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Die 'Geschichte der Kriegsursachen des Ersten Weltkriegs'

Die Fischer-Kontroverse: Ihre Ursprünge und Folgen innerhalb der Geschichtswissenschaft

Title: Die 'Geschichte der Kriegsursachen des Ersten Weltkriegs'

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Yasemin Genc (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Mit besonderem Fokus auf die, durch die Forschungen des Hamburger Historikers Fritz Fischer zur deutschen Kriegsschuld ausgelöste, Kontroverse, soll in unserer Arbeit die „Geschichte der Kriegsursachen des Ersten Weltkriegs“ skizziert werden. Hierbei soll auf der einen Seite das Dilemma des Historikers – die Kriegsursachenforschung- anhand der Darstellung der verschiedenen Kriegesrezeptionen seit dem Ende des 1. Weltkriegs bis zum Ende der Kontroverse illustriert werden, und darauf folgend, soll die besondere Bedeutung der Kontroverse für die deutsche Geschichtswissenschaft, als eine Art „Zerstörung eines historischen Tabus“ einerseits und als Wendepunkt zur methodologischen Erweiterung und Vielfalt zum Ausdruck kommen.
Wie haben sich die Historiker nach dem Ende des Krieges bis heute mit den Kriegsursachen auseinandergesetzt? Woher kam der Drang den Schuldigen finden? Was waren das für Thesen in den 1960er-Jahren, die eine solche Kraft besessen haben, dass sie solche eine fachwissenschaftliche und mediale Aufmerksamkeit auf sich zogen? Wie argumentierten Fachkollegen dagegen? Was bedeutet diese Kontroverse für die deutsche Geschichtswissenschaft damals und heute? Und warum beschäftigen die Ursachen des Ersten Weltkrieges Historiker nach fast 100 Jahren des Ausbruchs immer noch? Das sind Fragen, die wir im Verlauf unserer Arbeit beantworten möchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtsbild hinsichtlich der Kriegsschuld vom 1918 an bis zur Fischer Kontroverse

2.1 Kriegsrezeption nach dem Ersten Weltkrieg

2.2 Kriegsrezeption nach dem Zweiten Weltkrieg

3 Die Thesen Fritz Fischers

4 Reaktionen und Kritik anderer Historiker

4.1 Gerhard Ritter

4.2 Klaus Dietrich Erdmann

4.3 Egmont Zechlin

5 Die Bedeutung der Kontroverse für die Geschichtswissenschaft

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Geschichtsbildes bezüglich der deutschen Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg, mit einem besonderen Fokus auf die durch den Historiker Fritz Fischer ausgelöste wissenschaftliche Kontroverse. Ziel ist es, den Einfluss dieser Debatte auf die deutsche Geschichtswissenschaft, den methodischen Wandel in der Forschung sowie die langfristige Transformation des politisch-historischen Bewusstseins in der Bundesrepublik Deutschland nachzuzeichnen.

  • Analyse der Kriegsschulddiskussion von 1918 bis in die 1960er-Jahre
  • Untersuchung der Kernthesen von Fritz Fischer und seiner kontroversen Kontinuitätsthese
  • Darstellung der Reaktionen und Kritik aus dem Lager der traditionellen Historiker
  • Bewertung des methodischen Bruchs und der Neuausrichtung der deutschen Geschichtswissenschaft

Auszug aus dem Buch

3 Die Thesen Fritz Fischers

Im Jahre 1956 kehrten deutsche Akten aus Moskau nach Potsdam zurück. Der Hamburger Historiker Fritz Fischer durchstöberte diese Archivbestände der damaligen Mittelmächte, um Kriegsziele des Deutschen Reiches zu erforschen. Diese akribische Auseinandersetzung mit den Quellen resultierte in einem Aufsatz Fritz Fischers in der Historischen Zeitschrift im Jahr 1959, der den Titel "Deutsche Kriegsziele - Revolutionierung und Separatfrieden im Osten 1914 - 1918" trug. Hier formulierte er schon eine provokative These mit der Grundannahme, dass das deutsche Kaiserreich keineswegs einen reinen Verteidigungskrieg geführt, sondern schon zu Kriegsbeginn nach expansiven Kriegszielen agiert habe.

Sein Beleg hierfür war das "Septemberprogramm" des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg, welches dieser Anfang September 1914 formuliert hatte und welches ein Mitteleuropa vorsah, das nach Annexionen im Westen (in Frankreich und den Beneluxstaaten) und im Osten (Polen) entstehen sollte. Hinsichtlich der überseeischen Gebiete sei die Bildung eines mittelafrikanischen Kolonialreiches vorhergesehen gewesen. "Kurzum die Politik der deutschen Reichsleitung zu Beginn des Ersten Weltkrieges zielte auf nichts weniger als darauf, Deutschland durch die Zurückdrängung des französischen und russischen Einflusses in Europa eine langfristige Weltmachtstellung zu sichern."

