Dieses akademische Werk behandelt die Thematik der Sozialraumorientierung im Kontext der Jugendhilfe, mit besonderem Fokus auf das betreute Wohnen (Heimerziehung). Das Kernziel der Arbeit besteht darin, zu überprüfen, wie die fünf Grundprinzipien der Sozialraumorientierung die Erfüllung der Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im betreuten Wohnen unterstützen können. Dabei werden sowohl die Konzepte der Sozialraumorientierung und der Jugendhilfe in allgemeiner Form diskutiert als auch spezifische Aspekte des betreuten Wohnens unter Einbeziehung der Grundprinzipien der Sozialraumorientierung analysiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“
- 2.1 Definition von (Sozial-) Raum und Sozialraumorientierung
- 2.2 Die fünf Grundprinzipien des Fachkonzeptes „Sozialraumorientierung“ nach Hinte
- 3. Die Kinder- und Jugendhilfe
- 3.1 Die Kinder- und Jugendhilfe als Rahmen
- 3.2 Die Hilfe zur Erziehung als Leistung der Jugendhilfe (§ 27 KJHG)
- 3.3 Betreutes Wohnen (Heimerziehung) als Form der Hilfe zur Erziehung (§ 34 KJHG)
- 3.3.1 Begriffsdefinition
- 3.3.2 Zielgruppe
- 3.3.3 Aufgaben und Ziele
- 4. Die fünf Grundprinzipien als Orientierung im Betreuten Wohnen der Jugendhilfe
- 4.1 „Betreutes Wohnen der Jugendhilfe“ als Sozialraum
- 4.2 Interessen- und Bedürfniserfüllung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mithilfe der Grundprinzipien
- 5. Fazit
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab zu untersuchen, inwieweit eine Orientierung an den fünf Grundprinzipien des Fachkonzepts „Sozialraumorientierung“ nach Hinte die Erfüllung der Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im betreuten Wohnen im Rahmen der Jugendhilfe unterstützen kann.
- Das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“
- Definition von (Sozial-) Raum und Sozialraumorientierung
- Die fünf Grundprinzipien des Fachkonzepts nach Hinte
- Die Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere „Hilfe zur Erziehung“ und „Betreutes Wohnen“
- Interessen- und Bedürfniserfüllung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im betreuten Wohnen
- Verknüpfung von Sozialraumorientierung und betreutem Wohnen
Auszug aus dem Buch
4.2 Interessen- und Bedürfniserfüllung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mithilfe der Grundprinzipien
Das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“ ist für alle Arbeitsfelder der sozialen Arbeit verfügbar (vgl. Wössner 2020, S. 5). Es hat sich zu einem bedeutsamen Begriff hinsichtlich der Organisation der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt (vgl. BMFSFJ 2013, S. 257). Demzufolge kommt es, mit Blick auf Kinder und Jugendliche sowie Familien, zur Umsetzung des Fachkonzepts auch in der Kinder- und Jugendhilfe und zwar unter anderem in stationären Wohngruppen (Wössner 2020, S. 5, Abb. 1). Zu diesen stationären Wohngruppen gehört auch - wie bereits erwähnt - das betreute Wohnen. Da sich diese Hausarbeit mit der Frage beschäftigt, inwieweit eine Orientierung an den fünf Grundprinzipien des Fachkonzeptes „Sozialraumorientierung“ nach Hinte die Erfüllung der Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen (und jungen Erwachsenen) im betreuten Wohnen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe unterstützen kann, werden in diesem Punkt Ideen zur Umsetzung der jeweiligen Prinzipien entwickelt und niedergeschrieben.
Beim ersten Grundprinzip geht es darum, dass der Wille beziehungsweise das Interesse der Leistungsberechtigten dem Grundgedanken jeder Arbeit entspricht (vgl. Hinte 2017, S. 19). Demzufolge muss erst einmal herausgefunden werden. welchen Willen die leistungsberechtigte Person hat (vgl. Wössner 2020, S. 7). Es wird sich dabei der Würde und Personalität gewidmet (vgl. ebd.).
