Warum wird die Kluft innerhalb Deutschlands zwischen hochpreisigen und preiswerten Städten immer größer? Immer höher werdende Immobilienpreise sind seit Jahren ein gesamtgesellschaftliches Problem, der ausschlaggebende Punkt ist die hohe Nachfrage. Immobilien prägen unser gesamtes Leben, wir wohnen darin, wachsen in ihnen auf, arbeiten darin und verbringen den größten Teil unseres Lebens in ihnen. Selbst wenn wir uns gerade nicht im Inneren einer Immobilie befinden, prägen sie das Bild unserer Umwelt enorm. Jeder Mensch steht also so gut wie immer und überall mit Immobilien in Kontakt. Doch trotz dieser Wichtigkeit besteht ein Wohnraummangel vor allem in den deutschen Großstädten.
Der Wohnraummangel in Deutschland stellt einen Grund für die steigenden Immobilienpreise dar, dieser Mangel wird durch eine immer älter werdende Bevölkerung und durch die Zuwanderung von Flüchtlingen aus dem Ausland bestärkt. Neuen Wohnraum zu erschaffen, wird allerdings durch langwierige Baugenehmigungsverfahren verzögert und erschwert. Ein weiter Grund für steigende Preise entsteht durch niedrige Zinsen und Zuschüsse der öffentlichen Hand, was zu erschwinglichen Krediten führt und die Menschen in positive Kauflaune, was Immobilien betrifft, versetzt. Die hohe Nachfrage wird von Investoren und Fonds, welche den rentablen Markt für sich entdeckt haben, noch weiter gesteigert.
Im Verlauf der Arbeit wird zunächst die Immobilie im Allgemeinen definiert, dabei stehen die immobilienspezifischen Charakteristiken im Vordergrund. Im Anschluss werden die Besonderheiten des Immobilienmarktes herausgearbeitet, dabei werden räumliche und sachliche Teilmärkte beschrieben, wobei Wohn-, Gewerbe und Sonderimmobilien erläutert werden. Auf generelle Besonderheiten, welche jegliche Teilmärkte betreffen, wird ebenfalls näher eingegangen. Auch die Unterscheidung eines Wirtschaftsgutes und eines Sozialgutes in Bezug auf Immobilien in Deutschland werden beleuchtet. Es folgt die Betrachtung der Entstehung und Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland. Durch die Betrachtung von regionalen Teilmärkten kann die Standortgebundenheit einer Immobilie erklärt werden. Wieso der Immobilienmarkt ein unvollkommener Markt ist und der Grund für die steigenden Preise, wird ebenfalls in diesem Kapitel aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Der Immobilienmarkt in Deutschland
2.1 Definition Immobilien
2.2 Besonderheiten des Immobilienmarktes
2.3 Entstehung und Entwicklung der Immobilienpreise
2.4 Parameter für die Situation auf den Immobilienmärkten
3 Einflüsse auf den Wohnimmobilienmarkt
3.1 Wirtschaftliche Einflüsse
3.2 Demografische Einflüsse
3.3 Soziale Einflüsse
3.4 Umwelteinflüsse
4 Standortanalyse an ausgewählten Standorten
4.1 Methoden und Techniken der empirischen Erhebung
4.2 Standortanalyse Chemnitz
4.3 Standortanalyse München
4.4 Vergleich der Standorte
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die zur steigenden Wohnraumknappheit und den wachsenden Preisunterschieden auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt führen, wobei insbesondere die regionale Diskrepanz zwischen verschiedenen Standorten kritisch beleuchtet wird.
- Grundlegende Charakteristika und Besonderheiten des deutschen Immobilienmarktes
- Einflussfaktoren wie demografischer Wandel, wirtschaftliche Dynamiken und soziale Aspekte
- Methodische Standortanalyse und Vergleich der Städte Chemnitz und München
- Diskussion über Preisentwicklungen sowie die Rolle von staatlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition Immobilien
Eine Immobilie gilt als unbeweglicher Besitz, sie ist fest an einen Standort gebunden und weist damit Immobilität auf. Die Bezeichnung Immobilie stammt von dem Lateinischen „im mobilis“, was so viel wie unbeweglich bedeutet. Dieser Besitz kann sowohl ein unbebautes Grundstück sein als auch ein bebautes Grundstück mit Gebäude.
Zu den weiteren Charakteristiken einer Immobilie zählt ihre Heterogenität - jede Immobilie ist einzigartig. Es kann keine exakt gleichen Immobilien geben, selbst wenn zwei identische Häuser nebeneinander errichtet werden, weichen sie doch voneinander ab was die Sonneneinstrahlung oder die Ausrichtung betrifft.
Da Wohnraum essenziell notwendig für den Menschen ist, lässt sich dieser durch nichts ersetzten. Es gibt kein Gut, welches für den Menschen den gleichen Nutzen wie eine Immobilie darstellt, nämlich ein Dach über dem Kopf zu Schutz vor äußerlichen Einflüssen. Darum zählt die begrenzte Substituierbarkeit mit zu den wichtigen Charakteristiken einer Immobilie.
Typisch für eine Immobilie ist auch ihre lange Realisierungsphase von ein bis fünf Jahren, je nach Projekt. Dadurch kann der Immobilienmarkt nur zeitverzögert auf neue Entwicklungen reagieren und diese umsetzen.
Da hohe Investitions- und Transaktionskosten mit dem Kauf eines Objektes verbunden sind, ist der Hausbau oder der Kauf eines Eigenheimes für den größten Teil der Bevölkerung etwas Einmaliges. Zu den Transaktionskosten bei Immobiliengeschäften zählen beispielsweise die Maklerprovision, Notargebühren, Grunderwerbssteuer und die Grundbucheintragung.
Zu den Eigenschaften einer Immobilie gehört aber auch die lange Lebensdauer, was sie von anderen Wirtschaftsgütern hervorhebt. Bei Gebäuden unterscheidet man zwischen zwei verschiedene Nutzungsdauern, der wirtschaftlichen und der technischen, wobei die wirtschaftliche Nutzungsdauer deutlich länger ist. Bei Grundstücken ist diese Dauer sogar unendlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung des steigenden Wohnraummangels in Deutschland und den Gang der Untersuchung.
2 Der Immobilienmarkt in Deutschland: Erläutert die theoretischen Grundlagen, Begriffsdefinitionen sowie die ökonomischen Besonderheiten des Marktes.
3 Einflüsse auf den Wohnimmobilienmarkt: Analysiert wirtschaftliche, demografische, soziale und umweltbedingte Faktoren, die den Markt beeinflussen.
4 Standortanalyse an ausgewählten Standorten: Führt eine empirische Standortanalyse der Städte Chemnitz und München durch und vergleicht diese anhand eines Punktesystems.
5 Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert die Ursachen für die beobachteten Preisdifferenzen zwischen den Standorten.
Schlüsselwörter
Immobilienmarkt, Wohnimmobilien, Wohnraummangel, Standortanalyse, Immobilienpreise, demografischer Wandel, Kaufkraft, Rendite, Standortgebundenheit, Markttransparenz, Immobilienwirtschaft, Chemnitz, München, Immobilieninvestition, Wirtschaftsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und Rahmenbedingungen für die Dynamik auf den deutschen Wohnimmobilienmärkten sowie den daraus resultierenden Preisentwicklungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Definition von Immobilien, die ökonomischen Besonderheiten von Wohnungsmärkten, sowie eine Standortanalyse von Chemnitz und München ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Kluft zwischen hochpreisigen und preiswerten Standorten in Deutschland auf Basis relevanter Einflussfaktoren zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer Literaturanalyse wird für den Standortvergleich ein quantitatives Punktesystem angewendet, um die Attraktivität von Standorten vergleichbar zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung von Einflussfaktoren und die praktische Anwendung durch eine Analyse der Standorte Chemnitz und München.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Wohnmarkt, Immobilienstandorte, Standortanalyse, Preisentwicklung und die ökonomischen Charakteristika des Immobiliensektors.
Warum unterscheidet sich Chemnitz so stark von München in der Analyse?
Die Analyse zeigt, dass München durch eine sehr hohe Standortqualität und Wirtschaftskraft glänzt, während Chemnitz trotz niedrigerer Preise mit einem Image-Gefälle und anderen demografischen Herausforderungen kämpft.
Welche Rolle spielt die Politik bei Wohnimmobilien laut dem Autor?
Der Autor thematisiert die Rolle staatlicher Rahmenbedingungen, wie Subventionen und Sozialwohnungen, die Immobilien auch als Sozialgut definieren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Entwicklung der Wohnimmobilienmärkte in Deutschland und ausgewählte Standortanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1380261