Die vorliegende Arbeit hat die Zielsetzung den Stress und die Arbeitsbelastungen bei Pflegekräften zu den Zeiten von COVID-19 zu dokumentieren und analysieren und damit eine mögliche Erklärung für die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Stresserlebens von Pflegekräften zu untersuchen. Als Beitrag für die Wissenschaft und Praxis sollen präventive Maßnahmen abgeleitet werden.
Die WHO charakterisiert Stress im Arbeitsalltag als eine der größten Risikofaktoren des 21. Jahrhunderts. Weitere Studien, wie die Stressstudie der TK von 2021 belegen, dass 63 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland manchmal oder häufig unter Stress leiden. Die Arbeitsanforderungen der Arbeitswelt beanspruchen die Erwerbstätigen physisch und psychisch. Besonders betroffen von arbeitsbedingtem Stress sind die Pflegekräfte des Gesundheitswesens. So sollen in Krankenhäusern, mehr als 70 Prozent der Angestellten unter Burn-out Symptomen leiden und 46 Prozent mit den Arbeitsbedingungen gar nicht zufrieden. Die Stresssituationen lösen psychosomatische Beschwerden aus, ein erlebtes körperliches Unwohlsein durch den subjektiven Umgang mit Stressoren. Als langfristige Konsequenz von alltäglichen und andauernden Stressoren ist ein kognitiv-emotionales Erleben einer verminderten Lebensqualität.
Ebenso verlangt das Gemeinwesen eine sichere Gesundheitsversorgung und eine hohe Pflegequalität. Das Spannungsfeld zwischen dem Krankenhaus als qualitativen Gesundheitsversorger und der Arbeitsbelastung vom Pflegepersonal spitzt sich mit der aktuellen Lage der COVID-19-Pandemie weiter zu. Der Begriff Pflexit prägte in der COVID-19-Pandemie die sozialen Medien und die Presse. Unter dem Synonym wird die Kündigungswelle der Pflegekräfte durch die hohen Anforderungen unterstrichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung und Zielsetzung
- Gang der Arbeit
- Theoretischer Hintergrund
- Etymologie: COVID-19
- Etymologie: Stress
- Etymologie: Moralischer Stress
- Transaktionale, kognitive Stressmodell von Lazarus
- Forschungsstand
- Methodik
- Forschungsdesign
- Sampling
- Datenerhebung
- Qualitative Auswertungsmethode
- Ergebnisse und Interpretation der Datenanalyse
- Darstellung der Kategorien
- K1: Stressoren
- K2: Subjektives Stresserleben
- K3: Internales Coping
- Beantwortung der Forschungsfrage
- Diskussion
- Interpretation der Ergebnisse
- Limitationen und Selbstreflexion der Arbeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht, wie die COVID-19-Pandemie das Stresserleben von Pflegepersonal beeinflusst und welche Stressoren den Stress auslösen. Ziel ist es, den Stress und die Arbeitsbelastungen in der Zeit von COVID-19 zu dokumentieren und präventive Maßnahmen zu empfehlen.
- Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Stresserleben von Pflegepersonal
- Identifizierung von Stressoren, die den Stress im Gesundheitswesen während der Pandemie evozieren
- Anwendung des kognitiven, transaktionalen Stressmodells von Lazarus und Folkman
- Qualitative Datenerhebung und -analyse mittels Inhaltsanalyse
- Diskussion von Stressinterventionsmaßnahmen im Gesundheitswesen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt die Problematik und Zielsetzung der Arbeit aus und beschreibt den Aufbau. Der zweite Abschnitt erläutert die Fachtermini COVID-19, Stress und Moralischer Stress und stellt das transaktionale, kognitive Stressmodell von Lazarus und Folkman vor. Der dritte Abschnitt widmet sich der Methodik der Studie, einschließlich Forschungsdesign, Stichprobenziehung, Datenerhebung und der qualitativen Auswertungsmethode. Im vierten Abschnitt werden die Ergebnisse der Datenanalyse präsentiert und interpretiert, wobei die Kategorien Stressoren, Subjektives Stresserleben und Coping im Fokus stehen. Die Diskussion im fünften Abschnitt beleuchtet die Ergebnisse der Studie und diskutiert die Limitationen und die Selbstreflexion der Arbeit.
Schlüsselwörter
COVID-19-Pandemie, Pflegepersonal, Stress, Moralischer Stress, Arbeitsbelastung, transaktionales Stressmodell, qualitative Forschung, Inhaltsanalyse, Experteninterview, Coping, Stressinterventionsmaßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat COVID-19 den Stress bei Pflegekräften beeinflusst?
Die Pandemie hat die Arbeitsbelastung massiv erhöht, was zu vermehrtem subjektivem Stresserleben, Burn-out-Symptomen und einer Kündigungswelle (Pflexit) geführt hat.
Was versteht man unter "Moralischem Stress" in der Pflege?
Moralischer Stress entsteht, wenn Pflegekräfte wissen, was ethisch richtig wäre, dies aber aufgrund äußerer Zwänge (Personalmangel, Zeitnot) nicht umsetzen können.
Was besagt das transaktionale Stressmodell von Lazarus?
Dieses Modell besagt, dass Stress nicht allein durch Reize entsteht, sondern durch die individuelle Bewertung einer Situation als bedrohlich und die Einschätzung der eigenen Bewältigungsressourcen.
Welche Stressoren sind im Gesundheitswesen besonders prägnant?
Zu den Hauptstressoren gehören Zeitdruck, hohe Verantwortung, körperliche Belastung, Personalmangel und die Konfrontation mit Leid und Tod.
Was bedeutet der Begriff "Coping"?
Coping bezeichnet die Bewältigungsstrategien (internal oder external), die Menschen einsetzen, um mit belastenden Situationen und Stress umzugehen.
Welche präventiven Maßnahmen gegen Stress werden empfohlen?
Empfohlen werden strukturelle Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Supervisionen, Resilienztraining und eine bessere personelle Ausstattung in Krankenhäusern.
- Arbeit zitieren
- Katarzyna Nowocien (Autor:in), 2021, Subjektives Stresserleben von jungem Gesundheitspersonal während der COVID-19 Pandemie. Eine qualitative Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376387