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Individuelle weibliche Glaubenswege im Mittelalter. Ihre Reflexion in theologischen Schriften

Titel: Individuelle weibliche Glaubenswege im Mittelalter. Ihre Reflexion in theologischen Schriften

Bachelorarbeit , 2018 , 53 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sascha Himmelsbach (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Text befasst sich mit den ersten zaghaften Frauenbewegungen im Mittelalter, den Beginen, und untersucht dabei ihre Motive und die Herausforderungen, die ihr Lebensweg mit sich brachte. Dazu werden sowohl wissenschaftliche Texte als auch Originalschriften untersucht und in Kontext gesetzt.

Gleichberechtigung ist wohl das geflügelte Wort der westlichen Gesellschaft schlechthin und dabei ist es nicht einmal von Bedeutung, in welchem Kontext man es letztendlich verwenden möchte. Geschlechter, Nationen, Firmen und Glaubensgemeinschaften sind heutzutage beinahe täglich, in den verschiedensten Konstellationen, dazu aufgefordert, besagte Idealvorstellung zu generieren oder ihr Fortbestehen zu garantieren.

Gemeinsam mit dem Trend der immer weiter sinkenden Mitgliederzahlen der katholischen Kirche kann man also durchaus von einer richtungsweisenden Problematik sprechen, bei der man es sich schlichtweg nicht leisten kann, die Hälfte der eigenen Gläubigen zu ignorieren. Doch ist es dieser Organisation, die im Volksmund nicht selten als reformtechnisch langsam bis gar unwillig angesehen wird, überhaupt möglich, Schwierigkeiten dieser Größenordnung anzugehen oder ist dies von vornherein zum Scheitern verurteilt? Um dieser komplexen Frage überhaupt gerecht zu werden, lohnt es sich einen Blick in die Vergangenheit der katholischen Kirche zu werfen und dort ähnlich gelagerte Themenkomplexe zu untersuchen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Die moderne Kirche zwischen wachsenden Aufgaben und Mitgliederschwund

II. Der eigene Glaubensweg der >Seligen Schererin< als mittelalterliches Politikum

III. Ein Leben im Zeichen der christlichen Rückbesinnung bei Johannes Mulberg

IV. Die Abstoßung der eigenen Existenz im »fließenden Licht der Gottheit«

V. Jean Gersons theologischer Leitfaden der »richtigen« Annäherung an Gott

VI. Ein Querschnitt zeitgenössischer Texte im Hinblick auf die Leitthematik

VII. Die Bedeutung eines inhärenten Glaubenskampfes für die westliche Identität

VIII. Schlusswort mit Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht individuelle weibliche Glaubenswege im Mittelalter und deren Reflexion in theologischen Schriften, um Parallelen und Unterschiede zwischen mittelalterlicher Frömmigkeit und modernen Vorstellungen von religiösem Individualismus und Gleichberechtigung aufzuzeigen.

  • Analyse mittelalterlicher Beginen-Viten und ihrer gesellschaftlichen Rahmung.
  • Untersuchung der Rolle der katholischen Kirche als regulierende Instanz.
  • Kontrastierung spiritueller Lebensentwürfe mit den Anforderungen des Klerus.
  • Vergleichende Betrachtung von Mystik bei Mechthild von Magdeburg, Seuse und Gerson.
  • Reflexion über die Entwicklung von religiösem Individualismus von der Vormoderne bis heute.

Auszug aus dem Buch

Die moderne Kirche zwischen wachsenden Aufgaben und Mitgliederschwund

Gleichberechtigung ist wohl das geflügelte Wort der westlichen Gesellschaft schlechthin und dabei ist es nicht einmal von Bedeutung in welchem Kontext man es letztendlich verwenden möchte. Geschlechter, Nationen, Firmen und Glaubensgemeinschaften sind heutzutage beinahe täglich, in den verschiedensten Konstellationen, dazu aufgefordert besagte Idealvorstellung zu generieren oder ihr Fortbestehen zu garantieren.

Dabei hat gerade die zuletzt genannte Gruppierung – in diesem Fall deren größter und einflussreichster westlicher Ableger, die katholische Kirche – in diesem Zusammenhang immer wieder mit dem Vorwurf der systematischen Benachteiligung des weiblichen Geschlechts zu kämpfen. Dieser hält sich mehr als nur hartnäckig und geht zurück auf die Priesterweihe, welche ausschließlich den Männern vorbehalten ist.

Nun kann man durchaus der Meinung sein, dass hierin grundsätzlich noch kein bemerkenswertes Problem angelegt ist, beschweren sich doch lediglich bestimmte Gruppen der Gesellschaft – die nicht einmal notwendigerweise dem katholischen Glauben angehören müssen – und nicht alle Kirchenfrauen per se.

