Der Abschied vom Non-Profit-Unternehmen

Interne Budgetierung als strategische Option für die Krankenhäuser im DRG-Zeitalter


Hausarbeit, 2007

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krankenhausfinanzierung
2.1 Historische Entwicklung der Erlösbildung
2.2 Die aktuelle Situation der Erlösbudgetierung

3. Interne Budgetierung
3.1 Funktion im Unternehmen
3.2 Kostenträger-/Kostenart- und Kostenstellenrechnung im Überblick
3.3 Praktische Durchführung der internen Budgetierung
3.4. Vorteile und Risiken der Methode im Unternehmen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit der Einführung des DRG-Entgeltsystems und der damit verbundenen Erlösbudgetierung im Jahr 2003, hat sich die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser noch einmal signifikant verschärft. Die Vertreter der Krankenhausgesellschaften beklagen ein immer größer werdendes Missverhältnis zwischen den steigenden Kosten, z.B. Energiekosten, höhere Tarifabschlüsse, und den nur marginal ansteigenden Erlösbeträgen seitens der Kostenträger.

Als Folge dessen bilanzieren viele Krankenhäuser aktuell Fehlbeträge im Jahresabschluss und sehen, bei unveränderten Rahmenbedingungen, einer Insolvenz entgegen. War der finanzielle Spielraum für Leistungserbringer in jüngster Zeit bereits eng, so hat er sich unter den neuen Rahmenbedingungen

noch weiter verschärft, ebenso der Konkurrenzdruck unter den Einrichtungen. Bedarfswirtschaftliche (’Versorgungsauftrag’) und erwerbswirtschaftliche Gesichtspunkte (Wirtschaftlichkeit des eigenen Unternehmens) müssen gleichermaßen erreicht werden.

Die Krankenhäuser stehen in der Verantwortung in Zukunft für den wirtschaftlichen Bestand des Unternehmens, der über viele Jahre durch das Prinzip der Kostendeckung sichergestellt war, selbst mit Sorge zu tragen, die Qualität ihrer Leistungen stetig zu verbessern und gleichzeitig die Kosten hierfür zu reduzieren.

Das setzt eine noch stärkere strategische Ausrichtung der Krankenhäuser in Richtung Wirtschaftlichkeit und den entsprechenden Einsatz von Instrumenten zur internen Kostendämpfung voraus.

Als eines der geeigneten Methoden gilt die interne Budgetierung, die eine prospektive Planung der Kosten für Kostenträger, Kostenarten und Kostenstellen erlaubt und somit ein wichtiges Planungs-und Kontrollinstrument für die Kosten und Leistungsrechnung eines Krankenhauses darstellt.

In dieser Arbeit soll neben der Darstellung der aktuellen Krankenhausfinanzierungs-situation in Deutschland, die Methode der internen Budgetierung im Fokus der Betrachtung stehen. Ihre praktische Durchführung, sowie die Vorteile und Risiken im Unternehmen sind ebenfalls Teil dieser Arbeit. Am Ende steht die Frage, ob sich die Methode eignet, die Krankenhäuser zu wirtschaftlichem Arbeiten zu befähigen.

2. Krankenhausfinanzierung

Mit der Einführung des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG)[1] vom 29. Juni 1972 unterliegen deutsche Krankenhäuser der dualen Finanzierung[2]. Ziel der Krankenhausfinanzierung und des KHG ist gemäß § 1 KHG die wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser zur bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung, mit leistungsfähigen und eigenverantwortlich wirtschaftenden Krankenhäusern zu sozial tragbaren Pflegesätzen unter Beachtung der Trägervielfalt (öffentlich-rechtliche, frei-gemeinnützige und private Krankenhäuser). Charakteristisch für die duale Finanzierung ist die Trennung der Kosten in Investitionskosten, die durch die Bundesländer aufgebracht werden und pflegesatzfähige Kosten, die von den Versicherten bzw. deren Krankenkassen zu tragen sind. Basis der Investitionsfinanzierung ist der/die jeweiligen Krankenhausplan des Bundeslandes. Zusammen mit den aufgestellten Investitionsprogrammen sichern diese die Finanzierung der Investitionskosten von Krankenhäusern. Die Betriebskosten der Krankenhäuser werden von den Patienten bzw. ihren Krankenkassen durch Erlöse aus den DRG-Fallgruppen getragen. Grundlage dieser Regelung ist der § 4 KHG zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser. Dieses dualistische Finanzierungs-prinzip wird in der Literatur häufig diskutiert. Bei dieser Diskussion geht es vor allem um Vor-und Nachteile von dualistischen und monistischen[3] Prinzipien und deren Ausgestaltung im Sinne der Ziele des KHG.

Nach dem monistischen Prinzip der Krankenhausfinanzierung liegt die Entscheidungs-und Finanzierungsverantwortung für Investitions- und laufende Betriebskosten der Krankenhäuser allein bei den Krankenkassen. Eine öffentliche Förderung durch die Bundesländer sollte dabei nicht stattfinden.

Dieses Finanzierungsprinzip wurde in Deutschland von 1936 bis 1972 angewendet und durch Einführung des KHG in die dualistische Finanzierung überführt.

2.1 Historische Entwicklung der Erlösbildung

Seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, sah man sich in der gesundheitspolitischen Diskussion immer wieder vor der Herausforderung, die ständig steigenden Kosten (vgl. Abb 1) für das Gesundheitswesen zu dämpfen.

Im Rahmen dieser Bestrebungen kam es zu einigen Gesetzgebungen und Reformen, die nicht zuletzt auch einen großen Einfluss auf die Krankenhausfinanzierung hatten.

Das Gesundheitsstrukturgesetz von 1993 hatte die Einhaltung der Beitragssatzstabilität als übergeordnetes Ziel. Konsequenzen dieses Gesetzes für die Krankenhäuser waren:

Ablösung der Pflegesätze durch Fallpauschalen und Sonderentgelte in der Betriebskostenfinanzierung.

Auflösung des Selbstkostendeckungsprinzips durch die erstmalige Einführung eines externen Budgets, mit direkter Bindung an die Einnahmen der Krankenkassen.

Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung wird vom Gesetzgeber eingefordert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb.1

In der GKV-Gesundheitsreform im Jahre 2000 ergaben sich folgende Änderungen für die Krankenhäuser:

Ambulantes Operieren im Krankenhaus (SGB V, § 115b)

Einheitlicher Katalog, einheitliche Vergütung, Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit

Verpflichtung zu externer und interner Qualitätssicherung bei zugelassenen Krankenhäusern (SGB V, § 137; 137,c,d,e)

Zweckbindung der Instandhaltungsförderung (KHG, § 17 (4)b)

„Bis zum 31. Dezember 2002 sind die Instandhaltungsmittel nach Satz 3 zweckgebunden und noch nicht verwendete Mittel auf einem gesonderten Konto zu buchen.“

Einführung eines pauschalisierten Entgeltsystems(KHG, § 17b) ab 01.01.2003

Ab 2000 ist ein Gesamtbetrag für die Erlöse eines Krankenhauses aus Fallpauschalen, Sonderentgelten und dem Budget zu vereinbaren. (BPflV § 6)

Die aktuelle Gesundheitsreform 2006 sieht für die Krankenhäuser folgendes vor:

- „ Um die Krankenhäuser angemessen an den finanziellen Stabilisierungsmaßnahmen zu beteiligen, werden sie zu einem Sanierungsbeitrag in Höhe von insgesamt 0,8 Prozent der Ausgaben für stationäre Krankenhausleistungen herangezogen. Vorgesehen sind: Kürzung der Krankenhausrechnungen, Absenkung der Mindererlösquote sowie Streichung der Rückzahlungspflicht der Kassen für in den Jahren 2004 bis 2006 nicht verwendete Mittel aus der Anschubfinanzierung der Integrierten Versorgung.“[4]

Die bestehenden Möglichkeiten zur ambulanten Leistungserbringung am Krankenhaus (hochspezialisierte Leistungen, Behandlung seltener Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen) werden konsequenter umgesetzt: Zulassung im Rahmen der Landeskrankenhausplanung, Konkretisierung der Vergütungsregelungen.

Betrachtet man die einzelnen Maßnahmen im Überblick, war die klare Zielsetzung die Kostenträger zu entlasten und die Krankenhäuser zu wirtschaftlicherer Kosten- und Leistungsrechnung zu zwingen. Der Erfolg ist bis zum Jahre 2002 nicht zwingend herzuleiten (vgl.Abb.1), aktuell stehen die Kostenträger jedoch finanziell so gut da wie schon lange nicht mehr.[5] Deshalb ist die geplante Sanierungsabgabe der Krankenhäuser für die Krankenkassen mehr als umstritten.[6]

[...]


[1] [Online im Internet]:URL:http://www.buzer.de/gesetz/6105/index.htm-KHG, Stand 24.11.07.

[2] Vgl.Keun/Prott, Einführung in die Krankenhauskostenrechnung, Gabler,2004,S.67.

[3] Vgl. Koch, Buchhaltung und Bilanzierung im Krankenhaus und Pflege, Erich Schmidt-Verlag,2007,S.184.

[4] [Online im Internet]:URL: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitsreform/ueberblick/was_aendert_sich/index.html./ Stand 30.11.07

[5] [Online im Internet]:URL: http://www.versicherungen-blog.net/2006/09/02/krankenkassen-haben-ausgeglichene-bilanz/ Stand 01.12.07.

[6] [Online im Internet]:URL: http://www.welt.de/wams_print/article1352050/Therapie_f%FCr_bilanzschwache_Kliniken.html-Martina Kausch-Stand 01.12.07.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Abschied vom Non-Profit-Unternehmen
Untertitel
Interne Budgetierung als strategische Option für die Krankenhäuser im DRG-Zeitalter
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Veranstaltung
Rechnungswesen
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V137688
ISBN (eBook)
9783640481477
ISBN (Buch)
9783640481293
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internes Budget, Krankenhausfinanzierung, Personalkosten, Rationierung, Kostenträgerrechnung
Arbeit zitieren
Diplom-Pflegeleitung (FH) Andreas Röder (Autor:in), 2007, Der Abschied vom Non-Profit-Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137688

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