Um in Erfahrung zu bringen, welchen Willen und welche Interessen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Bewohner des betreuten Wohnens haben, ist es sinnvoll den Kontakt zu ihnen aufzubauen. Diese können sich dann selbständig dazu äußern, welchen Willen, welche Vorstellungen sowie Verbesserungsvorschläge sie haben. Damit die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich hinsichtlich ihres Willens ernst genommen fühlen ist es wichtig ein gewisses Vertrauen aufzubauen. Hierbei kommt es darauf an den Leistungsberechtigten mit Wertschätzung, Offenheit und Ehrlichkeit entgegenzutreten. Wenn eine gewisse Vertrauensbasis vorhanden ist, dann fällt es auch den Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen womöglich leichter ihren Willen zu äußern. Hierdurch können dann ihre Interessen und ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Wichtig ist aber auch zu klären, welche Stärken sowie Defizite der Sozialraum (in dem Falle die Einrichtung für das betreute Wohnen) bereits mit sich bringt, um auch dort anzusetzen. Die Stärken können dadurch weiter ausgebaut und die Defizite beziehungsweise Schwächen minimiert oder gar beseitigt werden, um bestmöglich auf die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzugehen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit das in der Einrichtung tätige Fachpersonal (die pädagogischen Fachkräfte) zu möglichen Bedürfnissen der Bewohner zu befragen. Diese Möglichkeit kann besonders genutzt werden, wenn ein Jugendlicher oder junger Erwachsener aufgrund seiner Sprachbeeinträchtigung seinen Willen nicht selbst bedingungslos äußern kann. Dies kann sich auch bei ausländischen Jugendlichen sowie ausländischen jungen Erwachsenen mit geringfügigen (oder gar keinen) Deutschkenntnissen etwas schwieriger gestalten. Die pädagogischen Fachkräfte verbringen selbst viel Zeit mit den Bewohnern des betreuten Wohnens und sind zum Teil bereits länger in der Einrichtung tätig, sodass sie sich gut zu möglichen Bedürfnissen und Interessen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie zu dem Sozialraum mit seinen Stärken und Defiziten äußern können. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte aber primär die Befragung zum Willen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den Leistungsberechtigten selbst geschehen, da diese selbst sich am ehesten wahrheitsgemäß zu ihren Interessen äußern können. Die Befragung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen oder pädagogischen Fachkräfte dazu kann beispielsweise anhand von Interviews erfolgen. Anhand von Interviews mit vorbereiteten darauf zugeschnittenen Fragen können positive und negative Aspekte der Einrichtung (betreutes Wohnen) erforscht werden, woran anschließend angesetzt werden kann, um die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erfüllen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Fachkonzept der Sozialraumorientierung ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit, die sich mit dessen Anwendung im betreuten Wohnen befasst.
2. Das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“: Hier werden die Begriffe „(Sozial-) Raum“ und „Sozialraumorientierung“ definiert und die fünf Grundprinzipien des Fachkonzeptes nach Hinte detailliert vorgestellt.
3. Die Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel beschreibt den Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, ihre Leistungen wie die Hilfe zur Erziehung (§ 27 KJHG) und beleuchtet speziell die Wohnform des betreuten Wohnens (§ 34 KJHG) mit Definition, Zielgruppe und Aufgaben.
4. Die fünf Grundprinzipien als Orientierung im Betreuten Wohnen der Jugendhilfe: Im Hauptteil der Arbeit wird analysiert, wie die fünf Grundprinzipien der Sozialraumorientierung als Orientierung dienen können, um die Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im betreuten Wohnen zu erfüllen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die eingangs gestellte Forschungsfrage bezüglich der Unterstützung durch die fünf Grundprinzipien im betreuten Wohnen.
Schlüsselwörter
Sozialraumorientierung, Jugendhilfe, Betreutes Wohnen, Jugendliche, Junge Erwachsene, Grundprinzipien, Hinte, Interessen, Bedürfnisse, Partizipation, Ressourcenorientierung, Vernetzung, Soziale Arbeit, Hilfe zur Erziehung, Lebensweltorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Fachkonzept "Sozialraumorientierung" nach Hinte die Erfüllung der Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen (und jungen Erwachsenen) im betreuten Wohnen der Jugendhilfe unterstützen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind das Fachkonzept "Sozialraumorientierung", die Kinder- und Jugendhilfe, die Hilfe zur Erziehung nach § 34 KJHG (Betreutes Wohnen) und die Anwendung der fünf Grundprinzipien im betreuten Wohnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu überprüfen, inwieweit eine Orientierung an den fünf Grundprinzipien des Fachkonzeptes „Sozialraumorientierung“ nach Hinte die Erfüllung der Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen (und jungen Erwachsenen) im betreuten Wohnen im Rahmen der Jugendhilfe unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit analysiert und verknüpft bestehende Konzepte und Prinzipien der Sozialraumorientierung mit den Gegebenheiten des betreuten Wohnens der Jugendhilfe. Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Überprüfung der Anwendbarkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Sozialraumorientierung und ihren fünf Grundprinzipien, der Rolle der Kinder- und Jugendhilfe und speziell des betreuten Wohnens, sowie der detaillierten Anwendung der fünf Grundprinzipien zur Erfüllung von Interessen und Bedürfnissen im betreuten Wohnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Sozialraumorientierung, Jugendhilfe, Betreutes Wohnen, Grundprinzipien, Interessen, Bedürfnisse, Partizipation, Ressourcenorientierung, Vernetzung, Soziale Arbeit.
Was sind die fünf Grundprinzipien der Sozialraumorientierung nach Hinte?
Die fünf Grundprinzipien umfassen (1) die Orientierung am Willen und den Interessen der Leistungsberechtigten, (2) den Vorrang aktivierender Arbeit, (3) die Konzentration auf personale und sozialräumliche Ressourcen, (4) die Ausrichtung von Aktivitäten auf mehrere Zielgruppen und Bereiche und (5) die Vernetzung und Integration verschiedener sozialer Dienste.
Wie trägt die Vernetzung mit anderen Akteuren zur Bedürfniserfüllung bei?
Die Vernetzung der Einrichtung des betreuten Wohnens mit anderen Fachkräften, Institutionen, Unternehmen und Vereinen ermöglicht den Leistungsberechtigten Zugang zu einem breiteren Spektrum an Angeboten und eine bessere Integration ins soziale Geschehen, was die Erfüllung ihrer Interessen und Bedürfnisse fördert.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Die Rolle des Fachkonzepts 'Sozialraumorientierung' im Betreuten Wohnen. Unterstützung der Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Orientierung an den fünf Grundprinzipien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376948