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Von der Insistenz der Trauer

Walter Benjamins melancholischer Blick

Título: Von der Insistenz der Trauer

Trabajo Escrito , 2009 , 12 Páginas , Calificación: "-"

Autor:in: Elouise von Rehe (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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Movens vorliegender Bemühung ist es, jene Melancholie, die dem Allegoriker eignet, aufzuspüren – eingedenk der Trümmerhaufen alles Vergangenen, denen sich Benjamins Engel der Geschichte gegenübersieht – in Nuancierung verschiedener Theorien der Melancholie.

Fern eines Überblicks gilt es, einzelnen Strängen in extenso zu folgen und im etwaigen Ungleichgewicht durchaus essayistische Raffinesse zu entfalten. Gewissermaßen als Folie dient hierbei Marsilio Ficinos Diätik des saturnischen Menschen, mit der er aus tiefster, innerster Zerrüttung Ansätze von griechischer Humoralpathologie und arabischer Kosmologie vereint, und damit, wenngleich in anderer Absicht als Benjamin, eine melancholische Weltzuwendung wegweisend pointiert.

Nicht mehr als eine erste Ahnung soll am Ende des Textes sich einstellen, die – so bleibt zu hoffen – Einblicke, vielleicht gar ein Einfühlen in den Zustand des Melancholikers gewährt, der nicht zermartert und ermattet, sondern sinnstiftend das theatrum mundi betritt, um es zu erretten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

DIE VEREDELUNG DER MELANCHOLIE

EXKURS I: BENJAMINS TRAUERSPIEL-BUCH

BENJAMINS MELANCHOLIKER

EXKURS II: FREUDS AUFSATZ TRAUER UND MELANCHOLIE

DIALEKTIK DES SINNS

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis der Melancholie in Walter Benjamins Deutung, insbesondere im Kontext seines Trauerspiel-Buches, und setzt dieses in Bezug zu historischen sowie psychoanalytischen Theorien, um eine "Insistenz der Trauer" als philosophische Haltung zu beleuchten.

  • Die Allegorie-Theorie im barocken Trauerspiel
  • Ficinos Diätik des melancholischen Temperaments
  • Die psychoanalytische Perspektive nach Sigmund Freud
  • Das Spannungsfeld zwischen geschichtsphilosophischer Sinnsuche und Melancholie

Auszug aus dem Buch

Die Veredelung der Melancholie

Datiert auf die Zeit um 1475 ereignet sich innerhalb der spannungsreichen Deutungsgeschichte der Melancholie eine ganz entscheidende Begebenheit: Der Neuplatoniker Marsilio Ficino klagt in einem Brief an seinen Freund Giovanni Calvacanti, dass er um nichts mehr wisse, nicht einmal was er wolle; schuldig an seiner Verzweiflung seien die Einflüsse des mächtigen und düsteren Saturn. „Saturn - das ist hier der maligne Stern, der fernste des Planetensystems, der Gott des Dunklen, Kalten und Schweren; rätselhafte, schwer entzifferbare Gottheit der Zeit; uralter Flurgott oder auch der gestürzte und kastrierte Uranide. Viele, auch widersprüchliche Traditionen fließen in der Semantik des Saturns zusammen. Innerhalb der Astralmedizin ist der Saturn der Regent der schwarzen Galle, der Milz, der kalten, trockenen Erde. Diese Komplexion aus Astrologie, Elementenlehre, Anatomie und Humoralpathologie bildet den Typus des melancholischen Temperaments.“ Ficino sträubt sich mit allem Nachdruck gegen dessen Einflussnahme, versteht ihn als Unglücksplaneten. Auch sein Wissen um Dante, der im XXI. Gesang des Paradiso die Saturnsphäre als den Ort erklärt, von wo aus der Dichter, dem die anime speculatrici erscheinen, die leuchtende Stufenleiter der Kontemplation bis zur Anschauung des Göttlichen emporsteigt, kann ihn nicht beschwichtigen. Calvanti antwortet erbost, es könne nicht sein, dass er, Marsilio Ficino, Kenner Griechenlands und Ägyptens, ausgezeichnet durch ein allumfassendes Gedächtnis und gedankliche Präzision, der all seine Begabungen letztlich dem Saturn verdanke, diesen anfeinde.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in Benjamins Begriff der Allegorie ein und umreißt das Vorhaben, die Melancholie als ontologisch begründete Weltzuwendung des Allegorikers zu untersuchen.

