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Caligula im Umgang mit Macht

Title: Caligula im Umgang mit Macht

Term Paper , 2009 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Eva Kirchschläger (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Der Kaiser Caligula ist in die Römische Geschichte als „wahnsinniger“ bzw. „verrückter“ Kaiser eingegangen. In dieser Hausarbeit bleibt Caligulas möglicher „Caesarenwahnsinn“ unbeachtet, vielmehr wird anhand überlieferter literarischer Quellen (Cassius Dio, Sueton und Tacitus) bzw. verschiedener Forschungsliteratur untersucht, wie Caligula als Herrscher dargestellt wird. Im ersten Kapitel werden die Quellen (z. B. Gattung, Autor, Zeitpunkt der Niederschrift) näher betrachtet.

Im zweiten Kapitel wird das Machtgefüge unter die Lupe genommen. In dieser Arbeit steht Caligulas Umgang mit den ihn umgebenden Machteliten im Vordergrund. Die Machtverteilung wird kurz skizziert. Aufbauend auf E. Flaigs These – welche er im Rahmen seiner Buchvorstellung äußerte - wird hier von drei machthabenden Gruppen ausgegangen (Plebs urbana, Senat und Heer). Als Kaiser kommuniziert Caligula ständig mit diesen drei Gruppen. Erörtert werden in diesem Bezug, wie die (anfänglichen) Erwartungen von zwei der drei Gruppen an Caligula in den Quellen dargestellt werden, ebenso wie Caligula als Kaiser im 1. Jahrhundert mit diesen Erwartungen und Gruppen umging. Im Vordergrund stehen die Gruppen Plebs urbana und der Senat. Als Prinzeps beruht Caligulas Macht auf sozialen Faktoren und gesetzlich verliehenen Vollmachten und Privilegien. Gerade Ersteres wird näher untersucht. Die Fragestellungen lauten einerseits: Wie war die soziale Position des Kaisers im Machtgefüge verankert? Welche „Kommunikationsregeln“ musste ein Kaiser unbedingt einhalten? Und andererseits: Wie ging Caligula mit seiner Stellung um?

Verschiedene Quellenhinweise zum Machtantritt Caligulas werden im dritten Kapitel zusammengetragen und im vierten Kapitel, anhand der Forschungsliteratur versucht, in einen Zusammenhang zu setzen. Wie kann ein Kaiser agieren und wie nutzt Caligula seine Regierungszeit? Untersucht werden, die Erwartungen der einzelnen Gruppen an ihn und wie Caligula seine „Rolle“ als Kaiser beginnt.

Im Rahmen dieser Arbeit steht das Zusammenspiel zwischen dem Kaiser und den machthabenden Gruppen im Vordergrund. Es wird nicht auf die psychische Verfassung des Kaisers eingegangen, von Bedeutung ist die Darstellung Caligulas im Umgang mit Macht innerhalb eines Gefüges. Das Verhalten an der Macht und nicht der Verlust dieser sind Gegenstand der Hausarbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines - Die Quellen

3 Caligulas Herrschaftsantritt

3.1 Der Prinzeps im Machtgefüge

3.2 Caligula und die machthabenden Gruppen

3.2.1 Regierungsantritt

3.2.2 Popularität bei der plebs

3.2.3 Erwartungen des Senats

4 Caligulas Weg im Machtgefüge und sein Umgang mit Erwartungen

4.1 Balanceakt oder „neuartiger“ Umgang mit Macht?

4.2 Kurswechsel? – Was geschieht mit den Erwartungen des Volkes?

4.3 Eine neue Rangordnung? - Was geschieht mit dem Senat?

4.4 Die Wirkung auf den Senat

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand antiker Quellen und moderner Forschungsliteratur, wie Kaiser Caligula sein Machtverhältnis zu den zentralen Eliten, insbesondere zum Senat und zur Plebs urbana, gestaltete und wie er auf deren gesellschaftliche Erwartungen reagierte.

  • Analyse des römischen Machtgefüges im 1. Jahrhundert n. Chr.
  • Untersuchung der Interaktion zwischen Kaiser, Senat und Bevölkerung.
  • Bewertung des kaiserlichen Kommunikationsverhaltens und dessen Folgen.
  • Diskussion über die Zuschreibung von „Caesarenwahnsinn“ als historisches Konstrukt.
  • Deutung der Rolle von antiken Geschichtsschreibern in der Darstellung des Kaisers.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Prinzeps im Machtgefüge

Das Thema Macht wirkt unerschöpflich. Innerhalb der Geisteswissenschaften wird Macht unterschiedlich definiert. Je nach Strömung werden verschiedene Aspekte oder Phänomene der Macht zum Gegenstand der jeweiligen Untersuchung gewählt. Beispielsweise definiert Max Weber Macht, als „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.“ Die folgenden Ausführungen weisen darauf hin, dass selbst der Kaiser von Rom seine Macht mit anderen teilt und dass es Konsequenzen für ein Machtgefüge hat, wenn er seinen Willen bedenkenlos durchsetzt.

