Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Política - Generalidades y teorías de la política internacional

Das Intervenieren von westlichen Ländern in kulturelle Praktiken der "Dritten Welt" mit Blick auf Gayatri Chakravorty Spivaks postkolonialer Theorie der Subalternität

Inwiefern kann das Intervenieren gerechtfertigt werden?

Título: Das Intervenieren von westlichen Ländern in kulturelle Praktiken der "Dritten Welt" mit Blick auf Gayatri Chakravorty Spivaks postkolonialer Theorie der Subalternität

Trabajo Escrito , 2022 , 16 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Selin Kara (Autor)

Política - Generalidades y teorías de la política internacional
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

In dieser Arbeit wird die Frage gestellt, inwiefern Menschenrechtsverletzungen tatsächliche Menschenrechtsverletzungen sind, wenn es sich um kulturelle Praktiken handelt und inwiefern die Menschenrechtsidee eine westlich geprägte Idee zu sein scheint, die es zu hinterfragen gilt. Im Zuge dessen wird sich mit Gayatri Spivaks postkolonialen Theorie der Subalternität auseinandergesetzt und diese wird auf das verallgemeinerte Fallbeispiel der Female Genital Mutilation, der weiblichen Genitalverstümmelung, als Form einer Menschenrechtsverletzung angewandt. Zudem wird sich, zumindest einen Einblick gewährend, mit den Dimensionen Universalismus und Kulturrelativismus beschäftigt.

Postkolonialismus bezeichnet das Nachwirken und die Kontinuitäten des Kolonialismus, welcher gewaltvolle Veränderungen in Wirtschaft, Politik und Kultur der damaligen Kolonien hinterlassen hat. Zu gegenwärtigen Problem gehören Dinge wie Armut oder unzureichende Rechtsstaatlichkeit, auf die durch das Präfix „post“ aufmerksam gemacht werden soll, sodass die postkoloniale Gegenwart nur mit den Langzeiteffekten des Kolonialismus verstanden werden kann. Im Zuge des Postkolonialismus kam es zu verschiedensten theoretischen Reflexionen, bei denen grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass Denkmuster des europäischen Kolonialismus historisch gesehen nicht abgeschlossen sind und noch immer reproduziert werden. Postkoloniale Theorien sind kritische Theorien, das heißt, sie gehen auf gesellschaftliche Kalamitäten ein, indem sie diese vor historischen Hintergründen kritisch beleuchten.

Eine dieser postkolonialen Theorien legt Gayatri Chakravorty Spivak in ihrem Aufsatz "Can the Subaltern Speak?" (1988) offen, der zu den Schlüsseltexten der postkolonialen Theorie zählt. Die Theorie der Subalternität wird im Rahmen dieser Hausarbeit vorgestellt und auf das Objekt der weiblichen Genitalverstümmelung, einer Menschenrechtsverletzung, angewandt. Die kulturelle Praktik der weiblichen „Beschneidung“ wird ebenfalls dargelegt. Um zu verstehen, weshalb die weibliche "Beschneidung" als eine Menschenrechtsverletzung kategorisiert wird, wird zunächst der historische Entwicklungshintergrund der Menschenrechtserklärung mit seinen westlich dominierten Einflüssen herangezogen, sodass die Bewertung der weiblichen Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gayatri Chakravorty Spivaks postkoloniale Theorie der Subalternität

3. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – ein westliches Konstrukt?

3.1 Das Spannungsfeld zwischen Kulturrelativismus und Universalismus

3.2 Eine Menschenrechtsverletzung: weibliche Genitalverstümmelung

4. Das Intervenieren in die FGM-Praktik im Lichte von Spivaks Theorie

5. Fazit

Literaturverzeichnis & Quellen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die ethische Rechtfertigung von Interventionen westlicher Staaten in die kulturelle Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung im Globalen Süden. Unter Rückgriff auf Gayatri Chakravorty Spivaks postkoloniale Theorie der Subalternität wird analysiert, inwiefern die als universell deklarierten Menschenrechte durch westliche Machtstrukturen geprägt sind und welche Folgen dies für die Agency der betroffenen Frauen hat.

  • Kritische Analyse der Universalität der UN-Menschenrechtsdeklaration
  • Postkoloniale Auseinandersetzung mit der Theorie der Subalternität
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Kulturrelativismus und Universalismus
  • Reflexion über Machtdynamiken in humanitären Interventionen

Auszug aus dem Buch

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – ein westliches Konstrukt?

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, zu Englisch Universal Declaration Of Human Rights, wurde als Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 in Paris verkündet. Die Erklärung setzt sich aus 30 Artikeln zusammen, in denen anhand der grundlegenden Auffassung, dass alle Menschen „frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ (A/RES/217 A [III]) sind, bürgerliche, soziale und politische Rechte statuiert werden. Das Dokument fand große Zustimmung innerhalb der damaligen UN-Mitgliedstaaten, von denen 48 Länder die Erklärung ratifizierten, während sich acht Länder enthielten.