DIE VEREDELUNG DER MELANCHOLIE: Dieses Kapitel analysiert Marsilio Ficinos Rezeption der Melancholie und die Bedeutung des Saturns für das melancholische Temperament in der Renaissance.

EXKURS I: BENJAMINS TRAUERSPIEL-BUCH: Hier wird der Gegenstand von Benjamins Werk – das Barocktrauerspiel als allegorische Form – unter Berücksichtigung der theologischen Situation der Epoche dargelegt.

BENJAMINS MELANCHOLIKER: Das Kapitel erläutert, wie Benjamin die Melancholie als Ergebnis eines Widerstreits zwischen der Einsicht in die Vergänglichkeit und der Sorge um die Unmöglichkeit der Sinnstiftung deutet.

EXKURS II: FREUDS AUFSATZ TRAUER UND MELANCHOLIE: Der Exkurs beleuchtet Freuds psychoanalytische Unterscheidung zwischen normaler Trauer und pathologischer Melancholie durch die Identifikation mit einem verlorenen Objekt.

DIALEKTIK DES SINNS: Abschließend wird die Melancholie als dialektischer Prozess zwischen Entseelung der Welt und deren wiederholter, willkürlicher Sinnstiftung durch den Allegoriker verhandelt.

Schlüsselwörter

Melancholie, Walter Benjamin, Allegorie, Barock, Saturn, Marsilio Ficino, Trauerspiel, Sigmund Freud, Subjektivität, Geschichtsphilosophie, Genialität, Sinnstiftung, Dialektik, Vergänglichkeit, Kontemplation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische und kulturhistorische Bedeutung der Melancholie bei Walter Benjamin, insbesondere in seiner Auseinandersetzung mit der barocken Allegorie und dem Renaissance-Denken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Deutungsgeschichte des melancholischen Temperaments, der astrologischen und medizinischen Symbolik des Saturns sowie der psychoanalytischen Sicht auf Objektverlust.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die "Insistenz der Trauer" als eine spezifische Haltung des Subjekts zur Welt zu entfalten, die nicht durch Erlösung, sondern durch ein beständiges Verharren im Spannungsfeld der Sinnsuche charakterisiert ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die verschiedene theoretische Stränge – von Ficinos Diätik über Benjamins Trauerspiel-Studien bis hin zu Freuds Psychoanalyse – essayistisch miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Verschränkung von Melancholie und Genie, die Allegorietheorie Benjamins und die dialektische Bewegung zwischen der Sinnentleerung der Welt und der notwendigen Sinnstiftung durch den Allegoriker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Melancholie, Allegorie, Barock, Saturn, Subjektivität und Geschichtsphilosophie.

Wie unterscheidet sich der melancholische Blick bei Benjamin von Freuds klinischer Sicht?

Während Freud Melancholie als eine pathologische Identifikation mit einem verlorenen Objekt im Sinne einer psychischen Störung beschreibt, deutet Benjamin sie als eine transzendentale Kategorie der Weltbegegnung des barocken Menschen.

Welche Rolle spielt der Planet Saturn in der Argumentation?

Saturn fungiert als Symbol für die Schwermut, aber auch für die schöpferische Distanz und den "göttlichen Wahn" der Renaissance, der den Melancholiker zur tiefsten Erkenntnis befähigt, während er ihn gleichzeitig dem Wahnsinn aussetzt.

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Detalles

Título
Von der Insistenz der Trauer
Subtítulo
Walter Benjamins melancholischer Blick
Universidad
Free University of Berlin
Calificación
"-"
Autor
Elouise von Rehe (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
12
No. de catálogo
V138078
ISBN (Ebook)
9783640465071
ISBN (Libro)
9783640462186
Idioma
Alemán
Etiqueta
Philosophie Melancholie Walter Benjamin Sigmund Freud Marsilio Ficino Dürer Saturn
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elouise von Rehe (Autor), 2009, Von der Insistenz der Trauer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138078
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