Das Machtgefüge bzw. die Herrschaftsbefugnisse in Rom sind komplex. Nicht die Rechtfertigungsversuche für die Macht des Kaisers werden hier vordergründig betrachtet, sondern das Kommunikationsverhalten des Kaisers und einzelner Machteliten. Die Macht liegt zur Zeit Caligulas seit Jahrhunderten in der Hand der Aristokratie. Eine Rangordnung, die Ehre und Prestige nach zuvor ausgeübten politischen Ämtern zuweist, bestimmt die Stratifikation der Gesellschaft. Die politisch-soziale Ordnung hat sich etabliert und seit Augustus mit dem Prinzipat erweitert.

In den meisten Studien, die Jacques und Scheid anführen, wird das Prinzipat als „getarntes absolutes Regime“ dargestellt, die res publica restituta als unumgängliche Lösung für eine vor der Auflösung stehenden Elite. Die Macht des Kaisers beruht auf der Vormacht, die ihm seine soziale Position verleiht. Unter der, in der Einleitung erwähnten, sozialen Macht versteht man die Fähigkeit von Personen oder Gruppen zur Steuerung des Denkens und Handelns von Anderen. Neben individuellen Akteuren können auch Gruppen, insbesondere organisierte Gruppen, Macht besitzen und ausüben. Mit dem Amt des Kaisers ist eine soziale Macht immer auch eng mit seiner Person und auctoritas verbunden. Letztere beruht auf Verdiensten der Verwandten und Ahnen, besonderen politischen Vorzügen und Vollmachten. Dies macht eine direkte Konfrontation mit dem Prinzeps beinahe unmöglich. So lässt sich auch erklären, warum selbst ein verhasster Kaiser wie Caligula sich relativ lange an der Macht halten konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Herrschaft Caligulas ein und erläutert die methodische Herangehensweise, bei der psychologische Aspekte zugunsten der machtsoziologischen Analyse des kaiserlichen Kommunikationsverhaltens zurückgestellt werden.

2 Allgemeines - Die Quellen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die antiken Autoren Sueton, Tacitus und Cassius Dio sowie deren Gattungen, Absichten und die daraus resultierende Problematik für die historische Betrachtung.

3 Caligulas Herrschaftsantritt: Hier wird der Aufstieg Caligulas beleuchtet, wobei sein frühes Leben, die Rolle der machthabenden Gruppen sowie die anfängliche Popularität und die Erwartungshaltung des Senats analysiert werden.

4 Caligulas Weg im Machtgefüge und sein Umgang mit Erwartungen: Das Kapitel untersucht den Wandel im Herrschaftsstil, den Umgang des Kaisers mit der Plebs und dem Senat sowie die daraus resultierenden Spannungen und den Bruch mit der aristokratischen Ordnung.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das isolierte Ende der Regierungszeit Caligulas sowie die posthume Bewertung seiner Person.

Schlüsselwörter

Caligula, Römische Geschichte, Machtgefüge, Prinzipat, Senat, Plebs urbana, Kaiser, Kommunikation, Aristokratie, Herrschaft, Sueton, Cassius Dio, Tacitus, Geschichtsschreibung, Politische Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Handeln von Kaiser Caligula und untersucht, wie er innerhalb eines komplexen Machtgefüges mit den Erwartungen der zentralen Eliten, namentlich der Plebs urbana und des Senats, umging.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse im 1. Jahrhundert n. Chr., die soziale Rolle des Kaisers, das Prinzipat als politisches System sowie die Analyse antiker Quellen hinsichtlich ihrer Darstellung des Herrschers.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Caligulas Herrschaft durch eine machtsoziologische Linse zu betrachten, anstatt sich auf die in den Quellen oft dominierende Legende vom „Caesarenwahnsinn“ zu konzentrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse literarischer Zeugnisse (insb. Sueton, Dio, Tacitus) mit herrschaftssoziologischen Ansätzen, wie sie etwa von Egon Flaig oder Aloys Winterling vertreten werden, kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen des Machtantritts, die Analyse der Kommunikation mit der Plebs und dem Senat sowie die Eskalation dieser Verhältnisse, die letztlich zur Ermordung des Kaisers führte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Caligula, Prinzipat, Machtgefüge, Senat, Kommunikation, soziale Macht und historische Geschichtsschreibung definieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Senats in dieser Zeit?

Der Senat wird als eine Gruppe dargestellt, die trotz ihrer formalen Machtstellung gegenüber dem Kaiser in einer paradoxen Lage war, da sie in einer „doppelbödigen Kommunikation“ gefangen blieb und letztlich zur Unterwürfigkeit gezwungen wurde.

Warum wird Caligula in den antiken Quellen so negativ dargestellt?

Die Arbeit deutet dies als Ergebnis einer oppositionellen Historiographie der Oberschicht, die Caligula als Tyrannen zeichnete, um den Machtverlust der eigenen Klasse sowie das Unbehagen an der kaiserlichen Alleinherrschaft zu verarbeiten.

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Details

Title
Caligula im Umgang mit Macht
College
University of Hagen  (Kulturanthropologie)
Grade
2,0
Author
Eva Kirchschläger (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V137906
ISBN (eBook)
9783640464616
ISBN (Book)
9783640461769
Language
German
Tags
Caligula Umgang Macht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Kirchschläger (Author), 2009, Caligula im Umgang mit Macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137906
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