Bis heute ist es das weltweit am häufigsten verbreitete und übersetzte Dokument, sodass es eine normative Kraft hat (Scheuermann 2014: 172). Das Dokument selbst ist für die Unterzeichnerstaaten nicht juristisch bindend. Es ist eine Willenserklärung ohne verbindliche Wirkung mit gewohnheitsrechtlichem Charakter (Brake 2018), auf der andere rechtlich bindende Menschenrechtsabkommen basieren, wie der UN-Sozialpakt oder der UN-Zivilpakt. Die moralischen Ansprüche, die in Form einzelner Artikel in der Menschenrechtscharta verankert sind, entspringen den Unrechtserfahrungen der zwei Weltkriege.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle weltweite Relevanz von Menschenrechten und führt in die postkoloniale Kritik an deren universellem Geltungsanspruch ein.

2. Gayatri Chakravorty Spivaks postkoloniale Theorie der Subalternität: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen der Subalternität vor und erläutert Spivaks Kritik an der Sichtbarkeit und Stimme marginalisierter Gruppen.

3. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – ein westliches Konstrukt?: Hier wird der historische Entstehungskontext der AEMR kritisch hinterfragt und auf seinen eurozentrischen Ursprung hin analysiert.

3.1 Das Spannungsfeld zwischen Kulturrelativismus und Universalismus: Dieser Abschnitt analysiert das Konfliktpotenzial zwischen der Achtung kultureller Identitäten und dem Anspruch auf universelle Geltung von Menschenrechten.

3.2 Eine Menschenrechtsverletzung: weibliche Genitalverstümmelung: Dieses Kapitel definiert und kontextualisiert die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung und deren Bewertung als Menschenrechtsverletzung.

4. Das Intervenieren in die FGM-Praktik im Lichte von Spivaks Theorie: Hier erfolgt die Anwendung der theoretischen Konzepte auf die konkrete Interventionsfrage und die Analyse der Handlungsmöglichkeit betroffener Frauen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit sensibler, auf Bildung basierender Ansätze anstelle von rein bevormundenden Interventionen.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Subalternität, Menschenrechte, Universalismus, Kulturrelativismus, Gayatri Chakravorty Spivak, Weibliche Genitalverstümmelung, FGM, Machtverhältnisse, Interventionspolitik, Dritte Welt, UN-Menschenrechtsdeklaration, Agency, Patriarchat, Eurozentrismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die post- und neokolonialen Strukturen, die Menschenrechtsinterventionen in der „Dritten Welt“ zugrunde liegen, am spezifischen Beispiel der weiblichen Genitalverstümmelung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die postkoloniale Theorie, die kritische Menschenrechtsdiskussion sowie die Problematik kultureller Praktiken im Spannungsfeld von Universalismus und Relativismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob Interventionen von westlichen Staaten in kulturelle Praktiken des Globalen Südens vor dem Hintergrund von Machtasymmetrien gerechtfertigt sein können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis postkolonialer Ansätze angewandt, insbesondere unter Anwendung der Theorie von Gayatri Chakravorty Spivak.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung der UN-Menschenrechte, der Definition der Subalternität und der praktischen Anwendung dieser Theorien auf die FGM-Debatte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Subalternität, Hegemonie, Universalismus sowie die kritische Reflexion des „Saviors“ in internationalen Hilfsdiskursen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des „Saviors“ in der FGM-Debatte?

Die Autorin kritisiert, dass westliche Organisationen oft mit einem „Rettungs“-Narrativ agieren, das die betroffenen Frauen nicht als komplexe Subjekte mit eigenen Interessen wahrnimmt, sondern sie im Sinne westlicher Hegemonie bevormundet.

Warum ist das „Sprechen-Können“ für Subalterne laut Spivak problematisch?

Laut Spivak liegt das Problem darin, dass für subalterne Gruppen oft kein Raum zur freien Artikulation existiert; selbst wenn sie sprechen, werden sie entweder ignoriert oder in westliche Diskursmuster gezwungen, die ihre tatsächlichen Bedürfnisse übergehen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Interventionspolitik?

Die Autorin plädiert dafür, dass Interventionen niemals auf Zwang basieren sollten, sondern auf lokaler Aufklärungsarbeit, die Frauen in die Lage versetzt, selbstbestimmt über ihre Gesundheit und Traditionen zu entscheiden.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Intervenieren von westlichen Ländern in kulturelle Praktiken der "Dritten Welt" mit Blick auf Gayatri Chakravorty Spivaks postkolonialer Theorie der Subalternität
Subtítulo
Inwiefern kann das Intervenieren gerechtfertigt werden?
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1,7
Autor
Selin Kara (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
16
No. de catálogo
V1380254
ISBN (PDF)
9783346923363
ISBN (Libro)
9783346923370
Idioma
Alemán
Etiqueta
intervenieren ländern praktiken dritten welt blick gayatri chakravorty spivaks theorie subalternität inwiefern
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Selin Kara (Autor), 2022, Das Intervenieren von westlichen Ländern in kulturelle Praktiken der "Dritten Welt" mit Blick auf Gayatri Chakravorty Spivaks postkolonialer Theorie der Subalternität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1380254
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  16  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint