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Inwiefern gilt für Staaten das Völkerrecht? Die Flexibilität von Souveränitätsnormen anhand der "Operation Iraqi Freedom"

Título: Inwiefern gilt für Staaten das Völkerrecht? Die Flexibilität von Souveränitätsnormen anhand der "Operation Iraqi Freedom"

Trabajo Escrito , 2023 , 15 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Tamilla Javadi (Autor)

Política - Tema: Relaciones internacionales
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In dieser Arbeit wird anhand der US-Intervention diskursiv analysiert, wie Souveränitätsnormen gelenkt, gedehnt und verletzt werden. Dies wird mit Hilfe der Diskursanalyse von Doty anhand von Bushs Rede „adress to the nation“ (The white house 19.03.2003) untersucht.

In dieser Arbeit habe ich mich auf die Souveränitätsnorm konzentriert, da dieses Prinzip einen zentralen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben zwischen staatlichen Akteuren im internationalen Bereich gewährleistet. In der Realität ist das Konzept der Souveränität jedoch nicht immer in gleicher Weise anwendbar. Selektivität und die Schaffung von Territorien mit unterschiedlichem Souveränitätsgrad untergraben das Völkerrecht und senken die Hürde für die Anwendung von Gewalt durch staatliche und nichtstaatliche Akteure. Genau dies möchte ich anhand des Beispiels der US-Intervention im Irak, der "Operation Iraqi Freedom", verdeutlichen. Dabei soll die folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Inwiefern konnte die Intervention der USA im Irak durch die Flexibilität von Souveränitätsnormen diskursiv ermöglicht werden?

Im Folgenden werde ich folgendermaßen vorgehen, zunächst werde ich die Normen und das Normverständnis in der Theorie sowie auch gesondert die Souveränitätsnorm beschreiben. Die Grundlage hierfür sind zahlreiche wissenschaftliche Artikel, aus denen ich verschiedene Konzepte vorstellen werde. Zweitens werde ich anhand der Methode der Diskursanalyse von Doty zeigen, wie ideelle Faktoren in Texten diskursiv analysiert werden können. Drittens werde ich bei der Analyse nach einem kurzen empirischen Kontext die Methode von Doty anwenden, um zu untersuchen, wie Bush in seiner Rede "address to the nation" die folgenden Akteure konstruiert: 1. die Vereinigten Staaten, 2. Saddam Hussein und 3. das irakische Volk. In diesem Abschnitt werde ich auch auf das Verständnis von Normen und Souveränität zurückkommen und es auf dieses empirische Beispiel anwenden. In der Schlussfolgerung werde ich reflektierend darstellen, wie die US-Intervention im Irak diskursiv durch die Flexibilität von Souveränitätsnormen ermöglicht wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Theorie
    • 2.1. Normen und Normenverständnis in den IB
    • 2.2. Souveränität
  • 3. Methode: Discursive Practices Approach von Doty
  • 4. Analyse
    • 4.1. Empirischer Kontext
    • 4.2. Analyse von Bushs Rede Anhand des Discursive Practice Approach
  • 5. Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht diskursiv, wie Souveränitätsnormen gelenkt, gedehnt und verletzt werden, und nutzt dabei die US-Intervention im Irak („Operation Iraqi Freedom“) als empirisches Beispiel. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern konnte die Intervention der USA im Irak durch die Flexibilität von Souveränitätsnormen diskursiv ermöglicht werden?

  • Die Definition und das Verständnis von Normen in den Internationalen Beziehungen, einschließlich ihres Lebenszyklus und ihrer dualen Qualität.
  • Das Konzept der Souveränität, seine Dekonstruktion und seine Flexibilität im Kontext internationaler Beziehungen.
  • Der Discursive Practices Approach von Roxanne Lynn Doty als Methode zur Analyse der sozialen Konstruktion von Außenpolitik.
  • Die diskursive Konstruktion von Akteuren wie den Vereinigten Staaten, Saddam Hussein und dem irakischen Volk in politischen Reden.
  • Die Legitimation militärischer Interventionen durch Konzepte wie die „Responsibility to Protect“ (RtoP).
  • Die Auswirkungen von „double standards“ und Annahmen westlicher Überlegenheit auf die Anwendung des Völkerrechts.

