Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Politíca - Otros temas

Gentechnik in der Reproduktionsmedizin - Der Weg zu einer neuen Form von Eugenik?

Título: Gentechnik in der Reproduktionsmedizin - Der Weg zu einer neuen Form von Eugenik?

Tesis de Maestría , 2009 , 72 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: M.A. Kerstin Scholl (Autor)

Politíca - Otros temas
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die vorliegende Magisterarbeit ist in drei Teile gegliedert. In der Einleitung wird nach einer kurzen Heranführung an das Thema und an die aktuelle Diskussion die Vorgehensweise in Hinsicht auf Struktur und Methodik erläutert. Anschließend werden die zentralen Begriffe, die im weiteren Verlauf der Arbeit wiederholt eine wichtige Rolle spielen, definiert. Wissenschaftliche Fakten zur Reproduktionsmedizin, ihrer Techniken und Methoden, schließen diesen ersten Teil der Arbeit ab. Dem Leser soll so der Einstieg in die Thematik erleichtert werden. Die Verfahren, die im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht und diskutiert werden, sind hier detailliert erklärt.

Der Hauptteil der vorliegenden Arbeit unterteilt sich in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird ein Überblick über die Geschichte der Eugenik gegeben. Um sich einer Antwort auf die zugrundeliegende Forschungsfrage annähern zu können, ist es notwendig, die Gentechnik aus unterschiedlichen Blickwinkeln und unterschiedlichen Positionen heraus zu betrachten. Im zweiten Abschnitt des Hauptteils werden die unterschiedlichen Ansätze von vier verschiedenen Autoren im Bereich der Reproduktionsmedizin betrachtet. Ihre Ansätze repräsentieren die jeweilige Position in der vielschichtigen Diskussion um die Anwendung von Gentechnik. Anhand von Primärtexten von Jürgen Habermas, Michael J. Sandel, Ronald Dworkin und Julian Savulescu, wird die jeweilige Position in diesem zentralen Kapitel der vorliegenden Arbeit einzeln herausgearbeitet und anschließend anhand von Beispielen kritisch erörtert. Um die verschiedenen Positionen der einzelnen Autoren für den Leser übersichtlicher herauszuarbeiten, und somit auch besser vergleichbar zu machen, gliedert sich die Analyse der verschiedenen Texte in folgende Punkte:
- Selektion nach genetisch bedingten Erkrankungen (Negative Eugenik)
- Selektion nach Präferenzen der Eltern (Positive Eugenik)
- Autonomie
- Eugenik

Im Anschluss daran wird, im dritten Abschnitt des Hauptteils, die gesellschaftliche Folgeproblematik der Anwendung von Gentechnik und die aus ihr resultierende mögliche Zunahme der Diskriminierung von Behinderten diskutiert.

Im Schlussteil der Arbeit werden neben einer Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse ergänzend die verschiedenen, im Hauptteil bereits analysierten, Positionen zur Thematik diskutiert. In Form einer kritischen Stellungnahme des Autors der vorliegenden Arbeit, wird zum Abschluss eine Antwort auf die Forschungsfrage gegeben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Gentechnik: die neuen Herausforderungen in den Biowissenschaften

