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Armut im Wandel der Geschichte und die Bedeutung für die Soziale Arbeit

Title: Armut im Wandel der Geschichte und die Bedeutung für die Soziale Arbeit

Term Paper , 2008 , 32 Pages , Grade: 2

Autor:in: Tina Usner (Author)

Social Work
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Zu dem Begriff der Armut kann nahezu jeder Menschen einen Bezug herstellen, sei es eine rein kognitive oder aus eigenen Erfahrungen abgeleitete Bezugsnahme So assoziiert man all zu häufig mit diesem Wort Bilder von stark abgemagerten Menschen aus Ländern der Dritten Welt oder man hat die Vorstellung von Kindern vor Augen, die in Slums „Essbares“ auf Mülldeponien suchen und stark verwahrlost aussehen. Doch müssen wir, um Armut zu erfahren, nicht über die Grenzen unseres Landes hinweg schauen, denn auch hier in Deutschland war sie in der Vergangenheit immer wieder Thema und ist es auch heute noch. Zwar kann die Armut der Dritte Welt Länder nicht unbedingt mit jener in Deutschland als konvergent angesehen werden, da unterschiedliche Bedingungen bestehen und das Verständnis von Armut von Gesellschaft zu Gesellschaft ein differenziertes ist. Dennoch ergeben sich auch für die hier in Deutschland lebenden Menschen häufig Lebensumstände am Existenzminimum.
Grundsätzlich kann Armut als Zustand angesehen werden, der in allen Epochen zu finden ist. Schon immer gab es Momente, in denen Menschen mit existenzwidrigen Umständen, wie Hungersnöten bedingt durch spärliche Ernten und Massenelend zu kämpfen hatten. Doch haben sich mit der Zeit immer wieder gesellschaftliche Änderungen im Umgang mit der Problematik der Armut ergeben. Das soziale Bewusstsein von Not und die Abhilfe von dieser haben sich daher unter temporären Aspekten stets gewandelt. Verfolgte man im Mittelalter zunächst noch die Intention, die Armen durch Almosen im Sinne der Nächstenliebe und Barmherzigkeit zu unterstützen und sah man die Armut als gottgewolltes Schicksal an, so wandelte sich der Umgang mit den Armen im Spätmittelalter. Armut wurde fortan als subjektiv zugeschrieben verstanden und Unterstützung erhielt nur noch derjenige, der dieser auch würdig war (Kranke, Behinderte…).

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Inhaltsverzeichnis

1. Verständnis von und Umgang mit Armut im Laufe der Historie - vom frühen Mittelalter bis heute

1.1. Mittelalter

1.1.1. Formen der Armenfürsorge im Mittelalter

1.1.2. Franz von Assisi und die freiwillige Armut

1.2. Das späte Mittelalter

1.3. Neuzeit

1.4. Industrialisierung

1.5. Preußisches Landrecht und Elberfelder System

1.5.1. Heimatsprinzip und Unterstützungswohnsitz

1.5.2 Elberfelder System

1.6. Bismarck

1.7 NS-Zeit

2. Armut in der Gegenwart

2.1 Definitionen von Armut

2.1.1.Vier Formen der Armut

2.1.1.1. absolute Armut

2.1.1.2. relative Armut

2.1.1.3. subjektive Armut

2.1.1.4. politische Armut

2.2. Risikogruppen in Deutschland

2.2.1. Die Gruppe der Arbeitslosen

2.3. Ursachen der Armut

2.3.1 Ansatz Kardorff und Oppl

2.3.3. Verdeckte Armut

3. Bedeutung für die Soziale Arbeit

3.1. Theorien der Armutsforschung

3.1.1. Townsend „soziale Deprivation“

3.1.2. Lebenslagenkonzept von Neurath bzw. Weisser

3.1.3. Das Pentagon der Armut nach Tschümperlin

3.2. Armut als sozialarbeiterische Problemstellung

3.3. Das Armutsverständnis der Sozialen Arbeit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den historischen Wandel des Armutsbegriffs sowie dessen Bedeutung und Handlungsauftrag für die Soziale Arbeit. Dabei wird analysiert, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit Armut von der christlich motivierten Almosenpflege des Mittelalters bis hin zur modernen Sozialstaatlichkeit entwickelt hat, um daraus Implikationen für eine zeitgemäße sozialarbeiterische Praxis abzuleiten.

  • Historische Entwicklung des Armutsverständnisses und der Armenfürsorge
  • Gegenwärtige Formen und Definitionen von Armut sowie Risikogruppen
  • Systemtheoretische Ursachenanalyse von Armut
  • Theoretische Ansätze der Armutsforschung für die Soziale Arbeit
  • Sozialarbeiterische Interventionsmöglichkeiten und Handlungsaufträge

Auszug aus dem Buch

1.1.2. Franz von Assisi und die freiwillige Armut

Im Mittelalter zeigten sich zwei Ausprägungen von Armut: die unfreiwillige und die freiwillige Armut. Während sich die unfreiwillige Zwangslage aus materieller Not heraus ergab, wurde die freiwillige Armut als eine geistliche verstanden (vgl. Klöcker, und Tworuschka, 1986, S.35). Gerade im 12. und 13. Jahrhundert war es ein karitativer und mitfühlender Gedanke, der die neue Armutsbewegung ausmachte und von Personen wie Franziskus von Assisi vorgelebt wurde. Franz steht stellvertretend mit seinem Denken und Handeln neben Strömungen, wie den Waldensern und Albigensern, für die christlichen Bewegungen seiner Zeit. Franz von Assisi und seine Anhänger lebten aus reiner Überzeugung heraus freiwillig in ärmlichen Verhältnissen und versuchten Armut als Tugend im gesellschaftlichen Verständnis zu etablieren (vgl. Fischer, 1982, S.27).

