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Die Askaris in Deutsch-Ostafrika. Lettow-Vorbeck und "seine" Askaris

Titel: Die Askaris in Deutsch-Ostafrika. Lettow-Vorbeck und "seine" Askaris

Hausarbeit , 2017 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Hausarbeit ist es, ein tieferes Verständnis für die Motive und Handlungsgründe Lettow-Vorbecks bzüglich der Askaris zu erlangen, als auch die daraus resultierende Entwicklung ihrer Beziehung besser nachvollziehen zu können. Dementsprechend werde ich meine Forschungsfrage wie folgt formulieren: Von welchen Vorannahmen war Lettow-Vorbecks Verhältnis zu den Askaris geprägt und wie entwickelte es sich während des Ersten Weltkrieges?

Zunächst soll im zweiten Kapitel ein Überblick der verschiedenen Grundelemente kolonialen Denkens erarbeitet werden, um ein allgemeines, aber zugleich fundiertes Verständnis für die Denkweise der damaligen Zeit zu erlangen.

Aufbauend darauf werde ich im dritten Kapitel den Werdegang Lettow-Vorbecks bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges untersuchen. Dabei soll seine familiäre Erziehung und seine militärische Laufbahn kurz nachgezeichnet werden. Ziel ist es – unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus dem vorausgegangenen Kapitel – ein grundlegendes Verständnis für Lettow-Vorbecks Charakter und sein daraus resultierendes Handeln zu gewinnen.

Im Anschluss daran werden im vierten Kapitel die Askaris thematisiert. Als Erstes werde ich ihre Situation vor 1914 näher betrachten, d. h. insbesondere ihre rechtliche Stellung in der Kolonie bzw. im Reich sowie auch ihre Aufgaben und Tätigkeiten zu dieser Zeit. Im nächsten Schritt werde ich ihre Beziehung zu Lettow-Vorbeck während des Ersten Weltkrieges analysieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundelemente kolonialen Denkens

3. Lettow-Vorbeck in der Vorkriegszeit

3.1 Familiäres Umfeld und militärische Ausbildung

3.2 Auslandseinsätze und Dienstantritt in Deutsch-Ostafrika

4. Die Askaris in Deutsch-Ostafrika

4.1 Ihre Situation bis 1914

4.1.1 Entstehung der Schutztruppe und die Rolle der Askaris in dieser

4.1.2 Rechtliche Stellung

4.2 Ihre Beziehung zu Lettow-Vorbeck im Ersten Weltkrieg

5. Romantisierende Erinnerungen nach dem Krieg

5.1 Das „Bild des treuen Kolonialsoldaten“

5.2 Die „Realität des schwarzen Afrikaners“

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, das Forschungsdefizit bezüglich der persönlichen Beziehung zwischen Paul von Lettow-Vorbeck und den Askaris während des Ersten Weltkrieges aufzuarbeiten, um die Motive und die Entwicklung dieses Verhältnisses besser verstehen zu können.

  • Analyse des kolonialen Denkens und dessen Einfluss auf Lettow-Vorbecks Handeln.
  • Untersuchung des militärischen Werdegangs und der Sozialisation Lettow-Vorbecks.
  • Evaluierung der Rolle, Stellung und Bindegliedfunktion der Askaris in der Zeit bis 1914.
  • Dekonstruktion des „Bildes des treuen Askaris“ in den Memoiren Lettow-Vorbecks.
  • Erörterung der Bedeutung von Loyalitätskonflikten und Desertionen unter den Askaris.

Auszug aus dem Buch

4.2 Ihre Beziehung zu Lettow-Vorbeck im Ersten Weltkrieg

Von August 1914 bis zum März 1916 wurde in der deutschen Kolonie zunächst ein Stellungskrieg gegen England geführt. In diesem Zeitraum ist vor allem die „Schlacht bei Tanga“ (November 1914) zu nennen, die zu Lettow-Vorbecks „persönliche[r] Entscheidungsschlacht“ wurde, weil er infolge eines Streites mit dem Gouverneur der Kolonie, Heinrich Schnee, über die Kriegspolitik gegen dessen Befehle als formaler Oberbefehlshaber verstieß und somit seine militärische Karriere und erworbene Reputation auf dem Spiel stand. Wider Erwarten obsiegte die deutsche Schutztruppe, sodass dem deutschen Offizier nun grenzloses Vertrauen – insbesondere von seinen Soldaten – geschenkt wurde. Beeindruckt von dem militärischem Erfolg Lettow-Vorbecks, ließ sich die afrikanische Bevölkerung von ihm stark vereinnahmen und „die Bereitschaft der Afrikaner, als Askari [sic!] in der Schutztruppe zu dienen, massiv zunahm“. Dies wiederum ließ das Ansehen der einheimischen Soldaten bei ihrem Kommandanten steigen, woraus schließlich ein sich wechselseitiges, von Respekt und Vertrauen geprägtes Verhältnis aus der „Schlacht von Tanga“ entwickelte, dessen positiver Grundsatz sich bis März 1916 fortsetzte.

Ab dem Frühjahr 1916 wendete sich der Kriegsverlauf durch einen Großangriff der Entente-Mächte von mehreren Seiten, infolgedessen sich der Stellungskrieg der Deutschen zum Rückzugskrieg wandelte. Durch die veränderten Veränderungen der Rahmenbedingungen wandelten sich zwangsläufig auch grundlegend die Beziehung zwischen den Askaris und Lettow-Vorbeck sowie den ihm unterstehenden Offizieren. Gerade hierdurch wird nun der konträre Blickwinkel der Askaris im Vergleich zur deutschen Sichtweise auf ihr Verhältnis, von dem bis dato beide Seiten profitiert haben, erkennbar werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage des Ersten Weltkriegs in Deutsch-Ostafrika ein und definiert das Forschungsziel, die persönliche Beziehung zwischen Lettow-Vorbeck und den Askaris zu untersuchen.