1.2 Aufbau der Arbeit und Methodik

1.3 Definitionen der Begrifflichkeiten

1.4. Wissenschaftliche Fakten zur IVF, PID und Gentechnik

2. Hauptteil

2.1 Zur Geschichte der Eugenik

2.1.1 Die „alte“ Eugenik

2.1.2 Die „neue“ Eugenik

2.2 Diskussion verschiedener Positionen zur Anwendung von Gentechnik in der Reproduktionsmedizin

2.2.1 Julian Savulescu: Das Prinzip der „Procreatice Beneficience”

2.2.2 Ronald Dworkin: Liberale Eugenik

2.2.3 Michael J. Sandel

2.2.4 Jürgen Habermas

2.3 Folgeproblematik bei der Anwendung von Gentechnik in der Reproduktionsmedizin

2.3.1 Gesellschaftliche Veränderungen durch Gentechnik

2.3.2 Auswirkungen der Gentechnik für behinderte Menschen

3. Schluss

3.1 Zusammenfassung

3.2 Fazit des Autors und Antwort zur Forschungsfrage

5. Anhang

5.1 Glossar

5.2 Schaubilder

5.2.1 Schema DNA-Strang

5.2.2 Replikation des DNA-Strangs

5.2.3 Schema künstliche Befruchtung (IVF)

5.2.4 Zellentnahme vom Embryo für die PID

5.2.5 Schema für PID

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen und gesellschaftlichen Implikationen der modernen Reproduktionsmedizin unter besonderer Berücksichtigung der Gentechnik. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Anwendung dieser Technologien die Gefahr birgt, eine neue Form der Eugenik zu fördern und gesellschaftlich zu etablieren.

  • Historische Einordnung der Eugenik von der Antike bis zur Moderne
  • Ethische Analyse der Positionen von Savulescu, Dworkin, Sandel und Habermas
  • Diskussion über die Selektion von Embryonen und das Konzept der „Procreative Beneficence“
  • Analyse der gesellschaftlichen Folgeproblematiken und der Diskriminierung behinderter Menschen
  • Kritische Betrachtung der Grenze zwischen therapeutischem Nutzen und Optimierung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die „alte“ Eugenik

Die angewandte Eugenik ist nicht, wie viele glauben, ein Phänomen aus der Zeit des Nationalsozialismus, sondern blickt auf eine wesentlich längere Geschichte zurück. Einer der frühesten Verfechter der Eugenik war Platon. Für ihn als Theoretiker, dessen Staatsbegriff sich auf der Ständegesellschaft, bestehend aus Bauern, Wächtern und Herrscherstand stützte, war es von großer Bedeutung, dass sich diese Stände nicht vermischen. Gleichzeitig sollte auch dafür gesorgt werden, dass sich nur „die Tüchtigsten“ fortpflanzen. Im fünften Buch seiner Politeia geht Platon darauf ein, wie der Herrscher eines Staates die Partnerwahl seiner Untertanen bestimmt. Fortpflanzung wird hier zur Staatssache.

„Du nun als Gesetzgeber wirst, wie du die Männer ausgewählt hast, so auch die Frauen auswählen und möglichst gleichartige ihnen zuführen.“

Der Herrscher bestimmt, wer sich wann mit wem fortpflanzen darf. Er entscheidet hier nach verschiedenen Kriterien. Zum einen wird der Zeitraum, in dem die Menschen Nachkommen zeugen sollen, eingegrenzt.

„Für die Frau beginnt die Zeit des Gebärens vom Zwanzigsten bis zum Vierzigsten Jahr, für den Mann die Zeugung für den Staat, sobald der schärfste Rausch der Jugend vorbei ist, bis zum fünfundfünfzigsten Jahr.“

Zum anderen sind von der Fortpflanzung all diejenigen ausgeschlossen, die in Platons Augen nicht gut und gerecht sind. Der Begriff der Gerechtigkeit umfasst bei Platon verschiedene Tugenden, die ein Mensch in sich vereinen sollte. Zu ihnen zählen etwa Besonnenheit, Tapferkeit und die Vernunftbegabung. Platon behält dem Herrscher nicht nur das Recht vor, die Partner auszusuchen. Er selektiert auch den Nachwuchs nach guten und gesunden sowie nach schwachen und kranken Kindern.

„Sie übernehmen die Kinder der Tüchtigen und bringen sie in eine Anstalt zu Pflegerinnen, die Abseits in einem Teil des Staates wohnen: die Kinder der Schwächeren oder irgendwie mißgestaltete verbergen sie an einem geheimen und unbekannten Ort, wie es sich gehört.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Gentechnik in der Reproduktionsmedizin ein, definiert zentrale Begriffe und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Eugenik, diskutiert vier verschiedene philosophische Positionen zur Anwendung von Gentechnik und beleuchtet die gesellschaftlichen Folgen dieser Technologien.

3. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Argumente zusammen und beantwortet die Forschungsfrage durch eine kritische Stellungnahme der Autorin zur Gefahr einer individual-transhumanistischen Eugenik.

5. Anhang: Der Anhang bietet ein Glossar der wichtigsten Fachbegriffe sowie eine Sammlung von Schaubildern zur Veranschaulichung der biologischen und medizinischen Verfahren.

Schlüsselwörter

Gentechnik, Reproduktionsmedizin, Eugenik, Präimplantationsdiagnostik, PID, IVF, Bioethik, Selektion, Autonomie, Humangenetik, Lebensqualität, Diskriminierung, Transhumanismus, Designkinder, ethische Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Anwendung moderner gentechnischer Verfahren in der Reproduktionsmedizin die Gefahr einer neuen, gesellschaftlich akzeptierten Form der Eugenik heraufbeschwört.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Einordnung der Eugenik, die ethische Abwägung zwischen therapeutischem Handeln und genetischer Optimierung sowie die sozio-ethischen Folgen für behinderte Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Analyse, ob durch die Anwendung von Gentechnik in der Reproduktionsmedizin eine „neue Form von Eugenik“ gefördert wird, die den Anspruch auf Normalität und gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen untergräbt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und den Vergleich von Primärtexten renommierter Philosophen (Savulescu, Dworkin, Sandel, Habermas) sowie die Untersuchung gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte der Eugenik, die philosophische Debatte zu deren aktueller Anwendung und die daraus resultierenden Folgeproblematiken für die Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Gentechnik, PID, Eugenik, Autonomie und der ethische Diskurs über das „beste Leben“.

Welche Rolle spielt der Begriff der „Procreative Beneficence“?

Dies ist ein von Julian Savulescu geprägter Begriff, der Eltern moralisch verpflichtet, jenen Embryo auszuwählen, der die besten Aussichten auf ein „bestmögliches Leben“ hat, was Savulescu als radikal-liberale Position verteidigt.

Wie positioniert sich Jürgen Habermas zur Gentechnik?

Habermas nimmt eine stark kritische Haltung ein und warnt vor der „Selbsttransformation der Gattung“, da er befürchtet, dass der Eingriff in die genetische Natur die Autonomie und die moralische Gleichheit der Menschen gefährdet.

Wie unterscheidet Michael J. Sandel zwischen Heilung und Optimierung?

Sandel sieht Heilung als legitime medizinische Fürsorge an, während er Optimierung aus dem Streben nach Naturbeherrschung ablehnt, da sie den Charakter des Lebens als „Gabe“ und damit einhergehende Demut gefährdet.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin?

Die Autorin plädiert für ein grundsätzliches Verbot der PID, mit sehr engen Ausnahmen für Betroffene von Erbkrankheiten, und warnt vor einer „individual-transhumanistischen Eugenik“.

Final del extracto de 72 páginas  - subir

Detalles

Título
Gentechnik in der Reproduktionsmedizin - Der Weg zu einer neuen Form von Eugenik?
Universidad
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Politikwissenschaft)
Calificación
2,3
Autor
M.A. Kerstin Scholl (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
72
No. de catálogo
V138030
ISBN (Ebook)
9783640457984
ISBN (Libro)
9783640458134
Idioma
Alemán
Etiqueta
Eugenik Politikwissenschaft Bioethik Habermas Sandel Dworkin Savulescu Medizin Reproduktionsmedizin Gentechnik Ethik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Kerstin Scholl (Autor), 2009, Gentechnik in der Reproduktionsmedizin - Der Weg zu einer neuen Form von Eugenik?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138030
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  72  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint