früchte bringe das Leben dem Mann‘ hervor, in dem die kommunalen Leistungen Luegers in bildhauerischer Form als Arbeiter bei einem Gasrohr, einem alten Mann, einer Mutter mit Kind und einem jungen Landarbeiter zu Fuße seiner Statue umgesetzt wurden. Durch den Ersten Weltkrieg wurden die Bauarbeiten 1916 unterbrochen und erst 1922 wieder aufgenommen. Die Denkmalinschrift huldigte Lueger als Mann mit ‚lauterstem und edelstem Charakter‘ und lobte ihn als ‚glühenden Patrioten‘ mit ‚reinster Liebe zu Volk und Stadt‘.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage im Kontext der Wiener Geschichte und postkolonialer Denkmalsdebatten.

Motivation/Kontext: Darstellung des zeitgeschichtlichen Hintergrunds, der Person Karl Lueger und der zunehmenden Kritik an seiner Ehrung.

Die Person Karl Lueger: Skizze von Luegers politischer Karriere, seiner antisemitischen Hetze und seiner Bedeutung für die städtische Infrastruktur.

Das Denkmal am Stubenring: Historischer Überblick über die Entstehungsgeschichte des Denkmals und dessen ursprüngliche Intention.

Der Diskurs: Detaillierte Analyse verschiedener Medienberichte und Standpunkte zur Frage des Abrisses oder einer kritischen Umgestaltung des Denkmals.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der analysierten Argumentationslinien und Feststellung eines Defizits im politisch-gesellschaftlichen Umgang mit dem antisemitischen Erbe.

Schlüsselwörter

Karl Lueger, Lueger-Denkmal, Wien, Antisemitismus, Erinnerungskultur, Diskursanalyse, Denkmalsdebatte, Stadtpolitik, Postkolonialer Kontext, NS-Vergangenheit, Öffentlicher Raum, Vergangenheitsbewältigung, Medienanalyse, Politische Rhetorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den aktuellen öffentlichen Diskurs über das umstrittene Denkmal für den Wiener Bürgermeister Karl Lueger und wie mit seinem antisemitischen Erbe heute in Wien umgegangen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Erinnerungskultur, der Umgang mit kontroversen Denkmälern im öffentlichen Raum, Antisemitismusforschung und die mediale Darstellung dieser Debatte.

Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu erarbeiten, welche Argumente von verschiedenen Akteuren – wie Politik, Medien und Bevölkerung – für oder wider einen Abriss beziehungsweise eine Umgestaltung des Denkmals vorgebracht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-qualitative Methode, basierend auf Literaturrecherche sowie einer Historischen Diskursanalyse von Presseartikeln und Onlineressourcen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Fallbeispiele von Medienberichten (z.B. Die Presse, Der Standard, Süddeutsche Zeitung) analysiert, um die unterschiedlichen Argumentationslinien zur Causa Lueger und die Reaktion der Stadtverwaltung aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Karl Lueger, Antisemitismus, Erinnerungskultur, Diskursanalyse und Denkmalsdebatte.

Wie argumentiert Benjamin Kaufmann in seiner Polemik?

Kaufmann kritisiert scharf das zögerliche und zynische Verhalten der Stadt Wien, die Forderungen von Überlebenden zu ignorieren, und sieht in den bisherigen Maßnahmen eine verharmlosende „Luegerehrung“.

Welcher Aspekt wird von Caroline Hungerländer betont?

Hungerländer warnt vor einseitiger Fixierung auf das Denkmal und stellt einen Vergleich zu antisemitischen Tendenzen in anderen Bereichen, wie bei islamistischen Buchläden, her, um die Komplexität der Debatte hervorzuheben.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Postkoloniale Debatten und das antisemitische politische Erbe Wiens. Der Fall Karl Lueger und die Rolle der LICRA
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Zeitgeschichte)
Veranstaltung
UE Quellengattungen und Methoden: Geschichte Wiens im 20. Jahrhundert
Note
2,0
Autor
Martin Pinda (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
12
Katalognummer
V1375761
ISBN (PDF)
9783346912565
ISBN (Buch)
9783346912572
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wien Karl Lueger Denkmal Diskurs postkolonial Kontext Benjamin Kaufmann Lueger Unser Unser pro contra Abriss Umgestaltung LICRA Antisemitismus Hitler Mein Kampf 20. Jahrhundert Bürgermeister Quellenkritik Gunilla Budde Historische Diskursanalyse Achim Landwehr
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Pinda (Autor:in), 2023, Postkoloniale Debatten und das antisemitische politische Erbe Wiens. Der Fall Karl Lueger und die Rolle der LICRA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1375761
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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