Auszug aus dem Buch

4.2. Analyse von Bushs Rede Anhand des Discursive Practice Approach

In der Rede "address to the nation" von Gorge W. Bush wird am 19. März 2003 erstmals die "Operation Iraqi freedom" öffentlich angekündigt und damit der Beginn des Irak-Krieges eingeleitet. Analysiert man die Rede nach der Methode von Doty, so wird schnell deutlich, wie Bush die einzelnen Akteure konstruiert und eine strikte moralische Abgrenzung zwischen ihnen vornimmt. Die Rezipienten der Rede sind dadurch in der Lage, die intern homogenen und die untereinander heterogenen Akteure klar abzugrenzen und ihnen bestimmte moralische Standards zuzuordnen.

Der erste Schritt in der Analyse von Doty besteht darin, die Verknüpfung von Subjekten mit bestimmten Eigenschaften diskursiv herauszuarbeiten. Die Vereinigten Staaten werden in Bushs Rede (The white house 19.03.2003) als Friedensbringer charakterisiert („………to free its people and to defend the world from grave danger.“... „we will bring freedom to others“). Obwohl Amerika diesen Krieg nicht will („Our nation enters this conflict reluctantly“), beschützt und verteidigt das tapfere Militär ehrenhaft den Weltfrieden (,,... to bear the duty and share the honor of serving in our common defense.“.... „The dangers to our country and the world will be overcome. “). Die westliche Welt und besonders die Vereinigten Staaten werden als respektvolle Befreier der Iraker in der Öffentlichkeit dargestellt („We come to Iraq with respect for its citizens“ ... „We have no ambition in Iraq, except to remove a threat and restore control of that country to its own people. “). Die Vereinigten Staaten und das westliche Militär werden als die tapferen, guten und gesetzestreuen Akteure dargestellt, wodurch sie sich deutlich von Saddam Hussein abgrenzen.

Saddam Hussein wird charakterisiert als Agressor (,, ...to undermine Saddam Hussein's ability to wage war.“), unmoralischer Feind Amerikas (,, ...America faces an enemy who has no regard for conventions of war or rules of morality. “) und Unterdrücker seiner eigenen Bevölkerung (,,...the hopes of an oppressed people now depend on you.“). Zudem besitzt er Massenvernichtungswaffen und bedroht damit den Weltfrieden (,,...an outlaw regime that threatens the peace with weapons of mass murder. “). Die Zuschreibung dieser Eigenschaften positioniert Saddam Hussein als bösen und gesetzlosen Einzelgänger, der weder von anderen Nationen noch von seinem eigenen Volk unterstützt wird.

Die irakische Bevölkerung wird als schutzbedürftiges und unschuldiges Opfer („protection of the innocent“) von Husseins Gräueltaten charakterisiert (...,attempting to use innocent men, women and children as shields for his own military -- a final atrocity against his people. “). Die Bevölkerung will einen Systemwandel („ ...helping Iraqis achieve a united, stable and free country“), ist jedoch machtlos („ ...oppressed people“). Sie haben keine Angst vor dem amerikanischen Militär („ The people you liberate will witness the honorable and decent spirit of the American military.“) und müssen befreit werden (,, ...the hopes of an oppressed people now depend on you. “). Das irakische Volk wird so als Opfer des verbrecherischen Regimes dargestellt, das auf seine Befreiung und auf die Demokratisierung des Landes durch das westliche Militär hofft.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der Arbeit ein, erläutert den Kontext der "Operation Iraqi Freedom" und stellt die Forschungsfrage zur diskursiven Ermöglichung der US-Intervention durch die Flexibilität von Souveränitätsnormen. Es skizziert zudem den methodischen und inhaltlichen Aufbau der Arbeit.

Kapitel 2. Theorie: Dieses Kapitel definiert grundlegende Konzepte wie Normen und Normenverständnis in den Internationalen Beziehungen, diskutiert den Normen-Lebenszyklus und die "duale Qualität" von Normen nach Wiener. Es erfolgt zudem eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Definition und Dekonstruktion des Konzepts der Souveränität, einschließlich relevanter Unterkonzepte wie "Responsibility to Protect" und "ungoverned spaces".

Kapitel 3. Methode: Discursive Practices Approach von Doty: Das Kapitel stellt Roxanne Dotys Diskursanalyse als post-positivistischen empirischen Forschungsansatz vor. Es erklärt, wie soziale Wirklichkeit und nationale Identitäten konstruiert werden und welche Handlungen dadurch als möglich und legitim erscheinen, wobei ein Fokus auf die "how-possible"-Frage gelegt wird.

Kapitel 4. Analyse: Hier wird die Methode von Doty angewendet, um Bushs Rede "address to the nation" zu analysieren. Es wird die diskursive Konstruktion der Akteure (USA, Saddam Hussein, irakisches Volk) herausgearbeitet, um zu zeigen, wie der Irak-Krieg durch die Flexibilität von Souveränitätsnormen ermöglicht wurde und welche Hintergrundannahmen dabei eine Rolle spielten.