Jedoch bilden sich auch aus dem innersten Kern dieser Gemeinschaft in letzter Zeit immer mehr Stimmen, welche nicht nur vehement auf diese Ungleichheit hinweisen, sondern sie auch aktiv anzugehen gedenken. Gemeinsam mit dem Trend der immer weiter sinkenden Mitgliederzahlen der katholischen Kirche kann man also durchaus von einer richtungsweisenden Problematik sprechen, bei der man es sich schlichtweg nicht leisten kann die Hälfte der eigenen Gläubigen zu ignorieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die moderne Kirche zwischen wachsenden Aufgaben und Mitgliederschwund: Einleitung in die aktuelle Problematik der Benachteiligung von Frauen in der katholischen Kirche und deren Bezug zu sinkenden Mitgliederzahlen.

II. Der eigene Glaubensweg der >Seligen Schererin< als mittelalterliches Politikum: Analyse der Gnadenvita der Seligen Schererin als Beispiel für einen Beginen-Lebensweg außerhalb klösterlicher Strukturen.

III. Ein Leben im Zeichen der christlichen Rückbesinnung bei Johannes Mulberg: Untersuchung der dominikanischen Perspektive auf das Beginentum und die Rolle von Reformbewegungen im 15. Jahrhundert.

IV. Die Abstoßung der eigenen Existenz im »fließenden Licht der Gottheit«: Auseinandersetzung mit Mechthild von Magdeburgs mystischem Werk und der Bedeutung der Vereinigung mit Gott.

V. Jean Gersons theologischer Leitfaden der »richtigen« Annäherung an Gott: Darstellung von Jean Gersons Ansätzen zur Kontemplation und seiner kritischen Einordnung persönlicher Offenbarungen.

VI. Ein Querschnitt zeitgenössischer Texte im Hinblick auf die Leitthematik: Einbindung weiterer historischer Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen und Heinrich Seuse zur Vertiefung des Gesamtwissens.

VII. Die Bedeutung eines inhärenten Glaubenskampfes für die westliche Identität: Verknüpfung der mittelalterlichen Befunde mit dem modernen Begriff des religiösen Individualismus.

VIII. Schlusswort mit Ausblick: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse über die Dynamik zwischen religiösem Individuum und kirchlicher Institution.

Schlüsselwörter

Beginentum, Mystik, Katholische Kirche, Gnadenvita, Johannes Mulberg, Mechthild von Magdeburg, Jean Gerson, Seelenheil, Kontemplation, Gleichberechtigung, Religiöser Individualismus, Observanz, Mittelalter, Geschlechterrollen, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht individuelle religiöse Lebenswege von Frauen im Mittelalter sowie deren Reflexion und Bewertung durch zeitgenössische theologische Schriften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Beginentum, der mittelalterlichen Mystik, dem Spannungsfeld zwischen individuellem Glaubenseifer und kirchlicher Kontrolle sowie der Reformbestrebungen innerhalb der Orden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Verhältnis zwischen individueller religiöser Erfahrung und institutioneller kirchlicher Lehre im Mittelalter zu klären und historisch mit modernen Identitäts- und Gleichberechtigungsfragen zu kontextualisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftlich-historische Analyse, die Quellenauszüge mit moderner Forschungsliteratur abgleicht, um ein Gesamtbild mittelalterlicher Glaubenspraxis zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Viten (Schererin, Mechthild von Magdeburg) und theologische Positionen (Johannes Mulberg, Jean Gerson), um die Reaktion der Kirche auf mystische Bewegungen aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Beginentum, Mystik, religiöser Individualismus, Seelenheil, kirchliche Observanz und Geschlechterrolle im Mittelalter.

Wie bewerten Autoren wie Gerson die mystische Vereinigung mit Gott?

Gerson erkennt die Kontemplation als legitimen Weg an, betont jedoch die Notwendigkeit theologischer Kontrolle, um den Einzelnen vor Irrlehren oder Selbsttäuschung zu bewahren.

Welche Rolle spielt der Körper in den untersuchten Texten?

Körperlichkeit, oft in Form von Krankheit oder Leiden, dient in den Viten als Beweis für die Intensität der Gottesnähe oder als notwendige Abkehr vom Weltlichen zugunsten der Seele.

Inwiefern beeinflusst das Geschlecht die Wahrnehmung von Frömmigkeit?

Die Arbeit zeigt, dass Frauen religiöse Expertise beanspruchten, dabei aber oft den Korrekturen männlicher Vormünder unterstanden, wobei die Theologie der Zeit weibliche Gottesliebe teils als besonders intensiv, aber gefährdet einstufte.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Individuelle weibliche Glaubenswege im Mittelalter. Ihre Reflexion in theologischen Schriften
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,3
Autor
Sascha Himmelsbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
53
Katalognummer
V1381895
ISBN (PDF)
9783346924445
ISBN (Buch)
9783346924452
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter, Glauben, Religion, Feminismus, Gender, Unabhängigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Himmelsbach (Autor:in), 2018, Individuelle weibliche Glaubenswege im Mittelalter. Ihre Reflexion in theologischen Schriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1381895
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Leseprobe aus  53  Seiten
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