Fischer versuchte den Nachweis zu bringen, die deutsche Kriegszielpolitik nicht nur von der Regierung sondern ebenso von hohen Vertretern aus Wirtschaft und Militär getragen und vorbereite worden sei. Fischer spricht von wirtschaftlichen "pressure groups" gegenüber der deutschen Außenpolitik. In ihrem Streben nach Machterweiterung, nach weltpolitischer Expansion habe die deutsche Außenpolitik nach und nach alle Mächte vor den Kopf gestoßen, und sei damit einen Weg in die Selbstisolierung gegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Ausgangslage der Arbeit und führt in die Bedeutung Fritz Fischers als Historiker ein, der die Debatte um die deutsche Kriegsschuld maßgeblich prägte.

2 Geschichtsbild hinsichtlich der Kriegsschuld vom 1918 an bis zur Fischer Kontroverse: Dieses Kapitel beschreibt die apologetische Haltung der deutschen Historiker in der Zwischenkriegszeit und die Stagnation der Forschung nach 1945 aufgrund des mangelnden Aktenzugangs.

3 Die Thesen Fritz Fischers: Hier werden die zentralen Thesen Fischers vorgestellt, insbesondere seine Argumentation zu den deutschen Kriegszielen und dem "Septemberprogramm", die einen Bruch mit der bisherigen Forschungstradition darstellten.

4 Reaktionen und Kritik anderer Historiker: Das Kapitel beleuchtet die kontroverse Aufnahme von Fischers Werk durch namhafte Historiker wie Gerhard Ritter, Klaus Dietrich Erdmann und Egmont Zechlin, die teilweise vehement gegen seine Interpretationen opponierten.

5 Die Bedeutung der Kontroverse für die Geschichtswissenschaft: Dieser Abschnitt analysiert, wie die Fischer-Kontroverse zur Popularisierung der Geschichte und zur methodischen Erweiterung der deutschen Geschichtswissenschaft hin zur Sozialgeschichte beitrug.

6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die langwierige Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit und betont, dass die Erforschung von Kriegsursachen stets ein komplexer, interpretativer Prozess bleibt.

Schlüsselwörter

Fischer-Kontroverse, Kriegsschuldfrage, Erster Weltkrieg, Geschichtswissenschaft, Deutsche Kriegsziele, Septemberprogramm, Historische Kontinuität, Imperialismus, Fritz Fischer, Gerhard Ritter, Methodik, Sozialgeschichte, Politikgeschichte, Erinnerungskultur, Kriegsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Debatte in der deutschen Geschichtswissenschaft über die Ursachen des Ersten Weltkrieges, ausgelöst durch die Thesen des Historikers Fritz Fischer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Kriegsschulddiskussion nach 1918, das Konzept des deutschen Machtstrebens, die Reaktion der konservativen Historikerzunft und den methodologischen Wandel der Geschichtswissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Fischer-Kontroverse den Weg für eine kritische und multiperspektivische Geschichtsschreibung in Deutschland ebnete und das historische Selbstverständnis nachhaltig veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historiographische Analyse angewandt, die den Forschungsverlauf und die zeitgenössische Quellenkritik gegenüberstellt, um die wissenschaftliche Entwicklung nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ursprünglichen Kriegsschuldforschung, die detaillierte Analyse der Thesen Fischers und die kritische Auseinandersetzung mit seinen Fachkollegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Fischer-Kontroverse, Kriegsschuldfrage, Kontinuitätsthese, Historisierung und der methodische Wandel hin zur Gesellschaftsgeschichte.

Warum wird im Dokument so stark auf das Septemberprogramm eingegangen?

Das Septemberprogramm dient als zentraler Beleg für Fischers These, dass das Deutsche Kaiserreich von Beginn an expansive Kriegsziele verfolgte und nicht lediglich eine Verteidigungsstrategie vertrat.

Inwiefern beeinflusste die Kontroverse das politische Klima in Deutschland?

Die Debatte trug zur Überwindung deutschnationaler Geschichtsmythen bei und förderte eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, was maßgeblich zum Wandel der politischen Kultur in der Bundesrepublik beitrug.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Gerhard Ritter?

Ritter wird als Repräsentant der alten Historikergeneration dargestellt, der versuchte, die Fischerschen Thesen durch den Verweis auf die Diskontinuität des Nationalsozialismus und eine eher traditionelle Sichtweise auf den Militarismus zu widerlegen.

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Details

Title
Die 'Geschichte der Kriegsursachen des Ersten Weltkriegs'
Subtitle
Die Fischer-Kontroverse: Ihre Ursprünge und Folgen innerhalb der Geschichtswissenschaft
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Ausgewählte Probleme des Ersten Weltkrieges
Grade
2,3
Author
Yasemin Genc (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V138196
ISBN (eBook)
9783640465972
ISBN (Book)
9783640466160
Language
German
Tags
Geschichte Kriegsursachen Ersten Weltkriegs Fischer-Kontroverse Ihre Ursprünge Folgen Geschichtswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yasemin Genc (Author), 2009, Die 'Geschichte der Kriegsursachen des Ersten Weltkriegs', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138196
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