Kapitel 5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, indem es die flexible Anwendung der Souveränitätsnorm durch militärisch stärkere Staaten aufzeigt. Es hebt hervor, wie die diskursive Konstruktion der Akteure und implizite westliche Überlegenheitsannahmen die Intervention im Irak ermöglichten und die Untergrabung des Völkerrechts bedingten.

Schlüsselwörter

Souveränität, Normen, Völkerrecht, Internationale Beziehungen, Diskursanalyse, Doty, Operation Iraqi Freedom, Irak-Krieg, US-Intervention, Verantwortung zum Schutz (RtoP), Normenflexibilität, Machtverhältnisse, Staatlichkeit, Konflikt, westliche Hegemonie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Souveränitätsnormen in den Internationalen Beziehungen durch diskursive Praktiken manipuliert und flexibel ausgelegt werden können, um militärische Interventionen zu legitimieren, am Beispiel der "Operation Iraqi Freedom" im Irak.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Theorie internationaler Normen, das Konzept der Souveränität, die Diskursanalyse als Methode zur Untersuchung politischer Kommunikation und die Legitimation militärischer Interventionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: "Inwiefern konnte die Intervention der USA im Irak durch die Flexibilität von Souveränitätsnormen diskursiv ermöglicht werden?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet den "Discursive Practices Approach" der Politikwissenschaftlerin Roxanne Lynn Doty, eine post-positivistische Diskursanalyse, um soziale Konstruktionen von Wirklichkeit zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird anhand von Dotys Methode eine detaillierte Analyse der Rede von George W. Bush zur "Operation Iraqi Freedom" durchgeführt, um die diskursive Konstruktion der beteiligten Akteure (USA, Saddam Hussein, irakisches Volk) und die damit verbundenen normativen Implikationen zu beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Souveränität, Normen, Völkerrecht, Diskursanalyse, Doty, Operation Iraqi Freedom, US-Intervention und Normenflexibilität.

Wie wird die "Souveränität" in dieser Arbeit dekonstruiert?

Die Arbeit dekonstruiert Souveränität anhand von Pradettos drei Ebenen: Identitäts-, Sicherheits- und Rechtsdiskursen, die zeigen, wie die Souveränität bestimmter Staaten als fragwürdig dargestellt und das Völkerrecht durch Interpretationsmacht untergraben wird.

Welche Rolle spielte die Rede von George W. Bush für die Legitimierung der Intervention im Irak?

Bushs Rede konstruierte die USA als Friedensbringer und Befreier, Saddam Hussein als Aggressor und Unterdrücker, und das irakische Volk als hilfloses Opfer, wodurch die Intervention moralisch und völkerrechtlich als notwendig dargestellt und legitimiert wurde.

Was versteht die Autorin unter der "dualen Qualität" von Normen?

Die "duale Qualität" von Normen (nach Wiener) beschreibt, dass Normen gleichzeitig stabil und flexibel sind, wobei ihre Bedeutung durch praktische, kontextgebundene Interpretation ständig neu ausgehandelt und somit prinzipiell umstritten ist.

Inwiefern beeinflussen "ungoverned spaces" das Souveränitätsprinzip?

Als "ungoverned spaces" oder "safe havens" eingestufte Gebiete, wie der Irak im Kontext der Intervention, suggerieren, dass dort das Souveränitätsprinzip nicht mehr gilt und externe Gewaltanwendung angeblich den dortigen Verhältnissen entspricht, was die Hürde für militärische Eingriffe senkt.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Inwiefern gilt für Staaten das Völkerrecht? Die Flexibilität von Souveränitätsnormen anhand der "Operation Iraqi Freedom"
Universidad
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften)
Curso
Normen in den internationalen Beziehungen
Calificación
1,7
Autor
Tamilla Javadi (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
15
No. de catálogo
V1376781
ISBN (PDF)
9783346913821
ISBN (Libro)
9783346913838
Idioma
Alemán
Etiqueta
Souveränität Souveränitätsverletzungen Krieg Völkerrecht Souveränitätsnormen Operation Iraqi Freedom Normen Normenverständnis US-Intervention Irakkrieg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tamilla Javadi (Autor), 2023, Inwiefern gilt für Staaten das Völkerrecht? Die Flexibilität von Souveränitätsnormen anhand der "Operation Iraqi Freedom", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376781
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