Franziskus wandte sich von den alten Ordensregeln ab. Er sah die freiwillig gelebte Armut, wie auch die geistige Armut als Voraussetzung, um den christlichen Glauben in der Gemeinschaft mit Jesu realisieren zu können (vgl Klöcker, und Tworuschka, 1986, S.36). Das Hauptargument der Armutsbewegung war, sich mit den Armen gleichzusetzen, ihre Not zu lindern und ihnen Hilfe zu geben.

Dies bedeutete einen Neuansatz in der Armenfürsorge. Franziskus’ Leben und sein Wirken trugen zu diesen Veränderungen bei. Zu ihren Dogmen zählten: „Verzicht auf jeden Besitz für den Einzelnen, wie für die Gemeinschaft der Brüder, Verpflichtung zu einfacher Arbeit, um das lebensnotwendige zu erlangen; Ablehnung in jeder Position, die Machtausübung mit einschließen könnte; die Verweigerung des Umgangs mit Geld“ (vgl. Klöcker und Tworuschka., 1986, S. 37). So wie er die Armut sah und sie lebte, konnten die Bedürftigen Trost bei ihm finden, denn Franz und seine Mitglieder waren es, die die Armut selbst durch eigene Erfahrungen erlebten und so großes Verständnis für die Problematik der Randständigen entwickelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Verständnis von und Umgang mit Armut im Laufe der Historie - vom frühen Mittelalter bis heute: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel im Umgang mit Armut nach, von religiös motivierter Almosenpflege über das repressive Zucht- und Arbeitshauswesen bis hin zu den Sozialreformen unter Bismarck und der menschenverachtenden Ausgrenzung in der NS-Zeit.

2. Armut in der Gegenwart: Hier werden aktuelle Definitionen von Armut erörtert, Risikogruppen identifiziert und systemtheoretische Erklärungsmodelle sowie die Problematik der verdeckten Armut dargestellt.

3. Bedeutung für die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel verknüpft wissenschaftliche Theorien der Armutsforschung, wie das Pentagon der Armut oder das Lebenslagenkonzept, mit dem professionellen Handlungsauftrag der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Armut, Soziale Arbeit, Armenfürsorge, Mittelalter, Industrialisierung, Elberfelder System, Risikogruppen, Arbeitslosigkeit, Armutsforschung, soziale Deprivation, Lebenslagenkonzept, Pentagon der Armut, Wohlfahrtspflege, Existenzminimum, soziale Ausgrenzung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel des Armutsbegriffs sowie dessen Bedeutung für die Soziale Arbeit und untersucht, wie sich die Konzepte von der Vergangenheit bis in die Gegenwart entwickelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Armenfürsorge, aktuelle Definitionen und Ursachen von Armut, die Identifikation von Risikogruppen sowie die Anwendung theoretischer Konzepte in der professionellen Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den historischen Wandel der Armutsproblematik aufzuzeigen und daraus abzuleiten, welche Rolle und Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit im Umgang mit heutigen Armutsformen zukommen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer historischen Aufarbeitung des Themas, ergänzt um systemtheoretische Ansätze und Konzepte der Armutsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Armutsentwicklung, eine Darstellung moderner Armutsbegriffe und Ursachen sowie eine Erläuterung der Bedeutung dieser Erkenntnisse für das professionelle Agieren in der Sozialen Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Armut, Soziale Arbeit, Armenfürsorge, historische Entwicklung, systemtheoretische Ursachen, Armutsforschung und soziale Ausgrenzung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Armut im Mittelalter eine wichtige Rolle?

Sie markiert einen zentralen Wendepunkt im Verständnis von Armut, bei dem Armut nicht mehr nur als gottgewolltes Schicksal, sondern als soziale Kategorie begriffen wurde, die das Fundament für spätere Differenzierungen in würdige und unwürdige Arme legte.

Welche Bedeutung hat das „Pentagon der Armut“ nach Tschümperlin für die Soziale Arbeit?

Das Modell ermöglicht eine ganzheitliche Sichtweise auf die Lebenswelt des Klienten, indem es soziale, ökonomische und individuelle Faktoren vernetzt und so verhindert, dass Soziale Arbeit sich in der Praxis nur auf einseitige materielle Hilfen beschränkt.

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Details

Title
Armut im Wandel der Geschichte und die Bedeutung für die Soziale Arbeit
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Grade
2
Author
Tina Usner (Author)
Publication Year
2008
Pages
32
Catalog Number
V138082
ISBN (eBook)
9783640465859
Language
German
Tags
Armut Wandel Geschichte Bedeutung Soziale Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Usner (Author), 2008, Armut im Wandel der Geschichte und die Bedeutung für die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138082
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