2. Grundelemente kolonialen Denkens: Es werden die zentralen Charakteristika kolonialen Denkens – Fremdheit, Sendungsglaube und der Wunsch nach stabiler Ordnung – erläutert, um das Wertesystem der damaligen Zeit zu verstehen.

3. Lettow-Vorbeck in der Vorkriegszeit: Dieses Kapitel betrachtet die familiäre Erziehung und militärische Ausbildung des Offiziers sowie seine prägenden Auslandseinsätze vor dem Ersten Weltkrieg.

3.1 Familiäres Umfeld und militärische Ausbildung: Der Abschnitt beleuchtet, wie der durch Druck und preußische Werte geprägte Werdegang Lettow-Vorbecks dessen Charakter und künftiges Handeln formte.

3.2 Auslandseinsätze und Dienstantritt in Deutsch-Ostafrika: Hier werden die militärischen Erfahrungen Lettow-Vorbecks in China und Deutsch-Westafrika analysiert und wie diese seinen Dienst in Ostafrika vorbereiteten.

4. Die Askaris in Deutsch-Ostafrika: Dieser Teil widmet sich der sozialen und rechtlichen Rolle der Askaris als Bindeglied zwischen Kolonie und Bevölkerung.

4.1 Ihre Situation bis 1914: Es wird die historische Ausgangslage der Askaris vor dem Ersten Weltkrieg analysiert.

4.1.1 Entstehung der Schutztruppe und die Rolle der Askaris in dieser: Die Gründung der Schutztruppe und die vielseitigen Funktionen der Askaris als Soldaten und Vermittler werden hier beschrieben.

4.1.2 Rechtliche Stellung: Der Abschnitt befasst sich mit der rechtlichen Problematik des "Eingeborenen"-Status und dem Konzept der Schutzgebietszugehörigkeit.

4.2 Ihre Beziehung zu Lettow-Vorbeck im Ersten Weltkrieg: Das Kapitel analysiert den Wandel der Askaris von loyaler Bindeglied-Gruppe hin zu Soldaten eines Rückzugskrieges, geprägt durch neue Abhängigkeiten und Desertionen.

5. Romantisierende Erinnerungen nach dem Krieg: Es wird untersucht, wie Lettow-Vorbeck in seinen Memoiren ein bewusstes Bild der treuen Askaris konstruiert.

5.1 Das „Bild des treuen Kolonialsoldaten“: Der Abschnitt analysiert die Darstellung der Professionalität und vermeintlichen Loyalität der Askaris durch den ehemaligen Kommandeur.

5.2 Die „Realität des schwarzen Afrikaners“: Hier steht die Dekonstruktion der Memoiren im Fokus, wobei sprachliche Feinheiten der Herabsetzung aufgedeckt werden.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Lettow-Vorbecks Memoiren ein ambivalentes Bild zeichnen, das von einem latenten Rassismus und einer pragmatischen Instrumentalisierung geprägt ist.

Schlüsselwörter

Paul von Lettow-Vorbeck, Askaris, Deutsch-Ostafrika, Erster Weltkrieg, Kolonialismus, Wissmann-Truppe, Schutztruppe, Erinnerungen, Loyalität, Rassismus, Militär, Kindersoldaten, Schutzgebietszugehörigkeit, Kaiserreich, Kolonialheld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die persönliche Beziehung zwischen Paul von Lettow-Vorbeck und den Askaris während des Ersten Weltkriegs in der Kolonie Deutsch-Ostafrika.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind der deutsche Kolonialismus, militärische Führungsstrukturen, die Rolle einheimischer Soldaten als Bindeglied der Kolonialmacht sowie die nachträgliche Konstruktion historischer Erinnerungen in Memoiren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Defizit in der Forschung zur persönlichen Beziehung zwischen dem deutschen Offizier und seinen Askaris auszugleichen und die Entwicklung dieses Verhältnisses während des Ersten Weltkrieges aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der Memoiren Lettow-Vorbecks unter Berücksichtigung historischer und rechtsgeschichtlicher Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Herkunft Lettow-Vorbecks, die Untersuchung der Rolle und Rechtssituation der Askaris bis 1914 sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung ihrer Beziehung während und nach dem Krieg.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "latenter Rassismus", "Patron-Klienten-Verhältnis", "Schutztruppe" und "Interpretationsmacht" charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "Realität" von Lettow-Vorbecks "Bild des treuen Askaris"?

Während Lettow-Vorbeck von grenzenloser Treue schreibt, offenbaren historische Dokumente und seine eigene Wortwahl eine herablassende Sichtweise, in der Askaris nur als Mittel zum Zweck betrachtet wurden.

Warum spielt die Person "Mahjub" eine besondere Rolle im Text?

Mahjub dient als Fallbeispiel für eine junge Generation von Askaris, deren Schicksal in den Memoiren genutzt wird, um die eigene Wahrnehmung Lettow-Vorbecks zu legitimieren.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Askaris in Deutsch-Ostafrika. Lettow-Vorbeck und "seine" Askaris
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V1378122
ISBN (PDF)
9783346918093
ISBN (Buch)
9783346918109
Sprache
Deutsch
Schlagworte
askaris deutsch-ostafrika lettow-vorbeck
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Die Askaris in Deutsch-Ostafrika. Lettow-Vorbeck und "seine" Askaris, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1378122
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Leseprobe aus  21  Seiten
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